Nicht ohne Grund ist das Tote Gebirge von besonderem Wert und als Europaschutzgebiet ausgewiesen. Rund um das Karstplateau finden sich noch glasklare Seen, ursprüngliche Wälder, Wiesen oder Moore und bilden damit einen spektakulären Kontrast zur öd wirkenden Karstlandschaft. Zu den interessantesten Wildtieren dieser weitgehend ungezähmten Wildnis gehören die Raufusshühner. Hierzu zählen unter anderem Schneehuhn, Birkhuhn und auch der Auerhahn. Diese Tiere sind durch den zunehmenden Verlust ihrer Lebensräume stark bedroht. Die abgeschiedene und strukturreiche Landschaft des Toten Gebirges bietet ihnen eine Zuflucht – vom Bergwald bis hinauf zu den Hochlagen – und macht es somit zu einem wahren Hotspot dieser Spezies. Typische Alpenbewohner wie Rothirsche, Füchse, Uhus und Steinadler sind auf dem Hochplateau ebenso zu Hause. Die verborgen lebenden Haselmäuse, die Narzissenblüte oder selten gewordene Spechtarten sind weitere Naturhöhepunkte des Toten Gebirges.
Der Lebensraum der Tapire wird immer kleiner. Wegen Rodungen, Wilderern und grossen Highways geht die Anzahl der tapsigen Rüsseltiere in Mittel- und Südamerika drastisch zurück. Aber Tierschützer in Costa Rica und Nicaragua kämpfen dagegen an. Im Zoo von Managua hat Dr. Eduardo Sacasa ein Zuchtprogramm ins Leben gerufen, 23 Tapire leben in seiner Obhut, zwei davon stehen nun erstmals vor ihrer Auswilderung – eine Sensation! Auch im Nachbarland Costa Rica nimmt die Tapirpopulation stetig ab. Wilderer haben es auf das Fleisch der Tiere abgesehen, ausserdem ist das Schnellstrassennetz Panamericana eine Todesfalle für viele Tapire. Der junge Biologe Esteban Brenes-Mora ist Gründer der Nai Conservation, die sich der Erforschung und dem Schutz der hier noch wildlebenden Tapire verschrieben hat. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen Probleme analysieren, die im Miteinander von Mensch und Tier entstehen, und passende Lösungen finden. Dafür brauchen sie mehr Informationen, wie und wo die Tiere leben, wie nah sie den Menschen kommen und wie man gezielt Gefahren mindern kann. Mit Hilfe von GPS-Halsbändern für freilebende Tapire erhoffen sie sich die notwendigen Ergebnisse. In Nicaragua wie in Costa Rica steht viel auf dem Spiel – aber die Tierschützer in beiden Ländern scheinen ersten Erfolgen sehr nah zu sein.
(1): Ein Sandwich erobert Montréal: Bagel Der Montréal-Style-Bagel hat nicht nur in Québec Kultstatus. Das jüdische Brötchen mit einem Loch in der Mitte darf jedoch keinesfalls mit dem ähnlichen New York-Style-Bagel verwechselt werden. Alexis Sarini probiert die gesamte Bandbreite an Bagels und trifft sich mit Küchenchef Jeffrey Finkelstein. Der Geograf und Ernährungswissenschaftler Pierre Raffard erzählt vom Ursprung des besonderen Brötchens, vom Weizenanbau in Kanada und dem Wettstreit zwischen den beiden Bagel-Hauptstädten Nordamerikas (2): Ein Biss'chen Heimat: Catherine, eine Kanadierin in Fontainebleau Catherine ist in Québec geboren und lebt mittlerweile in Fontainebleau. Sie bereitet für ihre Gäste ein 'Pâté Chinois' zu. Dabei erzählt sie vom Geruch französischen Käses, dem Unterschied zwischen französischen und kanadischen Mahlzeiten und von ihrer Vorliebe für Chips, die sie nach jeder Reise in die Heimat in grossen Mengen zurück nach Frankreich mitbringt. (3): Ran an die Töpfe! Appetit bekommen? Hier gibt es ein einfaches Bagels-Rezept, das sich leicht nachkochen lässt. Also: Ran an die Töpfe! ------------- Bagels-Rezept Zutaten für 4 Bagels: 2 EL Honig 1,5 TL Trockenhefe 200 g Mehl Sesamkörner 4 Scheiben Räucherlachs 60 g frischer Ziegenkäse 1 EL Crème fraîche Ein paar Zweige Dill 1 Glas eingelegte Zwiebeln (Pickled onions) Zubereitung: -Trockenhefe in 50 ml lauwarmem Wasser auflösen und fünf Minuten ruhen lassen. -40 ml lauwarmes Wasser, 4 g Salz, 1 EL Honig, die Trockenhefe und Mehl in eine Schüssel geben. -Vermengen und gut durchkneten. -Den Teig zugedeckt eine Stunde an einem kühlen Ort ruhen lassen. -Den Teig vierteln und zu Kugeln formen. -20 ml Wasser mit dem restlichen Honig vermengen. Die Kugeln darin eintauchen und anschliessend in Sesam wälzen. -Mit den Händen ein Loch in die Mitte der Brötchen formen. -Bei 210 °C 20 Min. im Ofen backen. -Die Bagels längs halbieren. -Ziegenkäse mit Crème fraîche und Dill vermischen und auf die Bagelhälften streichen. -Die untere Hälfte des Bagels mit Räucherlachs und eingelegten Zwiebeln belegen und mit der oberen Hälfte abdecken.
Claudia Llosas Peru / Rùm / Mazamet | Themen: Claudia Llosas traumatisches Peru / Rùm: Insel der Hirsche / Jamaika: Isolyns Ackee and Saltfish / Mazamet: Eine Stadt stellt sich tot
(1): Claudia Llosas traumatisches Peru In den surrealistisch anmutenden Mondlandschaften am Stadtrand von Lima begann die peruanische Regisseurin Claudia Llosa 2007 mit den Dreharbeiten zu ihrem Film 'Eine Perle Ewigkeit', der bei der Berlinale 2009 den Goldenen Bären gewann. Am tragischen Schicksal der jungen Fausta arbeitet der Film die Gewalt auf, die Frauen in den 1980er Jahren während des bewaffneten Konflikts in Peru erleiden mussten. Poetisch und verstörend filmt Llosa das Unsagbare und legt dabei den Finger in eine offene Wunde, vor der ihr Land bis heute die Augen verschliesst. (2): Rùm: Insel der Hirsche Auf der schottischen Hebrideninsel Rùm leben ein paar Dutzend Menschen und Hunderte Hirsche. Seit dem Mittelalter diente das abgelegene Eiland als Jagdrevier, zuerst für die furchterregenden schottischen Clans, später für die britische Upper Class. Dass das Rotwild heute frei auf der Insel leben kann, ist das hart erkämpfte Verdienst von Umweltschützern, die Rùm in ein Naturschutzgebiet verwandelten. (3): Jamaika: Isolyns Ackee and Saltfish In Kingston bereitet Isolyn Ackee and Saltfish zu. Dazu verwendet sie in Salz eingelegten Kabeljau sowie die jamaikanische Nationalfrucht Ackee, die mit der Litschi verwandt und nicht allzu süss ist. Zuerst säubert und entgrätet Isolyn den Fisch, danach bereitet sie kleine Teigtaschen zu, die sie mit Kabeljau füllt und frittiert. Dazu serviert sie die frischen Früchte. (4): Mazamet: Eine Stadt stellt sich tot 1972 gab es auf den französischen Strassen 16.000 Unfalltote. Ein trauriger Höchststand, der genau der Einwohnerzahl der kleinen Gemeinde Mazamet im Tarn entsprach. Um die Franzosen für das Thema zu sensibilisieren und die Verkehrssicherheit im Land zu verbessern, kam der Journalist Michel Tauriac auf eine originelle Idee .
Brasilien / Piemont / Ägypten | Themen: Lina Bo Bardi: die Architektin, die Brasilien neu erfand / Die piemontesischen Maurer, Baumeister des französischen Westens / Auf Ibiza mit Cesar und seinem Aloe-Vera-Salat / In Ägypten, die Sphinxen ohne Nase
(1): Lina Bo Bardi: die Architektin, die Brasilien neu erfand Als sie 1946 in Brasilien ankam, war Lina Bo Bardi 31 Jahre alt. Die junge Architektin war aus dem kriegszerstörten Italien geflohen und erträumte sich Brasilien als jungfräuliches Land, in dem alles noch zu bauen war. Fortan rüttelte sie kühn und mit entwaffnender Direktheit an der von Männern dominierten Architektenwelt. In Brasilien revolutionierte Lina Bo Bardi die Paradigmen der Architektur, indem sie Nutzen, Alltagstauglichkeit und gesellschaftliche Relevanz höher gewichtete als Ästhetik. (2): Die piemontesischen Maurer, Baumeister des französischen Westens Auf Schloss Amboise, im Herzen der Touraine, mischt sich unter das Französische der klangvolle Singsang der italienischen Sprache. Beim sogenannten 'Raduno' vereinen sich hier jährlich 150 Menschen, deren Vorfahren alle aus einem kleinen, abgelegenen Dorf im Norden Italiens stammen. Damals hatte eine Handvoll mutiger Männer die Alpen überquert, um ihre Maurerkunst in den Dienst französischer Bauherren zu stellen. Die Belohnung war ein sozialer Aufstieg, den sie genossen, ohne ihre piemontesischen Wurzeln zu kappen. Nun feiern ihre Nachfahren jedes Jahr die fruchtbare Verbindung zweier Kulturen. (3): Auf Ibiza mit Cesar und seinem Aloe-Vera-Salat Bei Ibiza denken die meisten an wilde Partynächte – angenehm ruhig ist es indes auf der Aloe-Vera-Plantage von Cesar und seiner Familie. Für seinen Salat löst Cesar das Gel aus der Pflanze und schneidet das Blatt in Streifen. In einer Schüssel mischt er Tomaten, Zwiebel, grüne Paprika und Gurkenstücke mit dem Gel und einigen Aloe-Vera-Blüten. Dazu serviert er einen Aloe-Vera-Mojito. Wohl bekomm's! (4): In Ägypten, die Sphinxen ohne Nase Was wäre Ägypten ohne seine Hieroglyphen, seine Tempel und seine Sphinxe? Die legendären Wesen mit Menschenkopf und Löwenkörper sind die wohlwollenden Wächter von Gräbern und Tempeln und beschützen etwa den Karnak-Tempel in Luxor, die Pyramiden von Gizeh oder das Serapeum von Alexandria. Doch den meisten Sphinxen fehlt ein prominentes Attribut . Wer trägt die Schuld daran?
Der patagonische Archipel im äussersten Süden Chiles wird auch als Land am Ende der Welt bezeichnet. Zu diesem wilden Landstrich, der auf Entdecker schon immer eine besondere Faszination ausgeübt hat, gehören Hunderte zum Teil noch unerforschte Inseln – eine davon ist Madre de Dios. Auf der 40 Kilometer langen und 25 Kilometer breiten Landfläche finden sich weltweit einzigartige Gesteinsformationen wie die riesigen Marmorhöhlen, dichte Wälder, die eine perfekte Science-Fiction-Kulisse abgeben würden, und schwindelerregend hohe Klippen. Zwei Monate lang trotzten 43 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie zwei Angehörige der Volksgruppe der Kawesqar Dauerregen und starkem Wind, um die Geheimnisse der mysteriösen Insel zu lüften. Dabei wollen sie die einzigartige geologische Geschichte der Insel verstehen, ihr Innerstes erforschen, die dort angesiedelten Arten erfassen und die Geschichte der dort einst beheimateten Kawesqar nachvollziehen. Zur Herkunft dieser patagonischen Seenomaden sind nur wenige Dokumente erhalten. Einst lebten sie auf diesen abgelegenen Inseln als Jäger, Fischer und Sammler unter schwierigsten klimatischen Bedingungen und in grösster Armut.
Dank der unmittelbaren Nähe der Universidad Regional Amazónica Ikiam zum Amazonas-Regenwald haben Forschende und Studierende sehr kurze Wege zwischen Forschungsterrain und Labor – ein unschätzbarer Vorteil. Aufgrund zahlreicher Stipendien stellen Angehörige indigener Völker die Mehrheit der Studierenden dar. Yanet Villasana beispielsweise arbeitet im Labor an der Züchtung ölfressender Mikroorganismen, um eine nachhaltige und natürliche Lösung zur Sanierung von Ökosystemen zu entwickeln. Sie nimmt ihre Studiengruppe mit in einen Steinbruch, wo sie Gesteinsproben sammeln. Für Diana, eine Studentin aus dem Volk der Kichwa, war es der grösste Traum, an die Ikiam zu gehen. Jetzt studiert sie im zweiten Jahr Biotechnologie und besucht jede Woche ihre an verschiedenen Orten im Regenwald lebenden Angehörigen, um ihnen zu erklären, woran sie gerade forscht. Der mexikanische Chemiker Miguel Herrera entwickelt eine von der Natur abgeschaute Membran, mit der toxische Nanopartikel aus dem Wasser gefiltert werden können. Dank des Standorts der Universität im Herzen des Regenwalds können Yanet Villasana, Miguel Herrera und die anderen Forschenden der Ikiam Tag für Tag ihr Wissen über die Ökosysteme und das komplexe Zusammenspiel der dort lebenden Spezies erweitern und vertiefen. Bald schon werden sie sich auf eine einwöchige Expedition in die Tiefen des Dschungels begeben. Dort gilt es, sich ohne Kontakt zur Aussenwelt auf ihr Wissen und das Know-how ihres Projektleiters zu verlassen, unter dessen Führung die Gruppe in bisher unbekanntem Gebiet eine neue Forschungsstation errichten wird.
'12. September 62. Ein Mittwoch.' Die Kundin zögert kurz, dann lächelt sie. Es stimmt. Lorenzo hat den Wochentag ihres Geburtstags korrekt genannt. 'Dafür gibt es keine genaue Erklärung. Ich nenne es mein autistisches Gehirn.' Szenen wie diese gehören zum Alltag in der Pizzeria in Monza in Italien. Nico Acampora ist der Gründer von PizzAut. Hier arbeiten fast ausschliesslich Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung. Strikte Abläufe, klare Regeln – für die Mitarbeitenden sind diese Strukturen eine grosse Hilfe. Bevor die Türen öffnen, isst das Team gemeinsam. Dann kommen die Gäste: Schulklassen, Familien, Stammkundschaft. Von aussen wirkt alles ruhig, fast routiniert. Doch Nico beobachtet genau. Abweichungen, zu viele Reize, ein falscher Moment – und Stress entsteht. Wer überfordert ist, wird aus schwierigen Situationen genommen. Autismus ist nicht gleich Autismus, daher heisst es Autismus-Spektrums-Störung. PizzAut beschäftigt inzwischen rund 40 Mitarbeitende in zwei Restaurants. Inzwischen hat die Idee politische Aufmerksamkeit. Italiens Staatspräsident würdigte das Projekt, der Papst empfing das Team. Doch für Nico ist das nicht genug. Er will, dass andere Unternehmen folgen. 'Der wahre Wandel kommt erst, wenn wir nicht mehr gebraucht werden.' Für die Mitarbeitenden bedeutet PizzAut schon jetzt mehr als nur Arbeit. Eine Kundin meint: 'Es ist ein Ort, der das Herz öffnet'. Und es ist vor allem ein Ort, der Selbständigkeit gibt.
(1): Nizza – Petits Farcis Nizzas Zucchinis im Rampenlicht: Petits Farcis In Nizza werden Zucchini, Tomaten & Co.gerne mit einer aromatischen Farce gefüllt. Clémence Fournival probiert das provenzalische Gericht gemeinsam mit Küchenchef Thomas Issautier und seiner Grossmutter. Der Geograf und Ernährungswissenschaftler Pierre Raffard erzählt von der Einführung der Zucchini in die Küche Nizzas, dem Ursprung der Gemüsefarce und den Problemen rund um den Verzehr von verarbeiteten Produkten. (2): Ein Biss'chen Heimat: Julie, von Nizza nach Italien Julie ist in Nizza geboren und lebt seit zwei Jahren in Mailand. Für ihre Freundinnen backt sie eine Mangoldpastete. Dabei erzählt sie von ihrer jungen Liebe zu Pistaziencroissants, von der mediterranen Küche, die sowohl in Mailand als auch in Nizza zu finden ist, und von Gerichten, die sie an ihre Kindheit in Südfrankreich erinnern. (3): Ran an die Töpfe! Appetit bekommen? Hier gibt es ein einfaches Rezept für Petits Farcis, das sich leicht nachkochen lässt. Also: Ran an die Töpfe! ------------------------ Rezept für Petits Farcis Zutaten für 3 Personen: 3 runde Zucchini 3 runde Fleischtomaten 30 g altbackenes Brot 150 g Hackfleisch vom Rind 100 g Speckwürfel 50 g geriebener Emmentaler 60 g geriebener Parmesan 20 g Semmelbrösel Zubereitung: -Den Deckel der Zucchini abschneiden. Die Zucchini in einen Topf mit kochendem Wasser geben und 5 Minuten lang bei starker Hitze blanchieren. -Anschliessend sofort in Eiswasser abschrecken, um den Garvorgang zu stoppen. -Den Deckel der Tomaten abschneiden. -Das Fruchtfleisch der Zucchini und Tomaten herauslösen und miteinander vermischen. -Farce zubereiten: Das Brot kurz in Wasser einweichen, dann mit Rindfleisch, Speckwürfeln, Emmentaler und dem Fruchtfleisch des Gemüses vermengen. Mit Pfeffer würzen. -Die Füllung in einen Spritzbeutel geben und die Tomaten und Zucchini damit füllen. -Parmesan und Semmelbrösel vermischen und über das gefüllte Gemüse streuen. -Bei 180 °C 25 Minuten im Ofen backen und servieren.
Dubravka Ugresics Kroatien / Brasilien / Paris | Themen: Dubravka Ugresics literarische Abrechnung mit Kroatien / Brasilien: Der Nordeste tanzt im Takt des Maracatu / Mongolei: Sunjees Tsuivan / Paris: Obacht mit der Nächstenliebe
(1): Dubravka Ugresics literarische Abrechnung mit Kroatien Dubravka Ugresics (1949-2023) Heimat Jugoslawien zerfiel 1990 und machte einem chauvinistischen und frauenfeindlichen Kroatien Platz, in dem sich die Schriftstellerin nicht mehr wohlfühlte. Freiwillig ging sie ins Exil und schrieb in den USA, Berlin und Amsterdam über ihre Jugend in Jugoslawien. Aus ihrer eigenen Geschichte schöpfte sie die Inspiration für ihre Frauenfiguren, wie sie flüchtende Dissidentinnen, Hexen der Moderne, gefangen in der Erinnerung an ein verschwundenes Land. (2): Brasilien: Der Nordosten tanzt im Takt des Maracatu Im ländlichen Pernambuco kündet der 'Maracatu' vom Beginn des Karnevals mit seinen Prozessionen, Umzügen und Festen. Der Musikstil, der in der afrikanischen Musik und Religion wurzelt, wurde im Nordosten Brasiliens, geboren. Im 'Maracatu' vermischen sich Tanz, rituelle Kampfelemente, gesungene Poesie und Percussion. In den traditionellen Liedern besingt die Landbevölkerung ihre Herkunft und Geschichte, aber auch ihre soziale Benachteiligung in der Gegenwart. (3): Mongolei: Sunjees Tsuivan In Ulan-Bator erreichen die Temperaturen schon mal minus 40 Grad Celsius. Damit ihrer Familie wieder warm wird, kocht Sunjee ein herzhaftes Nudelgericht, das in der Mongolei sehr beliebt ist. Der selbstgemachte Nudelteig muss eine Viertelstunde ruhen, bevor er geschnitten und mit fein gehacktem Rindfleisch und Gemüse zu einem leckeren Eintopf verarbeitet wird. (4): Paris: Obacht mit der Nächstenliebe Wohl jeder hat schon einmal eine Bettel-E-Mail von einem Unbekannten erhalten, der im Austausch für eine kleine Gefälligkeit die ganz grosse Belohnung verspricht. Dahinter steckt eine uralte Betrugsmasche, die auf Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe setzt, und die man in Paris schon seit der Französischen Revolution kennt .
Sardinien / Marokko / Kopenhagen | Themen: Padre Padrone, die Erinnerungen eines sardischen Hirten / Marokko: die Wüste und ihre Nomaden / Nicolas' Bouillabaisse aus Marseille / Kopenhagen: Schreiben im Eiltempo
(1): Padre Padrone, die Erinnerungen eines sardischen Hirten Der 87-jährige Gavino Ledda kehrt oft an die Orte zurück, an denen sich sein unglaubliches Schicksal entschied. Nachdem er sich aus der Herrschaft seines tyrannischen Vaters befreit hatte, wurde aus dem analphabetischen sardischen Hirten ein anerkannter Intellektueller. Diese Geschichte erzählt er in seiner Autobiografie 'Padre Padrone' (1975), mit der er eine ganze Generation ansprach, die durch Bildung und Kultur eine neue Freiheit gewann. Ihre Verfilmung durch die Brüder Taviani erhielt bei den Filmfestspielen in Cannes 1977 die Goldene Palme. (2): Marokko: die Wüste und ihre Nomaden Das Tafilalet ist eine Oasengruppe in der marokkanischen Sahara und so karg, dass es undenkbar scheint, sich dort niederzulassen. Und doch haben die Nomadenvölker sich nie damit begnügt, sie nur zu passieren: Sie machten die Region zu einem Ort des Austauschs und der kulturellen Durchmischung, zu einer wirtschaftlichen Drehscheibe und einem Zentrum für Auseinandersetzung und Dialog zwischen den Mächtigen. So spielten die Nomaden aus Tafilalet eine aktive Rolle in der Geschichte des marokkanischen Königreichs. (3): Nicolas' Bouillabaisse aus Marseille In Marseille kommt Nicolas von der Unterwasserjagd heim. Während sich die Söhne um den Fang kümmern, steht Ehefrau Clara in der Küche. Sie gibt den frischen Fisch mit einem Tropfen Pastis in einen Suppenfond und lässt alles köcheln. Die Kinder filtern die fertige Suppe und bereiten Knoblauchcroutons zu. Pünktlich zu Sonnenuntergang werden die Teller gefüllt: Die Familie ist stolz darauf, aus Marseille zu sein. (4): Kopenhagen: Schreiben im Eiltempo Die dänische Hauptstadt Kopenhagen galt lange als avantgardistisch und progressiv – kein Wunder, dass man gerade hier eine neue Schrift erfand. Schneller denn je flogen die Worte unter den Fingerspitzen dahin .
Grégoire Lecomte schlägt sich als drittklassiger Schauspieler durch und tritt vor allem in Werbespots für Hundefutter auf. Nach langer Durststrecke scheint sich sein Traum vom Durchbruch zu erfüllen: Er wird zu einem Casting für die Rolle eines Killers in einem grossen Gangsterfilm eingeladen. Nervös und hoffnungsvoll macht er sich auf den Weg – doch wie so oft in seinem Leben geht alles schief. Durch eine harmlose, aber folgenreiche Türverwechslung landet er nicht im Büro der Filmproduktion, sondern im Hotelzimmer eines mächtigen Mafioso, der just in diesem Moment einen gefürchteten Profikiller erwartet. Da der echte Killer sein Äusseres mittels plastischer Operationen ständig verändert, weiss der Gangsterboss nicht, wie sein Auftragsmörder aktuell aussieht. Grégoires unbeholfene Art und sein unscheinbares Erscheinungsbild deutet er als raffinierte Tarnung. Überzeugt, einen besonders verschlagenen Profi vor sich zu haben, weiht er ihn in einen heiklen Plan ein: In einem Luxushotel in Saint-Tropez soll ein milliardenschwerer deutscher Waffenhändler ausgeschaltet werden. Als Tatwerkzeug dient ein scheinbar harmloser 'bulgarischer Regenschirm' mit vergifteter Spitze. Grégoire hält all dies für die aufwendig vorbereitete Inszenierung eines Filmsets und das tödliche Utensil für ein ausgefallenes Requisit. Mit einem grosszügigen Vorschuss reist er an die Côte d'Azur, während der echte Killer seinen Fehler bemerkt und die Jagd eröffnet.
Wiederholung
W
Cast
Pierre Richard, Valérie Mairesse, Christine Murillo, Gordon Mitchell, Gérard Jugnot, Dominique Lavanant, Gert Fröbe
Seit Jahrzehnten werden Waldbrände weltweit heftiger und zerstörerischer. In den Sommermonaten füllen Nachrichten von katastrophalen Brandverläufen im Süden Europas die Schlagzeilen. Und doch haben Feuer und Landschaft hier eine lange gemeinsame Geschichte. Waldbrände gehören zum natürlichen Rhythmus der Erneuerung. Aus Asche folgt Wiedergeburt. Tier- und Pflanzenarten in natürlich gewachsenen Wäldern haben im Laufe der Evolution erstaunliche Anpassungs- und Überlebenstricks entwickelt. Einige Arten sind feuerresistent, andere sind sogar auf Brände angewiesen, um sich fortzupflanzen. Die andalusischen Korkeichenwälder etwa trotzen seit Jahrtausenden den immer wiederkehrenden Waldbränden. Ihre mehrere Zentimeter dicke Korkborke schützt die Bäume und die darunter liegenden Knospen vor den Flammen. Das artenreiche spanische Buschland existiert nur, weil es hier regelmässig brennt. Einige hier lebende Arten wie das andalusische Taublatt brauchen die Brände sogar, um zu überleben. Nach jedem Feuer werden die Karten im Waldsystem neu gemischt. Zu den Gewinnern gehören anpassungsfähige Tierarten wie Manguste, Ginsterkatze und viele Gliedertiere. Ein alter, natürlich gewachsener Wald ist bei einem Brand die beste Lebensversicherung für seine Bewohner. Vom Menschen gepflanzte Monokulturen aus Kiefern und Eukalyptus dagegen brennen in den Sommermonaten oft grossflächig und vernichtend nieder. Doch auch sie haben danach die Chance auf einen Neuanfang, um gegen künftige Brände besser gewappnet zu sein. Das erfordert ein Umdenken bei der Bepflanzung im Sinne einer nachhaltigen Waldnutzung.
Gleich hinter der Bucht der Somme beginnt die berühmte Alabasterküste. Ihre weissen Kreidefelsen sind Ikonen der Normandie. Doch sie bröckeln – und der Klimawandel verschärft die Erosion. Imen Turki und Nicolas Lecoq erforschen die Dynamik der Kieselstrände, die hier so typisch sind. Sie wollen herausfinden, wie man Natur und Mensch an der fragilen Küste besser schützen kann. Weiter westlich, an der Blumenküste, liegen die mondänen Strandbäder Deauville, Trouville und Cabourg. Typisch für die normannische Seebad-Architektur: die prächtigen Dachspitzen, die die Häuser krönen. Sie werden noch heute in der Töpferei Mesnil de Bavent von Hand gefertigt, einer der letzten Traditionswerkstätten der Region. Auf den steilen Kreidehängen im Tal der Seine sind Nicolas Valy vom Botanischen Institut der Normandie und seine Kolleginnen unterwegs, um Samen von seltenen Pflanzen für die nationale Samenbank einzusammeln. Ganz im Süden der Normandie trainieren Thomas Bellefontaine und Jeanne Tornier ihre Percheron-Pferde für Zuchtwettbewerbe. Die legendären Kaltblüter, die einst die Pariser Omnibusse zogen, erleben eine Renaissance als Freizeittiere. Gleich nebenan haben sich Paulo Ferreira und Nathalie Leuliet der nachhaltigen Küche verschrieben. Sie besuchen Produzenten in der Umgebung, denn ihre Gerichte sollen so lokal wie möglich sein. Im Domfrontais macht Sébastien Roullier mit seiner Wanderbrennerei beim Obstbauern Jérôme Lecrosnier Station, um Calvados zu brennen. Nur noch wenige dieser fahrbaren Destillen reisen von Hof zu Hof. Südlich von Le Havre liegt das Marais-Vernier, ein einzigartiges Feuchtgebiet. Hier untersucht Clémentine Camus, wie sich das Moor entwickelt, während der Ornithologe Géraud Ranvier auf Lauschtour unterwegs ist, um herauszufinden, welche Vögel gerade im Naturschutzgebiet nisten.
Am Mont-Saint-Michel formen die Gezeiten eine Landschaft, die sich mit jeder Flut neu schreibt. Mit ihren langen Stränden ist die Region auch Land der Pferde. Hier werden Traber und Springpferde gezüchtet, die weltweit erfolgreich sind, aber auch Verletzungen kennen. Pferdetherapeutin Marine Siron nutzt die Kraft des Meeres und ihr Fingerspitzengefühl zur Heilung der Vierbeiner. An der Steilküste von Granville sammelt Köchin Sarah Herpin Wildkräuter. Gegenüber, auf dem Insel-Archipel Chausey mit seinen weissen Sandstränden, untersuchen Lisa Lefrançois und Frédérik Chevallier die Auswirkung des Bootsverkehrs auf das verborgene Unterwasserparadies der Seegraswiesen. Weiter nördlich lichtet Fotograf Philippe Fauvel Landschaften der Superlative ab. Acht Flussmündungen bilden dynamische Ökosysteme voller Farben und Formen. Ihr Erscheinungsbild wandelt sich ständig im Zusammenspiel von Gezeiten, Licht und Wetter. Im Norden der Halbinsel beginnt das Cotentin mit malerischen Orten wie Vauville. Ursprünglich, verschlafen, doch bewohnt von Menschen, die diese abgelegene Ecke Nordfrankreichs lieben. Schlossherr Eric Pellerin pflegt hier einen botanischen Garten. Subtropische Pflanzen gedeihen hier dank des Golfstroms gut. Im Naturschutzgebiet Mare de Vauville mit seinen endlosen Dünen, Tümpeln und Stränden schützt Marie-Léa Travert Flora und Fauna. Vor der Küste von Omonville-la-Rogue fängt Fischer Jules-Étienne Mauger Hummer und Seespinnen. Täglich geniesst er von seinem Boot aus den Blick auf die wilde, menschenleere Küste mit ihren grünen Hügeln.
Auf der Erde gibt es 200.000 Arten von Schmetterlingen. Sie existierten bereits vor den Dinosauriern. Und im Laufe von 300 Millionen Jahren lernten sie, sich an jedes Ökosystem anzupassen. Sie sind wahre 'Superhelden der Natur'. Doch wie entfalten diese als so zart und kurzlebig geltenden Insekten ihre Superkräfte? Was sind ihre Geheimwaffen? Mit neuen Technologien können Forscher diese Insekten wie nie zuvor verfolgen und ihre fantastischen Fähigkeiten entschlüsseln. Besonders auffällig ist ihre Verwandlungsfähigkeit. Manche Schmetterlinge nutzen ihre Farben und Motive zur Nachahmung, zur Tarnung – oder zur 'Hochstapelei'. Die Schönheit der Verwandlungskünstler kann sich sogar als tödlich erweisen.
Auf der Erde gibt es 200.000 Arten von Schmetterlingen. Sie existierten bereits vor den Dinosauriern. Und im Laufe von 300 Millionen Jahren lernten sie, sich an jedes Ökosystem anzupassen. Sie sind wahre 'Superhelden der Natur'. Doch wie entfalten diese als so zart und kurzlebig geltenden Insekten ihre Superkräfte? Was sind ihre Geheimwaffen? Mit neuen Technologien können Forscher diese Insekten wie nie zuvor verfolgen und ihre fantastischen Fähigkeiten entschlüsseln. Beeindruckend ist ihre Fähigkeit, extremen Temperaturen standzuhalten. Ihr Organismus kann eisige Winterkälte ebenso überstehen wie drückende Sommerhitze. Sie sind Überlebenskünstler, die allen Elementen trotzen.
Schon ein halbes Jahr vor Ostern fängt Theodósis Sezénias mit seiner Gruppe an, Feuerwerksraketen für den Rouketopolemos zu bauen. Mit geheimen Zutaten, an geheimen Orten, denn das österliche Feuerwerksduell auf der griechischen Insel Chios ist eigentlich illegal. Jedes Jahr in der Nacht zum orthodoxen Ostersonntag beschiessen sich hier zwei Kirchengemeinden mit Zehntausenden selbstgebauten Raketen. Es ist eine Frage der Tradition und der Ehre, beim Rouketopolemos im Seefahrer-Ort Vrondádos mitzumachen. Das Spektakel, das seinen Ursprung im 19. Jahrhundert haben soll, ist inzwischen auch zur Touristenattraktion geworden – obwohl es von den Behörden nie legalisiert wurde. Theodósis ist seit mehr als 20 Jahren dabei. Der Rouketopolemos ist sein Leben, seine Gruppe für ihn so etwas wie seine Familie. 'Wir leben für diese Tradition, wir halten sie aufrecht', sagt er. Es gehe dabei längst nicht nur um das Duell an sich, nicht nur darum, wer in der Osternacht den gegnerischen Glockenturm am häufigsten trifft, sondern um die monatelangen Vorbereitungen, das Zusammensein, die gemeinsamen Erlebnisse. Mittlerweile gibt Theodósis sein Wissen an die nächste Generation weiter, an die Jüngeren. Es gehöre Ausdauer dazu, sagt er, Zeit und Geld. Denn alles sei handgemacht, und bis jemand in der Lage sei, eine gute Feuerwerksrakete zu bauen, vergingen drei bis vier Jahre. Wie erfolgreich werden seine Zöglinge dieses Mal sein? 'Jedes Jahr ist anders', weiss Theodósis. 'Die Raketen sind unterschiedlich, die Teams ändern sich, jedes Jahr hat seine Geschichten.'
Die europäischen Staatslenker tappten blindlings in jede Falle, die Wladimir Putin ihnen bisher gestellt hat: 2017 wollten Gesandte des Kremls die katalanische Unabhängigkeitsbewegung dazu bewegen, mit Madrid zu brechen – bis hin zum Angebot, Truppen nach Barcelona zu schicken! In Norddeutschland wurden knapp ein Jahrzehnt lang alte Seilschaften aus dem Kalten Krieg wiederbelebt, um die Gaspipeline Nord Stream 2 in trockene Tücher zu bringen und die Abhängigkeit Westeuropas von russischer Energie zu sichern. Dabei gelang es einem Putin nahestehenden ehemaligen Stasi-Spitzel, Landes- und Bundespolitiker davon zu überzeugen, die amerikanischen Sanktionen zu umgehen. Sobald die Pipeline fertiggestellt war und der Westen immer abhängiger von russischer Energie wurde, hielt sich Wladimir Putin für unantastbar genug, um seinen von langer Hand geplanten Angriffskrieg gegen die Ukraine durchzuziehen.
Im Juni 2024 verkündete der ehemalige Staatspräsident Dimitri Medwedew im Kurznachrichtendienst Telegram, Russland müsse das Leben der Westler in einen endlosen Albtraum verwandeln, bis sie nicht mehr zwischen haarsträubender Fiktion und Realität unterscheiden könnten. Genau das passiert derzeit. In den Monaten nach der Invasion in der Ukraine versuchten die Europäer zu reagieren. Mehrere hundert russische Agenten wurden wegen Einflussnahme, Desinformation und Destabilisierung aus dem Hoheitsgebiet der EU ausgewiesen. Moskau lernte daraus und greift inzwischen auf die Dienste Dritter zurück. So sprühten im Oktober 2023 in Frankreich mehrere aus der Republik Moldau stammende Täter Davidstern-Graffitis auf Pariser Fassaden – auf Anweisung aus Moskau, um Panik bis in die höchsten Sphären des Staates zu schüren. Im Rahmen der grossangelegten Desinformations-Kampagne 'Doppelgänger' wurde die Aktion anschliessend im Internet publik gemacht. Diese Online-Offensive wird derzeit fortgesetzt, um das Vertrauen der Bürge zu untergraben und die westliche Demokratie weiter zu schwächen. Noch ist der Ausgang der Konfrontation ungewiss, aber die Weichen für das Chaos sind gestellt – zur grossen Genugtuung des Kremlherrn Wladimir Putin.
Die Anfänge der Zusammenarbeit von Macron und Merz sind vielversprechend. Der Tradition folgend, gilt der erste Staatsbesuch des frisch gewählten Bundeskanzlers Frankreich. Am 7. Mai 2025 wird Friedrich Merz von Emmanuel Macron empfangen. Macron glaubt, in Merz den idealen Partner gefunden zu haben, um den deutsch-französischen Motor wieder anzukurbeln – im Dienst der strategischen Souveränität Europas, eines seiner erklärten geopolitischen Ziele seit 2017. Weder Angela Merkel noch Olaf Scholz waren bereit, diesen Schritt mitzugehen. Merz willigt in den 'Epochenbruch' ein. Mit dem Angriffskrieg Wladimir Putins im Osten und einem unberechenbaren Donald Trump im Westen fordern beide Männer ein starkes Europa. Von Paris bis Kiew und von Berlin bis Washington begleitet die Kamera sie zu internationalen Gipfeltreffen. Sie stärken die militärischen Abwehrkräfte der Ukraine sowie den europäischen Pfeiler der Nato. Allerdings wird der deutsch-französische Neustart streckenweise durch den französischen Haushaltsstreit und wirtschaftliche Schwierigkeiten in Deutschland ausgebremst. Vor einem Abendessen in der Berliner Villa Borsig stimmt ein Quartett 'Les feuilles mortes' an – eine seltsame Wahl, die erste Zweifel aufkommen lässt.
Die Anfänge zwischen Macron und Merz sind vielversprechend, dann wird es komplizierter. Die ursprüngliche, positive Dynamik wird durch die geopolitische Realität und interne Spannungen ausgebremst. Für die Ukraine ist kein Frieden in Sicht und Wladimir Putin verstärkt den Druck in Form von Fake News und Drohnenüberflügen innerhalb der EU-Aussengrenzen. Europa bleibt standhaft: Es hält die Unterstützung für die Ukraine aufrecht und stärkt seine Ostflanke. US-Präsident Donald Trump wird zu einem feindseligen Verbündeten, der mit erhöhten Zöllen droht und Ansprüche auf das dänische Staatsgebiet Grönland erhebt. Paris und Berlin bieten weiterhin die Stirn und verstärken ihre militärische Präsenz im Hohen Norden. Trotz der transatlantischen Affinitäten von Merz wird der deutsch-französische Schulterschluss bei einem Abendessen im Fort de Brégançon und anlässlich eines gemeinsamen Verteidigungs- und Sicherheitsrats in Toulon bekräftigt. Doch dann bröckelt es von innen. Konfrontiert mit einer neuen, innenpolitischen Krise, lehnt Macron das EU-Mercosur-Abkommen ab und torpediert damit die deutschen Bemühungen, neue Absatzmärkte für die notleidende Wirtschaft zu finden. Auch das deutsch-französisch-spanische Programm Future Combat Air System (FCAS) zur Entwicklung von Kampfflugzeugen der Zukunft und Symbol der deutsch-französischen Ambition, scheitert vorerst, weil sich die Industrie nicht einigen kann. Schliesslich zieht Macron eine Trumpfkarte: Er bietet an, den nuklearen Abwehrschirm Frankreichs auf Deutschland und sieben weitere Nachbarländer auszuweiten – für ein starkes Europa!
Zur Sicherung seines Machterhalts änderte Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán Verfassung und Wahlgesetz, zentralisierte die Medien. Befreundete Oligarchen 'kauften' die meisten unabhängigen Journalistinnen und Journalisten, die seither regierungstreu berichten. Zu den neuen Ultrareichen in Ungarn zählt auch Orbáns Freund aus Kindertagen, der frühere Klempner Lorinc Mészáros, der dank zahlreicher öffentlicher Aufträge mit undurchsichtigen Vergabebedingungen zum reichsten Mann des Landes avancierte. Orbáns autoritärer Regierungsstil, die sogenannte 'illiberale Demokratie', dient gleichgesinnten europäischen Amtskollegen inzwischen als Blaupause. Im alle zwei Jahre stattfindenden 'Budapester Demographie-Gipfel' – eine Veranstaltung gegen Einwanderung und zur Förderung des völkischen Nationalismus – vereint er die grossen rechten Stimmen Europas um sich und stützt deren Wahlkampagnen. Ungarn, mit Orbán an der Spitze, gilt als Herzstück eines grossen paneuropäischen Rechtsbündnisses, das sich in Brüssel mit den 'Patrioten für Europa' eine eigene Fraktion geschaffen hat. Als unverhohlene Anlehnung an die Politik des US-Präsidenten Donald Trump lautet deren Slogan: 'Make Europe Great Again'. Untermauert von Zeitzeugenaussagen und Expertenmeinungen, einige davon ehemalige Verbündete Viktor Orbáns, analysiert die Dokumentation, wie es dem starken Mann in Ungarn gelang, an die Macht zu kommen und diese seit mehr als 15 Jahren an sich zu binden. Wie wurde seine Methode nach Italien, Frankreich, Österreich und Brüssel exportiert? Und warum könnte die 'illiberale Demokratie' langfristig die führende Politikform in Europa werden?
Seit 2010 regiert Viktor Orbán mit Fidesz – und setzt im Wahlkampf 2026 alles auf das Thema Frieden. Bei gross inszenierten Anti-Krieg-Events auf dem Land präsentiert er Ungarn als Bollwerk gegen ein vorgeblich kriegstreiberisches Brüssel. Er schürt immer wieder die Angst, dass Ungarn in den Krieg hineingezogen werden soll. Wer am Ende als Gewinner der Wahl hervorgeht, ist dieses Mal nicht ganz klar. Herausforderer Péter Magyar werden gute Chancen eingeräumt. Die Journalistin Hanna Solti erhält nach langem Anmeldeprozess Zugang zu einer Wahlkampf-Veranstaltung. Sie erlebt eine streng kontrollierte Bühne, regierungsnahe Berichterstattung und wenig Platz für kritische Fragen. Im Gespräch beschreibt sie, wie sich die Bedingungen für unabhängigen Journalismus in den vergangenen Jahren verschärft haben – und warum sie dennoch weiter berichtet. Szilvi Német zeigt einen Teil der digitalen Seite des Wahlkampfs. Die Journalistin deckt ein Netzwerk aus fast 100 KI-generierten Facebook-Profilen auf, die scheinbar private Inhalte posten – es sich letzten Endes jedoch um gezielte Fidesz-Propaganda handelt. Auf dem Land trifft 'Tracks East' die Unternehmerin Bea Molnar. Sie organisiert Jagdreisen – früher sogar nach Russland – und steht fest hinter Orbán. Für sie verkörpert er Stabilität und vertritt die nationalen Interessen. Zwischen ländlicher Loyalität, digitaler Manipulation und wachsender Opposition durch Péter Magyar stellt sich die Frage: Kann der Herausforderer Orbán wirklich gefährlich werden?
Camp Century ist eines der verrücktesten Projekte des Kalten Krieges: 1959 beschlossen die USA, eine geheime Militärstadt unter dem Eispanzer Nordgrönlands zu bauen. Die Supermacht wollte Atomraketen auf Grönland stationieren, um einen strategischen Vorteil gegenüber der Sowjetunion zu erlangen. Die Dokumentation 'Die Stadt unter dem Eis' gewährt einen Einblick in das Leben der bis zu 200 Soldaten, die sechs Jahre lang in den Tunnelanlagen von Camp Century stationiert waren. Die Bewohner von Camp Century lebten in isolierten Häusern, die eigens für die Arktis entwickelt worden waren. Den 'Eissoldaten' fehlte es an nichts: Eine moderne Küche, warme Duschen und sogar eine eigene Kapelle sorgten dafür, dass die Besatzungen monatelange Dunkelphasen im Winter gut überstanden. Für Strom und Wärme wurde ein mobiler Reaktor als Bausatz geliefert, der zu gravierenden Strahlungsproblemen führte. Der damals 18-jährige dänische Pfadfinder Sören Gregersen berichtet aus erster Hand, wie es war, neben einem Atomreaktor zu schlafen. Die Dokumentation thematisiert auch die dramatischen Folgen von Camp Century, die durch die Klimaerwärmung zutage kommen. Denn beim Abzug der US Army aus Camp Century blieben viele Tausend Tonnen Müll, auch radioaktiver Restmüll, unter dem Eis. Glaziologen befürchten nun, dass zum Ende des Jahrhunderts die Überreste von Camp Century an die Oberfläche kommen und über wandernde Gletscher ins Arktische Meer gelangen könnten.
Cast
Søren Gregersen, Kristian Hvidtfeldt Nielsen, Chuck Rose, Sergei Khrushchev, Aleqa Hammond, Horst Machguth, Tanja Dohse
Im Sommer 2018 erhält Knut Kreuch, Oberbürgermeister der thüringischen Stadt Gotha, einen mysteriösen Anruf. Ein Rechtsanwalt möchte über die Rückgabe von fünf alten Meistern verhandeln, die 1979 über Nacht aus der prächtigen Gemäldesammlung von Schloss Friedenstein gestohlen wurden. Nach dem Raub werden über tausend Personen verhört, darunter alle Besitzer eines blauen Kleinwagens AWZ P70. Mehrere Zeugen haben ein solches Modell in der fraglichen Nacht in der Nähe der imposanten Barockresidenz gesehen. Die Operation 'Alte Meister' zählt zu den grössten Ermittlungen der DDR-Geschichte. Doch die Bilder bleiben verschwunden. Umso grösser ist die Überraschung, als schliesslich nach fast 40 Jahren der Anruf des Rechtsanwalts eingeht. Er meldet sich im Namen einer Familie, die die Bilder geerbt hat und bereit wäre, sie gegen eine Zahlung von fünf Millionen Euro zurückzugeben. René Allonge, Hauptkommissar für Kunstkriminalität beim Landeskriminalamt Berlin, wird hinzugezogen. Er will vor allem eines wissen: Wer hat das Verbrechen begangen? Warum wurde es trotz des riesigen Sicherheitsapparates der DDR, in dem alle Bürger unter ständiger Beobachtung standen, nie aufgeklärt? Und wie gelangten die Gemälde in den 1980er Jahren aus der DDR nach Westdeutschland? Gemeinsam mit dem Journalisten Konstantin von Hammerstein rollt er den Fall neu auf und fügt das Bild einer zutiefst menschlichen, tragischen Geschichte auf beiden Seiten des geteilten Deutschlands zusammen.
Episodenummer
5
Cast
René Allonge, Ilse Bernhardt, Nicolas Kemle, Knut Kreuch, Dorothea S., Gerd Schlegel, Konstantin von Hammerstein
Eine kommunistische Hymne aus den 1950er-Jahren untermalt dieses nationale Grossereignis, das von Hunderten Smartphones festgehalten wird. Mit dem feierlichen Start des Raumschiffs 'Shenzhou 21' am 31. Oktober 2025 konnte China sein lange unter Verschluss gehaltenes Mondforschungsprogramm glanzvoll der Öffentlichkeit präsentieren. Lucie Sénéchal-Perrouault, Wissenschaftshistorikerin und Expertin für die chinesische Raumfahrt, erläutert, wie das Land seine Vision von der Eroberung des Weltraums umsetzt. Paul Wohrer, Spezialist für internationale Raumfahrt, beleuchtet die Kommunikationsstrategien der anderen Weltraummächte.
'28 Minuten' ist das Kulturmagazin bei ARTE, täglich frisch und frech aus Paris. Jede Sendung nimmt ein aktuelles Thema aus Gesellschaft, Politik, Wirtschaft oder Wissenschaft unter die Lupe und führt hin zu kulturellen Hintergründen, die sich in der Tagesaktualität sonst nicht auf den ersten Blick erschliessen. Dafür stehen den Moderatoren, sowohl Fachleute für die einzelnen Bereiche, als auch ein täglich wechselnder Gast aus dem kulturellen Leben zur Seite.
In Neuseeland existieren noch uralte Wälder – letzte Reste der riesigen Waldflächen, die einst den gesamten Archipel bedeckten. In diesen Fragmenten des Primärwaldes stehen Baumriesen, die so alt sind wie die Kathedralen Europas: Totara, Matai, Rimu, Kauri oder Rata – stumme Zeugen unzähliger Veränderungen. Rund 90 Prozent der Baumarten sind endemisch, sie kommen nur hier vor. Mit der menschlichen Besiedlung vor kaum 700 Jahren begann der Niedergang dieser einzigartigen Lebensräume. Fläche und Stabilität der Wälder wurden drastisch reduziert. Nur wenige, inzwischen geschützte Gebiete sind erhalten geblieben – letzte Rückzugsorte der Artenvielfalt. Die mächtigen Bäume ragen bis zu 50 Meter in den Himmel. Auf ihren Ästen gedeihen Epiphyten, in ihren hohlen Stämmen leben Kolonien von Langnasenfledermäusen. Doch können diese Bäume auch diesmal überleben? Invasive Arten, Parasiten, Waldfragmentierung – und die Folgen der Klimaerwärmung – setzen ihnen massiv zu. Aus Sorge um 'ihre' Bäume kämpfen Wissenschaftlerinnen, Waldhüter und lokale Behörden für den Erhalt der Urwälder. Sie erläutern ihre Strategien zum Schutz und zur Wiederbelebung dieser wertvollen Ökosysteme.
Es ist eine geografische Besonderheit auf dem Darss, die diesen Küstenabschnitt für Kraniche attraktiv macht: der Bodden. Das durch Landzungen und Inseln entstandene Lagunengewässer ist ein wahres Vogelparadies. Die grossen Schreitvögel bewohnen normalerweise Sumpf- und Moorlandschaften im gesamten nördlichen und östlichen Europa sowie im Norden Asiens. Doch jedes Jahr im Herbst finden sich unzählige dieser Vögel hier an der Ostseeküste ein und sorgen für ein Spektakel, das Vogelliebhaber und Wissenschaftler gleichermassen begeistert: die Kranichrast. Zehntausende Kraniche aus Deutschland, vor allem aber aus Skandinavien und dem Baltikum, machen zwischen September und November Rast entlang der Boddenkette – engmaschig überwacht von Ornithologen und fasziniert beobachtet von zahlreichen Vogelbegeisterten. Wie bedroht der Kranich durch Landwirtschaft, Klimawandel und natürliche Feinde ist, soll die aktuelle Zählung zeigen. Einzigartig sind jedoch nicht nur der Vogelzug hier oben im Norden oder die kilometerlangen, breiten Sandstrände. Auch altes Handwerk lebt hier weiter – wie die farbenfrohen Darsser Türen, handgefertigt und mit den typischen Motiven verziert. Auch der Kranich findet sich darauf wieder. In der Werkstatt der Brüder Roloff in Prerow werden neue Türen gebaut und alte saniert. Sie stammen oft aus dem 19. Jahrhundert: alte Kapitänstüren, durch deren Opulenz und Grösse der Wohlstand der Bewohner zum Ausdruck kam. Die Charakteristik und das Flair der Ostseeküste zu erhalten, mit ihren Menschen, den Tieren, der Landschaft und Architektur – das ist der grosse Wunsch der Einheimischen.
Wiederholung
W
Regie
Maja Dielhenn
Hintergrundinfos
'GEO Reportage' präsentiert aussergewöhnliche Menschen rund um den Globus.
(1): Nizza – Petits Farcis Nizzas Zucchinis im Rampenlicht: Petits Farcis In Nizza werden Zucchini, Tomaten & Co.gerne mit einer aromatischen Farce gefüllt. Clémence Fournival probiert das provenzalische Gericht gemeinsam mit Küchenchef Thomas Issautier und seiner Grossmutter. Der Geograf und Ernährungswissenschaftler Pierre Raffard erzählt von der Einführung der Zucchini in die Küche Nizzas, dem Ursprung der Gemüsefarce und den Problemen rund um den Verzehr von verarbeiteten Produkten. (2): Ein Biss'chen Heimat: Julie, von Nizza nach Italien Julie ist in Nizza geboren und lebt seit zwei Jahren in Mailand. Für ihre Freundinnen backt sie eine Mangoldpastete. Dabei erzählt sie von ihrer jungen Liebe zu Pistaziencroissants, von der mediterranen Küche, die sowohl in Mailand als auch in Nizza zu finden ist, und von Gerichten, die sie an ihre Kindheit in Südfrankreich erinnern. (3): Ran an die Töpfe! Appetit bekommen? Hier gibt es ein einfaches Rezept für Petits Farcis, das sich leicht nachkochen lässt. Also: Ran an die Töpfe! ------------------------ Rezept für Petits Farcis Zutaten für 3 Personen: 3 runde Zucchini 3 runde Fleischtomaten 30 g altbackenes Brot 150 g Hackfleisch vom Rind 100 g Speckwürfel 50 g geriebener Emmentaler 60 g geriebener Parmesan 20 g Semmelbrösel Zubereitung: -Den Deckel der Zucchini abschneiden. Die Zucchini in einen Topf mit kochendem Wasser geben und 5 Minuten lang bei starker Hitze blanchieren. -Anschliessend sofort in Eiswasser abschrecken, um den Garvorgang zu stoppen. -Den Deckel der Tomaten abschneiden. -Das Fruchtfleisch der Zucchini und Tomaten herauslösen und miteinander vermischen. -Farce zubereiten: Das Brot kurz in Wasser einweichen, dann mit Rindfleisch, Speckwürfeln, Emmentaler und dem Fruchtfleisch des Gemüses vermengen. Mit Pfeffer würzen. -Die Füllung in einen Spritzbeutel geben und die Tomaten und Zucchini damit füllen. -Parmesan und Semmelbrösel vermischen und über das gefüllte Gemüse streuen. -Bei 180 °C 25 Minuten im Ofen backen und servieren.
Dubravka Ugresics Kroatien / Brasilien / Paris | Themen: Dubravka Ugresics literarische Abrechnung mit Kroatien / Brasilien: Der Nordeste tanzt im Takt des Maracatu / Mongolei: Sunjees Tsuivan / Paris: Obacht mit der Nächstenliebe
(1): Dubravka Ugresics literarische Abrechnung mit Kroatien Dubravka Ugresics (1949-2023) Heimat Jugoslawien zerfiel 1990 und machte einem chauvinistischen und frauenfeindlichen Kroatien Platz, in dem sich die Schriftstellerin nicht mehr wohlfühlte. Freiwillig ging sie ins Exil und schrieb in den USA, Berlin und Amsterdam über ihre Jugend in Jugoslawien. Aus ihrer eigenen Geschichte schöpfte sie die Inspiration für ihre Frauenfiguren, wie sie flüchtende Dissidentinnen, Hexen der Moderne, gefangen in der Erinnerung an ein verschwundenes Land. (2): Brasilien: Der Nordosten tanzt im Takt des Maracatu Im ländlichen Pernambuco kündet der 'Maracatu' vom Beginn des Karnevals mit seinen Prozessionen, Umzügen und Festen. Der Musikstil, der in der afrikanischen Musik und Religion wurzelt, wurde im Nordosten Brasiliens, geboren. Im 'Maracatu' vermischen sich Tanz, rituelle Kampfelemente, gesungene Poesie und Percussion. In den traditionellen Liedern besingt die Landbevölkerung ihre Herkunft und Geschichte, aber auch ihre soziale Benachteiligung in der Gegenwart. (3): Mongolei: Sunjees Tsuivan In Ulan-Bator erreichen die Temperaturen schon mal minus 40 Grad Celsius. Damit ihrer Familie wieder warm wird, kocht Sunjee ein herzhaftes Nudelgericht, das in der Mongolei sehr beliebt ist. Der selbstgemachte Nudelteig muss eine Viertelstunde ruhen, bevor er geschnitten und mit fein gehacktem Rindfleisch und Gemüse zu einem leckeren Eintopf verarbeitet wird. (4): Paris: Obacht mit der Nächstenliebe Wohl jeder hat schon einmal eine Bettel-E-Mail von einem Unbekannten erhalten, der im Austausch für eine kleine Gefälligkeit die ganz grosse Belohnung verspricht. Dahinter steckt eine uralte Betrugsmasche, die auf Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe setzt, und die man in Paris schon seit der Französischen Revolution kennt .
Sardinien / Marokko / Kopenhagen | Themen: Padre Padrone, die Erinnerungen eines sardischen Hirten / Marokko: die Wüste und ihre Nomaden / Nicolas' Bouillabaisse aus Marseille / Kopenhagen: Schreiben im Eiltempo
(1): Padre Padrone, die Erinnerungen eines sardischen Hirten Der 87-jährige Gavino Ledda kehrt oft an die Orte zurück, an denen sich sein unglaubliches Schicksal entschied. Nachdem er sich aus der Herrschaft seines tyrannischen Vaters befreit hatte, wurde aus dem analphabetischen sardischen Hirten ein anerkannter Intellektueller. Diese Geschichte erzählt er in seiner Autobiografie 'Padre Padrone' (1975), mit der er eine ganze Generation ansprach, die durch Bildung und Kultur eine neue Freiheit gewann. Ihre Verfilmung durch die Brüder Taviani erhielt bei den Filmfestspielen in Cannes 1977 die Goldene Palme. (2): Marokko: die Wüste und ihre Nomaden Das Tafilalet ist eine Oasengruppe in der marokkanischen Sahara und so karg, dass es undenkbar scheint, sich dort niederzulassen. Und doch haben die Nomadenvölker sich nie damit begnügt, sie nur zu passieren: Sie machten die Region zu einem Ort des Austauschs und der kulturellen Durchmischung, zu einer wirtschaftlichen Drehscheibe und einem Zentrum für Auseinandersetzung und Dialog zwischen den Mächtigen. So spielten die Nomaden aus Tafilalet eine aktive Rolle in der Geschichte des marokkanischen Königreichs. (3): Nicolas' Bouillabaisse aus Marseille In Marseille kommt Nicolas von der Unterwasserjagd heim. Während sich die Söhne um den Fang kümmern, steht Ehefrau Clara in der Küche. Sie gibt den frischen Fisch mit einem Tropfen Pastis in einen Suppenfond und lässt alles köcheln. Die Kinder filtern die fertige Suppe und bereiten Knoblauchcroutons zu. Pünktlich zu Sonnenuntergang werden die Teller gefüllt: Die Familie ist stolz darauf, aus Marseille zu sein. (4): Kopenhagen: Schreiben im Eiltempo Die dänische Hauptstadt Kopenhagen galt lange als avantgardistisch und progressiv – kein Wunder, dass man gerade hier eine neue Schrift erfand. Schneller denn je flogen die Worte unter den Fingerspitzen dahin .
Das Great Barrier Reef ist eines der sieben Weltwunder der Natur und gehört zum Weltnaturerbe der UNESCO. Wie alle Korallenriffe bildet es ein einzigartiges Ökosystem, dessen Artenvielfalt für das Gleichgewicht der Ozeane – der anderen Lunge des Planeten – unerlässlich ist. Doch heute ist es aufgrund der Erderwärmung in Gefahr. Ein Team von engagierten australischen Wissenschaftlern setzt alles daran, dieses Naturparadies zu retten. Die Herausforderung ist riesig, und die Zeit drängt. Das Great Barrier Reef wird von kalten Strömungen durchzogen, die aus der Tiefe des Meeres kommen, das Wasser temperieren und allen Bewohnern dieses Ökosystems Nahrung liefern – vom kleinsten Seepolypen bis zum Wal, Walhai oder Riesenmanta. Die Wissenschaftler versuchen, diese Strömungen zu lokalisieren, denn dort sind die Korallen noch intakt und können als Samenbank für die Wiederbelebung der beschädigten Riffe dienen. Also bringen die Forscher Peilsender und anderen Messgeräte an den Meeresriesen an. Einfach ist dies nicht, denn die Tiere befinden sich die meiste Zeit unter Wasser. Der Augenblick, in dem sie auftauchen, ist umso bewegender und gibt die Gelegenheit zu unglaublichen Filmaufnahmen. Doch wird es den Wächtern des Great Barrier Reef gelingen, in so kurzer Zeit genügend Tiere für ihr Vorhaben auszurüsten?
Im Nordosten Australiens, entlang der Küsten von Queensland, regieren Salzwasserkrokodile unangefochten über ein riesiges Gebiet – von den Mangrovensümpfen bis zu den Lagunen des Great Barrier Reefs. Die bis zu sieben Meter langen Reptilien sind Überlebende aus der Zeit der Dinosaurier und perfekt an ein Leben zwischen Süss- und Salzwasser, Land und Meer angepasst. Doch sie sind mehr als nur ein Relikt der Urzeit: Als Spitzenprädatoren prägen sie das Ökosystem und halten es im Gleichgewicht. Wo Krokodile und Menschen aufeinandertreffen, birgt dies jedoch Konfliktpotenzial. Australische Forscher untersuchen daher das Verhalten der Tiere, ihre Jagdstrategien und Wanderrouten entlang der Küste sowie die Herausforderungen eines geteilten Lebensraums. Mit Drohnen und Unterwasserkameras beobachten sie die Grenzgebiete, in denen sich die Reviere von Mensch und Krokodil überschneiden. Die Frage ist: Wie lässt sich ein friedliches Miteinander langfristig sichern? Die Dokumentation zeigt spektakuläre Aufnahmen und bisher kaum dokumentierte Verhaltensweisen der 'Salties', wie die Salzwasserkrokodile in Australien genannt werden. Dabei wird ihre ökologische Bedeutung deutlich: Als Hüter der Mündungsgebiete tragen sie entscheidend zum Erhalt des fragilen Ökosystems bei. Doch steigende Meeresspiegel, Tourismus und der Verlust von Feuchtgebieten bedrohen ihren Lebensraum – und damit auch die Zukunft der gesamten Region.