Britische Gärten und ihre wilden Bewohner Secret Garden
In der Stadt
Kategorie
Natur und Umwelt
Produktionsinfos
Dokumentationsreihe
Produktionsland
GB
Produktionsjahr
2026
Beschreibung
Mitten in Bristol liegt ein nur zehn Meter breiter Stadtgarten, in dem es vor Leben nur so wimmelt. Für wildlebende Tiere ist das Gärtchen eine grüne Oase, die ihnen Schutz vor den umliegenden Strassen und dem Autoverkehr bietet. Das hätte sich Lou, Künstlerin, Bildhauerin und Besitzerin des Stadtgartens kaum vorstellen können. Ein Jungfuchs hat Lous Garten zum Quartier inmitten seines Reviers erklärt, das sich über rund hundert Nachbarsgärten erstreckt. Er bedient sich an den Hausabfällen und macht sich interessiert auf die Suche nach einer läufigen Füchsin, deren Rufer er hört. Tagsüber versucht eine junge Blaumeise, sich an Lous Futterhäuschen gegen aggressive Distelfinken, listige Tauben und den Nachbarskater Mister Fluffy zu behaupten. Mit den milderen Temperaturen erwacht ein Igelweibchen aus dem Winterschlaf und begibt sich auf Partnersuche. Lou und ihre Nachbarn haben eine 'Igel-Autobahn' angelegt, die sechzehn Gärten miteinander verbindet. Entlang dieses grünen Korridors trifft das Igelweibchen auf gleich mehrere paarungsbereite Männchen. Nachwuchs in der Stadt grosszuziehen ist nicht leicht. Aufgrund des Insektenschwunds kann die Blaumeise ihre zehn Küken nur mit Mühe satt bekommen. Beim ersten Flug begegnen die Küken Gefahren wie dem Nachbarskater Mister Fluffy. Zusammen mit den Gärten der Nachbarn bildet Lous Gärtchen ein Patchwork aus Grünflächen. Da Gärten ein Drittel der Stadtfläche Bristols ausmachen, sind sie ein wichtiger Rückzugsort für die Natur.
In der Region um den Ort Bundenbach haben bis in die 1960er Jahre viele Menschen vom Schieferabbau gelebt. Bis heute erzählen unzählige stillgelegte Stollen von dieser Zeit. Der Bergbauingenieur Christian Wild und der Fledermausexperte Andreas Kiefer begeben sich auf Spurensuche. Dabei finden sie nicht nur erstaunlich gut erhaltene Relikte aus der Bergbauzeit – wo früher Schiefer abgebaut wurde, haben sich heute Fledermäuse in den Höhlen eingenistet. Zwischen steilen Hängen und tiefen Tälern: In der wunderschönen Umgebung des Moseltals sind Steffen Carmin und Hanna Braun mit ihren 250 Schafen auf Wanderschaft. Die Tiere sind Landschaftspfleger und halten die Wiesen offen für seltene Pflanzen. Der Hunsrück ist auch das Habitat der scheuen Wildkatze. Mehr als 100 der seltenen Exemplare leben hier – das ist die grösste zusammenhängende Population Westeuropas. Wildnispädagogin Maria Salomé Hoffmann kann ihre Spuren lesen und lockt die Tiere mit einer selbst gemachten Baldriantinktur vor die Fotokamera.
Der grösste Teil der Ardennen liegt im Südosten Belgiens in der französischsprachigen Wallonie. Im Osten geht das Schiefergebirge der Ardennen in die deutsche Eifel über, bedeckt weiter südlich rund ein Drittel des Grossherzogtums Luxemburg und dehnt sich ganz im Süden bis nach Frankreich hinein aus. In den Hochmooren des Hohen Venn erstreckt sich ein 5.300 Hektar grosses Naturschutzgebiet, eine für Mitteleuropa höchst ungewöhnliche Tundra-Landschaft: kalt, karg, fast baumlos, aber mit einer breiten Heidevegetation, in der viele Tiere eine Heimat gefunden haben. Seltene Vögel wie der Auerhahn leben hier, die Kreuzotter, der Biber und vor einigen Jahren ist auch der Wolf zurückgekehrt. Naturschützer freut das, manche Schäfer eher weniger. Der Förster Thomas Wislet versucht, die Bewegungen des Wolfes mit Fotofallen und DNA-Analysen nachzuverfolgen. Zurzeit gibt es zwei Wolfsmeuten in den Ardennen und immer wieder ziehen weitere Einzeltiere durch das Naturschutzgebiet. Mit fast 700 Meter Höhe sind die Ardennen zwar nicht das Dach der Welt, aber das Dach Belgiens. Durch die niedrige Durchschnittstemperatur finden sich hier zahlreiche Pflanzenarten, die sonst eher in nördlicheren Breiten zu Hause sind. Und so finden Françoise Gabriel und Karin Laschet hier Heilkräuter, die es sonst kaum noch gibt. Sie schwören auf deren einzigartige Heilwirkung. Doch es gibt in den Ardennen noch ein weiteres Biotop für vielfältige Lebensformen: Die Ardennen sind von einem Geflecht aus Höhlen und Grotten und unterirdischen Flussläufen durchzogen.
Die Black Mountains liegen im Südosten von Wales an der Grenze zur englischen Grafschaft Herefordshire und sind Teil des Nationalparks Bannau Brycheiniog (Brecon Beacons). Die Bergrücken der Black Mountains erstrecken sich wie lange Finger von Nord nach Süd. Steht die Sonne tief, erscheinen die Berge schwarz im Gegenlicht. Auch der Abbau von Sandstein und Torf bringt das Schwarz in die überwiegend grünen Berge. Wer hier lebt, liebt die Gemeinschaft und setzt sich für den Erhalt der einzigartigen Landschaft und Tierwelt ein. Besonders geschützt werden Rotmilane, Dachse sowie seltene Fledermausarten. Am Llangorse Lake züchtet Coline Preece Biber, um damit das empfindliche Ökosystem zu retten. Am Berg Bryn Arw arbeitet Keith Powell daran, die von Adlerfarn überwucherten Bergrücken wieder zu bewalden. Als Gletscher in der letzten Eiszeit die Berge, Hügel und Täler der Black Mountains formten, wurden in der ganzen Region Sedimente abgelagert. Gwenda Binns nennt die rote, besonders tonhaltige Erde 'dirt'. Shaun Bevan baut damit Mountainbike-Strecken auf ihrem Ackerland. Den Ursprung dieser besonders formbaren Erde hat Kerry Crosfield unter Tage gefunden: Die Black Mountains werden von einem der längsten Höhlensysteme Europas durchzogen.
In der Nachrichtensendung betrachtet die deutsch-französische Redaktion mit einem weltoffenen Blick das tagesaktuelle politische Geschehen, die sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungen sowie kulturelle Ereignisse in Europa und der Welt. Dabei wird immer aus europäischer Perspektive berichtet und darauf aufmerksam gemacht, wie sich aktuelle Entwicklungen auf Europa auswirken könnten. Die Berichterstattung ordnet Hintergründe ein, stellt Zusammenhänge dar und beleuchtet unterschiedliche Sichtweisen.
Die Sendung erklärt geopolitische Zusammenhänge anhand von Karten und fundierten Analysen. Die Sendung vermittelt komplexe internationale Konflikte, wirtschaftliche Entwicklungen und strategische Interessen anschaulich und verständlich. Im Mittelpunkt steht die Einordnung globaler Ereignisse in ihren historischen und politischen Kontext. So werden weltpolitische Themen klar strukturiert dargestellt und für ein breites Publikum zugänglich gemacht. Aktuelle Krisen, Machtverschiebungen und regionale Spannungen werden dabei ebenso beleuchtet wie langfristige Entwicklungen. Die visuelle Kartenarbeit hilft, Zusammenhänge schnell zu erkennen und Entwicklungen besser nachzuvollziehen. Dadurch entsteht ein vertieftes Verständnis globaler Dynamiken und ihrer Auswirkungen auf einzelne Regionen.
Zensur, Kürzungen und Entlassungen: In der zweiten Amtszeit von Donald Trump droht Forschenden in den USA der Verlust ihrer wissenschaftlichen Freiheit. Manche von ihnen geraten immer mehr in Bedrängnis. 'Wenn laufenden Wissenschaftsprojekten Mitteln entzogen werden, bedeutet das eine Verschlechterung der Ergebnisse.', so Dr. Elsa Anderson. Seit Juli ist die 37-Jährige in Berlin. Sie kommt auf Einladung der Alexander von Humboldt Stiftung. Sie erhält ein Forschungsstipendium am Leibniz-Institut für Gewässerökologie. Vorher forschte sie in den USA an der Northwestern University in Evanston, Illinois. 'Ich bin auf die biologische Vielfalt in der Stadt spezialisiert. Und ich verbinde Strassenkunst mit Artenentwicklungen.' Einige Forscherinnen und Forscher suchen nach unabhängig finanzierten Stellen, kommen zum Beispiel nach Europa. Die Reportage begleitet zwei hoch dotierte amerikanische Personen, eine Wissenschaftlerin in Deutschland und einen Wissenschaftler in Frankreich in den ersten Tagen nach ihrer Ankunft: Bioingenieurin Dr. Katharina Maisel, in Saarbrücken und den Astrophysiker Dr. Kartik Sheth in Marseille. Bis März 2025 war er in leitender Position bei der Nasa. Die Ankündigung der Schliessung des gesamten Wissenschaftsdirektorats, sowie die Schliessung der zuständigen Büros, für Technologie, Politik und Strategie der Nasa, markierte einen Wendepunkt.
In einem abgelegenen Schloss feiert Dr. Frank-N-Furter, ein exzentrischer Wissenschaftler, mit Anhängern seine neueste Schöpfung. Er hat einen künstlichen jungen Mann von strahlender Attraktivität erschaffen: Rocky Horror. Doch als das prüde Liebespaar Brad und Janet während eines Unwetters zufällig in die sonderbare Veranstaltung platzt, bricht in Franks sündigem Schloss der Teufel los. Was folgt, ist eine für alle erlebnisreiche, bizarre Nacht voller sexueller Ausschweifung, skurriler Gestalten und Musik. Während sich die Ereignisse überschlagen, werden Brad und Janet zunehmend in die dekadente Welt des Schlosses hineingezogen. Das verrückte Bühnenstück 'The Rocky Horror Show', das dem Film als Vorlage diente, ist ein Dauerbrenner auf den Bühnen der Welt. Die kongeniale Filmversion des schrillen britischen Rock-Musicals ist seit 1975 zum Kultfilm und Klassiker geworden. Mit Elementen aus Horror, Science-Fiction und Glam-Rock setzt sich die respektlos-freche Persiflage auf Genreregeln und -motive mit gesellschaftlichen Normen auseinander und ist ein Plädoyer für queere Sichtbarkeit, Vielfalt und Kreativität.
Cast
Tim Curry, Susan Sarandon, Barry Bostwick, Richard O'Brien, Patricia Quinn, Nell Campbell, Jonathan Adams
Regie
Jim Sharman
Drehbuch
Richard O'Brien, Jim Sharman
Kritiken
Bizarr-groteske Pop-Parodie auf Horror-, Monster-, Sciencefiction- und Musikfilme; voll bewusster Angriffe auf moralische und geschmackliche Konventionen. Ein Klassiker des 70er-Jahre-Pop (Lex. des Internat. Films).
Der Dokumentarfilm ist eine liebevolle Hommage an ein Stück Popkultur, das bis heute Menschen auf der ganzen Welt begeistert. Er lädt zu einer Reise zu den Anfängen von 'The Rocky Horror Show' ein und erzählt, wie aus einer kleinen, ungewöhnlichen Theaterproduktion in London ein weltweites Kultphänomen wurde. Regisseur Linus O'Brien ist der Sohn von Richard O'Brien, dem kreativen Kopf hinter 'Rocky Horror'. Seine Dokumentation wirft so einen sehr persönlichen Blick auf die Entstehungsgeschichte des Musicals und die spätere Verfilmung 'The Rocky Horror Picture Show'. Mit spürbarer Leidenschaft zeichnet der Film die Höhen und Tiefen dieses Werks nach, das zunächst kaum beachtet wurde und schliesslich Filmgeschichte schrieb. Stars wie Tim Curry, Susan Sarandon, Barry Bostwick und Patricia Quinn erinnern sich an eine Zeit, in der niemand ahnen konnte, welchen Einfluss ihre Arbeit einmal haben würde. Ergänzt werden ihre Geschichten durch prominente Fans wie Jack Black und Trixie Mattel, die erzählen, warum 'Rocky Horror' für sie weit mehr als ein Film und Musical ist. Im Mittelpunkt stehen Themen wie Selbstbestimmung, Toleranz und die Freiheit, anders zu sein. Der Film zeigt , warum sich über Generationen hinweg eine leidenschaftliche Fangemeinde gebildet hat und weshalb die legendären Mitternachtsvorführungen bis heute Menschen zusammenbringen. 'Die 'Rocky Horror Show': Eine wilde Geschichte' erzählt von einer kreativen Revolution, einer einzigartigen Gemeinschaft und einem Werk, das seinen Schöpfern längst entwachsen ist.
Cast
Tim Curry, Susan Sarandon, Richard O'Brien, Jack Black, Trixie Mattel, Barry Bostwick, Patricia Quinn
Die alleinerziehende Yoshimi zieht nach der Scheidung mit ihrer Tochter Ikuko in eine verwahrloste Mietskaserne am Rande von Tokio. Zunächst schenkt sie einem Wasserfleck an der Schlafzimmerdecke wenig Beachtung. Sie hofft, dass der Hausmeister Kamiya sich darum kümmern wird. Ihre Aufmerksamkeit gilt ganz dem Sorgerechtsstreit mit ihrem Ex-Mann und der Jobsuche. Doch bald schon tropft Wasser von der Decke und unheimliche Vorgänge häufen sich. Eine mysteriöse Kinderhandtasche taucht immer wieder auf dem Dach auf, von oben sind trampelnde Schritte zu hören, dunkle Kinderhaare finden sich im Trinkwasser und wiederholt sieht sie ein scheues Mädchen in einem gelben Regenmantel. Nach und nach wird klar, dass die Geschehnisse mit der vor zwei Jahren verschwundenen Mitsuko zusammenhängen. Mitsukos Leiche wurde nie gefunden. Nun irrt ihr Geist durch das Haus auf der Suche nach einer Mutter. Yoshimi begreift, dass das eifersüchtige Geistermädchen eine grosse Gefahr für ihre Tochter Ikuko darstellt. Autor und Regisseur Hideo Nakata zählt mit seinen Filmen 'Ring – Das Original' und 'Dark Water – Besuch aus dem Jenseits' zu den Vätern des Genres J-Horror. Einige der effektvollsten formalen Inventionen des Genres gehen auf ihn zurück: verlangsamte, unscharfe Bilder von Geistergestalten, von dunklen Haaren halb verdeckte Gesichter, die Dissoziation der Bild- und Tonebene, die Fetischisierung alltäglicher Verfallserscheinungen, wie Schimmel oder Wasserflecken, entsättigte Farben. Um die Jahrtausendwende wurden japanische Horrorfilme auf diese Weise zu einem weltweiten popkulturellen Phänomen.
In japanischen Filmen nahmen Übersinnliches, Fabelwesen, Geister und Gespenster immer schon einen hohen Stellenwert ein. Seitdem aber Regisseur Hideo Nakata und Autor Kôji Suzuki atmosphärisch so dichte Schauerstücke wie die beiden 'Ring'-Filme und 'Dark Water' geschaffen haben, spricht die ganze Welt vom japanischen Horrorfilm. Hollywood war so angetan vom 'Horror made in Nippon', dass schnell sowohl von 'Ring' wie auch von 'Dark Water' Remakes hergestellt wurden. Der Erfolg der Neuauflage, die unter dem Titel 'The Ring' auch in unsere Kinos kam, war so gross, dass für die Fortsetzung 'The Ring 2' mit Hideo Nakata gleich der Erfinder des Originals als Regisseur verpflichtet wurde.
Der US-Marshal Teddy Daniels und sein neuer Partner Chuck Aule sollen im Jahr 1954 im Ashecliffe Hospital auf Shutter Island das Verschwinden der Patientin Rachel Solando aufklären. Das Besondere an dem Fall: Shutter Island ist eine geschlossene Nervenklinik, die ihre Patienten wie Gefangene behandelt. Alle Türen sind verriegelt, das Gebäude ist mit einem elektrischen Draht umzäunt – eine Flucht ist unmöglich. Besonders Teddy Daniels reagiert verstört auf die Patienten und die Klinik. Ein Hurrikan verhindert bis auf weiteres eine Rückkehr auf das Festland, und während die Ermittlungen den Verdacht immer mehr erhärten, dass auf Shutter Island geheime Experimente an Patienten durchgeführt werden, wird Teddy immer wieder mit den Erinnerungen an seine verstorbene Ehefrau und seine Zeit als Soldat konfrontiert. Teddy gesteht seinem Partner Aule, dass er den Fall angenommen habe, weil die USA auf der Insel verheerende Versuche an hilflosen Menschen durchführten wie einst die Nazis, und dass der Mörder seiner Familie sich dort aufhalte. Je tiefer Teddy in die Geheimnisse der Klinik eindringt, desto undurchsichtiger wird, was tatsächlich geschieht und was seiner inneren Wahrnehmung entspringt. Martin Scorseses Psychothriller basiert auf dem gleichnamigen Roman des US-Autors Dennis Lehane aus dem Jahr 2003, das Drehbuch schrieb Laeta Kalogridis. Premiere feierte 'Shutter Island' 2010 im Wettbewerb der 60. Berlinale. Mit Leonardo DiCaprio, Mark Ruffalo, Ben Kingsley, Michelle Williams und Max von Sydow ist das Ensemble prominent besetzt.
Wiederholung
W
Cast
Leonardo DiCaprio, Mark Ruffalo, Ben Kingsley, Michelle Williams, Emily Mortimer, Patricia Clarkson, Max von Sydow
Richard und Felix holen die verstörte Emily in Belgien ab und bringen sie nach Hause. Richard geht von einer weiteren Entführung aus, will die Polizei aber nicht involvieren. Er informiert stattdessen Hanno, seinen langjährigen Sicherheitsberater, der die Geschwister im Haus der Eltern zusammenruft. Das nervenaufreibende Warten auf eine Nachricht der Entführer ist zermürbend. Felix nutzt seine Rückkehr nach Deutschland, um sich bei seiner Jugendliebe Corinna für sein schlechtes Verhalten in der Vergangenheit zu entschuldigen. Doch Corinna konfrontiert ihn mit unangenehmen Fragen: Was war vor seiner plötzlichen Abreise nach Kanada zwischen Felix und dem gemeinsamen Jugendfreund Jonas vorgefallen? Leos Sohn Linus findet bei seiner Mutter Schlaftabletten und verschwindet zu seinem Vater Pino, mit dem Leo kein gutes Verhältnis hat. Barbara ist mit der Betreuung der retraumatisierten Emily überfordert und setzt Felix unter Druck, sich zu kümmern. Emily hält das Abwarten nicht mehr aus und macht sich heimlich auf die Suche nach Hinweisen.
Hormone sind in aller Munde. Kein Wunder, denn vieles, was unser Leben unmittelbar betrifft, wird von ihnen massgeblich beeinflusst: Schlaf, Stress, Sex, Liebe, Aggression und Gewalt – um nur wenige Beispiele zu nennen. Es passiert uns einfach: Wir müssen nicht darüber nachdenken. 'Evolutionär funktional' nennt Mirjam Christ-Crain vom Universitätsspital Basel dieses seit Millionen Jahren eingespielte System: Eng mit Sinnesorganen und Hirn verknüpfte Drüsen jagen Botenstoffe in Sekundenbruchteilen durch unseren Körper. Schon ein Billionstel Gramm reicht aus, und wir fühlen uns wie ein anderer Mensch. Das war lange Zeit gut so: Ein Schuss Cortisol aus der Nebennierenrinde konnte uns bei der Begegnung mit Säbelzahntigern das Überleben sichern. Aber passt dieses mächtige System heute noch in unseren Alltag? Ist es nicht viel mehr ein überregulierender Störfaktor, der uns obendrein oft krank macht? Von PCOS über Diabetes bis Adipositas – die Liste endokriner Krankheiten ist lang. Rein hormongesteuert will heute keiner mehr sein. Viele nehmen das Heft selbst in die Hand: Hormontherapien, Hormonergänzungsmittel oder -blocker erleben einen Boom. Melatonin, um besser einzuschlafen, Ozempic, um abzunehmen, Testosteron für Muskelaufbau. Wenn wir heute so gut wissen, wie das Hormonsystem funktioniert, warum steuern wir es dann nicht einfach? Liegt darin eine neue Unabhängigkeit – oder eine unüberschaubare Gefahr?
Litauen ist der südlichste der drei baltischen Staaten und Mitglied der NATO und der Europäischen Union. Der strategisch wichtige Suwalki-Korridor bildet die Festlandsbrücke zum übrigen Europa, denn das Land liegt eingekeilt zwischen Russland und Belarus, wo mit Alexander Lukaschenko ein enger Verbündeter Putins herrscht. Angesichts der angespannten Lage an den militärisch hochgesicherten Grenzen bereitet Litauen seine Bevölkerung auf eine mögliche kriegerische Auseinandersetzung vor. Auch die europäischen Partner, allen voran Deutschland, haben ihre militärische Präsenz zu Abschreckungszwecken massiv verstärkt. Unweit von Vilnius, wo die Erinnerung an fünf Jahrzehnte sowjetischer Besatzung noch immer lebendig ist, halten russische Züge auf dem Weg in die Ostsee-Exklave Kaliningrad in der Kleinstadt Kena. Fahrgäste dürfen die Züge nicht verlassen, doch durch die Fenster werden ihnen Bilder von russischen Gräueltaten in der Ukraine gezeigt. Ausserdem erhalten sie kurzzeitig WLAN-Zugang, um sich unabhängig informieren zu können. Alles erinnert an den Kalten Krieg. Moskau hat im Gegenzug Schleusernetze aufgebaut, die Migranten aus dem Irak, Syrien und Afghanistan heimlich über die Grenze nach Litauen und damit in die EU bringen.
Die Mythologie lebt! Und wie! Die Zeichentrickserie '50 Shades of Greek' transportiert die grossen Mythen der Antike in die heutige Zeit. Eine 'Taramavirus'-Pandemie führt zu einem Lockdown auf dem Olymp, dank 'Homer BnB' kann man Urlaub in der Unterwelt machen, und Jesus informiert sich als Auslandskorrespondent über den Polytheismus . Auch die mit Spannung erwartete dritte Staffel spart mit ihrer humorvollen Gesellschaftskritik keinen Bereich aus. Göttinnen und Götter, antike Helden und mythische Ungeheuer treiben in 30 neuen Folgen ihr Unwesen und regen zum Nachdenken über den Lauf der Welt an.
Mit ihren feministischen und aufrührerischen Liedern verschiebt Suzane die Grenzen Suzane ist mit ihrem Album 'Millenium' auf Tournee. Die engagierte Sängerin, deren Texte feministisch, politisch und aufrührerisch sind, feierte 2020 mit ihrem Debütalbum 'Toï Toï' ihren Durchbruch. In 'Millenium' setzt sie ihren Kampf in Musik – mit Titeln wie 'Virile', der die Zwänge zurückweist, die Mädchen auferlegt werden, den Klischees von Weiblichkeit zu entsprechen, oder dem Song 'Je t'accuse', der die Untätigkeit der Justiz im Umgang mit Anzeigen wegen Vergewaltigung anprangert. Lula gewinnt die Präsidentschaftswahl in Brasilien – eine Schlappe für das Trump-Lager? In Brasilien wurde Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva am Sonntag, dem 25. Oktober, bei der Stichwahl der Präsidentschaftswahlen wiedergewählt. Er lag mit mehr als vier Millionen Stimmen vor seinem Gegenkandidaten Flávio Bolsonaro. Das Land hat knapp 160 Millionen Wahlberechtigte. Lula siegte, obwohl ihn Umfragen als Verlierer gesehen hatten und trotz der Niederlage seines Bündnisses bei den Parlamentswahlen am 4. Oktober. Das Lager Bolsonaros bestreitet das Wahlergebnis. Die Niederlage der brasilianischen extremen Rechten durchkreuzt zudem die Pläne von Donald Trump. Dieser hatte Flávio Bolsonaro unterstützt, um die Vorherrschaft der Vereinigten Staaten in Lateinamerika zu festigen. Xavier Mauduit erzählt die Geschichte des Kehlsteinhauses (international auch 'Eagle's Nest' bzw. 'Adlerhorst' genannt), einer von Hitlers bevorzugten Residenzen in Bayern, die am Samstag, dem 24. Oktober, in Flammen aufgegangen ist. Théophile Cossa warnt vor den Risiken des Pilzesammelns, einer im Herbst beliebten Freizeitbeschäftigung, die seit Anfang September in Frankreich zu mehr als 700 Vergiftungsfällen geführt hat.
Die südostasiatische Insel Borneo ist eine Schatzkammer der Artenvielfalt: Während in deutschen Wäldern rund 90 Baumarten leben, gedeihen in den Regenwäldern Borneos bis zu 1.200 Arten auf einem halben Quadratkilometer. Auch die Zahl der Tierarten ist enorm, und jedes Jahr werden neue entdeckt. Mitte des vergangenen Jahrhunderts begann allerdings eine beispiellose Vernichtung: Um Holz zu gewinnen und Ackerflächen anzulegen, entwaldete man riesige Gebiete. In manchen Jahren exportierte Borneo mehr Holz als Afrika und Südamerika zusammen. Mit dem Beginn des Palmöl-Booms nahm die Zerstörung noch zu. Mit der Vernichtung ihres Lebensraumes verschwanden viele Tiere. Das kleine Borneo-Nashorn starb in Malaysia aus, Tiere wie Nasenaffen, Zwergelefanten und Orang-Utans sind stark bedroht. Der malaysische Bundesstaat Sabah im Nordosten Borneos hat sich für ein Umdenken entschieden. Die berüchtigten Palmölplantagen, denen in den Tropen riesige Urwälder zum Opfer fallen, dürfen nur noch nachhaltig und ohne weitere Waldvernichtung betrieben werden. Ein grosser Teil Sabahs steht unter Naturschutz. Die Menschen in Sabah wollen den Regenwald zurück. Regenwaldbäume werden neu angepflanzt, grüne Korridore aus Bäumen sollen ursprüngliche Waldgebiete verbinden und neue Lebensräume für seltene Tiere schaffen. Der Wald, der auf diese Weise entsteht, wird lange brauchen, bis er wieder das wird, was er einmal war: Regenwald. Aber schon jetzt zieht man neue Erkenntnisse aus der Aufforstung und der Renaturierung.
Im September 2015 erlebt die Welt der Wissenschaft eine Sensation: Forschern in den USA gelingt es erstmals in der Geschichte der Physik, die Existenz von Gravitationswellen nachzuweisen. Ein Meilenstein. Denn dieser Nachweis eröffnet einen völlig neuen Blick auf unser Universum – vielleicht sogar auf die Geburt des Kosmos selbst, nichts Geringeres also als den Urknall. Gravitationswellen entstehen, wenn im Weltall etwas Gigantisches passiert: eine Sternenexplosion, die Verschmelzung von Neutronensternen oder von Schwarzen Löchern. Die Ereignisse sind so gewaltig, dass sie Wellen von immenser Energie freisetzen. Milliarden Jahre reisen diese Wellen durchs All, krümmen Zeit und Raum und erreichen mit etwas Glück schliesslich auch die Erde. 2017 bekamen die amerikanischen Forscher für die erfolgreiche Messung einer Gravitationswelle den Nobelpreis. Die Dokumentation 'Wie klingt der Urknall?' erzählt die Geschichte dieses Erfolgs. Sie unternimmt eine Entdeckungsreise in die Astrophysik und in die Geschichte der Gravitationswellenforschung. Angefangen bei Albert Einstein über die Gravitationswellendetektoren in den 1960er Jahren bis hin zu jenen Messinstrumenten, die 2015 zum ersten Mal Gravitationswellen erfolgreich festhalten konnten. Die Dokumentation berichtet von der Leidenschaft und dem unermüdlichen Forschergeist der Pioniere auf dem Feld. Es geht um nichts weniger als das grosse Ganze und um die Chance, die Unendlichkeit, die uns so unvorstellbar erscheint, ein bisschen besser zu verstehen.
Cast
Frank Arnold, Karsten Danzmann, Marcus Fitsch, David Shoemaker, Rainer Weiss, Walter Winkler
Schon immer haben Menschen sich umeinander gekümmert. Krankheiten zu heilen oder Schmerzen zu lindern sind Menschheitspraktiken, die in früheste Zeit zurückreichen – auch wenn wir lange Zeit vielen Erkrankungen gegenüber völlig hilflos waren. Heutzutage weiss man über die Ursachen vieler Krankheiten besser Bescheid. Ärztinnen und Ärzte verfügen über umfangreiche Kenntnisse und wirksame Medikamente. Doch sind wir dadurch jetzt unangreifbar? Diese Folge unternimmt eine Reise zu den grossen Errungenschaften, die der Menschheit die Möglichkeit geschenkt haben, die Welt der Viren und Bakterien zu erforschen. Im Fokus stehen Wissenschaftler wie Semmelweis, Leeuwenhoek, Spallanzani, Pasteur und Fleming. 'Impulse' hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Wissenschaftsbegeisterung jener zu wecken, die sich stets für naturwissenschaftlich unbegabt gehalten haben. Die Serie will an komplexe Themenbereiche wie Genetik, Strömungsmechanik, elektromagnetische Wellen, Mikrobiologie oder Quantenphysik heranführen und für sie begeistern. Und dann sage noch mal einer, Wissenschaft mache keinen Spass!
Der Mensch hat immer wieder versucht, sich über die Naturgesetze hinwegzusetzen. Schon die rätselhaften Megalithen aus prähistorischer Zeit bezeugen, was sich später, ob beim Pyramidenbau oder beim Aufstieg der ersten Heissluftballons, immer wieder bestätigte: Bereits unsere Vorfahren wussten, dass man beobachten und experimentieren muss, um die Welt zu verstehen. Heute sind die komplexen Mechanismen der Physik immer besser bekannt, und wir sind sogar in der Lage, die Anziehungskraft der Erde zu überwinden und den Weltraum zu erschliessen. Diese Folge der Dokumentationsreihe 'Impulse' blickt auf die grossen Etappen der Erforschung der Schwerkraft und auf die Wissenschaftler, die daran beteiligt waren: Aristoteles, Ptolemäus, Kopernikus, Galilei, Newton und Einstein. Eine populärwissenschaftliche Reise ins Reich der Schwerkraft, der Geschwindigkeit und der Trägheit. 'Impulse' hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Wissenschaftsbegeisterung jener zu wecken, die sich stets für naturwissenschaftlich unbegabt gehalten haben. Die Dokumentationsreihe will an komplexe Themenbereiche wie Genetik, Strömungsmechanik, elektromagnetische Wellen, Mikrobiologie oder Quantenphysik heranführen und für sie begeistern. Und dann sage noch mal einer, Wissenschaft mache keinen Spass!
Eigentlich ist Planwirtschaft eine genial einfache Idee. Nur haben wir aus der Sowjetunion gelernt, dass kommunistische Planwirtschaft immer ineffizient ist, Innovation hemmt und zu Machtmissbrauch führt. Oder stimmt diese Regel gar nicht mehr? Auch kapitalistische Volkswirtschaften haben immer geplant und tun es heute mehr denn je. Der globale Wirtschaftsboom nach dem Zweiten Weltkrieg, Chinas Marktsozialismus, Europas Energiewende – alles Beispiele für ziemlich gut funktionierende Wirtschaftsplanung. Selbst Amazon nutzt Planungsalgorithmen eines sowjetischen Mathematikers. Offenbar sind Markt- und Planwirtschaft nicht unvereinbar – sie lernen voneinander. Durch Informationstechnik und Künstliche Intelligenz wird Planung auf einem ganz neuen Level möglich. Ist eine neue, demokratische Planwirtschaft also machbar? Vielleicht hatte der Sozialist Salvador Allende ja die richtige Vision mit Cybersyn, einem in den 1970er Jahren revolutionären Computersystem. Das sollte die komplette chilenische Wirtschaft vernetzen, den Betrieben mehr Autonomie und den Mitarbeitern Mitsprache ermöglichen. Aber dann putschte das chilenische Militär, Allende erschoss sich und der Cybersyn-Traum einer demokratisch-kooperativen Wirtschaft war zu Ende. Doch jetzt ist die Idee zurück: mit digitalen Zwillingen für ganze Wirtschaftsblöcke, mit lokal planenden Bürgerräten, Green Deals und der Vision von planetaren CO2-Budgets. Nicht als Reinform zentraler Planung, sondern als Mischung aus strategischer Planung, demokratischen Elementen und einem gut geregelten Markt.
Das Vogelparadies Acadiana, auch 'Cajun Country' genannt, erstreckt sich von New Orleans bis zur Grenze nach Texas und dem Golf von Mexiko. Pelikane, Kraniche, Enten, Adler und unzählige weitere Vogelarten bevölkern die hiesigen Sümpfe, Wälder und Küsten. Doch das Vogelparadies ist durch Abtragung des Watts und die Klimaveränderung gefährdet. Tatsächlich verschwindet jede Stunde ein Areal des Watts so gross wie ein Fussballfeld – und damit auch viele Tiere. Bewohnt wird Acadiana von Cajuns, den Nachfahren französisch-kanadischer Einwanderer, die sich im 18. Jahrhundert in Louisiana niederliessen. Ihre französische Herkunft bestimmt bis in die Gegenwart die Kultur der Cajuns. Manche Cajuns sprechen noch etwas Französisch-Kreolisch, auch wenn Englisch schon lange Landessprache ist und sie im Laufe der Zeit viel der Kultur der indianischen Ureinwohner übernommen haben. Dazu gehört die tiefe Verbundenheit zur Natur und natürlich ganz besonders zu den Vögeln der Region. Dies zeigt sich bei der Vorliebe der Cajuns für Holzvogel-Schnitzarbeiten, eine grosse Kunstfertigkeit, die schon seit hunderten Jahren von den Ureinwohnern der Gegend praktiziert wurde und als die erste original amerikanische Kunstform gilt. So beliebt ist die Holzschnitzkunst, dass es mehr Weltmeister in Louisiana gibt als in allen anderen Staaten der USA. Und sie alle treffen beim jährlichen 'Cajun Heritage Festival' gegeneinander an. Das oberste Gebot ist es, die Vogelskulpturen mit grösstmöglicher Kunstfertigkeit naturgetreu zu gestalten. Enten sind häufige Motive, aber erfahrene Schnitzer wagen sich auch an Singvögel, Kraniche, Pelikane oder sogar Adler.
Drachensteigen gehört zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen im westindischen Bundesstaat Gujarat. Es ist mehr als ein Sport – es ist ein Wettkampf und eine Leidenschaft. Besonders deutlich wird dies während des Uttarayan-Festes, das traditionell im Januar stattfindet. Tausende Flugkörper steigen dann in den Himmel und ringen um die Lufthoheit. Doch die Drachen sollen nicht nur hochsteigen und möglichst lange in der Luft bleiben. Durch speziell mit Glaspulver präparierte Schnüre sollen sie auch die Halterungen der anderen Drachen kappen und diese zum Absturz bringen. Einer, der diese Kunst zu einer besonderen Fertigkeit gebracht hat, ist der 15-jährige Mohit Prajapati aus der Stadt Ahmedabad. Das Drachensteigenlassen hat er von seinem zwei Jahre älteren Bruder Nikhil gelernt. Drachen lassen die Geschwister das ganze Jahr über steigen. Vor dem grossen Fest verbringen sie jede freie Minute auf dem Dach ihres Hauses, um ihre Flugtechniken zu perfektionieren. Wie die meisten Einwohner Ahmedabads wollen auch sie neue Drachen kaufen, die sie am Tag vor den Festlichkeiten aufwendig präparieren. Ein ganzer Wirtschaftszweig hat sich daraus entwickelt. Tausende kleine Werkstätten richten sich ein, um sie herzustellen, Millionen Drachen werden in den Tagen vor Uttarayan verkauft. Zwei Tage dauert das Ereignis, bei dem die Flugdrachen bis in die Nacht hinein den Himmel über Ahmedabad bevölkern. Und Mohit hofft, dass seine Modelle bis zuletzt oben bleiben werden.
Im Westen Liguriens liegt die Riviera di Ponente, auch bekannt als die Riviera dei Fiori. Das milde Klima und eine lange Tradition des Gartenbaus prägen diese Küste: terrassierte Gärten, farbige Blüten und Pflanzen aus aller Welt bestimmen das Bild. Marcos Lochtl ist einer der letzten Fischer von Noli – einem Ort, der bis vor wenigen Jahrzehnten vom Fischfang lebte. Der Fang ist klein, aber geschmacksintensiv. Zusammen mit Gemüse bereitet Marcos daraus Cappon Magro zu: ein vielschichtiger Salat, einst ein Arme-Leute-Essen, heute Inbegriff ligurischer Raffinesse. Im Hinterland bei Albenga lebt Aldo Lomanto, einer der letzten Hirten der Region. Die robuste Brigasca-Rasse ist an steile Hänge und karge Böden angepasst. Aus der Milch seiner Tiere produziert Aldo unter anderem Bruss, einen fermentierten Ricotta. Daraus entsteht eine kräftige, aromatische Sauce – ideal zum Würzen der Suggelli, einer typischen Nudel der Hirten, die traditionell auf den Bergweiden gekocht wurde. In Alassio liegt die Villa della Pergola. Die Villa mit ihrem botanischen Garten wurde im 19. Jahrhundert von englischen Wintergästen angelegt, später dem Verfall überlassen und schliesslich von Silvia Arnauld Ricci bei einer Auktion erworben. Über viele Jahre liess sie Haus und Garten restaurieren. In der Küche entstehen daraus klassische Gerichte wie gefülltes Gemüse nach ligurischer Art, inspiriert vom Garten. Oberhalb von Ventimiglia führt Ilaria Positano die Tradition der Florikultur fort – neu gedacht und ökologisch. Sie kultiviert essbare Blumen, die in der Küche zu Pasta und zu einem Pesto aus den Blüten verarbeitet werden.
In den dichten Wäldern der Karpaten ist der Europäische Braunbär Teil eines ausgeklügelten, aber fragilen Ökosystems. Aus vielen anderen Regionen Europas ist das beeindruckende Raubtier bereits verschwunden, doch in den Karpaten findet sich der grösste Bestand des Kontinents. Das Zusammenleben von Mensch und Bär hat sich hier recht harmonisch eingespielt. Am Rande der Arktis muss der majestätische Eisbär miterleben, wie sein Jagdgebiet, das Packeis, zunehmend dem Klimawandel zum Opfer fällt. Dennoch bereiten sich die Tiere alljährlich auf die Winterruhe vor. In Kamtschatka im äussersten Osten Sibiriens verlassen die Grizzlybären Anfang März den schützenden Bau. Die Weibchen werden von ihren Jungtieren begleitet, die im Dezember zur Welt gekommen sind. Hungrig warten sie auf die Ankunft der Lachse, die in den Flüssen stromaufwärts an ihre Laichorte zurückwandern, wo sie nach der Eiablage sterben. Im Norden Kanadas spürt Pierre Mann nicht nur Amerikanische Schwarzbären auf, sondern auch den legendären, äusserst seltenen Kermodebär, der in seiner Heimat – dem gemässigten Regenwald British Columbias – auch 'Spirit Bear' (Geisterbär) genannt wird. In der Mythologie der indianischen Ureinwohner dient das Tier als Vermittler zwischen der Welt der Lebenden und dem Jenseits.
Im 19. Jahrhundert siedelte Bram Stoker seinen Roman 'Dracula' in Transsilvanien mit seinen verfallenen Schlössern und blutigen Legenden an. Heute ist die abgelegene Region Rumäniens, auch bekannt als Siebenbürgen, eines der letzten unberührten Wildnisgebiete Europas, mit atemberaubenden Landschaften und einer grossen Artenvielfalt. Abgeschirmt durch die majestätischen Karpaten und durch ein jahrzehntelanges, hartes kommunistisches Regime konnte die einzigartige Naturlandschaft erhalten bleiben, die sich in manchen abgeschiedenen Gegenden seit dem Mittelalter kaum verändert hat. Die Menschen haben hier ihre Traditionen bewahrt und pflegen bis heute ihre Bräuche. Die ausgedehnten Bergketten und Urwälder Siebenbürgens sind die Heimat von Luchsen, Wölfen und einer Bärenpopulation, die einen Grossteil der europäischen Bären ausmacht. Transsilvanien ist auch ein Paradies für einen wichtigen Protagonisten des Romans 'Dracula': 26 Fledermausarten leben in den vielen Höhlen, Schlossruinen und alten Kirchenburgen. Wenn die Nacht hereinbricht, verlässt das Grosse Mausohr, eine der grössten Fledermausarten Europas, sein Versteck, um in den tierreichen Wiesen und Wäldern zu jagen. Diese Mischung aus Geschichte, Folklore und Natur verleiht Transsilvanien einen ganz eigenen, ursprünglichen Zauber.
Dänemark | Themen: Westjütland: Stine Pilgaard im Land der kurzen Sätze / Dänemark: Land des Windes / Dänemark: Adams Smørrebrød / Kopenhagen: Gewagte Gemälde
(1) Westjütland: Stine Pilgaard im Land der kurzen Sätze Kühe, Windräder, flaches Land, weites Meer: Willkommen auf der dänischen Halbinsel Westjütland zwischen Nord- und Ostsee. Hierher zieht die Heldin von Stine Pilgaards Roman 'Meter pro Sekunde' mit Mann und Baby – und tut sich erst mal schwer im 'Land der kurzen Sätze'. Eine originelle und urkomische Geschichte vom Leben auf dem Lande und vom Erwachsenwerden. (2) Dänemark: Land des Windes Der Wind hat die Geschichte Dänemarks geprägt, von den Segeln der ersten Wikingerschiffe bis zu den grossen Windkraftanlagen der Gegenwart. Seit dem Mittelalter machten die Dänen sich mit viel Geschick daran, die zerstörerische Kraft des Naturelements zu bändigen und sich zunutze zu machen. Heute hat das Land den höchsten Windenergieanteil in Europa – ein ökologischer Erfolg, der seinesgleichen sucht. (3) Dänemark: Adams Smørrebrød In Kopenhagen bereitet Adam eine Spezialität zu, der man mit der deutschen Übersetzung 'Butterbrot' kaum gerecht wird: Sein Smørrebrød besteht aus einer Scheibe selbst gemachtem Roggenbrot, auf die er Kohlrabi, Äpfel und Kapern drapiert und die er anschliessend mit einer Käseemulsion bekrönt. Traditionell wird dieses 'Butterbrot' mit Messer und Gabel verspeist. (4) Kopenhagen: Gewagte Gemälde Im Zentrum der dänischen Hauptstadt Kopenhagen spürt man die royale Vergangenheit der Stadt auf Schritt und Tritt. Im Königsschloss Christiansborg residiert heute das dänische Parlament, das alte Hoftheater dagegen wurde zum Museum umgewandelt. Hier finden sich gewagte Gemälde eines Pärchens, das seiner Zeit sehr weit voraus war ...
Korsika | Themen: Korsika: Jérôme Ferraris unverfälschtes Kindheitsparadies / Korsika, Insel des Maquis und der Hirten / Korsika: Marines Mini-Crêpes mit Käse / Auf Korsika: Verteidigung ist der beste Angriff
(1) Korsika: Jérôme Ferraris unverfälschtes Kindheitsparadies In der Bergregion Alta Rocca im Süden Korsikas liegen kleine Dörfer versteckt in der Macchia. So auch Fozzano, wo der französische Schriftsteller Jérôme Ferrari, der 1968 in Paris geboren wurde, die Sommer seiner Kindheit im Haus der Grosseltern verbrachte. Die tiefe Verbundenheit zum einfachen, ländlichen Leben fernab aller Korsika-Klischees inspirierte einen Grossteil seines Werkes, darunter auch den Roman 'Predigt auf den Untergang Roms', für den er 2012 den Prix Goncourt bekam. (2) Korsika: Insel der Macchia und der Hirten In Korsika wächst die dichte Macchia (auf Französisch 'Maquis') oft bis ans Meer. Diese unvergleichlich schönen, rauen Landschaften gehören von jeher den korsischen Hirten und ihren Herden. Generation um Generation prägten diese leidenschaftlichen, freiheitsliebenden Männer das Landschaftsbild sowie die handwerklichen und kulinarischen Traditionen der 'Insel der Schönheit'. (3) Korsika: Marines Mini-Crêpes mit Käse Im Golf von Saint-Florent auf Korsika bereitet Marine direkt am Wasser ein beliebtes Gericht zu, das oft auf Dorffesten serviert wird: kleine, dicke Crêpes mit Frischkäse. Eine Extraportion Käse macht das Ganze noch einmal so lecker! (4) Korsika: Verteidigung ist der beste Angriff Bevor Korsika zum Touristenziel wurde, stand die Insel im Fokus zahlreicher Invasoren aus ganz Europa. Ende des 18. Jahrhunderts, kurz nach der Französischen Revolution, widerstand dort ein Verteidigungsturm auf wundersame Weise den Angriffen der britischen Armee – und weckte ihre Neugierde ...
Die junge Ärztin Dr. Constance Petersen arbeitet in einer Nervenklinik. Wie ihre Kollegen wartet sie gespannt auf den neuen Chefarzt, der den bisherigen Leiter der Anstalt, Dr. Murchison, ablösen soll. Als Dr. Edwardes eintrifft, fällt ihr jedoch dessen seltsames Verhalten auf und sie hegt den Verdacht, dass der Chefarzt nicht der ist, für den er sich ausgibt. Tatsächlich erscheint die Polizei in der Klinik und unterrichtet die Belegschaft darüber, dass der wahre Dr. Edwardes verschwunden und wahrscheinlich Opfer eines Mordes geworden ist. Hauptverdächtiger ist der falsche Dr. Edwardes, der sich in die Klinik eingeschlichen hat. Doch der ist verschwunden. Dr. Constance Petersen glaubt fest an die Unschuld des Mannes, in den sie sich verliebt hat. Sie kann ihn in einem New Yorker Hotel ausfindig machen und versucht, den Mord aufzuklären. Aber überdeckt ihre Liebe vielleicht die Wahrheit? Mit 'Ich kämpfe um dich' setzte sich Hitchcock zum ersten Mal dezidiert mit Erkenntnissen der Freud'schen Psychoanalyse auseinander. Produziert für 1,5 Millionen US-Dollar, spielte der Film fast das Vierfache seiner Kosten ein und wurde zu einem weiteren Triumph in Hitchcocks Hollywood-Karriere. Filmkomponist Miklos Rozsa bekam für 'Ich kämpfe um dich' 1946 den Oscar. Der Film erhielt weitere Oscarnominierungen in den Kategorien Bester Film, Beste Regie, Beste männliche Nebenrolle (Michael Chekhov als Dr. Brulov), Beste Schwarz-Weiss-Kamera und Beste optische Spezialeffekte. Ingrid Bergman wurde im gleichen Jahr als beste Schauspielerin mit dem New York Film Critics Circle Award ausgezeichnet.
Wiederholung
W
Cast
Ingrid Bergman, Gregory Peck, Michael Chekhov, Leo G. Carroll, Rhonda Fleming, John Emery, Steven Geray
Regie
Alfred Hitchcock
Drehbuch
Ben Hecht, Angus MacPhail
Kritiken
Neben zahlreichen ironisch eingesetzten Sexualsymbolen sind die legendären, vom Surrealisten Salvador Dalí entworfenen Traumsequenzen besonders eloquent. Nennenswert ist in diesem s/w-Film eine kleine Hitchcock-Finesse: Der auf den Zuschauer gerichtete Pistolenschuss, der durch zwei blitzartige blutrote 'Frames' sichtbar gemacht wird.
Das Team reist nach Südfrankreich, ins heutige Lozère. Die Dokumentation begleitet den Historiker Bernard Soulier und den Illustrator Jean-Charles Poupard auf einer spannenden Recherchereise. Soulier beschäftigt sich seit fast 50 Jahren mit der Geschichte der Bestie von Gévaudan, der Illustrator Poupard arbeitet an einer Graphic Novel über die Angriffe. Gemeinsam besuchen sie Originalschauplätze entlang der Cevennen am Rande des Zentralmassivs, durchsuchen Archive und versuchen vor Ort, das Rätsel zu lösen. Sie gehen den Legenden und Mythen um die Bestie von Gévaudan nach. Neben den Spuren der Bestie von einst besucht das Team einzigartige Orte wie den Parc des Loups, die Réserve des Bisons d'Europe und das Programm der französischen Tierschutzorganisation LPO ('Ligue pour la Protection des Oiseaux') zur Wiederansiedlung von Geiern. Gemeinsam mit den Einwohnern der Region entdeckt das Team die faszinierende Flora und Fauna der Gegend.
Die Folge 'Louisianas schaurige Sümpfe und mystische Wesen' führt in die geheimnisvolle Welt der Swamps im Süden der USA. Zwischen Sumpf und Grossstadt verläuft hier eine unsichtbare Grenze zwischen Mythos und Wahrheit, Vergangenheit und Gegenwart. Die Reihe widmet sich Regionen unserer Welt, die durch Spuk- und Geistergeschichten bekannt sind. Die Entdeckungsreise führt dieses Mal von den endlosen Bayous des Honey Island Swamp, wo Einheimische von einem geheimnisvollen Monster erzählen, über die sagenumwobenen Friedhöfe von New Orleans bis zu den verlassenen Plantagen am Bayou Teche, wo die Geister einstiger Sklaven bis heute durch die Häuser spuken sollen. Vampirlegenden und düstere Schicksale der Vergangenheit erwachen auf unheimliche Weise zu neuem Leben. Voodoo-Priester zelebrieren uralte Schutzrituale. Die Cajuns bewahren hier über Generationen ihre Musik und ihre Kultur. Und das alles inmitten der einzigartigen Sumpflandschaft Louisianas.
Die Folge von 'Haunted Places' führt zu schottischen Orten, an denen sich Geschichte, Legenden und Spukgeschichten bis heute überlagern. Sie stellt Bram Stokers Inspirationsorte für den Roman 'Dracula' an Schottlands Nordostküste vor. Ausserdem geht sie den Spukgeschichten rund um das Kilmarnock Arms Hotel und das berüchtigte Fyvie Castle nach. Traquair House, das als das älteste bewohnte Haus Schottlands gilt, und das verschlossene 'Bear Gate' erzählen von jahrhundertealter Treue, während das Schlachtfeld von Culloden den schicksalhaften Untergang der Jakobiten vergegenwärtigt. Am Ufer von Loch Ness begegnet die Dokumentation einem selbst ernannten 'Nessie-Jäger' und erfährt, was ihn auf seiner jahrzehntelangen Mission antreibt. 'Schottlands Geister und Highlands' entführt in eine Welt, in der Geschichte lebendig bleibt und Mythen zum Alltag gehören.
Litauen ist der südlichste der drei baltischen Staaten und Mitglied der NATO und der Europäischen Union. Der strategisch wichtige Suwalki-Korridor bildet die Festlandsbrücke zum übrigen Europa, denn das Land liegt eingekeilt zwischen Russland und Belarus, wo mit Alexander Lukaschenko ein enger Verbündeter Putins herrscht. Angesichts der angespannten Lage an den militärisch hochgesicherten Grenzen bereitet Litauen seine Bevölkerung auf eine mögliche kriegerische Auseinandersetzung vor. Auch die europäischen Partner, allen voran Deutschland, haben ihre militärische Präsenz zu Abschreckungszwecken massiv verstärkt. Unweit von Vilnius, wo die Erinnerung an fünf Jahrzehnte sowjetischer Besatzung noch immer lebendig ist, halten russische Züge auf dem Weg in die Ostsee-Exklave Kaliningrad in der Kleinstadt Kena. Fahrgäste dürfen die Züge nicht verlassen, doch durch die Fenster werden ihnen Bilder von russischen Gräueltaten in der Ukraine gezeigt. Ausserdem erhalten sie kurzzeitig WLAN-Zugang, um sich unabhängig informieren zu können. Alles erinnert an den Kalten Krieg. Moskau hat im Gegenzug Schleusernetze aufgebaut, die Migranten aus dem Irak, Syrien und Afghanistan heimlich über die Grenze nach Litauen und damit in die EU bringen.
(1) USA/Midterms: Die Wut der Schwarzen Die afroamerikanische Gemeinschaft mobilisiert sich gegen die von den Republikanern verordnete Veränderung der Wahlkreise, das Gerrymandering. Tennessee gehört zu den Bundesstaaten, in denen die Wahlkreise neu zugeschnitten wurden. Die Demokraten reagierten darauf: Sie veränderten die Wahlkreise in Kalifornien und Utah. Doch die Republikaner haben gewonnen, und rechnen mit gut zehn zusätzlichen Sitzen im Kongress. In Memphis ist die afroamerikanische Wählerschaft mit der ultra-konservativen weissen gemischt. Doch die Afroamerikaner kämpfen dagegen: angetrieben von Empörung und dem jungen demokratischen Kandidaten Justin J. Pearson. Er ist einer der Progressiven im linken Flügel der Demokratischen Partei und prangert die Ungleichheiten in den USA an. Pearson liegt in seinem Wahlkreis Kopf an Kopf mit seinem republikanischen Rivalen. (2) Israel: Nellys Jahrhundert Nelly, 100, lebt seit 1948 in Israel, in Dorot, nur 10 Kilometer vom Gazastreifen. Als Überlebende des Holocaust verkörpert sie den Geist der ersten Jahre des Staates Israel: ein Zufluchtsort, an dem Juden in Frieden leben.Als letzte Überlebende der vor dem Krieg gut 100-köpfigen Gemeinde war Nelly auf Pavel Tychtils Initiative nach Pacov zurückgekehrt. Der EU-Beamte will Böhmens nach dem Krieg vergessenes jüdisches Erbe bewahren. Ein ARTE-Reporter besucht Nelly und ihre Familie, die dem Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 entkommen waren. Anfang 2026, als Nelly ihren 100. Geburtstag feiert, ist Israel an mindestens vier Fronten im Krieg: in Gaza, Westjordanland, Libanon und Iran.
In der Nachrichtensendung betrachtet die deutsch-französische Redaktion mit einem weltoffenen Blick das tagesaktuelle politische Geschehen, die sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungen sowie kulturelle Ereignisse in Europa und der Welt. Dabei wird immer aus europäischer Perspektive berichtet und darauf aufmerksam gemacht, wie sich aktuelle Entwicklungen auf Europa auswirken könnten. Die Berichterstattung ordnet Hintergründe ein, stellt Zusammenhänge dar und beleuchtet unterschiedliche Sichtweisen.
Wenn Kremlkritiker aus Russland fliehen, um Repressionen zu entkommen und ihr Leben zu schützen, endet die Verfolgung oft nicht an der Grenze. Pavel Krisevich war der jüngste Performancekünstler in Russland, der die Staatsmacht mit mutigen Kunstaktionen auf dem Roten Platz herausforderte. Dafür wanderte er für mehrere Jahre ins Gefängnis. Um härteren Strafen zu entgehen, verliess er das Land und lebt mittlerweile in Paris. Dennoch ist er nach wie vor im Visier des Kreml. Ausgerechnet ein ehemaliges Mitglied von Pussy Riot wurde Berichten zufolge vom Geheimdienst auf ihn angesetzt. Durch die Sendung führt der Journalist und Filmemacher Igor Saadrev, der ebenfalls Russland verlassen hat und kürzlich vom Kreml zum 'ausländischen Agenten' erklärt wurde. Ein neues Gesetz der Duma entzieht den 'Agenten' jede Lebensgrundlage in Russland: Konten werden gesperrt und Konsulate stellen keine neuen Pässe aus. Belarus geht ähnlich vor. Die Frontsängerin der Band Dymna Lotva wurde fünf Jahre nach ihrer Flucht in Minsk in Abwesenheit wegen Terrorismuspropaganda angeklagt. KGB-Mitarbeiter sollen sogar die Konzerte der Band in Polen überwacht haben.
Im Juni 1456 überflog der Komet Halley den Himmel über dem Balkan. In fast ganz Europa deutete man dies als Vorboten der bevorstehenden Apokalypse. Mit einer Ausnahme: Der aus der Walachei stammende Vlad III., auch Dracula genannt, sah darin ein gutes Omen. Nach einer gewaltsamen Machtübernahme als Anführer einer kleinen Armee liess er den Kometen auf seine Münzen prägen. Seine Herrschaft war gnadenlos. Seine bevorzugte Hinrichtungsmethode versetzte die Menschen in Angst und Schrecken und brachte ihm den Beinamen 'der Pfähler' ein. So steht es jedenfalls in den Texten jener Zeit, die dank des Buchdrucks verbreitet wurden. 1890 stiess der irische Schriftsteller Bram Stoker im Zuge seiner Recherchen auf den Namen Dracula und verwendete ihn für seinen Roman. In den 1970er Jahren machte der rumänische Diktator Nicolae Ceausescu aus Vlad dem Pfähler einen Nationalhelden. Wahrheit oder Mythos? Seit mehreren Jahren beschäftigen sich Forschende mit der Quellensammlung Corpus Draculianum und hinterfragen die Geschichte von Vlad III. Sie analysieren private, diplomatische und zu Handelszwecken verfasste Korrespondenz, Verhandlungsprotokolle, verwaltungstechnische Dokumente, Erzählungen und Bilder sowie Münzen und Siegel aus der damaligen Zeit. Die Quellen stammen aus ganz Europa und erzählen die Geschichte eines shakespeareschen Herrschers, der zwischen dem christlichen Westen und dem seit dem Fall Konstantinopels im Jahr 1453 immer mächtiger werdenden Osmanischen Reich gefangen war. Das damalige Europa befand sich im Umbruch, und die Walachei lag an der Grenze zweier gegensätzlicher Gesellschaften.
Zwischen Karpaten und Donau wurde im Mittelalter immer wieder gekämpft: Kriege, Einfälle und Plünderungen prägten die Geschichte der Region. Im 15. Jahrhundert regierte in der Walachei Vlad III., genannt 'der Pfähler'. Jahrhunderte später liess sich Bram Stoker von seinem Namen und einzelnen historischen Bezügen zu seiner berühmten Romanfigur Graf Dracula inspirieren. Die Dokumentation untersucht, wie die Geschichten und Mythen um Graf Dracula die Orte prägen, an denen sie spielen. Und sie zeigt ungestörte Natur, wie sie in Europa nur selten zu finden ist: Mehr als die Hälfte der europäischen Braunbären lebt in den wilden Wäldern der Karpaten, ebenso Adler, über 3.000 Wölfe, Eulen, Krähen und Fledermäuse. Forscherinnen und Forscher geben Einblick in ihre Arbeit mit Krähen und Fledermäusen und klären über Mythen und Vorurteile über die unheimlichen Tiere auf.
Angst ist eine der stärksten menschlichen Emotionen, soll uns schützen – und doch geniessen viele von uns genau dieses Gefühl beim Anschauen von Horrorfilmen. Die körperlichen Reaktionen beim Blick auf Monster, Zombies oder erfundene Massenmörder sind messbar und die gleichen wie bei echter Gefahr: Schwitzen, beschleunigter Herzschlag, schnelle Atmung. Aber warum tun wir uns das an? Die Psychologie spricht von sogenannter Angstlust: Wir erleben eine intensive emotionale Achterbahnfahrt, nach dem Schrecken folgt die wohltuende Erleichterung – ein Endorphinrausch, der Körper und Geist entspannt. Kein Wunder, dass Grusel seit Jahrhunderten fester Bestandteil unserer Kultur ist. Forschende gehen davon aus, dass wir, wenn wir uns in Sicherheit ängstigen, unseren Umgang mit dem Gefühl der Angst trainieren können. Wie in einer Mini-Expositionstherapie lernen wir, mit dem unangenehmen Gefühl umzugehen, während wir in Sicherheit auf dem Sofa sitzen. Erste Studien des 'Recreational Fear Lab' im dänischen Aarhus legen sogar nahe: Wer regelmässig Horror geniesst, entwickelt eine bessere Stressresistenz. Doch auch das Mass ist entscheidend: Wer es übertreibt, riskiert Schlaflosigkeit und Alpträume.