Emilie Schindler – Die Frau im Schatten Emilie Schindler – Die vergessene Heldin
Catégorie
Menschen
Informations sur la production
Dokumentation
Pays de production
D
Année de production
2024
Description
Emilie Pelzl wurde 1907 im Sudetenland geboren. Von klein auf arbeitet sie auf dem elterlichen Bauernhof und pflegt Angehörige. Mit 20 verliebt sie sich in den charmanten Oskar Schindler. Obwohl dieser als Herzensbrecher gilt, heiratet sie ihn. Oskar hat Affären und verjubelt die Mitgift, aber Emilie bleibt. Gemeinsam werden sie durch die Nazis mit ihrer Fabrik erst reich und retten dann viele Juden vor dem sicheren Tod. Die Regisseurin Annette Baumeister rekonstruiert einfühlsam das Leben von Emilie Schindler. Nachgesprochene Zitate vermitteln das Bild einer Frau, die sich aus der Rolle der passiven Ehefrau löst und aktiv Menschen hilft. Für 'ihre Juden' besorgt sie Lebensmittel und Medikamente und schützt Verfolgte sogar unter den Augen der SS. In der Dokumentation beschreiben Historikerinnen und Historiker sowie Emilie Schindlers argentinischer Pfleger Leandro Coseforti und ihre Nichte Traude Ferrari eine vergessene Heldin.
Répétition
W
Cast
Christian Baumann, Mordecai Paldiel, David M. Crowe, Gertrud Ferrari, Thomas Morse, Leandro Cosiforti, Kirsten Heinsohn
Themen: Zoom – Loyness / Begegnung – Prof. Dr. Maren Lickhardt / 'Loyness' von Dorian Jespers / 'The reign of Antoine' von José Luis Jiménez Gómez / Barock, opulent-politisch!
(1): Loynes Kurzfilm von Dorian Jespers, Belgien 2025, 25 Min. Ein kafkaeskes Gerichtsdrama, das im Liverpool des 19. Jahrhunderts spielt und vom Prozess gegen eine Leiche ohne Namen und Vergangenheit erzählt. Dutzende Menschen haben sich zu dieser absurden Zeremonie versammelt ... 'Loynes' feierte Premiere in der Quinzaine in Cannes 2025. (2): Zoom – Loynes Dorian Jespers im Interview zu seinem Film 'Loynes': über den Sklavenhandel, postkoloniales Denken und die Kraft der Bilder. Welche Rolle spielen die Zeit, das Theater, Kafka und die Möglichkeit, heute mit digitalen Mitteln Bilder kreieren zu können? 'Loynes' tourt seit der Premiere in der Quinzaine in Cannes 2025 weltweit auf Festivals. (3): The Reign of Antoine Kurzfilm von José Luis Jiménez Gómez, Kuba 2023, 18 Min. In einer kubanischen Stadt sucht der junge Vismán Zuflucht in historischer Fantasy, um es mit der Realität seiner familiären Bindungen und seines sozialen Umfelds aufzunehmen. Er ist mit der Pflege seines Vaters auf sich allein gestellt und versucht, das Heldenepos 'Die Herrschaft von Antoine' zu leben, während er mit den Widrigkeiten des Alltags kämpft und nach einem Ausweg aus einer zerfallenden Welt sucht. (4): Begegnung – Maren Lickhardt Professorin Maren Lickhardt forscht zu Pop- und Populärkultur, seriellem und intermedialem Erzählen und Serien. Sie kontextualisiert für 'Kurzschluss' die Filme 'Loynes' und 'The Reign of Antoine' in Bezug auf ihre historischen Wurzeln, ihre Kritik an zeitgenössischen politischen Entwicklungen und die Entscheidung beider Regisseure, wider den Zeitgeist in ihren filmischen Erzählungen der Langsamkeit eine Hauptrolle zuzuschreiben.
In 'Alazar' stellt Regisseur Beza Hailu Lemma in einer Umgebung, in der die Lebensbedingungen immer schwieriger werden, die greifbaren Folgen des Klimawandels dar. Als ein unwahrscheinliches Ereignis eintritt, kippt das fragile System und Glaube gewinnt die Oberhand über Rationalität.
In dieser Folge der Dokumentationsreihe begibt sich der französische Cartoonist Jul in die Territorien der Ureinwohner, wo ein negatives Bild der Cowboy-Vorstellungswelt die üblichen Gewissheiten und Klischees plötzlich unklar und beunruhigend erscheinen lässt. Auf der Strasse, die durch die Prärie in die Weiten des Wilden Westens führt, begegnet Jul einem Nachfahren der Postkutscher von Wells Fargo: einem Trucker, dessen Beruf sinnbildlich für die Beharrlichkeit und Ausdauer steht, die die Eroberung des Westens erst möglich gemacht haben. Und in Reed Point, einem abgelegenen, gott- und menschenverlassenen Kaff, fühlt er sich wie in einem 'Lucky Luke'-Album: Die Bewohner des Ortes sind ein Abbild der altersweisen Männer aus Nothing Gulch. Folgt man den Spuren des Goldrauschs, der den Anstoss zur Besiedlung dieser Gebiete gab, stösst man immer wieder auf die gespenstischen Ruinen der Goldgräberstädte. Sie wurden auf Land errichtet, das den Ureinwohnern weggenommen wurde. Bei einem Besuch der Lakota-Sioux in den Badlands stellt Jul dem Indigenen-Klischee der Comics die ebenso glorreiche wie tragische Geschichte eines Volkes von Überlebenden gegenüber. Auf einem heiligen Berg und auf dem Friedhof von Wounded Knee, einer schäbigen, aber von den Geistern der massakrierten Stämme durchdrungenen Gedenkstätte, entdeckt der Zeichner eine bewegende Welt, die dem Vergessen anheimgegeben wurde. Ob Sioux, Navajos oder Apachen – mit den Indigenen im Comic haben diese Menschen nicht viel gemein. Am Ende steigt Jul in einen alten Zug, der noch fährt und dessen Lokführer seine schelmischen Fragen sehr ernsthaft beantwortet. Im Rhythmus der ratternden Räder setzt Jul seine Reise fort – verträumt und nach all den unglaublichen Begegnungen auch ein wenig nachdenklich.
Im Januar 2026 lief im russischen Kino der Film 'Tscheburaschka 2' an – und erzielte den grössten jemals in Russland eingefahrenen Box-Office-Erfolg. Generationen von Russen wuchsen mit der gleichnamigen, 1966 erschaffenen Film- und Romanfigur auf. Aber Tscheburaschkas Verwendung als Glücksbringer von Soldaten in der Ukraine verwandelte die Kindheitsikone in einen politischen Zankapfel. Die Journalistin Anna Narinskaya analysiert die Begeisterung für den Film, während die Kultursoziologin Dr. Cécile Noesser die politische Dimension des Animationsfilms kommentiert.
Gäste: Sarah Mohamed-Gaillard (historienne), Pierre Lapointe (auteur, compositeur, interprète canadien), Ana Carla Maza (violoncelliste, chanteuse et compositrice franco-cubaine)
'28 Minuten' ist das Kulturmagazin bei ARTE, täglich frisch und frech aus Paris. Jede Sendung nimmt ein aktuelles Thema aus Gesellschaft, Politik, Wirtschaft oder Wissenschaft unter die Lupe und führt hin zu kulturellen Hintergründen, die sich in der Tagesaktualität sonst nicht auf den ersten Blick erschliessen. Dafür stehen den Moderatoren, sowohl Fachleute für die einzelnen Bereiche, als auch ein täglich wechselnder Gast aus dem kulturellen Leben zur Seite.
Eines der berühmtesten Tanzpaare des Salón Los Angeles in Mexiko-City sind Ricardo und Paola. Sie haben sich vor Jahren beim Tanzen kennengelernt, seitdem sind sie ein Paar – beim Tanzen wie im Leben. Die beiden Stars der Szene tragen die auffälligsten Kostüme, ihre grellen und schillernden Outfits sind bis ins Detail aufeinander abgestimmt. Paola hat einen ganzen Dachboden voller Roben, Schmuck und Schuhe und mehr als tausend Kleider. Auch der 88-jährige David ist dem Danzón verfallen: Sein ganzes Leben schon tanzt er, bis ein Unfall dem ein Ende setzte. Doch allabendlich schaltet er in seiner kleinen Wohnung die Musik an, schwelgt im Rhythmus und den Bewegungen: 'Danzón ist meine Geliebte, ich kann sie nicht verlassen, wenn ich anfange zu tanzen, bin ich ein brennender Feuerwerkskörper, den niemand ausschalten kann', sagt er. Über sein Handy und die sozialen Medien verbreitet er alle News und Termine rund um die Tanzveranstaltungen. Und dann ist da noch der Schreiner und Restaurator Mario. Schuhe sind für ihn wesentlich beim Tanzen, für ihn spricht ein Tänzer mit seinen Schuhen. Weil ihm keine gut genug waren, stellt er seine Schuhmodelle seit 30 Jahren selbst her. Alle fiebern sie einem grossen Ereignis entgegen: dem 87. Jahrestag des Salón Los Angeles. Der Salon ist eines der ersten und charakteristischsten Tanzlokale von Mexiko-City. Es sind nicht mehr viele, aber die, die noch existieren, haben den Charme eines Ortes, an dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint.
In den hochgelegenen und weitgehend unberührten Tälern der Ariège und der Haute-Garonne fühlt er sich wohl: der Braunbär. Seit seiner Wiederansiedlung durch den Staat vor 30 Jahren ist seine Population von zehn auf rund 100 Tiere angewachsen. Der Wildbiologe Jean-Jacques Camara hat sein Leben dem Schutz der Pyrenäen-Bären gewidmet. Nachdem die Tiere fast ausgerottet waren, beteiligte sich der Wissenschaftler an der Wiederansiedlung des slowenischen Braunbären, einer eng verwandten Art. 'Was die Menschen hier bewegt, ist beispielsweise die Politik rund um den Schutz der Bären, weil ihnen das oft übertrieben erscheint und sie es als eine Art Enteignung ihres Territoriums empfinden. Ich glaube, dass der Mensch den Bären irgendwie braucht, weil er doch ein unvergleichlicher Reichtum ist. Auch glaube ich, dass die Menschen von Wildtieren, aber vor allem von Bären träumen. Sie sind also auch ein Symbol, und für die Bewohner der Pyrenäen sind sie Teil ihrer Identität', sagt Camara. Für die Schäferinnen und Schäfer stellt sich die Koexistenz schwierig dar: Die Monate auf den Hochweiden sind geprägt von Sorge und Angst, Tiere durch Angriffe zu verlieren. Der Staat zahlt für Schutzmassnahmen, etwa elektrische Zäune. einen zusätzlichen Hirten, der die Herde zu bewachen hilft, für provisorische Hütten, für die ausgebildeten Schutzhunde und auch harmlosere Abwehrmassnahmen. All das ändert jedoch wenig am Gefühl der Nutztierhalterinnen und -halter, sich nicht nachhaltig gegen ein per Gesetz geschütztes Raubtier wehren zu können.
(1): Lammeintopf aus Irland: Irish Stew In der irischen Provinz, mitten auf der 'grünen Insel', besucht der Journalist Arnaud Théry eine Schafzucht. Nach diesem erholsamen Zwischenstopp geht es weiter ins lebendige Dublin und in die Küche von Dave Power, der ihm ein Irish Stew zubereitet. Der Geograf und Ernährungswissenschaftler Pierre Raffard erklärt die Kolonialgeschichte des Schafs in Irland, spricht über die Grosse Hungersnot, die zahllose Opfer forderte, und erinnert schliesslich an die Zeit des irischen Unabhängigkeitskampfs. (2): Ein Biss'chen Heimat: Mark, ein Ire in Paris In den Strassen seiner Wahlheimat Paris fühlt sich der aus Irland stammende Mark fast heimisch, denn Irish Pubs sind überall zu finden. Für seine Gäste bereitet er ein Irish Soda Bread mit Guinness zu, der 'Muttermilch' der Iren. Als er jünger war, fand Mark einige französische Gerichte sehr gewöhnungsbedürftig, zum Beispiel Schnecken. In seiner Kindheit hatte seine Mutter bei Rückreisen in die Heimat immer einige Dosentomaten im Gepäck, weil diese in Irland kaum zu bekommen waren, inzwischen gehören solche Versorgungsengpässe der Vergangenheit an. (3): Ran an die Töpfe! Appetit bekommen? Hier gibt es ein einfaches Irish-Stew-Rezept, das sich leicht zubereiten lässt. Also: Ran an die Töpfe! ---------------------- Rezept für Irish Stew Zutaten für 4 Personen: 1,5 kg gewürfelte Lammschulter (Knochen aufbewahren) 4 Zwiebeln 4 Möhren 1 Lauchstange 1 Bund Kräuter 200 g Perlgerste 1 kg Kartoffeln Zubereitung: – Knochen bei 200 °C im Ofen garen, bis sie gleichmässig braun sind. – Zwiebeln grob schneiden, Möhren und Lauch in Stücke schneiden. – Einen dunklen Fond ansetzen und dafür Wasser, den Bund Kräuter, Gemüseschalen und Knochen in einen Topf geben. – Aufkochen und dann 2 Stunden bei niedriger Hitze köcheln lassen. – Das Fleisch in einem zweiten Topf mit etwas Öl bei mittlerer Hitze circa 10 Minuten anbraten. – Lamm herausnehmen, Gemüse in den Topf geben und 5 Minuten anschwitzen. – Perlgerste und Fleisch zugeben, mit dem abgeseihten Fond aufgiessen und die Kartoffeln hinzufügen. – Aufkochen, Hitze reduzieren und zweieinhalb Stunden sanft köcheln lassen.
Themen: Texas: Georgia O'Keeffes künstlerische Momentaufnahme / Korea: Wenn dieses Land ein Mondkrug wäre / Kolumbien: Shirleys gefüllte Maisfladen / Toulon: Der grosse Tauchgang
(1): Texas: Georgia O'Keeffes künstlerische Momentaufnahme Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entdeckte Georgia O'Keeffe die unendlichen Weiten der texanischen Prärie. Die damals 29-jährige Malerin verliebte sich sofort in diesen Ozean aus Licht und Farben, der ihr eine schier unendliche Quelle der Inspiration bot. Georgia O'Keeffe durchstreifte die texanische Weite auf der Suche nach hitzeflirrender, unberührter Natur. Als die USA 1917 in den Ersten Weltkrieg eintraten und ihr Bruder einberufen wurde, traf dies die Malerin so sehr, dass sie Texas verliess und nie wieder dorthin zurückkehrte. (2): Korea: Wenn dieses Land ein Mondkrug wäre Der Mondkrug, ein schlicht geformter heller Tontopf, leuchtet in überirdischer Schönheit. Als koreanischer Alltagsgegenstand ist er zum Sinnbild einer Kultur geworden, die sich zwischen den Grossmächten China und Japan behaupten muss. Der echte koreanische Mondkrug ging aus dem chinesischen Konfuzianismus hervor, wo Tugend und Zurückhaltung besonders wertgeschätzt werden, und entstand im 17. Jahrhundert in einer Zeit wirtschaftlicher Blüte. Das 20. Jahrhundert dagegen war für Korea gleichbedeutend mit Krieg und Zerstörung. Der Mondkrug entwickelte sich in dieser Zeit zum Symbol des koreanischen Durchhaltevermögens. (3): Kolumbien: Shirleys gefüllte Maisfladen In Turbaco bereitet Shirley eine kolumbianische Spezialität zu: Arepas. Dafür kauft sie fertige Maispaste und formt daraus Fladen, die sie kurz frittiert und anschliessend mit Rinderhack und einem Ei füllt. Danach geht es wieder in die Fritteuse, wobei Shirley darauf achten muss, dass das Ei nicht aus dem Fladen ausläuft. (4): Toulon: Der grosse Tauchgang Die Tiefen der Ozeane waren für die Menschen schon immer unzugänglich. Der Schweizer Wissenschaftler Auguste Piccard wollte das ändern. Er erfand in Toulon den Bathyscaph, ein fantastisches Tauchgerät, das dem Druck der Tiefe standhalten kann. Er hatte nur ein Problem: Er war kein Seemann ...
(1): Chamonix: Gabriel Loppé, Maler der Gipfel Jahrhunderte lang nährten die Gipfel der Alpen Ängste und Fantasien. Die Gebirgswelt galt lange Zeit als unzugänglich. In der Mitte des 19. Jahrhunderts beschloss ein Mann, der Welt die geballte Schönheit dieser Landschaft vor Augen zu führen. Der französische Maler Gabriel Loppé ging als der erste Gebirgsmaler in die Kunstgeschichte ein. Selbst ein unermüdlicher Wanderer, stellte der Künstler seine Staffelei auf den Höhen der von ihm erklommenen Berge auf – unvorstellbar für die meisten seiner Zeitgenossen. Lange vor den Impressionisten war Loppé der erste, der den Schnee mit seinen Schattierungen auf der Leinwand zum Leuchten brachte. Hoch droben die Welt zu malen, das war die Obsession dieses Alpenvisionärs. (2): Bologna: Die rote Stadt Bologna ist eine Stadt, deren Farbe zum Wahrzeichen wurde. Mit ihren Dächern aus roten Lehmziegeln, Arkadengängen und jahrhundertealter Terrakotta leuchtet 'La Rossa' von Weitem – glühend und rebellisch. Denn in der Hauptstadt der Region Emilia-Romagna ist Rot nicht nur die Farbe der Fassaden, sondern auch die politische Couleur. Schon seit fast einem Jahrhundert ist diese älteste europäische Universitätsstadt eine Hochburg der italienischen Linken. Hier diskutiert und debattiert man, und soziale Forderungen werden laut erhoben – auf der Strasse wie auf den wunderschönen Plätzen. (3): Bali: Putus frittierter Fisch Auf Bali bereitet Putu die Tilapias nach der Nyat-Nyat-Methode zu: Erst wird der Fisch durch Vorfrittieren knusprig gemacht, dann wird er erneut frittiert, diesmal unter Zugabe von gestossenen Gewürzen und etwas Wasser, um die Aromen einziehen zu lassen. Nach dem zweiten Frittiervorgang gibt Putu Knoblauch, Schalotten und Tamarillen (Baumtomaten) dazu und serviert den Fisch mit rotem und weissem Reis aus lokalem Anbau. (4): Prag: Achtung, nicht hinauslehnen! Die Prager Burg war bis ins 16. Jahrhundert ein Herrschersitz, nicht zuletzt der Könige von Böhmen und zweier Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Doch unter den Fenstern des Alten Königspalastes zu verweilen konnte gefährlich werden, denn wenn sich Machthaber unbeliebt machten, wurden sie kurzerhand aus denselben gestürzt .
Ende des 19. Jahrhunderts galt das Automobil als ultimativer Beweis menschlichen Erfindergeistes: eine Supermaschine wie aus einem Roman von Jules Verne! In nur 30 Jahren veränderte das Auto Stadtbilder, Landschaften und den Alltag der Menschen. Wie konnte diese Erfindung, die die komplexesten technischen Errungenschaften ihrer Zeit in sich vereinte, zum Massenprodukt werden? Die Dokumentation erzählt vom rasanten Aufstieg der Automobilherstellung zu einem der bedeutendsten Industriezweige der Welt. Dabei unternimmt sie eine Zeitreise von den Pariser Boulevards, auf denen die ersten 'pferdelosen Kutschen' fuhren, bis zu Hitlers Autobahnen, vom Ford T bis zum Citroën Traction Avant. Problematisiert wird jedoch auch der wachsende Rohstoffbedarf, den die Europäer als rücksichtslose Kolonialmächte zum Beispiel mit Gummibaumplantagen in Afrika deckten. Besonders eindrucksvoll schildert die Dokumentation auch die Wandlung der Herstellungsverfahren: Ausgehend von einem Werkstatt- und Manufakturprodukt steht das Automobil in den 1930er Jahren für eine Revolution der industrialisierten Fertigung bis hin zur systematischen Massenproduktion, die in den gigantischen Fabriken von Detroit ihren Anfang nimmt. Lobbygruppen begannen in den USA damit, den Siegeszug des Autos unter anderem durch die Verdrängung der Strassenbahnen weiter zu forcieren.
Das Auto ist mehr als ein Gebrauchsgegenstand – es verkörpert ein Lebensgefühl. Im Zuge des Wirtschaftsaufschwungs der Nachkriegszeit avancierte es zum Symbol der aufstrebenden Konsumgesellschaft: Küstenstrassen wurden asphaltiert, der Massentourismus nahm Fahrt auf und bald durchzog ein engmaschiges Strassennetz die Landschaften. Malerische Stadt- und Dorfplätze verwandelten sich in riesige Parkflächen, parallel dazu entwickelte sich das 'Road Movie' zu einem eigenen Filmgenre. Familienkutschen wurden ebenso sorgfältig ausgewählt wie die Limousinen von Staatsoberhäuptern und Stars. Das Automobil stand für Emanzipation, Freiheit und Männlichkeit – aber auch für Entfremdung, neue Zwänge, Ängste und Tragödien. Die erschreckend hohe Zahl der jährlichen Verkehrstoten ist nur eines der dunklen Kapitel in der Geschichte des Kraftfahrzeugs. 'Die Geschichte des Automobils' erzählt, wie das Auto zum Aushängeschild einer Epoche wurde, in der unermüdlicher Konsum noch als Versprechen ewigen Wohlstands galt.
In nur rund 100 Jahren hat das Automobil die Lebens- und Arbeitswelten der Menschen auf allen Kontinenten grundlegend verändert, dazu Städte und Landschaften geprägt. Ende des 19. Jahrhunderts als Meisterwerk gefeiert, im 20. Jahrhundert zur Ikone stilisiert, wird es seit der Jahrtausendwende zunehmend als Umweltzerstörer und Luftverschmutzer gegeisselt und ist zum Sinnbild für die Schattenseiten des menschlichen Fortschritts geworden. Wie kaum ein anderes Objekt verkörpert das Auto die Widersprüche westlicher Gesellschaften, die einerseits nach stetigem Wirtschaftswachstum streben und andererseits ihren ökologischen Fussabdruck verringern wollen. Von der Ölkrise 1973 über die Hoffnung auf einen neuen Wirtschaftsaufschwung durch das Elektroauto dokumentiert 'Die Geschichte des Automobils' den unaufhaltsamen und permanenten Fortschrittsdrang der Menschheit – bis hin zu der Erkenntnis, dass heute ein umfassendes Umdenken erforderlich ist, um den Herausforderungen des Klimawandels gerecht zu werden.
Luis Mata ist erst vor wenigen Wochen in Madrid angekommen. In seiner Heimat Venezuela wurde der 24-Jährige politisch verfolgt, verhaftet und misshandelt. Insgesamt sass er ein Jahr in einigen der berüchtigten Haftanstalten Venezuelas. Schliesslich floh er – über Brasilien nach Spanien. Jetzt beginnt für ihn ein neues Leben im Exil. Luis hat PR und Jura studiert, doch in Madrid muss er bei null anfangen. Er lebt zunächst in einem vom Roten Kreuz bezahlten Hotel am Stadtrand, bekommt 56 Euro im Monat staatliche Unterstützung. Allein das Ticket für die U-Bahn kostet schon 36 Euro. Luis sucht dringend Arbeit und eine eigene Wohnung. Unterstützung erhofft er sich von seiner Mutter, die schon vor Jahren nach Spanien geflohen ist. Doch auch sie lebt von wenig. Gleichzeitig hat Luis eine Mission: Er will weiter für die Demokratie in Venezuela kämpfen. Er schliesst sich einer Exil-NGO an, trifft andere Venezolaner in Bars und auf Märkten. Über Videoanrufe bleibt er mit Freunden in der Heimat verbunden. Auch Yasmina Hera lebt erst seit einem Jahr in Madrid. Die 52-jährige ehemalige Journalistin kam mit ihrem Mann und zwei erwachsenen Söhnen. Heute arbeitet sie in einem Lager, befristet und schlecht bezahlt. Immerhin: Gerade hat sie für ihre Familie eine neue, bezahlbare Wohnung gefunden. In Spanien leben rund 400.000 Venezolaner im Exil, allein 200.000 von ihnen in Madrid. Sie alle stehen vor derselben Herausforderung: ein neues Leben beginnen – und gleichzeitig die Hoffnung auf eine Rückkehr nicht ganz aufgeben.
Was früher als Armeleuteessen galt, erobert heute Sterneküchen. Wildkräuter erzählen von kulinarischer Wiederentdeckung: als Heilpflanzen, Vitaminbomben oder Geschmacksrevolution – kaum eine Zutat vereint so viel Ursprünglichkeit und Innovation. Im Saarland experimentieren die Freundinnen Tanja Schmitt und Madeleine Braun in ihrer Küche mit Löwenzahn, während Matthias Paul die unterschätzte Pflanze professionell anbaut. Lucie Fischer-Chapalain enthüllt verborgene Aromen: Sie komponiert samtige Sauerampfer-Suppe und knackigen Wildkräuter-Salat. In den unscheinbaren Gewächsen schlummern nicht nur intensive Aromen, sondern auch geballte Heilkraft – die Apotheke wächst direkt vor der Haustür.
Themen: Warschau: Kieslowskis Zehn Gebote / Kalifornien: Datteln im Wilden Westen / Kolumbien: Luis' Fischeintopf / Edinburgh: Das Unglück des Illusionisten
(1): Warschau: Kieslowskis Zehn Gebote In den grauen Warschauer Vorstadtsiedlungen entstand in den letzten Jahren der Sowjetära ein Meisterwerk des polnischen Kinos: 'Dekalog' (1989-1990) von Krzysztof Kieslowski (1941-1996). In Anlehnung an die biblischen Zehn Gebote beschäftigt sich der Filmemacher in seinem zehnteiligen Zyklus mit dem Zustand der polnischen Gesellschaft in den 1980er Jahren und lotet die Komplexität des menschlichen Daseins aus. In Fluren und Treppenhäusern treffen vereinsamte Menschen aufeinander, die in ihrem Glauben erschüttert sind und unter Traumata und der Last der Erinnerung leiden. (2): Kalifornien: Datteln im Wilden Westen Inmitten der kargen Wüste des kalifornischen Coachella Valley gedeiht auf erstaunliche Weise eine Pflanzenart: die Dattelpalme. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts liess die amerikanische Regierung das Gewächs aus dem Orient holen, um zur Ernährung der jungen Nation beizutragen. Doch die heute aus Geschichten wie Tausendundeiner Nacht berühmte Frucht war den Menschen damals unbekannt und musste ihnen erst einmal schmackhaft gemacht werden. Um ihr Produkt zu vermarkten, erfanden die Farmer eine clevere Erzählung, deren Inspiration sie sich kurzerhand aus Hollywood holten. (3): Kolumbien: Luis' Fischeintopf In Bogotá bereitet Luis sein Spezialgericht zu: die Cazuela de pescado. Dafür kocht er zunächst eine Suppe aus Kürbis, Karotten und Sellerie und fügt dieser dann Ceviche hinzu. Dafür schneidet er Fisch – den sogenannten Thazard – sowie Tomaten und Zwiebeln in Würfel, gibt Gewürze hinzu und seine persönliche Geheimzutat: Kakao. (4): Edinburgh: Das Unglück des Illusionisten Das historische Zentrum von Edinburgh war zu Beginn des 20. Jahrhunderts Schauplatz einer tragischen Begebenheit, in die auch ein Löwe, eine Hündin und ein Pferd verwickelt waren. Ursache war eine Vorstellung des berühmten Illusionisten Sigmund Neuberger, die eine unerwartet dramatische Wendung nahm .
Themen: Arnaldur Indriðason und die kalte Schönheit Islands / Island: Strick mir einen Pullover! / Hans' isländischer Fisch in Béchamelsosse / Island: Jagd auf Wale und . Basken
(1): Arnaldur Indriðason und die kalte Schönheit Islands Island bezaubert mit schroffem Charme aus windgepeitschten Vulkanlandschaften und nebelverhangenen Hauptstrassen. Arnaldur Indriðason schöpft in der dunklen Schönheit seiner Heimatinsel die Inspiration für seine mysteriösen Krimis, die heute in ganz Nordeuropa bekannt sind. (2): Island: Strick mir einen Pullover! Um sich in Island vor dem eisigen Wind zu schützen, gibt es nichts Besseres als einen Lopapeysa. Dieser ebenso warme wie leichte Pullover wird aus Lopi hergestellt, der Wolle isländischer Schafe. Und von diesen gibt es auf Island doppelt so viele wie Menschen. Dank der geduldigen Tiere konnten sich die Wikinger seinerzeit in dieser unwirtlichen Gegend niederlassen. Im 20. Jahrhundert, nach dem Zweiten Weltkrieg, wurde der Lopapeysa modernisiert – auch wenn die traditionellen isländischen Muster noch immer dazugehören. Das Know-how seiner Herstellung wird in Zeiten der Globalisierung von lokalen Genossenschaften bewahrt. (3): Hans' isländischer Fisch in Béchamelsosse Ob in Reykjavík oder anderswo auf der Insel: Fisch in Béchamelsosse ist perfekt für Leib und Seele. Früher diente das Rezept der Resteverwertung, mittlerweile ist es ein beliebtes Gericht, dessen Hauptzutat fangfrischer Schellfisch ist. Hans reicht dazu Kartoffeln und traditionelles Roggenbrot. (4): Island: Jagd auf Wale und . Basken Die Gemeinde Hólmavík in den nördlichen Westfjorden Islands liegt in einer beschaulichen Bucht am Fusse der von Gletschern erodierten Berge. Im tiefen Wasser der Fjorde tummeln sich riesige Säugetiere mit imposanten Flossen: Wale, seit Jahrhunderten die begehrte Beute einer äusserst brutalen Jagd, die im 17. Jahrhundert auch zu einem Massaker zwischen Menschen führte. Damals wagten sich die Basken – wahre Meister des Walfangs – bis nach Island vor. Doch schnell wurden aus Jägern Gejagte .
Anfang des 18. Jahrhunderts will Prinz Philippe de Gonzague seinen Cousin Philippe de Nevers und dessen einjährige Tochter töten lassen. Auf diese Weise möchte er an das Geld und die attraktive Frau des Cousins – Isabelle de Caylus – herankommen und als dessen gesetzlicher Erbe zum mächtigsten Edelmann des Landes nach dem König aufsteigen. Trotz einiger Hindernisse gelingt der schändliche Plan und Prinz Philippe nimmt Isabelle zur Frau. Jedoch konnte der getötete Cousin seine kleine Tochter Aurore noch rechtzeitig in die Obhut des Edelmanns Henri de Lagardère und dessen Dieners Passepoil geben. Auf der Flucht vor den mörderischen Häschern landen die drei in Spanien, wo Aurore unter der liebevollen Fürsorge der beiden Männer aufwächst. Erst als Aurore zu einer jungen Frau herangewachsen ist, kehren die Flüchtigen wieder nach Paris zurück. Denn Gonzague hat einen Familienrat einberufen, der Aurore durch gekaufte Zeugen für tot erklären lassen soll. Unter Mithilfe Lagardères wird ein Plan auf die Beine gestellt, der Philippe de Gonzague schlecht bekommen soll. Denn seine mörderische Tat ist noch ungesühnt .
Répétition
W
Cast
Jean Marais, Bourvil, Sabine Sesselmann, François Chaumette, Jean Le Poulain, Hubert Noël, Paulette Dubost
Réalisation
André Hunebelle
Scénario
Pierre Foucaud, Jean Halain, André Hunebelle
Informations détaillées
André Hunebelle, ein Meister des Unterhaltungskinos, inszenierte diesen spannenden, oft humorvollen Mantel- und Degenfilm, der auch durch eine schöne Landschaftsfotografie bezaubert. Ganz auf den Frauenliebling Jean Marais in der Titelrolle zugeschnitten, fasziniert der César- und Bambi-Preisträger als tollkühner Abenteurer, wahrer Freund und charmanter Edelmann.
Das Sultanat Oman ist eine der Schatzkammern Arabiens. Es ist ein Land von überraschender Vielfalt, voller ungeahnter Naturwunder und Heimat einiger der seltensten Tiere der Erde. Über 80 Prozent des Landes bestehen aus unwirtlichen Ebenen und Wüsten, darunter die Rub' al Khali – die grösste zusammenhängende Sandwüste der Welt. Die restlichen Gebiete stecken voller Überraschungen. Das Dhofar-Gebirge im Süden ist die letzte Hochburg des Arabischen Leoparden. Seine geografische Lage macht den Oman zu einem Hotspot für viele Tiere Arabiens, sowohl zu Lande als auch im Meer. Das Land ist ein weltweit wichtiger Nistplatz für Schildkröten wie die Grüne Meeresschildkröte und die Karettschildkröte. Ihre Eier und Schlüpflinge sind ein gefundenes Fressen für Rotfüchse. Auf den inneren Kiesebenen des Jiddat-Plateaus lebt die Arabische Oryxantilope. Eine Überlebenskünstlerin, die tagelang ohne Wasser auskommt. Nachdem die Art kurz vor dem Aussterben stand, leben heute wieder über 600 Tiere im Naturschutzgebiet Al Wusta. Oman ist ein Land der Extreme. Das karge Wüsteninnere steht in krassem Gegensatz zu den reichen Meereslandschaften des Golfs von Oman. Diese Gewässer gehören zu den produktivsten der Welt. Korallenriffe bieten eine Zuflucht für viele Meeresbewohner wie Tintenfische, Muränen, Papageienfische, Grundeln und viele mehr. Planktonvorkommen bilden die Grundlage für das Leben der Meeresfische, darunter der grösste Fisch überhaupt – der Walhai. Zwischen glühenden Wüsten und tropischen Meeren sind die Landschaften Omans so vielfältig wie die einzigartigen Lebewesen, die sie beherbergen.
Das Sultanat Oman ist das vielleicht bestgehütete Geheimnis des Nahen Ostens. Dieser Winkel Arabiens beherbergt unvergleichliche Landschaften und einige der produktivsten Ökosysteme unseres Planeten. Hier leben seltene Tiere: Buckelwale, Arabische Wölfe, Karakale und das Arabische Chamäleon. Das Geheimnis des Artenreichtums liegt im Sommermonsun, dem sogenannten Kharif, der der südlichen Küste Regen bringt. Wadis, in die Berge gegrabene trockene Flussbetten, füllen sich mit Wasser und die trockene Landschaft erwacht zum Leben. Der Kharif wird durch starke Böen angetrieben, die im nördlichen Indischen Ozean entstehen und eine der stärksten Strömungen der Erde antreiben. Dadurch können in der sonst so warmen Meereslandschaft Seetangwälder wachsen, die den perfekten Lebensraum für den Oman-Anemonenfisch bilden. Das kalte, nährstoffreiche Wasser, das an die Oberfläche getrieben wird, sorgt für reiches Planktonvorkommen. Es ist Nahrungsgrundlage für Millionen von Meerestieren, darunter auch der Arabische Buckelwal – von dem es weniger als 100 Individuen auf unserem Planeten gibt, die alle hier im Arabischen Meer zu finden sind. Der Reichtum, der so viele Lebewesen ins Arabische Meer lockt, steht im Gegensatz zur kargen Landschaft von Omans grösster Insel – Masirah. Und doch ist diese unwirtliche Insel wichtig für das Überleben mehrerer bedrohter Arten wie dem Schmutzgeier. Für die Unechte Karettschildkröte ist es die wichtigste Küstenlinie im Indischen Ozean. 90 Prozent der Population kehren hierher zurück, um ihre Eier abzulegen.
Die Regenwälder des Khao Sok, einer der schönsten Nationalparks Thailands, gehören zu den ältesten der Welt. Um die Tiere hier kümmert sich Jo, der Chefbiologe für Südthailand. Zu seinen Aufgaben gehört es, die im Park lebenden Fledermausarten zu bestimmen. Sie zu fangen ist schwierig und gefährlich. Immer wieder passiert es, dass er und seine Mitarbeiter von einem Tier gebissen werden. Das ist überaus schmerzhaft und kann zu lebensbedrohlichen Infektionen führen. Immer wieder werden im Khao-Sok-Nationalpark neue Spezies entdeckt. Und Jo würde gerne eine neue Fledermausart fangen. Sorgen bereiten ihm die Elefanten des Parks. Ein Stausee zerteilt die grossen Waldgebiete und beeinträchtigt die Wanderung der Elefanten. Jo muss einen Ausweg suchen, um die Bestände der Tiere zusammenzuführen. Von hier aus ziehen sich Kalksteinkarstberge bis hinunter zur südwestlichen Küste Thailands. Auch im Golf von Thailand sind die Karstberge zu finden, die oft von Höhlensystemen durchzogen sind. Dort brüten die Weissnestsalanganen, deren Nester hoch an den Höhlendecken hängen und die in China als Delikatesse gelten. Ein Vermögen wird für die Nester aus Vogelspeichel bezahlt, aber nur unter Gefahren können die Männer von den Inseln sie ernten. Im Nationalpark Khao Sok streift der Biologe Jo mit seinen Leuten durch die Wälder auf der Suche nach Elefanten. Keiner weiss, wie viele hier leben. Er will ihre Zahl erfassen. Die Wälder und der grosse See des Khao Sok sind bestechend schön, aber der friedliche Eindruck täuscht. Das Leben im Einklang mit der Natur verlangt den hier lebenden Menschen all ihre Kraft ab.
Jedes Jahr im Herbst steigt der Shinto-Priester Hirose hoch zum Vulkan Unzen, um die Gottheit für das Herbstfest herunterzuholen. Sie soll den Vulkan besänftigen. Der Unzen, einer der grossen aktiven Vulkane auf Kyushu, der südlichsten der vier japanischen Hauptinseln, hat schon Feuer gespuckt und dabei vielen Menschen den Tod gebracht. Jetzt gehört der Vulkan zu einem Nationalpark, bedrohlich, aber schön. Seit jeher ziehen die japanischen Vulkane die Menschen an. Sie glauben, dass auf den Gipfeln die Götter wohnen. So sagen die Priester der Shinto-Religion, dass so viel Macht göttlich sein müsse. Die faszinierende Naturgewalt des Vulkans Sakurajima im Süden von Kyushu lässt den Fotografen Takehito Miyatake nicht mehr los. Um Aufnahmen zu machen, fährt er jeden Monat zehn Stunden mit dem Auto zum Sakurajima, einem überaus aktiven Vulkan, der beständig Asche und Gestein in den Himmel wirft. Der Vulkan ist für ihn wie eine Geliebte, deren Reizen er sich nicht mehr entziehen kann. An den Hängen der Vulkane nutzen Bauern die fruchtbare Erde für den Reisanbau, Nudelmacher verwenden dieses Getreide und die heissen Quellen, um einmalige Delikatessen herzustellen. Und der Fischer Michihiro Harada fängt mit traditionellen Methoden geschickt die amphibischen und schlauen Schlammspringer, die es gerade in der aus Vulkanasche bestehenden Ariake-See massenhaft gibt. Denn auch die Tiere haben einen Weg gefunden, im Schatten der Vulkane zu leben, seien es Schlammspringer, Krabben oder Affen.
'Er ist wieder nicht da', sagt Andrei Costea. Dabei hatte der Eigentümer des Bauernhofs der Vermessung telefonisch zugestimmt. Frustriert packen die Topographen aus Bukarest ihre Messgeräte wieder ein. Allein die Fahrt in die Banater Berge hat acht Stunden gedauert. Nun stehen sie bereits zum zweiten Mal vor verschlossener Tür. Seit 2014 versucht Rumänien mit EU-Geldern, alle Grundstücke des Landes zu erfassen. Doch das Kataster zählt bis heute zu den unvollständigsten der EU. Besonders in den entlegenen Bergregionen gibt es grosse Lücken. Hier regeln die Bauern ihren Grundbesitz seit Generationen per Handschlag und ohne Notar. Dass Eigentum heute nur noch mit zentimetergenauen Koordinaten aus Satellitentechnik anerkannt wird, löst Misstrauen aus: 'Viele denken, dass wir in irgendeinem politischen Auftrag kämen und ihr Land wegnehmen wollen', so Topograph Andrei. 'Dabei wollen wir doch nur unsere Kataster-Arbeit machen!'. Einer, der beide Welten kennt, ist Luca Cionca. Der 65-Jährige lebt mit seiner Frau Maria in der Bergsiedlung Inelet, erreichbar nur durch einen zweistündigen Fussmarsch und über eine steile Leiter. Luca kennt jeden Baum auf seinem 13 Hektar grossen Grundstück, doch auf dem Papier existierte sein Besitz lange nicht. 'Man hat geerbt und wusste einfach, was einem gehört', erklärt Luca Cionca, 'aber man hatte kein Dokument, keinen Grundbucheintrag'. Ursprünglich wollte Rumänien bereits 2024 ein vollständiges Kataster haben. Auch die neue Frist bis 2027 ist ambitioniert. Den Topographen geht es nicht nur ums Vermessen, sondern auch ums Vertrauen der Bauern.
Unvermittelt taucht Ex-Kommissar Dennert – Ingo Thiels alter Kollege und Lehrmeister – im Polizeipräsidium Mönchengladbach auf. Dennerts Besuch hat einen wichtigen Grund: Es gibt neue Spuren in einem 30 Jahre alten, ungelösten Vermisstenfall. Damals verschwand der 15-jährige Sven eines Abends spurlos. Die eilig zusammengestellte Sonderkommission tappte im Dunkeln. Umso verstörender war es, als schon bald Briefe aus verschiedenen Ländern bei den Eltern eintrafen: alle verfasst von einem Jungen namens Chris. Dieser schrieb, dass es Sven gut gehe und sie sich gemeinsam auf einer längeren Reise befänden. Die Briefe waren für die Nerven der Eltern eine Zerreissprobe. Die Polizei glaubte an einen Trittbrettfahrer, denn einen Chris gab es in Svens Umfeld nicht. Dann kamen plötzlich keine Briefe mehr. 30 Jahre lang. Als die mittlerweile 70-jährigen Eltern eines Tages wieder Briefe von Chris erhalten, trifft sie das schwer. Könnte es doch noch Hoffnung geben, ihren Sohn wiederzufinden? Nun landen die mysteriösen neuen Briefe auf dem Schreibtisch von Ingo Thiel. Er veranlasst eine intensive kriminaltechnische Untersuchung des Beweismaterials. Eine eigens vom LKA bestellte Expertin für operative Fallanalyse bestätigt, dass nicht nur der Duktus der neuen Briefe dem der Jahrzehnte älteren Exemplare gleicht, sondern auch Satzbau und Wortwahl weiterhin auf dem Niveau eines Jugendlichen mit geringem Bildungsstand sind. Das kommt den Ermittlern merkwürdig vor .
Cast
Heino Ferch, Manfred Zapatka, Ronald Kukulies, Mareile Blendl, Laszlo Kish, Franziska Wulf, Alexandra von Schwerin
Die Gipsy Kings zählen zu den erfolgreichsten musikalischen Exporten Frankreichs. Die Band besteht aus Mitgliedern der Roma-Familie Reyes aus der Camargue, deren musikalische Wurzeln bis in die 1970er Jahre zurückreichen. Damals begleiteten die Söhne und ein Schwiegersohn den Flamencosänger José Reyes. Aus ihrer Interpretation der Rumba catalana entwickelte sich ein einzigartiger Sound, der Anfang der 1980er Jahre die Dancefloors weltweit eroberte. Ihr virtuoses Gitarrenspiel inspirierte Künstler wie Joan Baez und prägte später sogar Stars wie Rosalía. Hits wie 'Bamboléo', 'Djobi Djoba' oder 'Volare' stehen auch heute noch auf den Playlists in Frankreich, aber auch in Osteuropa, den Vereinigten Staaten und Japan. Doch hinter dem Erfolg verbirgt sich ein zerrissenes Familienunternehmen. Streit um Ruhm und Geld führte dazu, dass mehrere Gründungsmitglieder die Band verliessen. Zwar sorgt die akkurate Aufreihung virtuoser Akustikgitarristen auf der Konzertbühne dafür, dass der Schein gewahrt bleibt, doch die Gipsy Kings sind heute eher eine Marke mit wechselnder Besetzung. Die Dokumentation bietet seltene Einblicke: Die meisten Gründungsmitglieder sprechen erstmals offen vor der Kamera. Neben der bewegten Geschichte der Band analysiert der Film auch den Einfluss der Sinti- und Roma-Musik auf den globalen Latin-Pop.
Auf ihrer Tour 'Oral Fixation' füllte Shakira mit ihren grössten Pop-Hits ganze Stadien. Die Live-Aufnahmen der Shows zeigen die beeindruckende Bühnenpräsenz und Kondition der wohl berühmtesten kolumbianischen Sängerin. Der Film 'Shakira – Oral Fixation Tour' verewigt mit Konzertaufnahmen aus Miami (Florida) und San Juan (Puerto Rico) Shakiras berühmte Welt-Tournee 2006/2007. Bei dieser aussergewöhnlichen Tour machte die Sängerin in 27 Städten Halt und spielte 41 ausverkaufte Konzerte (mit 2,7 Millionen Zuschauern und Zuschauerinnen) auf fünf Kontinenten. Ein Kraftakt und zugleich ein Beleg für Shakiras erfolgreiche internationale Karriere, die 2001 mit ihrem ersten englischsprachigen Welthit 'Whenever, Whenever' (eine Singleauskopplung des Albums 'Laundry Service') begann. Ein Film mit Live-Performances von Songs wie 'La Tortura' (mit Alejandro Sanz), 'Whenever, Wherever', 'Underneath Your Clothes', 'Inevitable', 'Don't Bother, 'Hey You' und dem Welterfolg 'Hips Don't Lie' (mit Wyclef Jean). Aufzeichnung vom September 2006 in Miami, USA, und vom Dezember 2006 in Puerto Rico.
Vom 'People'-Magazin wurde er mehrfach zum 'Sexiest Man Alive' gekürt. Aber sein Aussehen ist nicht alles: In seiner fast 40-jährigen Karriere hat Brad Pitt eine Vielzahl herausragender Filme gedreht. Mit 'Sieben' (1995), 'Fight Club' (1999), 'Ocean's Eleven' (2001) und 'Inglourious Basterds' (2009) sowie zwei Oscars schrieb Pitt Filmgeschichte in Hollywood. Weitere bekannte Rollen hatte er in 'Troja' (2004) und 'Once Upon a Time in Hollywood' (2019). Unlängst spielte er in dem Thriller 'Bullet Train' (2022) an der Seite von Sandra Bullock und in 'Babylon – Rausch der Ekstase' (2022), der in den 1920er Jahren spielt, dem goldenen Zeitalter Hollywoods, als der Tonfilm den Stummfilm ablöste und eine neue Branche entstehen liess. Als ältestes von drei Kindern streng religiöser Eltern wuchs Pitt im Mittleren Westen der USA auf. Sein Studium an der Universität von Missouri warf er 1985 hin, um Schauspieler zu werden. Der Durchbruch auf der Leinwand gelang ihm mit einer eher kleinen Rolle als blonder Verführer von Geena Davis in dem Roadmovie 'Thelma & Louise' (1991). Lange versuchte der Oscarpreisträger vergeblich, sein Image als Sexsymbol abzustreifen und auch in andere Rollen zu schlüpfen. Die Biografie zeichnet den ungewöhnlichen Werdegang von Brad Pitt nach und beleuchtet die mitunter mutigen Entscheidungen, mit denen er als Schauspieler, aber auch – in der Öffentlichkeit weniger bekannt – als Produzent das unabhängige amerikanische Filmschaffen bereichert und erneuert hat. Wie Robert Redford vor ihm, nutzte Pitt seinen Superstarstatus und förderte ein anspruchsvolles, kreatives Kino fernab der ausgetretenen Pfade Hollywoods. Zudem spendet er Millionen an Hilfsorganisationen und setzt sich für Naturschutz ein. Bei den Dreharbeiten zur Actionkomödie 'Mr. & Mrs. Smith' (2005) lernte Pitt Angelina Jolie kennen. In dem Film spielten sie verheiratete Undercover-Killer. Nach langjähriger Beziehung heirateten die Schauspieler 2014. 'Brangelina' war das wohl bekannteste Paar Hollywoods. Zwei Jahre später reichte Jolie die Scheidung von Pitt ein, die 2019 amtlich wurde. Sie forderte das alleinige Sorgerecht für die drei leiblichen und drei adoptierten Kinder. Nach der Trennung zeigte Pitt der Presse ein anderes Gesicht und sprach offen über seine Alkoholsucht, Depressionen und Einsamkeit.
Der Polizist Domenico Spinella trifft als Erster am Tatort ein: Er findet den Konvoi Aldo Moros mit den erschossenen Personenschützern – und von dem Spitzenpolitiker keine Spur. Der Sicherheitsapparat Italiens ist nun ganz auf die Suche nach Moro fokussiert, ebenso die gesamte Presse des Landes. Spinella ist Teil des Krisenstabs, der von Innenmister Francesco Cossiga geleitet wird. Der sieht in Moro eine Vaterfigur, der er seine Karriere zu verdanken hat, und setzt alles daran, ihn zu befreien. Doch diese Aufgabe überfordert ihn. Cossiga lässt sich überreden, neben grossangelegten Abhöraktionen landesweit Razzien und Verkehrskontrollen durchführen zu lassen – vergebens. Schliesslich meldet sich der Entführte persönlich mit einem Brief. Die linksextremen Terroristen der Roten Brigaden ('Brigate Rosse') signalisieren Verhandlungsbereitschaft. Doch Premierminister Giulio Andreotti schlägt das Angebot aus. Für ihn muss der Staat Stärke zeigen, selbst wenn das Moros Todesurteil bedeuten könnte. Cossiga wendet sich verzweifelt an Steve Pieczenik, einen Experten aus den USA, der fortan grossen Einfluss auf den Minister ausübt. Zusammen erarbeiten sie eine fragwürdige Strategie. Ausserdem sucht Cossiga Rat bei dem Psychiater Franco Ferracuti, denn er leidet unter Migräne, Schlaflosigkeit und Halluzinationen. Insgeheim glaubt der Innenminister, Aldo Moro durch seine Offenbarungsträume finden zu können. Sein schlechter Zustand wirkt sich langsam auch auf die Ermittlungen aus .
Numéro de l'épisode
2
Cast
Fabrizio Gifuni, Margherita Buy, Toni Servillo, Fausto Russo Alesi, Daniela Marra, Gabriel Montesi, Pier Giorgio Bellocchio
Réalisation
Marco Bellocchio
Scénario
Marco Bellocchio, Stefano Bises, Ludovica Rampoldi, Davide Serino
'Shabash! Shabash! Auf geht's, Jungs!' Am Spielfeldrand stehen die französischen Freunde der Spieler, die sie auf Paschtunisch anfeuern. Cricket ist kein einfaches Spiel. Noch schwieriger allerdings erscheinen die Regeln von Ayslverfahren. Shahid und Abdul Wali waren gerade 15 und 18 Jahre alt, als sie ihr Herkunftsland Afghanistan verliessen. In Frankreich fanden sie eine neue Heimat – und die Saint-Omer Cricket Club Stars, kurz SOCCS, wurden zum Familienersatz. Das Team, dessen Spieler grösstenteils aus Afghanistan stammen, hat bereits zwei Mal den Meistertitel der Region Hauts-de-France gewonnen. Einige Anwohner sind besorgt – wegen des Cricket-Felds in ihrer Nachbarschaft und der jungen Migranten, die dort regelmässig trainieren. Andere versuchen, die Regeln dieser komplizierten Sportart zu verstehen. Sie wissen nicht, dass die Regeln für den Aufenthalt in Frankreich für Migranten noch schwerer zu verstehen sind. Shahid ist gerade 18 geworden. Damit er endlich seine Familie besuchen kann, braucht er eine Aufenthaltsgenehmigung – doch die Mühlen der Verwaltung mahlen langsam. Statt den lang ersehnten Familienbesuch anzutreten, fährt er schliesslich mit der französischen Nationalmannschaft zu den Qualifikationsspielen für die Weltmeisterschaft. Sein bester Freund Abdul Wali hat nicht so viel Glück wie Shahid. Da er bei seiner Ankunft in Frankreich bereits über 15 war, musste er einen Asylantrag stellen, um eine Aufenthaltserlaubnis zu erhalten – doch der wurde abgelehnt. Es ist zum Verzweifeln! Glücklicherweise hat ihn ein Bauunternehmer unter seine Fittiche genommen und behandelt ihn wie seinen eigenen Sohn. Beim Cricket rennen die Spieler von einem Wicket zum anderen, mit dem Ziel, nicht auszuscheiden – wie auch im Leben. Shahid beschreibt es so: 'Das Leben ist ein Wettrennen – ganz egal, woher du kommst und wohin du willst.'
Schon früh am Morgen kommt die etwa 40-jährige Tamil Selvi mit der Auto-Rikscha zur Arbeit auf dem Blumenmarkt Mattuthavani in Madurai. Sie stellt Blumenketten her, die für Opfergaben in Tempeln oder als Glücksbringer gekauft werden. Zuerst verhandelt sie mit den Grosshändlern über den Preis, denn ihr Tagesverdienst hängt davon ab, wie viel sie für den Jasmin bezahlen muss. Beim Kauf der Blumen achtet sie darauf, dass die Knospen schön fest sind, damit sie möglichst lange frisch bleiben. Während die Lieferanten den Jasmin kiloweise auf den Boden kippen, baut Grosshändler Thirumurugan seinen Stand auf. Um den besten Umsatz zu machen, bietet er die Blumen sofort zum Verkauf an. Denn sobald im Laufe des Tages weitere Lieferungen eintreffen oder die Nachfrage nachlässt, kann auch der Preis für seine Blumen sinken. Die Grosshändler agieren wie an der Börse. Rajeshwari, die mit dem Anbau von Jasmin ihr Geld verdient, ist mit ihren Pflückerinnen schon im Morgengrauen auf den Feldern unweit der Stadt. Je früher sie die Ernte auf den Markt bringen, desto bessere Preise lassen sich erzielen. Ausserdem besteht die Gefahr, dass sich die wertvollen Knospen bei steigenden Temperaturen im Laufe des Tages öffnen. Die Preise schwanken ständig und auch die Bauern wissen nie, wie viel sie verdienen werden. Muthaya ist mit Tamil Selvi verheiratet, einer Jasmin-Kettenknüpferin. Von seinem Vater angelernt, stellt er in dem bescheidenen Häuschen des Paares Girlanden für Zeremonien her. Nach alter Tradition verbindet er die einzelnen Knospen mit einem Pflanzenfaden zu beeindruckenden Ketten. Jedes Mal, wenn seine Girlanden eine traditionelle Hochzeit schmücken, bürgt er mit seinem Namen dafür.
Der Kiwusee ist einer der grössten Seen Afrikas. Durch ihn verläuft die Grenze zwischen Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo. Mehr als 30 Jahre nach dem Völkermord an den Tutsi in Ruanda herrscht hier noch immer kein Frieden. Die ethnischen Spannungen zwischen Hutu und Tutsi schüren weiterhin die regionalen Konflikte zwischen der DRK und Ruanda, auch Nachbarländer wie Burundi oder Uganda sind involviert. 'Mit offenen Karten' richtet den Fokus auf diese von Kriegen gezeichnete Region und ihre wertvollen natürlichen Ressourcen. Rohstoffe wie etwa Coltan sind unverzichtbar für die Zukunftsindustrien des 21. Jahrhunderts und heizen die Interessen der beteiligten Parteien zusätzlich an.
'Bilder allein zuhaus' nimmt Meisterwerke der Malerei humorvoll unter die Lupe. Von Leonardo da Vincis 'Mona Lisa' bis hin zu Boteros 'Bailarines' werden in der 30-teiligen dritten Staffel der Kurzfilmserie Gemälde von Schauspielern und Schauspielerinnen zum Leben erweckt, die bei einem aufwendigen Casting wegen ihrer Ähnlichkeit mit den gemalten Figuren ausgewählt wurden. Auch Dekor und Kostüme sind dem jeweiligen Bildmotiv sorgfältig nachempfunden. Die witzigen Dialoge spielen dabei mit dem Zeitgeist und vermitteln nebenbei Wissenswertes über die Geschichte der Gemälde.
Was unser Körper über die Gesellschaft verrät, in der wir leben Lange Zeit galt der Körper lediglich als biologische Hülle. Im Laufe der Jahrhunderte wurde er jedoch zu einem Spiegel der Gesellschaft. Der auf Hygiene, Gesundheit und Körperpraktiken spezialisierte Historiker Georges Vigarello veröffentlicht sein neues Buch 'Les logiques du corps : une autre manière de penser le temps' (Die Logiken des Körpers: Eine andere Art, die Zeit zu denken, Seuil). Anhand wissenschaftlicher und philosophischer Überlegungen zeigt er, wie sich unsere Wahrnehmung des Körpers und unser Umgang mit ihm im Laufe der Epochen tiefgreifend verändert haben. Kann Wladimir Putin wegen des 'Verbrechens der Aggression' gegen die Ukraine vor Gericht gestellt werden? Am 15. Mai haben 34 Mitglieder des Europarats sowie die Europäische Union, Australien und Costa Rica die Einrichtung eines Sondergerichtshofs beschlossen, der das 'Verbrechen der Aggression' gegen die Ukraine verfolgen soll. Damit soll eine Lücke im Zuständigkeitsbereich des Internationalen Strafgerichtshofs geschlossen werden. Das Tribunal soll in der Lage sein, Russlands Präsidenten Wladimir Putin sowie die politischen und militärischen Führungskräfte, die für die Invasion der Ukraine 2022 verantwortlich sind, strafrechtlich zur Rechenschaft zu ziehen. Russland lehnt internationale Gerichtsverfahren im Zusammenhang mit dem Krieg seit Beginn der Invasion ab und hat bereits angekündigt, mögliche Urteile eines solchen Sondergerichts als 'null und nichtig' zu betrachten. Die Befürworter des Projekts sehen darin dennoch einen bedeutenden Schritt zur Stärkung des Völkerrechts. Ausserdem: Tausende Bergleute legen La Paz in Bolivien lahm – Anlass für Xavier Mauduit, die Geschichte der Silberminen zu erzählen, die im 16. Jahrhundert von den spanischen Konquistadoren entdeckt wurden. Marjorie Adelson berichtet über Unternehmen, die künstliche Intelligenzen entwickeln, welche die Emotionen von Hunden und Katzen in menschliche Sprache übersetzen sollen.
Bukittinggi gilt als eine Hochburg des Gewürzhandels. Der berühmte Pasar-Bawa-Markt bietet eine grosse Vielfalt an Gewürzen. An rund 100 farbenfrohen Ständen werden unter anderem Muskatnüsse, Kardamom, Zimt, Koriander, verschiedene Pfeffersorten, Ingwer sowie rote und grüne Chilischoten verkauft. Täglich decken dort über 1.500 Menschen ihren Bedarf an Kochzutaten oder Heilmitteln, da einige Gewürze traditionell auch medizinisch genutzt werden. Ebenso beliebt sind die scharf gewürzten Streetfood-Spezialitäten. Seine Dynamik verdankt der Markt der Lage in einer Region mit idealen Bedingungen für den Gewürzanbau. Bukittinggi liegt in einer üppigen Landschaft mit fruchtbaren Tälern und bewaldeten Bergen, überragt vom imposanten und aktiven Vulkan Marapi. Nährstoffreiche Asche aus früheren Ausbrüchen verleiht den Böden an seinen Hängen besondere Fruchtbarkeit. Auch das Klima begünstigt den Anbau von Gewürzen, die seit Jahrhunderten in alle Welt exportiert werden. Nach Ferdinand Magellans Weltumrundung Anfang des 16. Jahrhunderts wurde Westsumatra zu einer wichtigen Station der Gewürzroute nach Europa. Bis heute ist der Gewürzhandel ein bedeutender Wirtschaftszweig, an dem von der Plantage bis zum Endverbrauch zahlreiche Akteure beteiligt sind. In den letzten Jahren wurde diese Wirtschaft durch die steigende Nachfrage und die Launen des Klimas erschüttert: Ein zu trockener oder zu feuchter Monsun kann den Preis einzelner Gewürze explodieren lassen, ein heftiger Ausbruch des Marapi kann die Chiliplantagen zerstören. Gross- und Einzelhändler müssen sich daher auf ständige Schwankungen einstellen.
Numéro de l'épisode
6
Répétition
W
Réalisation
Jacques Plaisant, Joséphine Duteuil, Hélene Maucourant, Mikael Lefrancois, Camille Robert
Wenn der Sommer endet, verlassen die Zugvögel den Norden, um in mildere Gefilde zu ziehen. Auf ihrer Tausende Kilometer langen Reise überqueren Millionen von Wat-, Stelzen- und Sperlingsvögeln Europa von der Nordsee bis zum Mittelmeer. Der Zug der Vögel ist ein einzigartiger Naturvorgang, der die Jahreszeiten bestimmt, die Menschen bewegt und ihre Blicke gen Himmel richten lässt. Lange Zeit galt er als ewiges Naturgesetz, doch heute ist er durch menschliche Eingriffe in die Umwelt gefährdet. Ungezügeltes Städtewachstum, intensive Landwirtschaft, Klimawandel, Umweltverschmutzung, Unwetter sowie der Schwund von Feuchtbiotopen und Insekten führen zu Massensterben unter den Zugvögeln. Glücklicherweise sorgen Tausende von Freiwilligen auf der Flugroute für Unterschlupf- und Schutzmöglichkeiten. In den Niederlanden erforscht ein Biologe die Persönlichkeiten der Vögel. In der Bucht von Arcachon erwartet sie ein massgeschneiderter Zwischenstopp. Im Baskenland werden gestrandete und verwundete Tiere aufgepäppelt. In Portugal sorgt man sich um Störche, die nicht mehr ziehen, und in Spanien werden während des Vogelzugs sogar Windräder angehalten. Ornithologen, Biologen, Tierärzte, Natur- und Vogelbegeisterte bilden ein internationales Netzwerk, das dafür sorgt, dass dieses einzigartige wilde Naturschauspiel fortbesteht – damit Schnepfenvögel, Schwalben und Kraniche auch in Zukunft jedes Jahr wiederkehren.