Ecuador – Hörsaal Regenwald Equateur, le campus de la forêt
Catégorie
Natur und Umwelt
Informations sur la production
Dokumentation
Pays de production
F
Année de production
2024
Description
Dank der unmittelbaren Nähe der Universidad Regional Amazónica Ikiam zum Amazonas-Regenwald haben Forschende und Studierende sehr kurze Wege zwischen Forschungsterrain und Labor – ein unschätzbarer Vorteil. Aufgrund zahlreicher Stipendien stellen Angehörige indigener Völker die Mehrheit der Studierenden dar. Yanet Villasana beispielsweise arbeitet im Labor an der Züchtung ölfressender Mikroorganismen, um eine nachhaltige und natürliche Lösung zur Sanierung von Ökosystemen zu entwickeln. Sie nimmt ihre Studiengruppe mit in einen Steinbruch, wo sie Gesteinsproben sammeln. Für Diana, eine Studentin aus dem Volk der Kichwa, war es der grösste Traum, an die Ikiam zu gehen. Jetzt studiert sie im zweiten Jahr Biotechnologie und besucht jede Woche ihre an verschiedenen Orten im Regenwald lebenden Angehörigen, um ihnen zu erklären, woran sie gerade forscht. Der mexikanische Chemiker Miguel Herrera entwickelt eine von der Natur abgeschaute Membran, mit der toxische Nanopartikel aus dem Wasser gefiltert werden können. Dank des Standorts der Universität im Herzen des Regenwalds können Yanet Villasana, Miguel Herrera und die anderen Forschenden der Ikiam Tag für Tag ihr Wissen über die Ökosysteme und das komplexe Zusammenspiel der dort lebenden Spezies erweitern und vertiefen. Bald schon werden sie sich auf eine einwöchige Expedition in die Tiefen des Dschungels begeben. Dort gilt es, sich ohne Kontakt zur Aussenwelt auf ihr Wissen und das Know-how ihres Projektleiters zu verlassen, unter dessen Führung die Gruppe in bisher unbekanntem Gebiet eine neue Forschungsstation errichten wird.
François Pallandre ist Bergführer und hat die höchsten Gipfel der Welt erklommen. Ein Skiunfall liess ihn sein Leben überdenken, und jetzt hat sein alter Mentor ihn überzeugen können, der Gilde der ältesten Bergführertruppe von Chamonix beizutreten. Diese wurde nach einem Unglück am Montblanc 1821 zur sozialen Absicherung der Bergführer und ihrer Angehörigen ins Leben gerufen. François Pallandre führt seine Klienten auf anstrengenden und gefährlichen Skirouten, gesäumt von verwehten Gletscherspalten, mehrere Meter hohen Türmen aus Gletschereis und schwierigen Schneeverhältnissen. Der Schwierigkeitsgrad der Route wird immer an die Fähigkeiten der Skifahrer und Klienten angepasst – für seine Arbeit braucht François Pallandre daher nicht nur beste technische und körperliche Voraussetzungen, sondern auch viel Menschenkenntnis. Die Ausbildung zum Bergführer dauert fünf Jahre – die Anwärter müssen eine harte Eintrittsprüfung bestehen, bei der selbst jene mit viel alpiner Erfahrung an ihre Grenzen stossen oder sogar durchfallen. Auch in diesem Sommer werden es nur wenige schaffen.
Seit mehr als 30 Jahren ist David Robert Hau Chef-Ranger im Nationalpark Komodo. Keiner kennt die Insel und seine Bewohner – die grossen, drachenähnlichen Komodowarane – so gut wie er. David ist der einzige Ranger, der selbst in die entlegensten Winkel des Parks vordringt und auch andere gefährliche Tiere wie die Javanische Speikobra aufspürt. Ein Kreuzfahrtschiff verlässt Komodo. In den vergangenen Jahren ist die indonesische Insel zunehmend beliebter bei Tourismusveranstaltern geworden. Eine Win-win-Situation: Die Komodowarane garantieren Nervenkitzel bei den Besuchern aus aller Welt. Die dadurch eingenommenen Gelder ermöglichen sowohl dem Nationalpark als auch den Einheimischen, die vom Souvenirverkauf leben, ein gutes Auskommen. Bedingung ist, dass weder die Natur noch die Tiere gestört werden. Um das zu gewährleisten, sind die Nationalparkhüter im Einsatz. Chef-Ranger David Hau hat viel zu tun. Seit über 30 Jahren kontrolliert er die Bestände nicht nur der Riesenechsen, sondern auch anderer einheimischer Arten wie etwa der blauen Weisslippenbambusotter. Im Laufe der Jahre hat er sich so einen einmaligen Wissensschatz über das Verhalten und den Charakter der Tiere angeeignet, der ihm nun zugutekommt. Bei über tausend Passagieren pro Kreuzfahrtschiff können es die Ranger nicht dem Zufall überlassen, ob die Touristen die Warane sehen. Dies ist aber nötig, um ihnen das Aha-Erlebnis zu bieten. Folglich müssen David und sein Team die imposanten Tiere an einen speziellen Platz locken, wo sie jedoch nicht mit den Menschen aneinandergeraten dürfen. Denn auf den anderen Inseln gab es schon tödliche Bisse. Eine nicht immer einfache Gratwanderung.
(1): Das bittersüsse Arabien von Mahmoud Sabbagh 2016 wurde die Filmwelt von einem völlig unerwarteten Werk überrascht: 'Barakah meets Barakah'. Die skurrile romantische Komödie, die bei den Berliner Filmfestspielen ausgezeichnet und für den Oscar nominiert wurde, spielt in den Strassen der pulsierenden Hafenstadt Dschidda. Der zum Erscheinen seines Films 33-jährige Regisseur Mahmoud Sabbagh bedient die gängigen Codes der romantischen Komödie, um sich über die Zwänge der saudischen Gesellschaft lustig zu machen und schenkt der bislang wenig gehörten Jugend des Landes eine Stimme. (2): In Saudi-Arabien: Am Ursprung des Islams In der arabischen Tradition gestaltet, verwandelt – und zerstört – das Wort. Es handelt sich nicht nur um die Sprache der Dichter. In Saudi-Arabien nahm das Wort göttlichen Charakter an, denn dort, in der unermesslichen Wüste, wurde der Islam geboren: Im 7. Jahrhundert nach Christus entstand die letzte der grossen monotheistischen Religionen mit ihrem Propheten Mohammed (etwa 570 bis 632 nach Christus) und einem Buch, dem Koran (auf Arabisch: 'die Lesung'). Innerhalb einiger Jahrzehnte bekehrte der Karawanenhändler einen grossen Teil der arabischen Halbinsel und schuf die Keimzelle eines zentralisierten Staates. (3): In Dschidda: Das schwarze Sprudeln Dschidda, das Tor nach Mekka und wirtschaftliche Hauptstadt Saudi-Arabiens, ist seit Jahrhunderten geprägt vom Kommen und Gehen der Pilger und Händler. Anfang des 20. Jahrhunderts sollte ein britischer Geheimagent, der sich in der Stadt niederliess, das Schicksal des Landes für immer verändern ...
(1): Kenia: Wiege des Königs der Löwen In den weiten Savannen Kenias herrscht nicht der Mensch, in dieser ebenso faszinierenden wie erbarmungslosen Welt ist der Löwe König! In den frühen 1990er Jahren inspirierten die wilden Landschaften die Walt Disney Studios zu einem ihrer erfolgreichsten Zeichentrickfilme. 'Der König der Löwen' (1994) wurde jahrelang vorbereitet und zeichnet ein realistisches Bild der kenianischen Natur. Bis heute ist der Dauerbrenner nicht nur bei Kindern Kult. (2): Kenia: Die Insel Lamu, Wiege der Swahili-Kultur Der kleine kenianische Lamu-Archipel ist die Wiege der Swahili-Kultur, die stark vom Leben am Meer beeinflusst wurde. Auf der Hauptinsel ist diese Kultur immer noch lebendig. Bevölkerung, Traditionen, Bauwerke und Gassen lassen bis heute erkennen, wie Wind und Wellen das Leben der Menschen über Jahrhunderte geprägt haben. (3): Kenia: Skandal im Tal der Glücklichen Die Zentralregion Kenias mit ihren Hochebenen, Seen und der majestätischen Fauna gleicht einem Paradies auf Erden. Anfang des 20. Jahrhunderts jedoch liess sich hier ein exklusives Grüppchen nieder, dessen exzessiver und dekadenter Lebensstil manch einen ans Fegefeuer denken liess: das Happy Valley Set .
Wie eine Krabbe liegt die Île d'Ouessant vor der bretonischen Küste im offenen Atlantik. Knapp 850 Menschen leben auf der abgeschiedenen Insel – wobei ein Grossteil nur im Sommer kommt, wenn die Tage lang und mild sind. Früher lebte die kleine Gemeinschaft von dem, was die karge Landschaft und das umliegende Meer hergaben. Heute kommen die meisten Lebensmittel vom Festland, doch wie vielerorts gewinnt das Thema Selbstversorgung auch auf der Insel an Bedeutung. Wildpflanzen, die in der Abgeschiedenheit üppig gedeihen, Algen und regionale Landwirtschaft erleben seit einigen Jahren ein Revival. Das liegt auch an jungen Frauen wie Gwenaëlle Héré-Mazé und Lucie Deck, die zurück oder neu auf die Insel gezogen sind, um das alte Wissen zu bewahren und kreativ weiterzuentwickeln.
Numéro de l'épisode
5
Répétition
W
Réalisation
Verena Mayer
Informations détaillées
'Zu Tisch' reist in verschiedene Regionen Europas und schaut bei der Zubereitung traditioneller Gerichte zu. Die Küchenkultur europäischer Landschaften offenbart ihren Reichtum und weckt Verständnis für eine vielleicht fremde Lebensart. Rezepte können über Teletext und Internet abgerufen werden: www.arte.tv/zutisch.
Die schottische Nordseeküste ist geprägt von schroffen Felsenklippen, einsamen Inseln und kleinen Hafenstädten. Nördlich des Festlandes liegen die Orkneys. Dieser Archipel aus etwa 70 Inseln ist seit Jahrtausenden bewohnt. Geheimnisvolle Steinkreise, wie der 'Ring of Brodgar', geben bis heute Rätsel auf. Auf North Ronaldsay, der nord-östlichsten der Orkney Inseln, leben nur gut 70 Menschen und über 4.000 Schafe. Die North-Ronaldsay-Schafe sind sehr genügsam und ernähren sich hauptsächlich von Seetang. An der Küste erzählen Burgruinen von der Geschichte Schottlands. Dunrobin Castle wirkt mit seinen vielen Türmchen wie ein Märchenschloss am Meer. Die kleine Hafenstadt Arbroath ist berühmt für ihren Räucherfisch den 'Arbroath Smokie'. Die Klippen bei Arbroath sind von unterirdischen Höhlen durchzogen. Hier verkauften früher Schmuggler ihre Waren. In der alten Hafenstadt Wick liegt eine der nördlichsten Whisky Destillerien Schottlands. Die Fässer lagern in einer Halle direkt am Meer. Das gibt dem Whisky ein besonderes Aroma. Auf der 'Isle of May' lebten früher Mönche. Heute gehört sie ganz den Seevögeln. Die einzigen menschlichen Bewohner sind heute Wissenschaftler, die von Frühjahr bis Herbst für eine Langzeitstudie die Vögel beobachten. Das Wetter an der schottischen Nordseeküste ist wechselhaft. Manchmal erlebt man vier Jahreszeiten an einem Tag. Die Schotten nehmen das gelassen und mit Humor. In St Monans suchte eine Lehrerin aus dem Ort eine Verwendung für ausgediente Gummistiefel. Sie bepflanzte sie mit Blumen und machte daraus einen Gummistiefelgarten.
Englands Nordseeküste ist vielfältig und bietet so manche Überraschung. Weisse Sandstrände, Klippen und die von Kanälen durchzogenen Norfolk Broads. In Bamburgh, nahe der Grenze zu Schottland, thront 'Bamburgh Castle' hoch über einem der schönsten Strände Englands. Ein Paradies für Surfer, die sich hier bei einer Wassertemperatur von kühlen 12 Grad in die Wellen stürzen. Etwas weiter südlich, an der Küste von Yorkshire, türmen sich Klippen auf. Über eine schmale Strasse erreicht man den kleinen Ort Staithes am Fuss der Klippe. Bei Ebbe ist der Strand ein Geheimtipp für Fossiliensammler. Die Hafenstadt Cromer war im 19. Jahrhundert ein mondäner Badeort. Heute kommen die Besucher hauptsächlich wegen der berühmten 'Cromer Crabs'. Die handtellergrossen Krabben schmecken so gut, weil sie auf einem Kreideriff vor der Küste leben. Eine andere Delikatesse wird auf der schmalen Landzunge Spurn gezüchtet. Heimische Austern, die aber auf keinen Fall gegessen werden sollen! Naturschützer züchten sie, um sie auszuwildern. Sie sollen ein neues Austernriff bilden. Die Norfolk Broads sind eine von Menschen geschaffene Kulturlandschaft. Die vielen Kanäle entstanden, weil hier früher Torf gestochen wurde. Heute schippern Freizeitkapitäne gemütlich durch das Labyrinth von Kanälen und Flüssen. An den Ufern wächst Schilfrohr, das zu Reet verarbeitet wird. Die Reetschneider sind mit einem Kahn unterwegs und transportieren ihre Ernte ab. Viele Häuser in den Norfolk Broads sind noch mit Reet gedeckt. Eine spannende Entdeckungsreise an Englands Nordseeküste.
Breite Strände und Bettenburgen – so kennt man die kurze belgische Küste. In Westflandern betreiben Fischer ein uraltes Handwerk: das Krabbenfischen zu Pferd. Auf dem Rücken ihrer Vollblüter pflügen sie mit Netzen durch den Meeresboden, auf der Suche nach einer besonderen Köstlichkeit: Nordseekrabben. Auch Muscheln sind in Belgien beliebt – nur kamen die bisher alle aus den Niederlanden. Das soll sich jetzt ändern: Vor der Küste wird die erste Hochsee-Muschelfarm installiert. Ganz im Osten liegt der Nationalpark Het Zwin – Rastplatz für Tausende Zugvögel und Arbeitsplatz für Ornithologen, die hier Daten über die Vögel sammeln und dabei Zusammenhänge zwischen Klimawandel und Evolution studieren. Gleich hinter der Grenze zu den Niederlanden beginnt Zeeland – die Region an der Nordsee, die stark unter Sturmfluten zu leiden hatte. Die Dämme der gigantischen Deltawerke, eines Schutzsystems gegen Hochwasser und Sturmfluten, sind ein Bollwerk gegen das Meer und haben ganze Landstriche verändert. In Südholland, am Strand von Den Haag, versucht der Künstler Theo Jansen, seinen Strandskulpturen mit Hilfe des Windes Leben einzuhauchen. Das ist nicht immer leicht, denn seine Kreaturen sind riesig und die Elemente launisch. Weiter nördlich in der Marinestadt Den Helder trainiert Gert-Jan Wit für seine Überquerung des Ärmelkanals. Noch schwimmt er an der niederländischen Küste, aber in wenigen Tagen will er es von Dover nach Calais schaffen. Die Reise endet auf der westfriesischen Insel Schiermonnikoog. Dort ist Thijs de Boer zu Hause, ein leidenschaftlicher 'Strandräuber', der seit 50 Jahren Schätze sammelt, die die Nordsee anspült.
Rod Slater wird zum Generalmanager einer Goldmine in Südafrika ernannt. Kaum im Amt, drängt ihn sein Vorgesetzter Manfred Steyner zu einer äusserst riskanten Bohrung. Steyner legt Slater ein gefälschtes Gutachten vor, nach dem sich hinter einer Grünsteinschicht, dem sogenannten Damm, nicht Wasser, sondern Gold befinden soll. Slater bleibt keine Wahl – wenn er den Job behalten will, muss er mitmachen. Was er nicht ahnt: Steyner ist in eine Börsenspekulation verstrickt und legt es darauf an, dass der Damm durch die Bohrung bricht und die Mine überflutet, so dass eine Verknappung den Goldpreis in die Höhe treibt. Parallel dazu verliebt sich Slater in Terry, Steyners Frau. Während das Liebespaar einige Tage in einer abgelegenen Jagdhütte verbringt, lässt Steyner die Bohrung heimlich fortsetzen, damit Slater nicht den Sicherheitsmechanismus auslösen kann, den er zum Schutz vor einem Wassereinbruch einbauen liess. Und so beginnt für Slater ein Wettlauf gegen die Zeit, rechtzeitig zur Mine zurückzukehren und unter Tage das Leben der Arbeiter zu retten, die in den gefluteten Stollen eingeschlossen sind. Steyner, der eine Reise vorgetäuscht hat, beobachtet das Geschehen von einem Hang aus ...
Cast
Roger Moore, Susannah York, Ray Milland, Bradford Dillman, John Gielgud, Tony Beckley, Simon Sabela
Warum entstehen geniale Ideen an manchen Orten – und welches geistige Klima brauchen sie, damit sie wachsen und neues Wissen entsteht? Der Astrophysiker und Wissenschaftsjournalist Harald Lesch folgt den Spuren der klügsten Denkerinnen und Denker, die unser Verständnis von der Welt bis heute prägen. Ein Roadmovie bis zu den Ursprüngen der Wissenschaft: von Wüsten und antiken Ruinen über Bibliotheken und Klöster bis zu den Universitäten Europas. Alles beginnt unter dem Sternenhimmel Mesopotamiens: bei Sumerern und Babyloniern, die mit jahrhundertelangen Himmelsbeobachtungen Kalender und Zeitrechnung entwickelten – die Basis aller Wissenschaft. In der griechischen Hafenstadt Milet wagen Denker erstmals, Natur ohne Mythen, allein mit dem Verstand zu erklären. Alexandria wird mit seiner berühmten Bibliothek und seinem Museion zum grössten Wissenszentrum der Antike – ein Ort, an dem Forschung gezielt politisch gefördert wird, weil Wissen als Macht- und Prestigefaktor gilt. Mit dem Zerfall der antiken Welt droht dieses Wissen zu verschwinden. Doch arabische Gelehrte übersetzen, bewahren und erweitern es: in Astronomie, Physik oder Medizin. Von Bagdad über Fès bis Kairo entsteht ein goldenes Zeitalter der Wissenschaft. Über das maurische Andalusien gelangt dieses Wissen schliesslich zurück nach Europa. Muslime, Christen und Juden arbeiten hier gemeinsam an Übersetzungen aus dem Arabischen ins Lateinische. Über Venedig, London und Cambridge verfolgt Harald Lesch den Weg des Wissens weiter bis zu den Anfängen der modernen Naturwissenschaft. Am Ende des Films steht die Erkenntnis: Die besten Ideen gedeihen dort, wo Denken frei bleibt und Wissen geteilt wird.
(1) Russland: Putin will Kinder Russlands Fertilitätsraten waren schon vor der Corona-Pandemie und dem Krieg in der Ukraine niedrig. Nun sind die Geburtenraten auf 1,41 Kinder pro Frau (2023) gesunken. Ein alarmierendes Signal für den Kreml, der auf traditionelle Familienwerte pocht und vor knapp einem Jahr sogar das Werben für ein kinderfreies Leben unter Strafe stellen liess. Bei der siebenköpfigen Familie Zaretskij im Dorf Lichuny kommt ausser der Propaganda wenig an. Zwar erhielten sie vor einigen Jahren ein kostenloses Grundstück vom russischen Staat – doch dieses lag irgendwo im Nirgendwo. Kein Einzelfall. Tausende Grossfamilien werden unter falschen Versprechungen in die trostlose Provinz gelockt, wo es weder Arbeit noch Infrastruktur oder Perspektiven gibt. Für Wladimir Putin ergibt sich daraus ein perfider Vorteil: Je mehr perspektivlose Jugendliche in Russland aufwachsen, desto einfacher können Soldatinnen und Soldaten für den Krieg rekrutiert werden. (2) Syrien: Die gestohlenen Kinder Was wurde aus den Tausenden Kindern, die der Geheimdienst des Assad-Regimes verschwinden liess? Auf den Strassen Syriens hört man Gerüchte, sie seien ins Ausland gebracht, an Bettel- oder Prostitutionsringe verkauft, an die Front geschickt worden ... Was ist wirklich aus ihnen geworden? Nach dem Sturz des Regimes sind einige wieder aufgetaucht, sie erzählen von ihrem Schicksal. Gleichzeitig wissen Tausende von Familien bis heute nichts über den Verbleib ihrer Kinder. Eine Untersuchungskommission soll Aufklärung leisten.
Ab 1979 setzte die kommunistische Volksrepublik China die Ein-Kind-Politik durch: Bis 2015 durften Familien aus demografischen Gründen nur Einzelkinder haben. Nach mehr als 30 Jahren dieser gravierenden Verletzung persönlicher Grundfreiheiten denkt die chinesische Führung langsam um: Erst wurde es Paaren wieder erlaubt, zwei Kinder zu bekommen, und seit 2021 sogar drei. Tatsächlich stieg das Bewusstsein für die nunmehr katastrophale Situation: In der alternden chinesischen Bevölkerung gibt es zu wenig Erwerbstätige und zu viele Rentner, so dass eine Finanzierung nicht mehr gewährleistet ist. China versucht seither, das Blatt zu wenden, und betreibt eine nachwuchsfreundliche Familienpolitik. Dennoch muss es sich einer Realität stellen: Das Reich der Mitte wird alt sein, bevor der materielle Segen kommt! Mit einem Streifzug in alternde Gesellschaften auf fast allen Kontinenten beleuchtet diese Folge von 'Mit offenen Karten' eine demografische Entwicklung, die in den kommenden Jahrzehnten schwer zu Buche schlagen wird und von der bislang nur Afrika verschont ist.
Kasachstan ist ein riesiges, geheimnisvolles Land in Zentralasien, fast acht Mal so gross wie Deutschland. Eine Region der Extreme zwischen uralter Nomadentradition, den Resten der sowjetischen Supermacht und dem Aufbruch in die Moderne. Der bildstarken Dokumentation gelingt ein Blick in das streng abgeriegelte Sternenstädtchen Baikonur. Als geheimes Testgelände 1955 gegründet, war Baikonur der Startplatz für die sowjetische Weltraummission. Noch immer starten hier 20 Raketen pro Jahr ins All. Dorthin zu reisen, das wünscht sich auch die 17-jährige Anna Novikova. Sie geht auf die Internationale Kosmonautenschule. Wer raus zum streng bewachten Raketenstartgelände will, muss in den sogenannten Motovoz-Pendlerzug steigen. Anar Sydykova ist eine von sechs Schaffnerinnen, die fürs Sperrgebiet eine Sondergenehmigung haben. Was aus Kasachstan gar nicht wegzudenken ist, sind die kasachischen Pferde – rund 1,7 Millionen von ihnen leben in den weiten Steppen. Azat Kurmanbajev besitzt 250 dieser Tiere. Er ist Stutenmilchproduzent und liefert damit ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Ausserdem gilt Stutenmilch als natürliches Antibiotikum. Im Osten des Landes bringt der Steppenwind eine riesige Düne zum Singen. Diese Töne will Zhanar Doskalieva einfangen, denn sie ist Geräuschemacherin bei Kasachfilm. Im Westen Kasachstans liegt der Aralsee, Schauplatz einer der weltweit grössten Umweltkatastrophen. Seit etwa 1960 trocknete der See zunehmend aus. Nun aber sorgt der Kokaral-Staudamm dafür, dass der Wasserspiegel wieder steigt. So können die Fischer mit ihren Booten wieder hinausfahren, wie diese Dokumentation in beeindruckenden Bildern zeigt.
Répétition
W
Cast
Zhanar Doskalieva, Shana Dostalyeva, Yuri Gagarin, Azat Kurmanbajev, Sholpan Kurmanbajev, Anna Novikova, Olga Novikova
Der Jemen, am südlichsten Zipfel der Arabischen Halbinsel, gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Es handelt sich um ein Land mit einer reichen Kultur und Historie, doch nach zehn Jahren Bürgerkrieg herrscht bittere Not: zerstörte Städte, fehlende Versorgung, systematische politische Repression. Eine verlorene Generation von Kindern wächst ohne Schulbildung, ohne medizinische Versorgung und ohne Nahrung auf. Hilfslieferungen werden blockiert, geplündert oder auf dem Schwarzmarkt verkauft. Das Elend des Landes geht auf das Konto der radikal-islamischen Huthis. Seit Jahren kämpft die Miliz gegen die international anerkannte Regierung des Jemen. Über 400.000 Menschen starben bereits an den Folgen des Krieges. Mehr als 20 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen – rund die Hälfte der Bevölkerung. Seit Oktober 2023 ist aus dem lokalen Konflikt ein regionaler geworden: Seither greifen die Huthis verstärkt internationale Handelsschiffe im Roten Meer an – offiziell, um die Palästinenser im Gaza-Krieg gegen den Erzfeind Israel zu unterstützen. Trotz jahrelanger Luftschläge und internationaler Interventionen gelang es weder Saudi-Arabien noch der UN-gestützten Regierung, die Huthis zu besiegen. Die Miliz hat sich im Chaos des Bürgerkriegs zur dominierenden Kraft im Land entwickelt. Geschickt nutzt sie Krieg, Religion und Notstand, um ihre Macht weiter auszubauen – und sich als Bollwerk gegen den Westen zu präsentieren. Ohne Waffenstillstand und eine neue politische Strategie droht der Jemen, zwischen Blockade, Gewalt und Einflussnahme noch weiter zerrieben zu werden.
Laut der französischen Entwicklungsagentur könnte das Wirtschaftswachstum Afrikas in den Jahren 2026 und 2027 das von Asien übertreffen. Zwölf Länder dürften Wachstumsraten von über sechs Prozent verzeichnen, darunter mehrere westafrikanische Staaten: Guinea, Benin und die Elfenbeinküste. Fokus auf die Elfenbeinküste, ein Musterbeispiel für das Potenzial Afrikas.
An der libanesischen Küste liegt eine der ältesten Städte der Welt: Byblos. Mit ihren jahrtausendealten Ruinen aus verschiedenen Epochen und Stilen ist sie seit Mitte des 19. Jahrhunderts eine der bedeutendsten Ausgrabungsstätten des Nahen Ostens. Ende der 2010er Jahre machte ein französisch-libanesisches Team eine ebenso aussergewöhnliche wie unerwartete Entdeckung: riesige unterirdische Strukturen, die fast 4.000 Jahre alt sind. Das Archäologen-Team entdeckte eine weitläufige Nekropole mit monumentalen Grabkammern, die teilweise aus mehreren Einzelkammern bestehen. Die Gräber liegen übereinander und bilden eine Anordnung, die in dieser Region noch nie zuvor entdeckt wurde. Noch erstaunlicher ist, dass die Grabkammern intakt und ungeplündert sind. Die Nekropole enthält noch alle Gebeine und Gegenstände, die die Toten auf ihrer Reise ins Jenseits begleiten sollten. Diese Gegenstände verraten, dass die Verstorbenen einst zur Elite von Byblos gehörten. Sie zeugen auch von den Verbindungen der Stadtbewohner zum alten Ägypten. Byblos war über Jahrtausende Hauptlieferant eines Rohstoffes, der für die Entwicklung des ägyptischen Reichs eine zentrale Rolle spielte: Bauholz, vor allem Zedernholz. Es war für die Pharaonen unentbehrlich, um Pyramiden, Schiffe und Paläste zu bauen. Diese Dokumentation begleitet die Ausgrabungen in der Nekropole, die von einem Archäologen-Team des Louvre und der libanesischen Generaldirektion für antike Schätze vorangetrieben werden. Jeder Arbeitsschritt, jede Entdeckung in diesem seit der Bronzezeit verschütteten Labyrinth bringt neue Erkenntnisse über die Blütezeit von Byblos.
Sie flohen kurz vor einem Vulkanausbruch des Popocatépetl. In ihrer neuen Heimat in Zentralmexiko erbrachten Zehntausende Flüchtlinge eine der grössten Bauleistungen der Geschichte: Sie schufen Teotihuacán – ein religiöses Zentrum mit gigantischen Stufenpyramiden und Wohnbezirken für bis zu 200.000 Menschen. Die reiche Vielvölkerstadt wurde zu einer der bedeutendsten Metropolen Mesoamerikas. Und doch ist Teotihuacán ein Ort voller Rätsel: Die Herrscher dieser riesigen Stadt sind unbekannt. Denn anders als die rivalisierenden Maya hinterliessen die Teotihuacanos keine schriftlichen Quellen. Ein spektakulärer Zufallsfund verspricht nun Antworten auf diese Rätsel. Der mexikanische Archäologe Sergio Gómez hat einen geheimnisvollen Tunnel entdeckt, der unter die zentrale Pyramide der Stadt führt. Am Ende des Tunnels könnte ein Kultplatz, womöglich sogar das lang gesuchte Herrschergrab warten. Über 1.800 Jahre war der Tunnel verschlossen gewesen. Mit jedem Meter dringen die Archäologen weiter in die Glaubenswelt der Bewohner Teotihuacáns vor, eine Welt voll bizarr anmutender Opferrituale und märchenhafter Jenseitsvorstellungen. Fundstücke im Tunnel erzählen die Geschichte eines Volkes, das mit dem Bau der Tempelstadt den Göttern ihre Ehrerbietung erweisen wollte: Sie waren dankbar, dass die Götter gnädig gewesen waren und der Vulkanausbruch des Popocatepetl nicht ihr gesamtes Volk ausgelöscht hatte. Die Kameras sind dabei, wenn die Forscher in eine Kammer unter der Pyramide vorstossen. Es warten ungeahnte Entdeckungen, die dazu beitragen, Teile des Rätsels der Pyramidenstadt zu lösen.
Cast
Josef Tratnik, David Carballo, Sergio Gómez Chávez, Rafael Alejandro Pastrana Cruz, Nikolai Grube, Georgina Sanchez Garcia, Gordon Whittaker
Réalisation
Alexander Ziegler, Jens Afflerbach, Saskia Weisheit
'Nurejew' ist eine Hommage an das Leben und die Karriere von Rudolf Nurejew, einem der berühmtesten Balletttänzer des 20. Jahrhunderts. Durch seine künstlerische Kraft und seinen Mut, politischen und sozialen Konventionen zu trotzen, wurde er zu einer Ikone des Balletts und der freien Kunstwelt. Die Handlung entfaltet sich entlang einer Auktion, bei der persönliche Gegenstände Nurejews nach seinem Tod versteigert werden. Damit verbunden sind eindringliche Szenen aus Nurejews Leben: von seiner Karriere in der Sowjetunion über seine spektakuläre Flucht in den Westen bis zu seinem prägenden Einfluss auf die westliche Ballettszene. Das Skandalstück wurde 2017 nach der Generalprobe am Bolschoi Theater abgesetzt, kam später doch noch zur Premiere und wurde ein grosser Publikumserfolg. 2023 wurde es wegen der offenen Darstellung von Nurejews Homosexualität endgültig abgesetzt. Aufzeichnung vom 21. März 2026 in der Deutschen Oper Berlin, Deutschland.
Cast
Odin Lund Biron, David Soares, Iana Salenko, Martin ten Kortenaar, Marina Duarte, Polina Semionova, Anthony Tette
Die Musikgeschichte ist voller Rätsel und Überraschungen. Gibt es so etwas wie Johann Sebastian Bachs Unvollendete? Präziser: eine unvollendete Passion? Seit fast 150 Jahren rätselt die Bachforschung über ein verschollenes Passionsoratorium des Thomaskantors. Zumindest fand sich in der Forschungsbibliothek im Gothaer Schloss ein gedrucktes Libretto, das der Dichter Picander – einer von Bachs Lieblingslibrettisten – 1725 veröffentlicht hat. Sicher ist zumindest, dass Picander Ausschnitte dieses Textbuchs in die spätere Matthäus-Passion übernahm. Im Bach-Werke-Verzeichnis wird die Unbekannte deswegen bislang als Werk ohne geklärte Zuschreibung aufgeführt. Picanders Libretto ist beeinflusst von der berühmten Passionsdichtung 'Der für die Sünde der Welt gemarterte und Sterbende Jesus' des Barthold Heinrich Brockes. Georg Friedrich Händel hat diesen vertont, eine Abschrift fand man in Bachs Bibliothek. Diese scheint ihn zum vorliegenden Passionsoratorium inspiriert zu haben. Da der Bibeltext in einem solchen Werk nicht wörtlich, sondern in eine freie dichterische Form übertragen wird, könnte das Werk das Missfallen des Leipziger Stadtrates erregt haben und so der Textzensur zum Opfer gefallen sein. Der Cembalist und Dirigent Alexander Grychtolik hat sich einer besonderen Herausforderung gestellt: Er hat versucht, das lange vergessenes Passionsoratorium von Johann Sebastian Bach zu rekonstruieren und zu vervollständigen. 2025 wurde das Werk während der Thüringer Bachwochen in der malerischen Stadtkirche Schmalkalden mit dem belgischen Ensemble Il Gardellino aufgeführt und aufgezeichnet. Zwischen den Musikausschnitten erläutern Aleksandra und Alexander Grychtolik die musikgeschichtlichen und theologischen Hintergründe des Werks. Aufzeichnung vom 15. April 2025 in der St.-Georgs-Kirche in Schmalkalden, Deutschland.
In der schillernden Welt von 'Moneyland' verwandelt sich schmutziges Geld auf Knopfdruck in sauberes. Regisseur Marc Wiese taucht tief ein in die Welt der Banken und beleuchtet die Schattenseiten der internationalen Finanzindustrie. Er spricht mit ehemaligen Bankern und Finanzexperten über die Finanzskandale rund um die Deutsche Bank. Zinsmanipulationen, Geldwäsche und risikoreiche Derivate – Wetten auf Kreditausfälle – nennt der Film als Beispiele für ein System, in dem der Profit moralische Fragen in den Hintergrund drängt. So unterhielt die Deutsche Bank jahrelang Geschäftsbeziehungen zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein – selbst nachdem die Bank JPMorgan Chase, bei der Epstein zuvor Kunde war, die Zusammenarbeit beendet hatte. Seit der Finanzkrise von 2008 gelten strengere Regeln für die Branche. Doch reichen diese aus? Wer trägt die Verantwortung, wenn Vorschriften gebrochen oder umgangen werden? Regisseur Wiese will mit seinem Film auf die dunklen Seiten der Finanzwelt aufmerksam machen – und stellt dabei die Frage nach der persönlichen Verantwortung in den Chefetagen der Banken.
Eine Pioniertat prägt jahrzehntelang das Bild von Afrika und den Afrikanern und legt ab 1907 die fotografischen Grundlagen des Rassismus: die Reise des jungen Fotografen Robert Lohmeyer in die deutschen Kolonien Togo, Kamerun, Deutsch-Südwestafrika (Namibia) und Deutsch-Ostafrika (Tansania). Im Gepäck hat er die modernste Fotoausrüstung der damaligen Zeit. Er soll die Kolonien auf dem Höhepunkt des Imperialismus in Farbe fotografieren, um die Begeisterung der Bevölkerung für die fernen Besitzungen anzuregen. Es handelt sich um eine akribisch geplante PR-Aktion des Kaiserreichs. Die Bücher mit den Fotos erreichen riesige Auflagen. Noch heute werden die Bilder weiterverbreitet. Lohmeyers Fotos vermitteln das Bild eines 'friedlichen Wilden' in einer paradiesischen Landschaft und einer kolonialen Idylle, die durch ihre Farbigkeit beim Betrachter ein Gefühl von Authentizität und Wahrhaftigkeit hervorruft, und deren Anspruch dem der heutigen Dokumentarfotografie entspricht. Ein Korrektiv gibt es nicht: Krieg, Krankheit, Hunger und Tod kommen in den Bildern Lohmeyers nicht vor. Auf der Basis unveröffentlichter schriftlicher Quellen und Fotografien folgt die Dokumentation Lohmeyers Reise und erzählt die Geschichte eines Kapitels der Pioniergeschichte der Fotografie und die Geschichte eines Propagandacoups des Imperialismus und Kolonialismus. Es ist auch die Erfindung Afrikas und des Rassismus in Farbe, dessen Auswirkungen bis heute spürbar sind.
Cast
Kokou Azamede, Sebastian Conrad, Birgitt Fleck, Lucia Halder, Wolfram Hartrmann, Werner Hillebrecht, Albert Kahn
Fliehen, überleben, neu anfangen: Der unglaubliche Weg von Karam Hassan Karam Hassan, gebürtig aus dem Sudan, wurde 2014 in seinem Heimatland festgenommen, weil er als politischer Gegner verdächtigt wurde. Unter der Bedingung, sein Umfeld auszuspionieren, kam er frei. Da er sich weigerte, seine Angehörigen zu verraten, sah er sich gezwungen, nach Ägypten zu fliehen. Von dort aus versuchte er, nach Europa zu gelangen. In seinem Buch 'Un rêve plus loin' (Ein Traum weiter, Albin Michel) erzählt er von seinem Weg ins Exil – vom Sudan nach Frankreich -, von seiner Begegnung mit Françoise Lobbedez, einer Ehrenamtlichen bei Secours Catholique, von seinem Aufenthalt in einer Unterkunft sowie von seinem Praktikum bei L'Oréal. 2022 wurde er eingebürgert. Heute ist er Führungskraft und Projektleiter bei L'Oréal sowie Vorsitzender des Vereins 'La voix des réfugiés', den er selbst gegründet hat. Im Umgang mit den Mullahs: Wie weit wird Donald Trump die Eskalation treiben? Angesichts der Blockade der Strasse von Hormus und des rasanten Anstiegs der Ölpreise verschärft Donald Trump seine Drohungen gegen den Iran. 'Das ganze Land könnte in einer einzigen Nacht zerstört werden', erklärte er am 6. April und fügte hinzu, er könne 'alle Kraftwerke des Landes' lahmlegen. Das Ultimatum lief am 7. April um 20.00 Uhr Ortszeit in Washington ab. Diese Eskalation sorgte international für Besorgnis. Antonio Costa, der Präsident des Europäischen Rates, bezeichnete die Äusserungen als 'illegal und inakzeptabel'. Das iranische Parlament prangerte mögliche 'Kriegsverbrechen' an. In den USA stellen demokratische und republikanische Stimmen Trumps geistige Gesundheit infrage und erwägen, den 25. Verfassungszusatz anzuwenden, um ihn für amtsunfähig zu erklären. Ausserdem: Ein Gesetzentwurf könnte dem Elsass zehn Jahre nach der Gebietsreform den Austritt aus der Region 'Grand Est' ermöglichen. Anlass für Xavier Mauduit, auf die Annexion durch das Deutsche Reich 1871 zurückzukommen. Marie Bonnisseau erzählt die Geschichte von Florent Montaclair, der einen internationalen Preis erfunden hat: die 'Goldmedaille für Philologie'.
Der Insektenmarkt von Skun ist in ganz Kambodscha bekannt. Bis vor wenigen Jahren machte kaum jemand Halt in dem bescheidenen Städtchen, durch das eine Schnellstrasse führt. Doch dann kam eine neue lokale Spezialität auf den Markt: Vogelspinnen. Aus einem kleinen Rastplatz an der Nationalstrasse 6 wurde innerhalb weniger Jahre ein richtiger Markt. Meng Ran ist die einzige Händlerin, die die Spinnen direkt vor Ort zubereitet: In ihren grossen Pfannen frittiert sie Vogelspinnen und Insekten wie Grillen, Heuschrecken oder Riesenwasserwanzen. Die Vogelspinne ist der beliebteste Snack der kambodschanischen Kunden. Sie wird nicht nur wegen ihres Geschmacks, sondern auch wegen ihrer medizinischen Wirkung geschätzt. Die Köchin Rotanak Ros hat sich auf Khmer-Rezepte spezialisiert und stellt diese Gerichte als Teil der kambodschanischen Esskultur vor. Yeun Phea verkauft ihre Vogelspinnen am liebsten direkt an den Fenstern der Autos. Angesichts der zunehmenden Konkurrenz haben ihr Mann und sie einen Laden eröffnet und nutzen eine App, um ihre Spezialitäten auch landesweit verkaufen zu können. In der Nachbarprovinz streift Nea Nim durch die Wälder. Er jagt Vogelspinnen, mit denen er den Markt beliefert. Doch seit einigen Jahren werden sie durch Abholzung und intensive Jagd immer seltener. Das treibt zwar den Preis in die Höhe, aber das Geschäft geht ungehindert weiter – zumindest vorerst.
Seit mehr als 400 Millionen Jahren schwimmen Haie schon durch unsere Ozeane. Ihr Körper ist perfekt stromlinienförmig, ihre Zähne wachsen nach, sie sind eine Erfolgsgeschichte der Evolution. Aber in den letzten 50 Jahren hat sich die Population der Haie dramatisch verkleinert. Studien gehen davon aus, dass die Zahl aller Hochseehaie und Rochen seitdem um gut 70 Prozent gesunken ist. Twan Stoffers, Fischökologe von der Uni Wageningen, hat an einer globalen Zählung von Riffhaien in der Karibik mitgewirkt und sagt: 'An 20 Prozent der Riffe haben wir gar keine Haie mehr gesehen.' Der Hauptgrund dafür: der Fischfang. In den letzten 70 Jahren hat sich die Menge weltweit gefangener Fische mehr als vervierfacht – von 20 auf über 90 Millionen Tonnen pro Jahr. Haie werden einerseits gezielt gefangen, andererseits werden sie gerade in der Langleinenfischerei als Beifang aus dem Wasser geholt. Allein Spanien fängt jedes Jahr 78.000 Tonnen Hai. Haifleisch wird auf der ganzen Welt gegessen. Dazu kommen die Auswirkungen der globalen Klimakrise und Umweltzerstörung. Matthias Glaubrecht, Evolutionsbiologe von der Uni Hamburg, meint, was den Haien zustösst, ist ein sichtbares Zeichen für eine weltweite Katastrophe: Wir stehen am Beginn des sechsten grossen Massenaussterbens der Arten. Die Weltnaturschutzunion (IUCN) geht davon aus, dass während so eines Ereignisses die Tierarten hundert- bis tausendfach schneller aussterben, als sie es durch natürliche Prozesse tun würden. Ist der Hai dem Untergang geweiht oder können wir ihn noch retten?
Das weltweite Artensterben gilt als eine der grössten Herausforderungen unserer Zeit. Geht es um den Schutz von Tieren und Pflanzen, kann jede und jeder einen Teil beitragen – das hilft nicht nur der Artenvielfalt, sondern auch den Menschen. Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt Crystal River in Florida, USA, haben für die Rettung des verdreckten Meeresgebiets, das ihre Stadt umgibt, gekämpft. Sie liessen Algen absaugen und pflanzten Seegras per Hand – mit Erfolg! Inzwischen gibt es in Crystal River wieder kristallklares Wasser und Seegras. Und sogar die Seekühe, die Manatis, sind zurückgekehrt. In Bayern zeichnet die Plakette 'Vogelfreundlicher Garten' naturnahe private Gärten aus. Das Ziel der Initiatoren: Sie wollen möglichst viele Gartenbesitzer für das Thema Artenvielfalt sensibilisieren. Denn jeder kann durch die Umgestaltung des eigenen Gartens etwas beitragen. Bisher wurden bereits über 5.000 Plaketten vergeben. Selbst im heimischen Gemüsegarten muss man kein Gift verwenden. Wenn Insekten willkommen sind, dann sorgen sie gegenseitig dafür, dass keine Art überhandnimmt – und die Menschen können trotzdem Gemüse ernten. In der Normandie kauft ein Unternehmer ein Stück Land mit Weiden und Forst und überlässt es möglichst der Natur. Das Ergebnis: Schon bald kehren sogar seltene Arten zurück. Und in Ecuador verliebte sich einst ein Pater aus Italien in die Nebelwälder Ecuadors. Mit Hilfe von Spendengeldern kaufte er immer mehr Land auf, um diesen besonderen Lebensraum zu erhalten. Über die Jahre hat er ein über 1.000 Hektar grosses Schutzgebiet für die Nebelwälder und seine Bewohner geschaffen. Alle diese Geschichten zeigen: Auch das Engagement Einzelner lohnt sich.
In Neuseeland gibt es alte Wälder, natürliche Überreste der riesigen Waldfläche, die einst den Archipel überzog. In diesen Fragmenten des Primärwaldes faszinieren die alten Bäume, von denen einige so alt sind wie die Kathedralen in Europa: Totara, Matai, Rimu, Kauri oder Rata – sie alle waren Zeitzeugen vieler Veränderungen. 90 Prozent der Baumarten gibt es nur hier und nirgendwo sonst auf der Erde. Mit der menschlichen Besiedelung vor gerade einmal 700 Jahren wurden Fläche und Stabilität der Wälder drastisch reduziert. Nur wenige, heute geschützte Wälder sind übrig geblieben – Bollwerke gegen Abholzung und Artensterben. Die Baumriesen wachen aus 50 Metern Höhe über ein einzigartiges Ökosystem. Auf ihren Ästen wurzeln Epiphyten, und in ihren hohlen Stämmen erholen sich Kolonien von Langnasenfledermäusen. Aber können die Urbäume auch diesmal den von Menschen verursachten Bedrohungen entkommen? Invasive Arten, Waldfragmentierung und Parasitosen – von Klimaerwärmung ganz zu schweigen – lassen das Zukunftsbild düster erscheinen. Aus Liebe zu 'ihren' Bäumen kämpfen Wissenschaftler, Waldhüter und lokale Gebietskörperschaften um deren Erhalt und erklären ihre Pläne, um die Urwälder zu schützen und mit neuem Leben zu erfüllen.
Die Sonne ist unsere Quelle von Licht und Leben – sie sendet uns Energie und Wärme. Wissenschaftlern aber bereitet sie auch grosse Sorgen. In unregelmässigen Abständen schiesst sie riesige Plasmastürme von sich, gigantische Partikelmassen, die ohne Vorwarnung durch den Weltraum rasen. Der letzte grosse Sonnensturm ereignete sich 2017, die Erde wurde knapp verfehlt. Ganz anders 2003, als im schwedischen Malmö durch Überspannungen in Transformatoren die Lichter ausgingen und zum Beispiel Japan den Kontakt zu zwei Satelliten verlor. 1989 sorgten Sonnenstürme für einen sechsstündigen Blackout in Kanada samt Ausfall der Fernwärmeversorgung mitten im Winter. Sonnenstürme sind bislang nicht längerfristig vorhersagbar. Die US-Weltraumbehörde Nasa hat deshalb eine Raumsonde gebaut, die so nahe an die Sonne heranfliegt wie nie zuvor. Sie soll die äussere Atmosphäre, die Korona, erforschen und sieben Jahre lang wissenschaftliche Daten sammeln. Experten aus verschiedenen Ländern sind an der Mission 'Parker Solar Probe' beteiligt, wie der deutsche Astrophysiker Volker Bothmer. Parallel hat auch die Europäische Weltraumorganisation Esa eine Sonde zur Sonne geschickt, die 'Solar Orbiter'. Das zeigt, wie ernst den Wissenschaftlern das gemeinsame Ziel ist: die Sonne und die Entstehung ihrer Stürme besser zu verstehen. Schon die ersten Messungen und Aufnahmen machen deutlich: Das Bild, das die Forscher bislang von den Vorgängen auf der Sonne hatten, ist anscheinend viel zu schlicht – die Wissenschaftsdokumentation bei ARTE über ein rätselhaftes Phänomen.
Jahrzehntelang gab es für die Weltbevölkerung nur eine Tendenz: Sie wurde immer grösser. Doch wenn man sich jüngere Studien zur Spermienkonzentration anschaut, gibt es durchaus Grund zur Sorge: Besonders in den westlichen Industrienationen wurde ein deutlicher Abwärtstrend der Spermakonzentration nachgewiesen. Einer viel beachteten internationalen Überblicksstudie nach tummelten sich hier zuletzt nur noch halb so viele Spermien wie in den 1970er Jahren. Die Ursachen dafür zu ergründen, stellt die Forschung weltweit jedoch vor grosse Herausforderungen: Ist es unser ungesunder Lebensstil? Stress kann sich ebenfalls negativ auf die Spermienproduktion auswirken. In den USA hat die Umwelt- und Reproduktionswissenschaftlerin Shanna Swan zudem zahlreiche Hinweise dafür gesammelt, dass Umweltgifte und hormonaktive Weichmacher der Spermienproduktion schaden und dass Männer, deren Mütter in der Schwangerschaft hohen Konzentrationen von Phthalaten ausgesetzt waren, später weniger fruchtbar sind. Doch diese Stoffe zu meiden ist fast unmöglich, sie umgeben uns den ganzen Tag. Müssen wir uns also darauf einstellen, dass in Zukunft immer mehr Männer unfruchtbar sind? Dass eine solche Diagnose am Selbstbild vieler Männer nicht spurlos vorbeigeht, bestätigen Psychologen heute: Der Mann als Erzeuger ist im allgemeinen Bild von Männlichkeit fest verankert. Und wenn das Selbstbild ins Wanken gerät, bedeutet das Stress und Stress kann den Spermien Schaden. Ein Teufelskreis? Oder könnte die Spermienkrise eine Chance sein, unseren Lebensstil und unsere Männlichkeitsbilder einmal mehr zu überdenken?
Eine Krebserkrankung ist immer ein Schock. Die Betroffenen müssen nicht nur mit den Strapazen der Behandlung fertig werden, sondern auch mit den psychischen Belastungen, die eine potenziell lebensbedrohliche Krankheit mit sich bringt. Für die daraus entstehenden Bedürfnisse bieten Krankenhäuser keinen Raum. Im Gegenteil. Oft sind sie anonyme, maschinenbasierte Medizinfabriken, getrimmt auf reibungslose Abläufe und Effizienz. Strenge Regularien und straffe Budgets zwingen sie dazu. Eine freundliche, schützende Umgebung kann dagegen helfen, Stress und Ängste abzubauen, das Wohlbefinden der Patientinnen und Patienten zu fördern. Dass das den Heilungsprozess massgeblich unterstützen kann, ist inzwischen wissenschaftlich erwiesen. Und deshalb gibt es die Maggie's Centres. Sie sind so gestaltet sind, dass sich jeder Besucher willkommen und geschützt fühlen kann. Jenseits der strikten klinischen Hygieneauflagen bieten sie eine Umgebung, die an zu Hause erinnert. Wie machen sie das? Obwohl baulich kein Zentrum dem anderen gleicht, folgen sie alle dem umfassenden Maggie's-Kriterienkatalog mit seinem strikten Raumprogramm, das sowohl grosse, offene Begegnungszonen als auch kleine, intime, eher geschlossene Räume für vertrauliche Gespräche vorsieht. Jedes Centre hat helle, lichtdurchflutete Räume mit grossen Fenstern und Ausblicken in die Natur, hochwertige Designermöbel und eine Küche, wo man sich bei einer Tasse Tee mit anderen Betroffenen austauschen kann. Folge 2 stellt die Zentren in Dundee (Frank Gehry), Aberdeen (Snöhetta), Glasgow (OMA) und Leeds (Heatherwick Studio) vor.
Bjarke Ingels ist Gründer des renommierten Architekturbüros BIG. Der Name ist Programm. Der Visionär ist bekannt für ikonische Bauten und hat gerade den Wettbewerb für die neue Oper in Hamburg gewonnen. Ingels plant gross: ganze Städte der Zukunft wie in Bhutan und sogar Häuser für den Mond! Dort könnten bald 3-D-gedruckte Behausungen aus Mondstaub entstehen. Ein riesiges Rhinozeros füllt einen Kirchenraum in Magdeburg. Ein kolossales Kunstwerk des Israelis Itamar Gov. Auch der Niederländer Florentijn Hofman kreiert gigantische Tierskulpturen. Er schickt überdimensionale aufblasbare Badeenten um die Welt. Auf den ersten Blick verspielt, aber immer mit Message. In der Altstadt von Bari wächst eine monumentale Basilika in den Himmel – nicht aus Stein oder Beton, sondern aus filigranem Drahtgewebe. Der italienische Bildhauer und Bühnenbildner Edoardo Tresoldi lässt über den Ruinen verloren gegangene Architektur wiederauferstehen – als massstabsgetreue Drahtinstallationen. Rund eine Million getrockneter Blumen – daraus erschafft die Britin Rebecca Louise Law ein raumgreifendes florales Werk im norddeutschen Schloss Gottorf. Gross ist auch die Zahl der Helfenden, die die Künstlerin vor Ort eingebunden hat, in eigens gegründeten Blomentüddel-Clubs.
Weisse Sandstrände, wilde Stürme, das weite Wattenmeer – die deutsche Nordsee und ihre Küste sind aufregend und beruhigend zugleich wie kaum eine andere Region Deutschlands. Die deutsche Nordseeküste am Unesco Weltnaturerbe Wattenmeer mit ihren Inseln und Halligen gilt als Sehnsuchtsort. Hier leben die Menschen von und mit dem Meer, ihrer Nordsee – wo die Krabbenkutter dazugehören wie der salzige Wind. Einer von ihnen ist Stephan Hellberg. Er fischt seit rund 33 Jahren Krabben. Früher sind sie im kleinen Kutterhafen Dornum in Kolonnen rausgefahren, heute stechen nur noch zwei Schiffe in See. Jeden Tag das gleiche Spiel. Bei Wind und Wetter, immer noch mit der gleichen Leidenschaft, fängt er das 'rote Gold' der Nordsee. Die Küste hier ist auch Heimat der Kegelrobben und Seehunde. Zwischen Anfang Juni und Mitte Juli kommen die Seehundbabys auf einer Sandbank zur Welt. Leider kommt der Mensch ihnen immer wieder zu nahe. Aus Stress verstossen die Mütter dann ihre Jungen. Mit viel Glück bringt dann jemand 'die kleinen Heuler' in die Seehundstation nach Norddeich, wo Ramona Fetting sie wieder aufpäppelt. Auf der Halbinsel Eiderstedt, in St. Peter-Ording, liegt einer der längsten Strände Deutschlands – ein Paradies für Kinder, Surfer und Sonnenanbeter. Die Reise endet auf Sylt, der grössten deutschen Nordseeinsel, bei Christoffer Bohlig, der auf der einzigen Austernfarm des Landes arbeitet. Die Zuchtfläche zwischen List und Kampen ist etwa 30 Hektar gross. Hier nimmt sich eine spezielle Sorte vier Jahre Zeit, um zum Edelhappen zu gedeihen: die Sylter Royal.
An Dänemarks Nordseeküste gibt es spektakuläre Dünenlandschaften, verwunschene Küstenwälder und endlose Sandstrände. Selbst in den kurzen Sommermonaten weht hier ein frischer Wind. Die Küste ist wegen ihrer Wellen bei Surfern aus ganz Europa beliebt. An Dänemarks Nordspitze, bei Skagen, treffen zwei Meere aufeinander: die Nordsee und das Kattegat. Über Jahrhunderte verhinderten der lockere Sand und die Dünen, dass richtige Häfen gebaut werden konnten. Fischer nutzen bis heute den Strand als Liegeplatz. Sten Christensen hat hierbei den wohl wichtigsten Job. Als 'Windenmann' bedient er die Seilwinde, mit der die Boote vom Strand aufs Wasser und vom Wasser auf den Strand gezogen werden. Bei Skagen ziehen seit rund zehn Jahren wieder grosse Thunfischschwärme vorbei. Seit 2017 organisiert Meeresbiologe Kim Aarestrup einmal im Jahr das grosse 'Thunfisch-Rennen'. Rund 70 Hobbyangler stechen in See, um im Auftrag der Wissenschaft Thunfische zu fangen. Die Tiere bekommen Sender, die den Wissenschaftlern ein Jahr lang wichtige Daten schicken. Nur etwa sechzig Kilometer Luftlinie entfernt liegt Schweden. Hier ist das Meer überall, wenn der Skagerrak sich in etwa 3.000 Schären auflöst. Diese kleinen Inseln entstanden als Folge der Eiszeit, als die Eismassen sich zurückzogen und die darunter liegenden Gesteinsmassen durch den Druck erodierten. Im malerischen Fjällbacka beginnt Ende September die Hummersaison. Fischer Ingemar Granqvist darf zur legendären Hummerpremiere 40 Fangkörbe im Wasser auslegen – das Fest zur Eröffnung der Saison ist in dem kleinen Ort fast so wichtig wie Weihnachten.
In den Schären von Kristiansand entlang der Nordseeküste im Süden des Landes gibt es unzählige idyllische Fischerdörfer, einsame Buchten und ertragreiche Angelplätze. Norwegen ist Europas grösster Exporteur für Fisch und die Gegend rund um Kristiansand gilt als eine der fischreichsten Norwegens. Meeresbiologen fangen hier Kabeljau im flachen Wasser der Schären, um zu untersuchen, wie sich die Population der Fische durch Umwelteinflüsse verändert. Nicht weit von der Küste entfernt, in den von Seen durchzogenen Wäldern, lebt das Nationaltier Norwegens – der Elch. Rund 300.000 gibt es, doch die scheuen Einzelgänger sind schwer zu finden. Eine von ihnen ist Elchkuh Anna. Sie lebt in den Wäldern von Kristoffer Kallhoud – er hat über mehrere Monate hinweg das Vertrauen des vorsichtigen Tieres und seines Babys gewinnen können. Im seichten Gewässer vor der trubeligen Hafenstadt Bergen sind zwischen den kleinen Inseln Algenfischer unterwegs. 450 verschiedene Sorten gibt es in Norwegens Nordsee. Alle sind essbar, aber nicht alle schmecken – wie Algenfischer Runar Trellevik festgestellt hat. Die Leckeren liefert er an Gourmet-Restaurants. Zusätzlich produziert er Gewürze, Hautcremes und Schokolade aus den Meerespflanzen. Die Reise entlang Norwegens Nordseeküste endet in Ålesund. Mit ihren Jugendstil-Häusern gilt sie als eine der schönsten Städte Norwegens. Jedes Jahr baut die Jugend der Stadt in wochenlanger Schwerstarbeit einen riesigen Holzturm und in der Mittsommernacht, wenn die Sonne nicht untergeht, brennt er bei einem Volksfest über Stunden nieder.
Die Titanic befindet sich auf ihrer Jungfernfahrt nach New York. Viele Reisende wandern in der Hoffnung auf ein besseres Leben nach Amerika aus, andere sind geschäftlich unterwegs oder geniessen schlicht die Überfahrt auf dem Luxusdampfer. Sie alle sind überzeugt, auf dem sichersten Schiff aller Zeiten zu reisen. Gegen 23 Uhr haben sich die meisten Passagiere in ihre Kabinen zurückgezogen. Nur die Crew arbeitet durch, damit die Titanic ihren Zeitplan einhalten kann. Um 23.07 Uhr empfängt die Funkstation eine Eisberg-Warnung – doch die Nachricht wird nicht als dringend eingestuft ... 22 Minuten später meldet Frederick Fleet aus dem Ausguck: 'Eisberg direkt voraus!' Das Ruder wird sofort herumgerissen. Es scheint, als sei die Titanic der Gefahr knapp entronnen, doch in einem der Kesselräume bemerkt der Heizer Frederick Barrett, dass Wasser durch ein Loch im Rumpf strömt. Er und seine Kollegen können entkommen, bevor sich die Schotten hinter ihnen schliessen. Noch wiegen sich Besatzung und Passagiere in Sicherheit, denn das grösste Passagierschiff der Welt gilt als unsinkbar. Doch dann werden innerhalb einer halben Stunde vier der insgesamt 16 angeblich wasserdichten Abteilungen des Schiffs geflutet. Noch eine fünfte, und die Titanic ist verloren ... Ausgerechnet Thomas Andrews, der Chefkonstrukteur des Unglücksdampfers, entdeckt zu seinem unbeschreiblichen Entsetzen, dass die Katastrophe eingetreten ist. Nur knapp zwei Stunden später versinkt die Titanic in den eisigen Fluten des Atlantiks.
Numéro de l'épisode
1
Répétition
W
Cast
Vicky Allen, Steffan Boje, Forrest Bothwell, Patrick Buchanan, Matthew Cassidy, Ian Davidson, Sara Diab
Der Kapitän der Titanic befiehlt den Funkern, einen Notruf abzusetzen. In den Kesselräumen wird unterdessen verzweifelt versucht, das eindringende Wasser abzupumpen, um Zeit zu gewinnen. Da die Rettungsboote nur für die Hälfte der Menschen an Bord ausreichen, bleibt die Hoffnung, dass ein anderes Schiff zur Hilfe kommt. Die Passagiere der Ersten Klasse erhalten Schwimmwesten und werden aufgefordert, an Deck zu gehen. Noch wissen sie nicht, dass das Schiff dem Untergang geweiht ist. Auf dem nächstgelegenen Schiff, der 'SS Californian', ist der Funker nicht mehr im Dienst. Ein anderes Schiff, der Dampfer 'RMS Carpathia', nimmt jedoch Kurs auf die Titanic. Eine Passagierin der Ersten Klasse, Lucy Duff-Gordon, erinnert sich, dass man sie aufforderte, ohne ihren Ehemann in ein Rettungsboot zu steigen. Der verantwortliche Offizier auf der Backbordseite, Charles Lightoller, hält strikt an der Regel fest, nur Frauen und Kinder in die Boote zu lassen. Viele Familien entscheiden sich, zusammen an Deck zu bleiben, und einige Rettungsboote werden halb leer zu Wasser gelassen. Als klar wird, dass die 'Carpathia' das sinkende Schiff nicht rechtzeitig erreichen kann, werden vermehrt Morselampen und Notraketen eingesetzt, um die 'SS Californian' auf die Katastrophe aufmerksam zu machen – doch deren Funker schläft weiterhin. Nun erkennen auch die Passagiere der Zweiten und Dritten Klasse die Ausweglosigkeit ihrer Lage und drängen an Deck. Die 'SS Californian' antwortet immer noch nicht. Alle, die nicht rasch einen Platz in einem Rettungsboot finden, drohen mit der Titanic unterzugehen.
Numéro de l'épisode
2
Répétition
W
Cast
Hannah Wengård, Gerry O'Brien, Sara Diab, Adam Rhys-Charles, Lisa Dwyer Hogg, Charlotte McCurry, Andy Doherty
Um 1.12 Uhr nachts befinden sich noch mehr als 2.000 Menschen an Bord der Titanic. Da die Rettungsboote nicht für alle ausreichen und keine Hilfe in Sicht ist, eskaliert die Situation. Um die Ordnung in dieser ausweglosen Lage notdürftig aufrechtzuerhalten, werden Schusswaffen an ranghohe Offiziere verteilt. Besonders hart trifft es die 709 Passagiere der Dritten Klasse: Ohne Lautsprecherdurchsagen oder Stewards, die ihnen den Weg weisen, sind sie auf sich allein gestellt. Ein Gewirr aus Gängen und Treppen erschwert ihnen den Zugang zum Deck. Selbst diejenigen, die es schliesslich dorthin schaffen, stossen auf ein verriegeltes Gitter, das ihnen den Weg zu den letzten Rettungsbooten versperrt. Die wenigen Boote, die noch verfügbar sind, füllen sich rasch. Auf der Backbordseite hält Offizier Lightoller strikt an der Anweisung fest, nur Frauen und Kinder einsteigen zu lassen. Eine Passagierin der Zweiten Klasse, Charlotte Collyer, steht vor einer schmerzhaften Entscheidung: Soll sie mit ihrer kleinen Tochter in ein Rettungsboot steigen oder bei ihrem Mann an Bord des sinkenden Schiffes bleiben? Bruce Ismay, Direktor der 'White Star Line', der bis dahin bei der Evakuierung geholfen hat, sichert sich in letzter Minute einen Platz in einem der letzten Boote. Als es den verzweifelten Passagieren der Dritten Klasse schliesslich gelingt, das Gitter aufzubrechen, kommt es zu einem chaotischen Ansturm auf die Rettungsboote. Eugene Daly berichtet, wie er aus einem Boot gerissen wird, in das er gesprungen war. Kurz darauf muss er mitansehen, wie zwei Männer erschossen werden, als sie versuchen, sich ebenfalls in ein Boot zu retten. Ein überforderter Offizier nimmt sich inmitten des Chaos das Leben. Weil noch immer über 1.500 Menschen an Bord sind, befiehlt der Kapitän den sich bereits entfernenden, nur halb besetzten Rettungsbooten, zurückzukehren. Doch die Insassen fürchten, von den verzweifelten Schiffbrüchigen in die Tiefe gerissen zu werden. Sie ignorieren den Befehl und rudern weiter – weg von der sinkenden Titanic.
Numéro de l'épisode
3
Répétition
W
Cast
Hannah Wengård, Patrick Buchanan, Gerry O'Brien, Sara Diab, Adam Rhys-Charles, Lisa Dwyer Hogg, Killian Filan
Als das letzte Rettungsboot die Titanic verlässt, wird den Zurückgebliebenen klar: Es gibt keine Rettung mehr. Die Reaktionen fallen unterschiedlich aus. Kapitän Smith wirkt wie erstarrt, während Thomas Andrews, der Konstrukteur des Schiffs, bis zuletzt versucht, Passagiere in Sicherheit zu bringen. Einige Crewmitglieder nehmen einen letzten Drink. Die Funker Harold Bride und Jack Phillips halten bis zum Schluss ihre Position. Erst als der Kapitän den Befehl zum Verlassen des Schiffs gibt, gehen sie an Deck. Dort versuchen sie, eines der faltbaren Rettungsbotte zu Wasser zu lassen. Doch eine Welle reisst die beiden weg, genau wie andere Hunderte Menschen. Das Heck der Titanic richtet sich immer steiler auf, während sich verzweifelte Passagiere daran klammern. First Class-Passagier Jack Thayer und Offizier Lightoller springen ins eiskalte Wasser. Dann bricht das Schiff entzwei, und um 2.20 Uhr ist die Titanic versunken. Für einen Moment herrscht Stille, dann ertönen verzweifelte Schreie. Thayer, Lightoller und Bride retten sich auf das kieloben treibende Faltboot B. In den Rettungsbooten hören die Insassen die Hilferufe, doch nur zwei Boote kehren um. Die meisten Überlebenden bleiben im eisigen Wasser zurück. Als die 'Carpathia' eintrifft, sind 1.496 Menschen ertrunken – eine Tragödie, die Geschichte schreibt.
Numéro de l'épisode
4
Répétition
W
Cast
Hannah Wengård, Patrick Buchanan, Gerry O'Brien, Sara Diab, Adam Rhys-Charles, Lisa Dwyer Hogg, Charlotte McCurry