Consuelo Laras Felder liegen an den Hängen von Milpa Alta, dem südlichsten der 16 Bezirke von Mexiko-Stadt. 'Milpa Alta' bedeutet in der vorspanischen Sprache Nahuatl 'hohes Kornfeld'. Auf über 2.000 Metern über dem Meeresspiegel wächst hier ein Grossteil der frischen Nahrungsmittel für die Millionenmetropole. 80 Prozent davon ist Nopal. Consulo ist eine der wenigen Frauen, die Kaktusfelder besitzt und so ihr eigenes Geld verdient – mit der Gründung ihrer kleinen Kooperative hat sie mehreren Frauen Arbeit verschafft. Das rief in der traditionell geprägten Gegend viel Missgunst hervor. Sie will ihren Bio-Nopal zu einer eigenen Marke machen, mit regionalem Herkunftslabel. Wenn sich die Bauern zusammenschliessen würden, könnten sie das Superfood zu Festpreisen verkaufen, was für alle ein Gewinn wäre. Der Feigenkaktus hat jedoch noch mehr 'grüne' Qualitäten, er kommt auch urban, hip und chic daher: Die beiden Jungunternehmer Adrián López und Marte Cazarez tüfteln seit Jahren an einer umweltfreundlichen Alternative zu tierischem und synthetischem Leder. Und genau die liefert ihnen Nopal-Leder. Die Mode- und auch die Automobilindustrie sind den beiden schon auf den Fersen, das Interesse an ihren Produkten ist gross. Doch immer wieder stellt sich die bange Frage, ob die Ernte gut genug ist und ausreichend Material für kommende Aufträge liefert.
(1): Abuñuelada-Auberginen, eine arabische Spezialität aus Andalusien Die Sonne Andalusiens bietet optimale Bedingungen für den Auberginenanbau und die Gewinnung von 'Zuckerrohr-Honig'. In Córdoba, der ehemaligen Hauptstadt des Emirats Al-Andalus, verschmelzen beide zu einem köstlichen Gericht. Journalist Arnaud Théry lässt sich von Küchenchef Paco Morales in die Geheimnisse des geschichtsträchtigen Rezepts einweihen. Aber was ist eigentlich Al-Andalus, und woher stammt die Aubergine? Geograf und Ernährungswissenschaftler Pierre Raffard kennt die Antworten und erzählt die Geschichte des arabischen Andalusiens. (2): Nostalgiegeschmack: Inma, eine Andalusierin in Schottland Inma und ihr Mann stammen aus Andalusien und leben im schottischen Edinburgh. Inma liebt Kartoffel-Tortillas und Tapas, die sie gerne mit den Schülern ihrer Flamenco-Schule teilt. Auch wenn ihr die alte Heimat manchmal fehlt, fühlt sich Inma in der schottischen Hauptstadt nach wie vor sehr wohl. (3): Ran an die Töpfe! Appetit bekommen? Hier gibt es ein einfaches Abuñuelada-Rezept, das sich leicht nachkochen lässt. Also: Ab in die Küche! Rezept für die Abuñuelada-Aubergine Ein Beignet und eine Aubergine – mehr braucht es nicht für einen exzellenten Aperitif. Der Beweis: dieses Rezept! Zutaten für 10 Beignets: 1 grosse Aubergine 10 neutrale Beignets 15 cl Balsamicoessig Olivenöl Salz, Pfeffer Zubereitung: Auberginenhaut unter regelmässigem Wenden von allen Seiten grillen (auf der Gasflamme oder bei 220°C im Ofen auf Grillfunktion). Anschliessend Schale entfernen und Fruchtfleisch zurückbehalten. Fruchtfleisch in ein Spitzsieb legen, beschweren und drei Stunden lang austropfen lassen. Mit Salz, Pfeffer und etwas Olivenöl würzen. Fein mixen. In einem kleinen Topf Balsamico reduzieren, bis der Essig dickflüssig wird und sich in einen zähen Sirup verwandelt. Beignets leicht anwärmen, mit Auberginencreme bestreichen und etwas Balsamico darüber tröpfeln.
Marcelino Truongs Vietnam / La Martinique / Spanien | Themen: Vietnam: Marcelino Truongs Kindheitserinnerungen / Wenn La Martinique ein Baum wäre / In Costa Rica: Duñas Gemüsereis / Spanien: Ein vielversprechender Karrierestart
(1): Vietnam: Marcelino Truongs Kindheitserinnerungen Marcelino Truong musste als Kind aus Vietnam fliehen. In seiner Graphic Novel 'Ein schöner kleiner Krieg – Saigon 1961-1963' zeichnet er die Geräusche und Gerüche seiner Heimat nach: In Sepiatönen erzählt er von Erinnerungen an seine Kindheit in Saigon, die er mit den Schrecken des Vietnamkriegs verwebt. Er stellt persönliche Erlebnisse in politische Zusammenhänge, die ihm damals noch nicht bewusst waren. Ausserdem hinterfragt er seine kindliche Vorstellung von Gut und Böse und drückt seine Hoffnung auf Frieden aus. (2): Wenn La Martinique ein Baum wäre Der Kapokbaum, auch Wollbaum genannt, hat sich tief in die ereignisreiche Geschichte der Vulkaninsel La Martinique eingeschrieben. In der kreolischen Kultur, die sich nach der Abschaffung der Sklaverei bildete, ist der Kapokbaum ein wichtiger Bestandteil des lokalen Glaubens. Seine Blätter und Äste finden Verwendung in Ritualen, sie werden verehrt oder gefürchtet. Der Baum lässt niemanden gleichgültig, er beeinflusst die Geister und Gemüter – und die Strassen. (3): In Costa Rica: Duñas Gemüsereis In Tablazo de Acosta bereitet Duña ein typisches Frühstück zu: Für das Gallo Pinto brät sie Zwiebeln und Paprika an, dann fügt sie schwarze Bohnen, Reis und scharfe Sosse hinzu. Als Beilage serviert Duña Maistortillas, gebratene Bananen – und dazu eine Tasse der Kaffeesorte, die von ihrer Familie angebaut wurde. (4): Spanien: Ein vielversprechender Karrierestart In der spanischen Stadt Teruel sind noch heute Spuren aus dem Bürgerkrieg zu sehen. Im Winter 1937/1938 riskierten Kriegsreporter tagtäglich zwischen Bomben und Gewehrsalven ihr Leben. Einer von ihnen war einer der grössten Spione des 20. Jahrhunderts .
(1): Ghana: James Barnor, Fotograf der Unabhängigkeit Stolz, lebhaft und bunt ist das Ghana, das James Barnor in seinen Farbfotos für die Nachwelt festhielt. Als Barnor 1929 geboren wurde, war Ghana noch die britische Kronkolonie Goldküste. Der junge Mann begann als Studiofotograf, dokumentierte aber schon früh den beschwerlichen Weg seines Landes in die Unabhängigkeit, der 1957 endete. Der Künstler mit der Kamera wurde zum Chronisten seiner Zeit. Jahrzehntelang war Barnor in Vergessenheit geraten. Heute erinnert man sich an ihn als einen Pionier der Fotografie aus Ghana. (2): Harlem: Blüte afroamerikanischer Kunst Jazz erklingt in Harlem seit über einem Jahrhundert. In den 1920er Jahren brachte diese Musik wie keine andere die widersprüchlichen Erfahrungen der afroamerikanischen Community zum Ausdruck – zwischen Desillusion einerseits und der Hoffnung auf eine bessere Zukunft andererseits. So wurde der Jazz Teil der Harlem-Renaissance – einer unerhört kreativen Kunstbewegung, die Musik, Literatur und Malerei erfasste. Der Stil prägte den New Yorker Stadtteil und machte ihn von 1910 bis 1940 im Amerika der Rassentrennung zum Versuchslabor für Tausende schwarze Künstlerinnen und Künstler. (3): Hamburg: Noras Finkenwerder Scholle Zum Hochzeitstag der Hamburgerin Nora gibt es ein Gericht, das nach einer ehemaligen Elbinsel der Hansestadt benannt ist: Finkenwerder Scholle. Nora beträufelt die Fischstücke mit Zitrone und wendet sie in Mehl. Dann werden sie in Butter schön goldgelb gebraten. Als Beilage gibt es einen Kartoffelsalat mit Essiggurken, Rettich und selbst gemachter Mayonnaise. Das Tüpfelchen auf dem i: Auf den Fisch kommt eine Mischung aus Speck und gedünsteten Schalotten. (4): Korsika: Streit der Philosophen 1755 begann ein neues Kapitel in der Geschichte Korsikas: Die Insel wurde unabhängig. In Corte schrieb man an einer Verfassung im Geiste der Aufklärung und hoffte dabei auf die Hilfe Jean-Jacques Rousseaus. Doch dessen Erzrivale Voltaire wollte diese Pläne durchkreuzen .
Mehr als sechs Stunden braucht die Rhodopenbahn, die letzte bulgarische Schmalspurbahn, von Septemwri nach Dobrinischte und zurück. Sie schlängelt sich in über 1.200 Meter Höhe vorbei an kleinen Minaretten, orthodoxen Kirchen, verlassenen Bahnübergängen und atemberaubenden Landschaftskulissen. Die Rhodopen und das anliegende Pirin-Gebirge an der bulgarisch-griechischen Grenze gelten als Artenvielfalt-Hotspot Europas, denn nirgends sonst gibt es auf so kleiner Fläche so viele verschiedene Vogel-, Säugetier-, Insekten- und Pflanzenarten. Sogar einer der grössten Greifvogel Europas, der fast ausgestorbene Mönchsgeier mit einer Flügelspannweite von fast drei Metern, gleitet hier durch die Luft. Auch der höchste Berg der Umgebung, der Grosse Perelik mit seinem über 2.000 Meter hohen Gipfel ist aus dem Zugfenster zu beobachten. Am Fusse des Wichren, dem höchsten Gipfel des Pirin-Gebirges, nahe dem Zielort des Zuges, liegt der älteste Nationalpark Bulgariens, der Nationalpark Pirin. Die bulgarische Regierung wollte die Strecke der Rhodopenbahn schon oft stilllegen, doch die Bevölkerung setzte sich mit ganzer Kraft für ihren Erhalt ein. Die Strecke hat nicht nur Tradition, sie ist für viele Anwohnerinnen und Anwohner der landwirtschaftlich geprägten Gegend das einzige Verkehrsmittel und damit auch die einzige Verbindung zur Aussenwelt, denn Autos gibt es nur wenige. Die Dokumentation begleitet entlang der Gleise das Leben verschiedener Menschen der Region, die seit jeher eng durch den alten Zug verbunden sind.
Episodenummer
1
Cast
Dunka, Maria Gazanova, Kichka, Georgi Kovachev, Svetla Mateva, Salih Mehmet, Ivailo Michanchiew
Die Bahnstrecke Oravita-Anina heisst bei den Einheimischen schlicht 'Aninabahn' – benannt nach ihrem Zielort auf 559 Meter Höhe im Banater Gebirge. Die Bewohnerinnen und Bewohner im dünn besiedelten Banat sind bis heute stolz auf ihren Zug. Als die Linie in den 1860er Jahren erbaut wurde, gehörte das Gebiet zum Österreichisch-Ungarischen Kaiserreich. Noch heute werden deutsche Traditionen entlang der Strecke aufrechtzuerhalten versucht. Mit dem Auto sind die Endbahnhöfe kaum weiter als eine Stunde voneinander entfernt, auf den Schienen kann es locker zweieinhalb Stunden dauern. Und steckt man seinen Kopf aus dem Fenster der alten Zugwaggons, rast die Zeit nur so an einem vorbei. Belohnt wird man mit wunderschönen Aussichten, die so nur aus dem Zugfenster möglich sind.
Episodenummer
3
Cast
Nicolae Avram, Nicolae Bachila, Parnea Constantin, Benjamin Cuhan, Stefan Kaminsky, Gabriel Paun, Danica Retisan
Am Fusse der französischen Pyrenäen befindet sich eine der ältesten und beeindruckendsten Festungen Europas: Carcassonne. Über Jahrhunderte bauten verschiedene Herrscherhäuser diese Burg zu einer der grössten Wehranlagen Europas aus. Der Reichtum, der dies ermöglichte, speiste sich dabei immer aus der spektakulären Natur der Region. Die urbaren Böden und die Sonne Südfrankreichs ermöglichten den Menschen seit jeher reiche Ernten. Salz aus dem nahen Mittelmeer und eine römische Handelsstrasse am Fusse der Berge machten die Herrscher der Region reich. Gleichzeitig entstand in diesem Naturparadies eine christliche Bewegung, die Bescheidenheit nicht nur predigte, sondern auch lebte: Die Katharer bauten keine eigenen Kirchen, sondern nutzten die Natur selbst als ihr Gotteshaus – und wurden für diese Ketzerei gnadenlos von der katholischen Kirche verfolgt. Noch heute leben in den Bergen um Carcassonne Bären, im Fluss Aude seltene Wasservögel und in den Gemäuern der Burg Echsen und Raubvögel.
Im ländlichen Rumänien gelten Pferde immer noch als wichtiges Arbeitsmittel, denn moderne Maschinen sind teuer und die Dieselpreise hoch. Als günstige, vielseitige Alternative ziehen die Vierbeiner in der rumänischen Landwirtschaft noch vielerorts Pflüge, Karren oder auch Holzstämme aus dem Wald. Eigentlich eine gute Entwicklung für Zoltan Moldovan, Pferdehändler in dritter Generation. Gäbe es nicht ein Problem: In Rumänien ist der Handel mit lebenden Tieren auf Märkten stark reglementiert. Denn von diesen Aktionen breiteten sich in der Vergangenheit immer wieder Seuchen wie die Infektiöse Anämie aus. Infizierte Pferde gelangten zum Teil in das benachbarte Ausland und mussten dort eingeschläfert werden, um eine Ausbreitung zu verhindern. Die traditionellen Pferdemärkte mussten schliessen. Für neue Märkte erteilen die Behörden praktisch keine Genehmigungen mehr. Ein schwerer Schlag für die Pferdehändler – Zoltan muss jetzt einen Teil seines Einkommens als Saisonarbeiter in Deutschland verdienen. Doch ganz wollen sich Zoltan und seine Kollegen das Geschäft mit den Rössern nicht nehmen lassen. Auf sogenannten 'Pferdeausstellungen', auf denen die Pferde offiziell nur gezeigt und nicht verkauft werden sollen, wird der Handel vielfach geduldet. Zoltan träumt davon, in seiner transsilvanischen Heimatstadt Praid wieder einen richtigen Pferdemarkt zu etablieren, als wirtschaftlichen Impuls und sozialen Treffpunkt. Doch die bürokratischen Hürden bleiben hoch.
(1): Mafé aus dem Senegal: Alles auf Erdnuss! In Westafrika darf Mafé auf dem Speiseplan nicht fehlen. Küchenchefin Rose-Marie Colie bereitet für die Journalistin Clémence Fournival einen senegalesischen Erdnusseintopf zu – für Kenner das beste Mafé überhaupt. Geograf und Ernährungswissenschaftler Pierre Raffard beleuchtet die umstrittene Herkunft des Gerichts, den Zusammenhang mit der Kolonialgeschichte Senegals, die Bedeutung der Erdnuss für die senegalesische Küche und die Nährwerte der knackigen Hülsenfrucht. (2): Nostalgiegeschmack: Ndeye, eine Senegalesin in Nanterre Nanterre bei Paris ist seit 35 Jahren die zweite Heimat der Senegalesin Ndeye. Kommen Freunde zu Besuch, bereitet sie mit ihren Töchtern das senegalesische Nationalgericht Thieboudienne zu, ein Festmahl aus Fisch und Reis. Bei Tisch dreht sich das gesellige Gespräch um Familientraditionen, Identität und Erinnerungen an die alte Heimat. (3): Ran an die Töpfe! Appetit bekommen? Hier gibt es ein einfaches Mafé-Rezept, das sich leicht nachkochen lässt. Also: Ab in die Küche! Rezept für Mafé Zutaten für 4 Personen: 600 g Rindfleisch 1 Zwiebel 6 Knoblauchzehen 4 zerstossene Pili-Pili-Chilischoten 40 ml Nuoc-Mam-Fischsosse 50 g Tomatenmark 200 g passierte Tomaten 250 g Erdnussmus (oder cremige, nicht gesüsste Erdnussbutter) 1 kleiner Wirsing 3 Karotten 1 Süsskartoffel 1 l Wasser Öl Salz, Pfeffer Zubereitung: Die Hälfte der Knoblauchzehen hacken, mit zerstossenen Chilischoten, Salz und Pfeffer vermengen. Fleisch mit der Mischung einreiben. Mindestens eine Stunde im Kühlschrank marinieren lassen. In einem grossen Schmortopf das Fleisch anbraten, bis es Farbe annimmt. Aus dem Topf nehmen und beiseitestellen. In dem gleichen Topf Knoblauch und gehackte Zwiebel etwa 5 Minuten glasig andünsten. Fischsosse, Tomatenmark und passierte Tomaten zugeben und etwa 3 Minuten unter Rühren erhitzen. Wasser zufügen. Fleisch wieder in den Topf geben, aufkochen lassen, anschliessend Hitze reduzieren. Erdnussmus oder -butter zugeben und 20 Minuten kochen lassen. Gemüse zugeben und weitere 30 Minuten kochen lassen. Gemüse und Fleisch sollen weich, die Sosse nicht zu flüssig sein. Abschmecken, gegebenenfalls nachwürzen und mit Reis servieren.
Graciela Iturbides Mexiko / Neuseeland / London | Themen: Graciela Iturbides Mexiko, zwischen Leben und Tod / Die Vogelinseln von Neuseeland / In Kroatien: Léos und Filips marinierte Garnelen / London: Die Könige und Königinnen der Herzen
(1): Graciela Iturbides Mexiko, zwischen Leben und Tod In Mexiko gibt es keine festen Grenzen zwischen der Welt der Lebenden und dem Totenreich. Als die junge Fotografin Graciela Iturbide Anfang der 1970er Jahre auf tragische Weise ihre Tochter verliert, bereist sie ihr Heimatland, um die verschiedenen Völker Mexikos zu erkunden. Sie stellt sich ihrem Schmerz und fotografiert Riten aus präkolumbischer Zeit, die den Übergang vom Leben in den Tod begleiten. (2): Die Vogelinseln von Neuseeland Jahrtausende war Neuseeland von anderen Kontinenten isoliert, genauso lange gab es hier keine Säugetiere. Die Vögel nahmen eine wichtige Stellung in der Fauna ein und sind auch heute noch in der Kultur und Geschichte des Landes von grosser Bedeutung. Die Menschen in Neuseeland nennen sich nach ihrem Wappentier 'Kiwis'. Um die Vögel und diese einzigartige Biodiversität zu erhalten, musste die neuseeländische Regierung besondere Massnahmen ergreifen. (3): In Kroatien: Léos und Filips marinierte Garnelen In Rijeka bereiten Léo und Filip ihre Sivori Marinirani Scampi zu. Zunächst wird die Hälfte der Krustentiere mit Knoblauch, Spargel und Tomaten angebraten und dann alles zu einer Petersilien-Polenta gegeben. Dann verfeinern sie den Rest der rohen Garnelen mit Sojasosse, Olivenöl und Frühlingszwiebeln. Ein echter Gaumenschmaus! (4): London: Die Könige und Königinnen der Herzen Wer in London den König nicht zu Gesicht bekommt, kann wenigstens der Wachablösung der King's Guard beiwohnen. In dem Land mit den exzentrischen Sitten gibt es aber auch gekrönte Häupter, die etwas nahbarer sind: die Pearly Kings and Queens. Der erste Vertreter dieser Linie war ein Strassenfeger .
Gabrielle Vincents Brüssel / Falklandinseln / Nord_ und Südkorea | Themen: Brüssel: Die Abenteuer von Ernest und Celestine / Falklandinseln: Der ewige Zankapfel / Italien: Fiorellas neapolitanischer Reiskuchen / Nord- und Südkorea: Ein Baumschnitt eskaliert
(1): Brüssel: Die Abenteuer von Ernest und Célestine Es ist die Geschichte einer unwahrscheinlichen, aber wunderschönen Freundschaft: die zwischen dem dicken Braunbär Ernest und dem pfiffigen Mäuschen Célestine. Generationen von Kindern und Eltern verschlangen ihre Abenteuer, die in Deutschland zunächst unter dem Titel 'Mimi und Brumm' erschienen. 'Ernest und Célestine' entsprangen der Fantasie der Brüsseler Künstlerin, Kinderbuchautorin und Illustratorin Monique Martin, die ihre bezaubernden Alben unter dem Pseudonym Gabrielle Vincent veröffentlichte. (2): Falklandinseln: Der ewige Zankapfel Argentinien und Grossbritannien haben sich immer wieder um die Falklandinseln gestritten. Zwar gab es 1989 einen offiziellen Frieden, doch das Verhältnis beider Staaten ist immer noch belastet: Der Archipel knapp 500 Kilometer vor der südamerikanischen Küste wurde einst von Spanien beansprucht. 1833 nahmen Argentinien und das Vereinte Königreich die kaum bewohnten Inseln in Besitz. Ab Anfang der 1960er Jahre begann Argentinien seine Gebietsansprüche auf die Falklandinseln im Zuge der Entkolonialisierung aktiver zu vertreten. Die Vollversammlung der Vereinten Nationen stärkte 1965 in einer Resolution die Position Argentiniens und forderte beide Staaten zur Einigung auf. Die Falklandinseln blieben bei Grossbritannien, aber ihre Bewohner wollten nicht Teil Argentiniens werden und strebten nach Autonomie. Grossbritannien war erst zu Zugeständnissen bereit, doch 1976 nach dem Militärputsch in Argentinien wollte die britische Regierung unter Premierministerin Margaret Thatcher die weniger als 2.000 Inselbewohner nicht der argentinischen Regierung überlassen. 1982 kam es zu einem kurzen, aber heftigen Krieg. Das Verhältnis zwischen beiden Staaten ist bis heute belastet. Erst ab 1989 nahmen Argentinien und Grossbritannien diplomatische Gespräche wieder auf. (3): Italien: Fiorellas neapolitanischer Reiskuchen In Neapel bereitet Fiorella Sartù di Riso, einen gefüllten Reiskuchen, zu. Dafür kocht sie zunächst ein Ragù aus Rind- und Schweinefleisch in Tomatensosse, dann ein Risotto, in das sie ein wenig der Fleischsosse mischt. In eine Form gibt sie zunächst eine Schicht Risotto, gefolgt vom Ragù, darauf Mozzarella, Erbsen, Rindfleischklösschen und zum Schluss eine weitere Schicht Risotto. Nach einer Dreiviertelstunde im Ofen wird das leckere Gericht serviert. (4): Nord- und Südkorea: Ein Baumschnitt eskaliert Seit 1953 werden Nord- und Südkorea durch eine demilitarisierte Zone mit Stacheldraht und Wachtürmen getrennt. Beiderseits der Demarkationslinie beobachtete man sich argwöhnisch, aber passiv, bis eine Pappel einen folgenschweren Konflikt auslöste .
Eigentlich ist der Plan perfekt: Julien Tavernier erschiesst seinen Chef, den Ehemann seiner Geliebten Florence, nach Dienstschluss in dessen Büro und lässt die Tat nach Suizid aussehen. Doch kaum unten auf der Strasse angekommen, fällt ihm auf, dass er ein verräterisches Indiz hinterlassen hat. Unbemerkt stiehlt er sich zurück in das am Abend verlassene Bürogebäude – und bleibt dort im Fahrstuhl stecken. Während Florence auf der Suche nach Julien verzweifelt durch das nächtliche Paris irrt, stiehlt ein junges Paar das Auto des Mörders. Die abenteuerliche Spritztour der beiden endet in einem Hotel, wo sie unter dem Namen Julien Tavernier ein Zimmer mieten und sich mit einem deutschen Ehepaar anfreunden. Als das Diebespaar sich in der Nacht unbemerkt mit dem Wagen der Deutschen davonmachen will, wird es von ihnen überrascht. Im Affekt erschiesst der Autodieb das Ehepaar mit einem Revolver, den er in Juliens Auto gefunden hat, und flüchtet mit seiner Freundin. Die Folgen sind für alle fatal. Aus dem Aufzug befreit, kann sich Julien zwar am nächsten Morgen heimlich aus dem Gebäude schleichen, weiss aber nicht, dass die Polizei ihn bereits sucht: Der Mörder wird eines anderen Mordes verdächtigt, den er nicht begangen hat ...
Wiederholung
W
Cast
Jeanne Moreau, Maurice Ronet, Georges Poujouly, Yori Bertin, Lino Ventura, Gérard Darrieu, Iván Petrovich
Regie
Louis Malle
Drehbuch
Louis Malle, Roger Nimier
Hintergrundinfos
Louis Malle, der 1956 zusammen mit Jacques Cousteau den Dokumentarfilm 'Le monde du silence' gedreht hatte, gab im Jahr darauf mit 'L'ascenseur pour l'échafaud' seinen Einstand als Spielfilmregisseur. Seine Verfilmung des Romans von Noël Calef steht klar in der Tradition des 'Film noir' amerikanischer Prägung, enthält aber auch gesellschaftskritische Anspielungen auf die Verhältnisse im Frankreich der Nachkriegszeit. Die beklemmende Atmosphäre, die Kameramann Henri Decaë auf der Bildebene erzeugt, wird ergänzt durch den legendären Soundtrack von Miles Davis, der sowohl die Sehnsüchte des Liebespaars als auch die nervöse Hektik ihrer Situation zum Ausdruck bringt. Die Hauptrollen verkörpern Maurice Ronet und Jeanne Moreau, die auch später wieder mit Malle zusammenarbeiten sollten. In einer prägnanten Nebenrolle als Kommissar gibt sich Krimi-Star Lino Ventura die Ehre.
Kritiken
Im Zusammenwirken von stimmungsvoller Fotografie, atmosphärischer Musik und sparsam-einprägsamem Spiel der Darsteller entwickelt sich eine düster-poetische Studie um Schuld und Sühne, Liebe und Misstrauen, Zufall und Schicksal, voller Liebe zur erzählerischen Kraft des Kinos (Lex. des Internat. Films).
Die Antike kennt wenige so bedeutende Herrscher wie ihn. Er hat die römische Welt fundamental verändert – Kaiser Konstantin, genannt der Grosse. Europa ist geprägt von dem Kaiser, der das Christentum im Römischen Reich etablierte. Constantius I. herrscht als Kaiser von Trier aus über den Nordwesten des Römischen Reiches. Als er auf einem Feldzug stirbt, kommt sein Sohn Konstantin an die Macht. Geschickt stabilisiert dieser das Reich, baut seine Hauptstadt weiter aus: Mächtige Kaiserthermen und ein Thronsaal zählten in der Antike zu den prächtigsten und am reichsten ausgestatteten ihrer Art. Im Jahr 312 zieht Konstantin gegen Rom. In der Nacht, bevor er die Legionen seines Rivalen Maxentius vernichtend schlägt, soll ihm in göttlicher Vision das Kreuz Christi erschienen sein. Belegt ist: Die kaiserlichen Truppen kämpften von nun an unter dem Symbol des Kreuzes. Der Kaiser lässt auch in Rom bauen, Paläste und erste christliche Kirchen, darunter die Lateranbasilika. Konstantin erweitert sein Reich im Osten, gründet an der Schnittstelle zwischen Europa und Asien Konstantinopel. Imposante Bauten entstehen auch hier, etwa die Kirche 'Heiligtum der Weisheit', die heutige Hagia Sophia. Eine neue Religionsfreiheit und Kaisermutter Helena begünstigen die Ausbreitung des christlichen Glaubens. Konstantin selber lässt sich erst auf dem Sterbebett taufen, so die Legende. Entlang der Stationen seines Lebens gehen Historiker und Archäologen auf Spurensuche. Sie rekonstruieren die Welt eines Imperators, der Macht und Pracht vereinte.
Auch wenn die Heidelandschaft Westeuropas sich über karges Gestein und unfruchtbare Böden erstreckt, beherbergt sie doch eine bemerkenswerte Artenvielfalt. Hier gedeihen Heidekraut, Ginster und Faulbäume. Jahrtausendelang sorgten Landwirte durch Beweidung dafür, dass die Heiden nicht zuwucherten. Seit etwa hundert Jahren werden auf diesen wenig ertragreichen Flächen jedoch vermehrt Nadelbäume angepflanzt, um höhere Renditen zu erwirtschaften. Heute bemühen sich Naturliebhaber um den Erhalt und eine Wiederbelebung der französischen Heidelandschaften zwischen Zentralmassiv und Finistère. Cédric Deguillaume, Schafzüchter im Monédières-Massiv, rodet die Heide, damit die Wildheidelbeeren besser gedeihen können. Die Früchte sind für ihn zu einer zusätzlichen Einnahmequelle geworden, die es ihm gestattet, auf und von der Heide leben zu können. Im Finistère, in der Nähe der Halbinsel Crozon, mussten die als Kohlenstoffsenken so wichtigen Torfmoorheiden schon vor langer Zeit den Seekieferwäldern weichen. Yves-Marie Le Guen betreut ein ehrgeiziges Programm zur Renaturierung von 200 Hektar bretonischer Heidelandschaft durch selektive Rodungen, mit denen wieder Platz für die Torfmoore geschaffen wird. Auf dem Plateau de Millevaches pflegt Thierry Fedon die Tradition der Wanderimkerei. Er bringt seine Bienenvölker zum Honigsammeln auf eine mit rosafarbener Besenheide dichtbestandene Fläche. Durch seine Arbeit leistet er einen wichtigen Beitrag für das Gleichgewicht des dortigen Ökosystems.
Nicht ohne Grund ist das Tote Gebirge von besonderem Wert und als Europaschutzgebiet ausgewiesen. Rund um das Karstplateau finden sich noch glasklare Seen, ursprüngliche Wälder, Wiesen oder Moore und bilden damit einen spektakulären Kontrast zur schroffen Felslandschaft. Zu den interessantesten Wildtieren dieser weitgehend ungezähmten Wildnis gehören die Raufusshühner. Hierzu zählen unter anderem Schneehuhn, Birkhuhn und Auerhahn. Diese Tiere sind durch den zunehmenden Verlust ihrer Lebensräume stark bedroht. Die abgeschiedene und strukturreiche Landschaft des Toten Gebirges bietet ihnen eine Zuflucht – vom Bergwald bis hinauf in die Hochlagen – und macht sie somit zu einem Hotspot für diese Arten. Typische Alpenbewohner wie Rothirsche, Füchse, Uhus und Steinadler sind auf dem Hochplateau ebenso zu Hause. Die verborgen lebenden Haselmäuse, die Narzissenblüte oder selten gewordene Spechtarten sind weitere Naturhöhepunkte des Toten Gebirges.
Die Kulisse bietet das österreichische Almtal am Rande des Toten Gebirges. Vor rund 50 Jahren siedelte der Nobelpreisträger Konrad Lorenz hier Graugänse für Verhaltensstudien an. Ihr wildes Verhalten gilt mittlerweile als gründlicher erforscht als das aller anderen Tiere der Welt. Die Biologin Sonia Kleindorfer und ihr Team der Konrad-Lorenz-Forschungsstelle erleben die täglichen Herausforderungen verschiedener Gänse-Protagonisten hautnah mit. Jede Gans ist anders, auch wenn es für Menschen nicht ganz einfach ist, sie auseinanderzuhalten. Die Gänse erkennen sich dagegen sehr gut und pflegen komplexe soziale Bindungen untereinander. Die Vögel zeigen Individualität in ihrer Körpersprache, ihrem sozialen Verhalten und in ihrer bemerkenswerten Fähigkeit zur Problemlösung und Entscheidungsfindung. Anhand spannender Experimente werden Persönlichkeit, Intelligenz und Verhalten der einzelnen Gänse auf die Probe gestellt – mit verblüffenden Ergebnissen. Gössel, die noch im Ei aus gefährdeten Nestern in freier Wildbahn gerettet wurden, werden an der Forschungsstelle von zwei menschlichen 'Gänsemüttern' aufgezogen. Ihre Abenteuer und die Herausforderungen des Erwachsenwerdens erleben wir hautnah mit. Die Tiere bewegen sich in ihrem natürlichen Lebensraum und zeigen die vielfältigen Aspekte ihres Zusammenlebens. Es ist fast eine Graugans-Seifenoper, die sich vor der beeindruckenden Kulisse des Almtals abspielt, umgeben von bestechend schöner Natur.
Schon in wenigen Jahren könnte es zu einem Angriff Russlands auf Nato- und EU-Gebiet kommen, befürchten Politikerinnen und Politiker. Gleichzeitig wird das Verteidigungsbündnis mit den USA in Frage gestellt. Europa versucht deshalb, seine Verteidigungsfähigkeiten so schnell wie möglich zu stärken. Die Bundeswehr soll innerhalb weniger Jahre zur konventionell stärksten Armee Europas ausgebaut werden. Bis 2035 soll die Truppe von derzeit 186.000 auf 260.000 aktive Soldatinnen und Soldaten anwachsen. Dafür wirbt die Bundeswehr massiv um Nachwuchs, unter anderem mit einwöchigen Schnupperangeboten für Jugendliche und junge Erwachsene, in denen diese eine Art Grundausbildung im Zeitraffer erleben. In Frankreich ist die Armee traditionell tief in der Gesellschaft verankert. Jugendprogramme gibt es landesweit, viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer wechseln später in eine militärische Ausbildung. 2026 startet zudem ein neuer Freiwilligendienst der Armee, der innerhalb von zehn Jahren auf 50.000 Männer und Frauen anwachsen soll. Lettland, das direkt an Russland grenzt, geht noch weiter: Das Land hat den Wehrdienst wiedereingeführt – und das Schulpflichtfach 'Landesverteidigung'. Schülerinnen und Schüler der 10. und 11. Klassen lernen dort den Umgang mit der Waffe, absolvieren Schiesstraining und üben Navigation. Nicht alle unterstützen diesen Kurs, doch viele Jugendliche finden: Es ist gut, vorbereitet zu sein. Für die junge Generation in Europa steht wieder die Frage im Raum, wie weit sie bereit ist, ihr Land im Ernstfall mit der Waffe zu verteidigen.
Es ist das Jahr 1996: Mike Lazaridis und sein bester Freund und Geschäftspartner Douglas Fregin entwickeln das erste Smartphone der Welt. Die beiden sind technisch brillant, im geschäftlichen Bereich jedoch ziemliche Nieten. Sie haben grosse Mühe, ihr Unternehmen 'Research in Motion' über Wasser zu halten. Alles ändert sich, als sie den smarten Unternehmer Jim Balsillie kennenlernen, der das nötige Kleingeld und die Kompetenz mitbringt, einen Markt für diese weltverändernde Erfindung zu öffnen. Scheinbar über Nacht revolutionieren die drei Männer die Art und Weise, wie Menschen arbeiten, kommunizieren und sich vernetzen. Ob in der Politik, in Unternehmen oder bei der Prominenz: Am BlackBerry kommt man nicht mehr vorbei, und der Wert des Unternehmens schnellt in die Höhe. Doch schon bald wird der Erfolg von einer anderen Erfindung bedroht .
Cast
Jay Baruchel, Glenn Howerton, Matt Johnson, Kelly Van der Burg, Laura Cilevitz, Martin Donovan, Rich Sommer
Mit dem Film 'Der Mann mit der Todeskralle' änderte Bruce Lee den Blick des Westens auf die asiatische Community und zwang Hollywood, eine Realität anzuerkennen, die es bis dahin negiert und sogar verfälscht hatte. Asiatinnen und Asiaten verkörperten in amerikanischen Produktionen bis dahin meist unterwürfige oder bösartige Charaktere. Oft wurden sie von überschminkten und verkleideten Weissen gespielt, weil die Produzenten meinten, mit dieser als Yellowface bezeichneten Praxis den Publikumserwartungen gerecht zu werden. In 'Der Mann mit der Todeskralle' war erstmals in der Geschichte Hollywoods ein asiatischer Schauspieler der Star eines Films. Das löste eine weltweite Schockwelle aus, und Bruce Lee stieg zu Bob Marley, Che Guevara und Mohammed Ali in das Pantheon der Rebellen auf. Die asiatische, aber auch die afroamerikanische Community war stolz auf Lee. Viele, die unter Rassendiskriminierung zu leiden hatten, identifizierten sich mit ihm. In den fünfzig Jahren nach dem Film und dem kurz darauf folgenden Tod seines Hauptdarstellers inspirierte Bruce Lee zahlreiche Hollywood-Produktionen, von 'Matrix' bis 'Kill Bill'. Doch der Erfolg des 'kleinen Chinesen, der sich für unbesiegbar' hielt, war ein Affront, den weisse Schauspieler wie Jean Claude van Damme, Steven Seagal oder Chuck Norris wiedergutmachen sollten. Auch Quentin Tarantino attackierte den Mythos und erweckte Lee in seinem Film 'Once Upon a Time in Hollywood' als arroganten Aufschneider in einer Nebenrolle zum Leben. Doch es funktionierte nicht, die Legende Bruce Lee ist unzerstörbar.
Die vierköpfige Familie Kim wohnt in einer miefigen Kellerwohnung. Ihre Arbeitslosenunterstützung bessern sie mit Kartonfalten für einen Pizzaexpress auf. Als Sohn Ki Woo bei der Unternehmerfamilie Park einen gut bezahlten Job als Nachhilfelehrer bekommt, sieht er die unverhoffte Chance, auch seinen Angehörigen eine Stelle zu verschaffen. Zunächst vermittelt Ki Woo der nichtsahnenden Dame des Hauses, Yeon Kyo, seine Schwester Ki Jung als Kunstpädagogin für den vermeintlich hochbegabten Sohn. Anschliessend machen sich die Kim-Geschwister mit List und Tücke daran, das bisherige Personal unauffällig loszuwerden, um Vater Ki Taek als Chauffeur und Mutter Chung Sook als Haushälterin einzuschleusen – mit falscher Identität und erlogenen Referenzen. Zu ihrem Erstaunen geht der dreiste Plan reibungslos auf! Als der wohlhabende Hightech-Unternehmer Park mit seiner Familie zu einem mehrtägigen Ausflug aufbricht, feiern die Kims in der stilvollen Villa ihren unverhofften Aufstieg. Doch plötzlich steht die geschasste Haushälterin vor der Tür – angeblich, um nach ihrer persönlichen Habe im Keller zu schauen. Moon Gwang hereinzulassen, bereuen die Kims schon bald. Nicht nur sie haben ein Geheimnis, das allen zum Verhängnis werden kann.
Cast
Song Kang-ho, Jang Hye-jin, Hyun-jun Jung, So-dam Park, Jeong-eun Lee, Park Myeong-hoon, Hyun Seung-min
In der Dokumentation erzählen drei Menschen ihre Geschichte, von persönlichen Erfahrungen und den Folgen der Scham: Sucht, Selbstverletzung, Depression. Expertinnen und Experten erklären, warum wir uns überhaupt schämen, wie Scham unser Selbstbild beeinflusst und wie wir einen Weg aus diesem schmerzhaften Gefühl finden können. Denn Scham tut weh. Aber sie ist für unser Zusammenleben unerlässlich. Sie macht uns zu sozialen Wesen, die Normen und Regeln der Gemeinschaft verinnerlicht haben. Wie viel Scham für unser Miteinander gut ist, wird auch in der Forschung diskutiert. Brauchen wir angesichts der sozialen Medien mehr Scham als moralischen Kitt, damit wir uns respektvoller zueinander verhalten? Oder leiden wir unter den vielen Schamkonflikten, weil wir uns immer mehr Menschen zeigen und immer mehr Erwartungen erfüllen wollen?
Recep Tayyip Erdogan hat das Land umgestaltet und den Lebensstandard der meisten Türkinnen und Türken in seinen ersten Jahren an der Macht massiv verbessert. Aber er hat auch ein brutales Vorgehen gegen Andersdenkende angeordnet und die fast vollständige Kontrolle über Justiz und Medien übernommen. Viele betrachten Erdogan heute als Diktator, der die türkische Demokratie ausgehöhlt hat und mit allen Mitteln um seinen Machterhalt kämpft. Der Zweiteiler erzählt die Insider-Geschichte von Erdogans rasantem Aufstieg zur Macht. Mit Aussagen von Ex-Präsident Abdullah Gul, ehemaligen stellvertretenden Premierministern, Parteichefs, Oppositionsvertreterinnen, Analysten und Journalistinnen ist dieser Zweiteiler ein fesselnder und detaillierter Bericht über die vielen Kämpfe, die Erdogan auf seinem Weg zu bestehen hatte. Erdogan hat seit 2023 seine Politik, Gegner mittels juristischer Vorwürfe auszuschalten, fortgesetzt. Am 19. März 2025 liess er seinen wichtigsten Konkurrenten, den Istanbuler Bürgermeister Ekrem Imamoglu (CHP), verhaften. Damit wurden die grössten Proteste seit den Auseinandersetzungen um den Gezi-Park 2013 ausgelöst.
Seit mehr als 20 Jahren wird die Türkei von Recep Tayyip Erdogan regiert. Er hat das Land umgestaltet und den Lebensstandard der meisten Türkinnen und Türken in seinen ersten Jahren an der Macht massiv verbessert. Aber er hat auch ein brutales Vorgehen gegen Andersdenkende angeordnet und die fast vollständige Kontrolle über Justiz und Medien übernommen. Viele betrachten Erdogan heute als Diktator, der die türkische Demokratie ausgehöhlt hat und mit allen Mitteln um seinen Machterhalt kämpft. Der Zweiteiler erzählt die Insider-Geschichte von Erdogans rasantem Aufstieg zur Macht. Mit Aussagen von Ex-Präsident Abdullah Gul, ehemaligen stellvertretenden Premierministern, Parteichefs, Oppositionsvertreterinnen, Analysten und Journalistinnen ist dieser Zweiteiler ein fesselnder und detaillierter Bericht über die vielen Kämpfe, die Erdogan auf seinem Weg zu bestehen hatte. Erdogan hat seit 2023 seine Politik, Gegner mittels juristischer Vorwürfe auszuschalten, fortgesetzt. Am 19. März 2025 liess er seinen wichtigsten Konkurrenten, den Istanbuler Bürgermeister Ekrem Imamoglu (CHP), verhaften. Damit wurden die grössten Proteste seit den Auseinandersetzungen um den Gezi-Park 2013 ausgelöst.
Franco, der auf TikTok das Tanzbein schwingt, und Mussolini, der sich zu Popmusik-Klängen an das Volk richtet: In vermeintlich humoristischen oder provokanten Inszenierungen werden seit einigen Jahren die schlimmsten Diktatoren des 20. Jahrhunderts in Szene gesetzt – und gleichzeitig rechtsextreme Ideologien verbreitet. Die spanische Investigationsjournalistin Coral García Dorado hat zu diesem Trend ausführlich recherchiert und beleuchtet seine Hintergründe. Der Rechtsextremismus-Experte Maxime Macé ist Autor eines Buchs über den 'Pop-Faschismus' und erklärt das Phänomen.
Themen: Péter Magyar / Mordfall Lyhanna / Menschenhass in Südafrika | Gäste: Manal Salamé (pour son livre 'Habibi Beyrouth' (La Tribu)). Mitwirkende: Jean Quatremer (journaliste), Catherine Tricot (directrice de la revue 'Regards'), Blanche Leridon (directrice des études France de l'Institut Montaigne), Pascal Gros (le dessinateur de presse)
Am Freitag entschlüsselt Renaud Dély mit unseren Clubmitgliedern das aktuelle Geschehen. Heute dabei: Jean Quatremer (Journalist, Spezialist für europäische Themen), Catherine Tricot (Leiterin der Zeitschrift Regards), Blanche Léridon (Leiterin der Frankreichstudien am Institut Montaigne) sowie der Pressezeichner Pascal Gros. Ungarn und die EU: Auf dem Weg in eine 'neue Ära'? Péter Magyar, der nach den Parlamentswahlen im April ins Amt gekommene ungarische Ministerpräsident, beginnt seine Amtszeit mit zwei Gesten an seine 'wichtigen Partner in Westeuropa', darunter die Aufhebung des ungarischen Vetos gegen den EU-Beitritt der Ukraine. Lyhanna: Ist das Justizsystem gescheitert? Am Freitag, 5. Juni, kam Sébastien Lecornu mit den Ministern für Inneres und Justiz zusammen, um über mögliche Versäumnisse im Fall Lyhanna zu sprechen. Das Mädchen war am 29. Mai in Fleurance im Département Gers verschwunden, 15 Kilometer entfernt wurde eine Leiche gefunden, bei der es sich um Lyhanna handeln könnte. Gegen den inzwischen angeklagten Hauptverdächtigen waren bereits mehrere Meldungen und Anzeigen wegen Vergewaltigung und sexueller Gewalt an Minderjährigen eingegangen. Wir begrüssen die Schriftstellerin, Dichterin und Fotografin Manal Salamé. In ihrem Roman Habibi Beyrouth (Habibi Beirut, La Tribu) zeichnet sie die Reise ihres Alter Ego Amal durch den Libanon nach. Die Feierlichkeiten zum Sieg von PSG im Champions-League-Finale waren von Sachbeschädigungen und Zusammenstössen mit den Sicherheitskräften geprägt. Jordan Bardella sprach von 'bürgerkriegsähnlichen' Szenen, während Laurent Nuñez seine Sicherheitsvorkehrungen verteidigte – das Duell der Woche von Frédéric Says. Am 2. Juni trat in der M6-Sendung Appel à témoins (Zeugenaufruf) ein Mann auf, der behauptete, als Priester die Beichte von Xavier Dupont de Ligonnès gehört zu haben. Später stellte sich heraus: Der Mann war kein Priester, die Beichte frei erfunden. Marjorie Adelson berichtet im Point Com. Ausserdem: die Internationale Schlagzeile über fremdenfeindliche Gewalt in Südafrika, die von unseren Gästen ausgewählten Fotos der Woche sowie David Castello-Lopes' Welt der Dinge über die Herstellung von Cannelés.
Im ehemaligen Fulbe-Königreich 'Fouta Toro' an der Grenze zwischen Senegal und Mauretanien gibt es Dörfer, die so abgelegen sind, dass die nächste Stadt mehrere Autostunden entfernt liegt. Einen Anschluss an das Stromnetz gibt es hier nicht. In einem dieser Dörfer lebt Néné. Auf dem Markt hat sie von einer NGO gehört, die Frauen die Möglichkeit gibt, sich mit Solarenergie vertraut zu machen. Im Nachbardorf waren die Mitglieder der Organisation schon, aber in ihrem Dorf ist kein Besuch geplant. Néné beschliesst, die NGO aufzusuchen, denn auch ihr Dorf braucht Strom. Ausser der abenteuerlustigen Néné hat noch nie zuvor eine Frau ihr Dorf verlassen, eine Schule besucht oder etwas anderes gelernt, als Tiere zu füttern, Felder zu bestellen und sich um Kinder und Essen zu kümmern. Nénés Mann will sie nicht gehen lassen, doch sie setzt sich durch. Als Néné, Awa, Aissata und die anderen Frauen in den Kleinbus Richtung Stadt steigen, beginnt für sie der erste Schritt in ein neues Leben. Im Ausbildungszentrum erleben sie zum ersten Mal fliessendes Wasser und Strom, lernen Waschbecken, Dusche und Toilette zu benutzen. Auch das Meer und der Trubel der Grossstadt sind neu für sie. Vier Monate später kehren die Frauen mit dem ersehnten Know-how ins Dorf zurück und erklären, wie die Häuser mit Solarenergie versorgt werden können. Nach und nach hält der Solarstrom Einzug in den Alltag der Menschen – und verändert ihn und die Stellung der Frauen in der Fulbe-Gesellschaft nachhaltig. Ein unerwarteter und sicher auch radikaler Wandel, der an niemandem spurlos vorübergeht.
Namibia verfügt über zahlreiche Schutzgebiete und Tierreservate. Fast 40 Prozent der Landesfläche stehen ganz oder teilweise unter staatlichem Schutz. Davon profitieren auch die dort beheimateten Raubkatzen. Es gibt schätzungsweise noch 8.000 Geparden, wobei mehr als ein Drittel von ihnen in Namibia leben. Einst war ihr Bestand um ein Vielfaches höher, doch die zunehmende Trockenheit, die Jagd der Wilderer sowie der Wettbewerb mit den grösseren und stärkeren Leoparden setzen ihrer Population zu. Tierschützer und Veterinäre, ideenreiche Frauen und Fährtenleser kämpfen nun um das Überleben der Grosskatzen. Die Raubkatzen Namibias leben meist gar nicht in den eher trockenen Schutzgebieten und Tierreservaten, sondern auf dem fruchtbaren Farmland. Dort werden Abertausende Rinder, Schafe und Ziegen gezüchtet, die für die schnellen Räuber eine leichte Beute sind. Dies führt jedoch zu Konflikten mit den Farmern – sie greifen häufig zum Gewehr. Die Zahl der Geparden geht seit Jahrzehnten kontinuierlich zurück. Tierschutzorganisationen zeigen den Viehzüchtern Alternativen auf, um die Raubtiere nicht erschiessen zu müssen. So rücken mobile Eingreifteams aus, um die Raubkatzen einzufangen und mit Sendern auszustatten, die den Tierschützern und Farmern die Positionen der Tiere melden. Erfahrene Fährtenleser wie Buschmann Debe helfen den Gepardenrettern beim Aufsuchen und Einfangen der Tiere. Das Gepardenweibchen Amber ist ihm besonders ans Herz gewachsen.
(1): Mafé aus dem Senegal: Alles auf Erdnuss! In Westafrika darf Mafé auf dem Speiseplan nicht fehlen. Küchenchefin Rose-Marie Colie bereitet für die Journalistin Clémence Fournival einen senegalesischen Erdnusseintopf zu – für Kenner das beste Mafé überhaupt. Geograf und Ernährungswissenschaftler Pierre Raffard beleuchtet die umstrittene Herkunft des Gerichts, den Zusammenhang mit der Kolonialgeschichte Senegals, die Bedeutung der Erdnuss für die senegalesische Küche und die Nährwerte der knackigen Hülsenfrucht. (2): Nostalgiegeschmack: Ndeye, eine Senegalesin in Nanterre Nanterre bei Paris ist seit 35 Jahren die zweite Heimat der Senegalesin Ndeye. Kommen Freunde zu Besuch, bereitet sie mit ihren Töchtern das senegalesische Nationalgericht Thieboudienne zu, ein Festmahl aus Fisch und Reis. Bei Tisch dreht sich das gesellige Gespräch um Familientraditionen, Identität und Erinnerungen an die alte Heimat. (3): Ran an die Töpfe! Appetit bekommen? Hier gibt es ein einfaches Mafé-Rezept, das sich leicht nachkochen lässt. Also: Ab in die Küche! Rezept für Mafé Zutaten für 4 Personen: 600 g Rindfleisch 1 Zwiebel 6 Knoblauchzehen 4 zerstossene Pili-Pili-Chilischoten 40 ml Nuoc-Mam-Fischsosse 50 g Tomatenmark 200 g passierte Tomaten 250 g Erdnussmus (oder cremige, nicht gesüsste Erdnussbutter) 1 kleiner Wirsing 3 Karotten 1 Süsskartoffel 1 l Wasser Öl Salz, Pfeffer Zubereitung: Die Hälfte der Knoblauchzehen hacken, mit zerstossenen Chilischoten, Salz und Pfeffer vermengen. Fleisch mit der Mischung einreiben. Mindestens eine Stunde im Kühlschrank marinieren lassen. In einem grossen Schmortopf das Fleisch anbraten, bis es Farbe annimmt. Aus dem Topf nehmen und beiseitestellen. In dem gleichen Topf Knoblauch und gehackte Zwiebel etwa 5 Minuten glasig andünsten. Fischsosse, Tomatenmark und passierte Tomaten zugeben und etwa 3 Minuten unter Rühren erhitzen. Wasser zufügen. Fleisch wieder in den Topf geben, aufkochen lassen, anschliessend Hitze reduzieren. Erdnussmus oder -butter zugeben und 20 Minuten kochen lassen. Gemüse zugeben und weitere 30 Minuten kochen lassen. Gemüse und Fleisch sollen weich, die Sosse nicht zu flüssig sein. Abschmecken, gegebenenfalls nachwürzen und mit Reis servieren.
Graciela Iturbides Mexiko / Neuseeland / London | Themen: Graciela Iturbides Mexiko, zwischen Leben und Tod / Die Vogelinseln von Neuseeland / In Kroatien: Léos und Filips marinierte Garnelen / London: Die Könige und Königinnen der Herzen
(1): Graciela Iturbides Mexiko, zwischen Leben und Tod In Mexiko gibt es keine festen Grenzen zwischen der Welt der Lebenden und dem Totenreich. Als die junge Fotografin Graciela Iturbide Anfang der 1970er Jahre auf tragische Weise ihre Tochter verliert, bereist sie ihr Heimatland, um die verschiedenen Völker Mexikos zu erkunden. Sie stellt sich ihrem Schmerz und fotografiert Riten aus präkolumbischer Zeit, die den Übergang vom Leben in den Tod begleiten. (2): Die Vogelinseln von Neuseeland Jahrtausende war Neuseeland von anderen Kontinenten isoliert, genauso lange gab es hier keine Säugetiere. Die Vögel nahmen eine wichtige Stellung in der Fauna ein und sind auch heute noch in der Kultur und Geschichte des Landes von grosser Bedeutung. Die Menschen in Neuseeland nennen sich nach ihrem Wappentier 'Kiwis'. Um die Vögel und diese einzigartige Biodiversität zu erhalten, musste die neuseeländische Regierung besondere Massnahmen ergreifen. (3): In Kroatien: Léos und Filips marinierte Garnelen In Rijeka bereiten Léo und Filip ihre Sivori Marinirani Scampi zu. Zunächst wird die Hälfte der Krustentiere mit Knoblauch, Spargel und Tomaten angebraten und dann alles zu einer Petersilien-Polenta gegeben. Dann verfeinern sie den Rest der rohen Garnelen mit Sojasosse, Olivenöl und Frühlingszwiebeln. Ein echter Gaumenschmaus! (4): London: Die Könige und Königinnen der Herzen Wer in London den König nicht zu Gesicht bekommt, kann wenigstens der Wachablösung der King's Guard beiwohnen. In dem Land mit den exzentrischen Sitten gibt es aber auch gekrönte Häupter, die etwas nahbarer sind: die Pearly Kings and Queens. Der erste Vertreter dieser Linie war ein Strassenfeger .
Gabrielle Vincents Brüssel / Falklandinseln / Nord_ und Südkorea | Themen: Brüssel: Die Abenteuer von Ernest und Celestine / Falklandinseln: Der ewige Zankapfel / Italien: Fiorellas neapolitanischer Reiskuchen / Nord- und Südkorea: Ein Baumschnitt eskaliert
(1): Brüssel: Die Abenteuer von Ernest und Célestine Es ist die Geschichte einer unwahrscheinlichen, aber wunderschönen Freundschaft: die zwischen dem dicken Braunbär Ernest und dem pfiffigen Mäuschen Célestine. Generationen von Kindern und Eltern verschlangen ihre Abenteuer, die in Deutschland zunächst unter dem Titel 'Mimi und Brumm' erschienen. 'Ernest und Célestine' entsprangen der Fantasie der Brüsseler Künstlerin, Kinderbuchautorin und Illustratorin Monique Martin, die ihre bezaubernden Alben unter dem Pseudonym Gabrielle Vincent veröffentlichte. (2): Falklandinseln: Der ewige Zankapfel Argentinien und Grossbritannien haben sich immer wieder um die Falklandinseln gestritten. Zwar gab es 1989 einen offiziellen Frieden, doch das Verhältnis beider Staaten ist immer noch belastet: Der Archipel knapp 500 Kilometer vor der südamerikanischen Küste wurde einst von Spanien beansprucht. 1833 nahmen Argentinien und das Vereinte Königreich die kaum bewohnten Inseln in Besitz. Ab Anfang der 1960er Jahre begann Argentinien seine Gebietsansprüche auf die Falklandinseln im Zuge der Entkolonialisierung aktiver zu vertreten. Die Vollversammlung der Vereinten Nationen stärkte 1965 in einer Resolution die Position Argentiniens und forderte beide Staaten zur Einigung auf. Die Falklandinseln blieben bei Grossbritannien, aber ihre Bewohner wollten nicht Teil Argentiniens werden und strebten nach Autonomie. Grossbritannien war erst zu Zugeständnissen bereit, doch 1976 nach dem Militärputsch in Argentinien wollte die britische Regierung unter Premierministerin Margaret Thatcher die weniger als 2.000 Inselbewohner nicht der argentinischen Regierung überlassen. 1982 kam es zu einem kurzen, aber heftigen Krieg. Das Verhältnis zwischen beiden Staaten ist bis heute belastet. Erst ab 1989 nahmen Argentinien und Grossbritannien diplomatische Gespräche wieder auf. (3): Italien: Fiorellas neapolitanischer Reiskuchen In Neapel bereitet Fiorella Sartù di Riso, einen gefüllten Reiskuchen, zu. Dafür kocht sie zunächst ein Ragù aus Rind- und Schweinefleisch in Tomatensosse, dann ein Risotto, in das sie ein wenig der Fleischsosse mischt. In eine Form gibt sie zunächst eine Schicht Risotto, gefolgt vom Ragù, darauf Mozzarella, Erbsen, Rindfleischklösschen und zum Schluss eine weitere Schicht Risotto. Nach einer Dreiviertelstunde im Ofen wird das leckere Gericht serviert. (4): Nord- und Südkorea: Ein Baumschnitt eskaliert Seit 1953 werden Nord- und Südkorea durch eine demilitarisierte Zone mit Stacheldraht und Wachtürmen getrennt. Beiderseits der Demarkationslinie beobachtete man sich argwöhnisch, aber passiv, bis eine Pappel einen folgenschweren Konflikt auslöste .
Die grösste Artenvielfalt herrscht dort, wo grosse Weidetiere Teil des Lebensraums sind. Grosse Teile Europas müssen einmal halboffene Graslandschaften gewesen sein und nicht etwa dicht bewaldet, wie man bislang vielfach angenommen hat. Das legen einerseits die Pflanzen des Grünlandes nahe, die enorm artenreich und samt und sonders mit zahllosen Anpassungen an grosse Weidetiere ausgestattet sind. Doch die artenreiche Grosstierfauna ist mit dem Auftreten des modernen Menschen nahezu aus Europa verschwunden. Die schiere Anzahl an Offenlandarten belegt, dass es sich beim Grasland kaum um ein künstliches, vom Menschen 'erfundenes' System handelt. Die Dokumentation zeigt, dass Gebiete mit sogenanntem Rewilding und naturnaher Ganzjahresbeweidung viel artenreicher sind als jene, die sich selbst überlassen sind und in denen keine Beweidung stattfindet. Letztlich bleibt die Erkenntnis, dass wilde Weiden, auf denen Wald und Offenland untrennbar miteinander vermischt sind, einer echten Wildnis ziemlich nahekommen, weil auf ihnen Haustiere als Stellvertreter für die ausgerotteten grossen Pflanzenfresser grasen. Die Dokumentation stellt nicht nur Tiere und Pflanzen vor, die in solchen Gebieten zu finden sind, sondern offenbart auch die grosse Chance, die in diesem Thema liegt – nicht nur, weil wilde Weiden nachweislich mehr Kohlenstoff speichern als der Wald. Der Mensch hat durch das Verdrängen der grossen Pflanzenfresser die Welt für alle Zeiten verändert. Nun muss er sich entscheiden, welche natürlichen oder naturnahen Prozesse er in seiner Umwelt zulässt.
Das irische Wort 'boireann' bedeutet etwa 'felsiger Ort', denn charakteristisch für den Burren ist seine hügelige Karstlandschaft aus silbrig glänzendem Kalkstein, die von zahllosen Spalten und unterirdischen Höhlen durchzogen ist. Auf den ersten Blick wirkt der Burren wie ausgestorben, doch das Leben gedeiht hier in einer Vielfalt, wie sie sonst nirgendwo in Irland zu finden ist. Seltene arktische und mediterrane Blühpflanzen entfalten ihre Pracht in den Felsspalten, mächtige Raubvögel nisten in den Ruinen mittelalterlicher Abteien, Singschwäne aus Island überwintern auf geheimnisvollen, plötzlich verschwindenden Seen, und die riesige Unterwelt des Burren mit ihren Höhlen und Einflugöffnungen für Schwalben ist ein perfektes Versteck für unzählige gefährdete Tiere. Die Höhlen bergen auch viele Geheimnisse aus der Vergangenheit und Naturgeschichte Irlands. Mit mehr Schmetterlingsarten als irgendwo sonst im Land und einigen der stärksten Säugetierpopulationen – vor allem des beliebten irischen Hermelins und des scheuen Baummarders – ist der Burren aufgrund seiner biologischen Vielfalt von internationaler Bedeutung. Es ist dank der umsichtigen Pflege durch Menschen, die dieses steinige Land seit Jahrtausenden bewirtschaften und verwalten, auch aus botanischer Sicht ein echtes Paradies. Die Dokumentation zeigt die Widersprüche einer Naturlandschaft, die vor Tausenden von Jahren durch menschliche Zerstörung entstanden ist und auch heute noch menschlicher Eingriffe bedarf, um sie als den Schatz zu erhalten, zu dem sie geworden ist.
Die schottische Waldkiefer trotzt dem unbeständigen Klima und bildet das Herzstück eines faszinierenden Ökosystems, das unter anderem dem Steinadler, dem seltenen Auerhahn und dem quirligen Roten Eichhörnchen ein Zuhause bietet. Als eine der langlebigsten Baumarten ist sie aber auch Zeuge der schottischen Geschichte und der tiefgreifenden Veränderungen, die die wilden Highlands und ihre Bewohner in den vergangenen 500 Jahren durchgemacht haben. Seit die Menschen ihre Beziehung zur Natur überdenken und die Rewilding-Bewegung verstärkt Zulauf gewinnt, werden wieder Waldkiefern angepflanzt. Sie erobern ihre alte Heimat zurück und schenken den Wildtieren der schottischen Highlands ein neues Zuhause. 'Natura Europa' erzählt die Geschichte einer ganz besonderen, uralten schottischen Waldkiefer. Die Zuschauer verfolgen ihr Wachstum über fünf Jahrhunderte hinweg, begegnen nebenbei einigen legendären Figuren aus der schottischen Geschichte und lernen viel über die wilden Tiere, die den Baum und den umliegenden Wald bevölkern. Die atemberaubenden Bilder lassen eine legendäre Landschaft wiederaufleben und verweben die Kreisläufe der Natur mit Geschichte und Gegenwart der schottischen Highlands.
Schon in wenigen Jahren könnte es zu einem Angriff Russlands auf Nato- und EU-Gebiet kommen, befürchten Politikerinnen und Politiker. Gleichzeitig wird das Verteidigungsbündnis mit den USA in Frage gestellt. Europa versucht deshalb, seine Verteidigungsfähigkeiten so schnell wie möglich zu stärken. Die Bundeswehr soll innerhalb weniger Jahre zur konventionell stärksten Armee Europas ausgebaut werden. Bis 2035 soll die Truppe von derzeit 186.000 auf 260.000 aktive Soldatinnen und Soldaten anwachsen. Dafür wirbt die Bundeswehr massiv um Nachwuchs, unter anderem mit einwöchigen Schnupperangeboten für Jugendliche und junge Erwachsene, in denen diese eine Art Grundausbildung im Zeitraffer erleben. In Frankreich ist die Armee traditionell tief in der Gesellschaft verankert. Jugendprogramme gibt es landesweit, viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer wechseln später in eine militärische Ausbildung. 2026 startet zudem ein neuer Freiwilligendienst der Armee, der innerhalb von zehn Jahren auf 50.000 Männer und Frauen anwachsen soll. Lettland, das direkt an Russland grenzt, geht noch weiter: Das Land hat den Wehrdienst wiedereingeführt – und das Schulpflichtfach 'Landesverteidigung'. Schülerinnen und Schüler der 10. und 11. Klassen lernen dort den Umgang mit der Waffe, absolvieren Schiesstraining und üben Navigation. Nicht alle unterstützen diesen Kurs, doch viele Jugendliche finden: Es ist gut, vorbereitet zu sein. Für die junge Generation in Europa steht wieder die Frage im Raum, wie weit sie bereit ist, ihr Land im Ernstfall mit der Waffe zu verteidigen.
(1): Haggis, der Stolz Schottlands Nach einer Tour durch die vielseitigen Landschaften Schottlands probiert Journalistin Nawelle Senad das Nationalgericht Haggis. Der mit Innereien, Graupen und Hafermehl gefüllte Schafsmagen ähnelt einem Rugbyball. Chefkoch Paul Wedgwood serviert eine rustikale Variante des Klassikers. Geograf und Ernährungswissenschaftler Pierre Raffard erklärt, warum Schafe in Schottland so wichtig sind, woher die Füllung des Haggis stammt und welchen Platz das Gericht in Literatur und Folklore des Landes einnimmt. (2): Kulinarische Mitbringsel In Edinburgh geht Nawelle Senad in einen Supermarkt und entdeckt ein Stück schottische Esskultur: In den Regalen findet sie Klassiker wie Salted Caramel, Shortbread und jede Menge Hafer in Form von Riegeln, Keksen oder Frühstücksflocken – aber auch Exotisches wie das Nationalgetränk Irn-Bru, ein intensiv orangefarbener Softdrink mit Bubblegum-Geschmack. (3): Ran an die Töpfe! Appetit bekommen? Hier gibt es ein einfaches Haggis-Rezept, das sich leicht nachkochen lässt. Also: Ab in die Küche! Rezept für Haggis Gefüllter Schafsmagen ist ein traditionelles schottisches Gericht, das viele Gäste satt macht. Zutaten für 8 Personen: 1 Schafsmagen 250 g Schafsnieren 1 kg Schafsinnereien (Leber, Herz und Lunge) 500 g Haferflocken 3 Zwiebeln 100 g Schmalz 1 EL Kreuzkümmel 1 TL Koriandersamen 1 TL Zimt 1 EL getrocknete Kräuter 1 TL weisser und schwarzer Pfeffer aus der Mühle Salz Zubereitung: Den Schafsmagen gut von aussen und von innen säubern. Dafür den Magen umstülpen und auskratzen. Über Nacht in Salzwasser einlegen. Innereien und Nieren säubern. Zusammen in einen grossen Topf mit kochendem Wasser legen, nach und nach den Schaum abschöpfen und 2 Stunden lang sieden lassen. Aus dem Wasser nehmen, ½ Liter Kochwasser beiseitestellen. Knorpel vom Fleisch entfernen und, sobald es abgekühlt ist, mit der Küchenmaschine fein hacken. Zwiebeln in einem Topf andünsten, mit dem zurückbehaltenen Kochwasser aufgiessen, Haferflocken zugeben und 8 bis 10 Minuten zu einer recht dicken Masse reduzieren (falls nötig Wasser nachgiessen). Gehacktes Fleisch, Gewürze, Salz, Pfeffer und Schmalz zugeben und gut vermischen. Den Magen zu zwei Dritteln mit der Mischung füllen, dabei nach und nach die Luft herausdrücken. Das Ende verschnüren. Kleine Löcher in den Magen stechen und eine Stunde dünsten. Mit Kartoffeln, Rüben oder Karottenpüree servieren.
Jules Vernes Kap Hoorn / Texas / Liberia | Themen: Kap Hoorn: Eines von Jules Vernes Weltenden / Davy Crockett in Texas: Die Geburt einer Legende / Auf den Philippinen: Aileens Kokosreisbällchen / Liberia: Schimpansen im Ruhestand
(1): Kap Hoorn: Eines von Jules Vernes Weltenden Das Kap Hoorn nimmt eine zentrale Stellung im Werk von Jules Verne (1828-1905) ein. Die unberührte Region, die lange Zeit die Fantasie der Europäer anregte, kommt in sieben Romanen des Schriftstellers vor. Verne diente dieses Ende der Welt, das verheerende Kolonisationsversuche erlitt, als Schauplatz für Geschichten über die menschlichen Grenzen. Während seine Zeitgenossen die Zivilisation über die Natur stellten, interessierte er sich für die unberührten Weiten und dachte sich Gesellschaften ohne Herrscher und Götter aus. (2): Davy Crockett in Texas: Die Geburt einer Legende In Texas verkörpert Davy Crockett die Seele der USA. Als historischer Volksheld steht er für die Eroberung des Westens und für männliche Selbstbestimmung. Anfang des 19. Jahrhunderts kam der abenteuerlustige Trapper nach Texas, das damals noch unter mexikanischer Herrschaft stand und nach Unabhängigkeit strebte. In diesem revolutionären Umfeld erwachte Crocketts politischer Ehrgeiz. 1836 nahm er an der berühmten Schlacht von Alamo teil, wo er zum Helden für alle Texaner wurde. (3): Auf den Philippinen: Aileens Kokosreisbällchen In Tagaytay bereitet Aileen ein Ginataang Bilo-Bilo zu. Zunächst kocht sie Yamswurzeln, Süsskartoffeln und Kochbananen, die sie dann in Kokosmilch gibt. Währenddessen formt sie mit ihren Freundinnen Klebreisbällchen, die mit Kokosfleisch und Tapiokaperlen ebenfalls in den Topf kommen. Diese Nachspeise wird warm oder kalt gegessen. (4): Liberia: Schimpansen im Ruhestand In der Nähe der liberianischen Stadt Marshall hallen noch heute die Schreie ehemaliger Versuchstiere durch den Dschungel. 1974 kamen US-amerikanische Wissenschaftler in die Region, um Experimente an den hier lebenden Schimpansen durchzuführen .
Rodrigo Sorogoyens Galicien / Elfenbeinküste / Chile | Themen: Rodrigo Sorogoyens erbarmungsloses Galicien / Elfenbeinküste: Die Macht der Komian-Priesterinnen / Hawaii: Uas Rindfleisch mit Süsskartoffelpüree / Chile: Das tragische Schicksal der Siedler des Puerto del Hambre
(1): Rodrigo Sorogoyens erbarmungsloses Galicien Das Wildpferdetreiben während der traditionellen 'Rapa das Bestas' in der abgelegenen Berglandschaft Galiciens gleicht einem Kampf ums Überleben. Der Widerstreit zwischen Freiheit und Unterwerfung steht auch im Mittelpunkt des fünften Spielfilms des spanischen Regisseurs Rodrigo Sorogoyen. 'Wie wilde Tiere' aus dem Jahr 2022 atmet den Duft regennasser Erde und erzählt die Geschichte von Antoine und Olga, die in diesem kargen Teil Galiciens ein neues Leben anfangen möchten, aber schon bald mit einer Nachbarsfamilie in Konflikt geraten. Der 2023 mit neun Goyas ausgezeichnete Thriller – darunter einer für den besten Film – schildert das Aufeinandertreffen zweier Welten, die einander nicht verstehen. (2): Elfenbeinküste: Die Macht der Komian-Priesterinnen Initiierte Frauen, sogenannte Komian, vermitteln in Côte d'Ivoire zwischen der sichtbaren und unsichtbaren Welt. Sie beschützen die Gemeinschaft, wachen über die traditionellen Könige und treten als Heilerinnen in Erscheinung. Die oft abwertend als 'Fetischpriesterinnen' bezeichneten Komian spielen von jeher eine wichtige Rolle in der Ethnie der Akan. Sie verfügen über grosse Macht und wurden als Frauen lange ebenso gefürchtet wie respektiert – bis die Kolonialisierung ihrem Einfluss ein Ende zu setzen drohte. (3): Hawaii: Uas Rindfleisch mit Süsskartoffelpüree Auf der hawaiianischen Insel Maui beginnt Ua den Tag stets mit einem Gebet an ihre Ahnen. Heute erntet sie danach violette Süsskartoffeln samt Blättern, um das Tagesgericht zuzubereiten: Rindersteaks mit einem Süsskartoffelpüree, das mit sahnigem Frischkäse verfeinert wird. Ein fester Bestandteil des hawaiianischen Speiseplans. (4): Chile: Das tragische Schicksal der Siedler des Puerto del Hambre Ende des 16. Jahrhunderts verfolgte die spanische Krone das Ziel, alle Gebiete entlang der Magellanstrasse unter ihren Einfluss zu bringen. Sie schickte eine riesige Schiffsexpedition unter der Leitung von Pedro Sarmiento de Gamboa auf die Reise, um eine erste Kolonie zu gründen. An einem Ort, der heute den Namen Puerto del Hambre – zu Deutsch: Hungerhafen – trägt, erwartete die Siedler ein tragisches Schicksal .