Moskau, 1996: Die Finnin Laura studiert in der russischen Hauptstadt Archäologie. Sie bemüht sich, in das Leben ihrer Geliebten Irina hineinzupassen, doch entflieht schliesslich mit dem Arktika-Zug, allein mit ihrem Liebeskummer, Rucksack und Videokamera, nach Murmansk. Ihr Ziel: dort die Petroglyphen, historische Felszeichnungen, zu besichtigen. In ihrem Schlafabteil begegnet Sie Ljoha, einem russischen Minenarbeiter, der ein lebendig gewordenes Vorurteil zu sein scheint: Alkoholisiert und derb ignoriert er jegliche Intimsphäre. Laura versucht, ihrem Nachbarn zu entkommen, scheitert jedoch an der Schaffnerin. Selbst in den engen Gängen des Zuges schafft sie es nicht, ihm auszuweichen. Laura bleibt nichts anderes übrig, als sich dem aufdringlichen Charakter zu stellen. Trotz Kultur- und Charakter-Clash der beiden kommt es zu einer behutsamen Annäherung. Während Laura mit ihrer Kamera versucht, an ihrem zurückgelassenen Leben in Moskau festzuhalten, fürchtet Ljoha sich vor einem perspektivlosen Leben im Bergbau. Mit zögerlichem Vertrauen verbringen die beiden während eines Zwischenstopps einen Abend im Hinterland. Schliesslich am Ziel in Murmansk kommt noch mal alles ganz anders . 'Abteil Nr. 6' überzeugt durch seine Erzählweise. Der Film wirft einen originellen Blick auf die Themen Selbstfindung und menschliche Begegnungen im Hier und Jetzt. Auf einer amüsanten und zutiefst berührenden Reise werden die Protagonisten, ganz ohne Kitsch, mit der Wahrheit ihrer Gefühle konfrontiert.
Cast
Seidi Haarla, Yuriy Borisov, Dinara Drukarova, Yuliya Aug, Lidia Kostina, Tomi Alatalo, Polina Aug
Auf Jane Fondas Gesicht und Körper überlagern sich mehrere scheinbar unvereinbare Klischees: Das hübsche Gesicht von Henry Fondas Tochter, 1960 erstmals auf der Leinwand zu sehen, wurde 1968 vom Bild der Sexbombe Barbarella abgelöst. An deren Stelle trat die Aktivistin, die der Welt ihr politisches und feministisches Engagement offenbarte. Als 40-Jährige widmete sie sich einem neuen Ideal: dem Körperkult. Jane Fonda im Bodysuit, gertenschlank und mit Föhnfrisur, ersetzte im kollektiven Unbewussten dauerhaft die 'Hanoi Jane' genannte Aktivistin, und die Aerobic-Queen verdrängte auch die zweifache Oscarpreisträgerin. Während Jane Fondas folgender 15-jähriger Abwesenheit aus dem Kino- und Fernsehprogramm setzte sich für die Nachwelt das Bild einer aktiven und energiegeladenen Frau fest, die aus dem Kampf gegen das Alter eine Aerobic-Routine machte. Seit sie 2005 wieder Filmrollen übernahm, änderte sich die Lage: Mit 70, dann mit 80 Jahren bekennt sie sich distanziert und selbstironisch zu ihren Grossmutterrollen, ihren Falten und ihren Schönheitsoperationen. Jane Fondas vielfache Metamorphosen, ihre widersprüchlichen Erscheinungsformen könnten befremdlich wirken. Doch insgesamt gesehen weisen ihr Leben und ihre Karriere einen inneren Zusammenhang auf: Die Künstlerin versteht es, im Einklang mit ihrem Land, dessen Träumen, Bestrebungen und Enttäuschungen zu stehen. Das Faszinierendste an Jane Fonda ist ihre Art, die USA zu verkörpern, ihren Legendenbildern zu entsprechen oder aber diese Legenden abzulehnen, die verschiedenen Gesichter des Landes zu erfassen – und dabei stets integer zu bleiben.
Cast
Brigitte Bardot, René Clément, Catherine Deneuve, Edward Dmytryk, Henry Fonda, Jane Fonda, Tom Hayden
Die Crew des Projekts 'Nomade des Mers' erreicht Santiago, die grösste der Kapverdischen Inseln. Um die Selbstversorgung an Bord des Katamarans zu verbessern, tüftelt Corentin an einer Lowtech-Lösung für den Gemüseanbau. Das System soll leicht zu konstruieren sein und mit wenig Wasser auskommen. Imposante Berge, endloses Meer und dazwischen die paradiesische Tarrafal-Bucht: Hier lernt Corentin den Agraringenieur Sergio Monteiro Roque kennen, einen Pionier in Sachen erdfreie Pflanzsysteme. Wegen des Wassermangels müssen die Kapverdischen Inseln 80 Prozent ihrer Nahrungsmittel importieren, obwohl der Boden sehr fruchtbar ist. Deshalb wurden vor Ort wassersparende Alternativen entwickelt. Sergio möchte ein einfacheres Pflanzsystem für den Katamaran bauen, damit der Anbau von Kulturpflanzen besser gelingt. Darüber hinaus will Corentin eigenen Biodünger herstellen. Dafür wird ein Wurmkomposter mit einem Biofilter kombiniert. Unterstützt und beraten wird er von dem Agraringenieur Thomas Blangille, der auf ökologischen und erdfreien Anbau spezialisiert ist.
In der 3D-Zeichentrickserie 'Athleticus' messen sich vielerlei Tiere in klassischen Sportarten. Die dritte Staffel der Serie wirft in 30 neuen Folgen einen humorvollen Blick auf unsere Gesellschaft und die Rolle des Sports. Nach den olympischen Sommer- und Wintersportarten geht es für die Tiere von 'Athleticus' nun in die Stadt: Es gibt ein Hip-Hop-Battle zwischen Kängurus und anderen Vierbeinern, joggende Elefanten – gecoacht von einem Vogelstrauss – technische Meisterleistungen im Skatepark von Schildkröten und Seelöwen – die möglichen Sportarten in der Stadt sind unendlich und jeder kann mitmachen. Die neue Saison begrüsst auch zwei Neuzugänge, das Elefanten- und das Giraffenbaby.
Seit Jahrtausenden prägt der Mensch die Landschaften Europas. Die vierteilige Dokumentationsreihe 'Europa, von wegen wild!' geht der Entwicklung von vier Regionen nach, in denen Mensch und Natur in fragilem Gleichgewicht leben. Historiker, Archäologen und Biologen erforschen den Einfluss der Menschen auf die scheinbar unberührte Natur. Das Land der tausend Teiche – ein poetischer und sehr treffender Name für die Brenne, ein 1.800 Quadratkilometer grosses Feuchtgebiet im französischen Département Indre. Die Gegend in Zentralfrankreich zeichnet sich durch zahlreiche flache Teiche aus, die eine beeindruckende Flora und Fauna beherbergen. Für Zugvögel ist diese wenig bekannte Region ein beliebter Rastplatz. Einige seltene Arten haben die Gegend sogar zu ihrer Brutstätte erkoren. Anders als man vermuten könnte, ist diese Landschaft nicht im Laufe der Zeit durch geologische Prozesse entstanden. Die Teiche – heute für die heimische Pflanzenwelt unverzichtbar – wurden im Mittelalter von Menschen angelegt.
Syarifuddin hat es wieder einmal geschafft – eines seiner Schiffe ist fertig gebaut und soll die kleine Werft am Strand von Sulawesi verlassen. Monatelang hat der Bootsbauer mit seinen Angestellten an dem Auftrag für einen einheimischen Reeder gearbeitet, ohne schriftlichen Bauplan, ohne moderne Maschinen. Die Bootsbauer geben ihr Wissen nämlich seit jeher mündlich weiter, von einer Generation zur nächsten. So wie es Syarifuddin heute mit seinem Sohn tut. Schon zur niederländischen Kolonialzeit spielten diese Frachtensegler, Pinisi genannt, eine wichtige Rolle. Die Bugi-Schoner, wie sie damals auch genannt wurden, sammelten die kostenbaren Waren wie etwa Gewürze ein, die dann mit grösseren Handelsschiffen nach Europa gebracht wurden. Auch heute versorgen die traditionellen Lastenschiffe den indonesischen Inselstaat mit Waren des täglichen Bedarfs. Viele sind inzwischen mit einem Motor ausgestattet, was die Handhabung und Lenkung zwar einfacher macht, aber auch droht, die althergebrachte Segelkunst in Vergessenheit geraten zu lassen. Immer weniger junge Leute beherrschen diese Technik, und lange schien es, als würde der Beruf des Segelmatrosen dem Untergang geweiht sein. Doch seit einiger Zeit setzt ein Umdenken ein. Sogar junge Frauen interessieren sich neuerdings für eine Tätigkeit an Deck der Segler. Syarifuddin bereitet nun den Stapellauf seines neuesten Schiffes vor. Auch dabei sind wieder Gespür und Erfahrung gefragt. Denn bis zur Wasserung können Wochen vergehen, der Stapellauf ist sowohl vom Wetter als auch den Gezeiten abhängig. Das Schiff wird nämlich per mühsamer Handarbeit auf Rollen Stück für Stück ins Wasser gezogen. So wie es schon Syarifuddins Vorfahren taten.
Die Roma sind ein Volk ohne Staat, das einst aus Asien nach Europa zuwanderte und heute eine der grössten ethnischen Minderheiten des Kontinents ist. In der Küche spiegelt sich die nomadische Geschichte wider – viele Gerichte entspringen der Esskultur des Osmanischen Reiches. Aber sie ist ebenso Ausdruck jahrhundertelanger Diskriminierung, die viele Roma verarmen liess. Bei Enise und Omer Demirova wird oft scharf gekocht: Der Pindjur besteht aus Tomaten, Auberginen und entsprechend viel Chili. Die Bohnensuppe Gravce gibt es jede Woche, mit Paprikapulver. Aber auch Süsses hat seinen festen Platz: Baklava aus Filoteig oder der Milchreis Sütljas gehören zu jedem Kaffeekränzchen. Und wenn es die Krautwickel Sarma gibt, kommt die Familie zusammen und feiert sich selbst.
Episodenummer
12
Wiederholung
W
Regie
Sebastian Saam
Hintergrundinfos
'Zu Tisch' reist in verschiedene Regionen Europas und schaut bei der Zubereitung traditioneller Gerichte zu. Die Küchenkultur europäischer Landschaften offenbart ihren Reichtum und weckt Verständnis für eine vielleicht fremde Lebensart. Rezepte können über Teletext und Internet abgerufen werden: www.arte.tv/zutisch.
(1): Französische Pyrenäen: Clara Arnaud stürmt literarische Gipfel Clara Arnauds 2023 erschienener Roman 'Im Tal der Bärin' zelebriert die Körperlichkeit der Berge. Es geht um wandernde Männer und Frauen im Regionalen Naturpark Pyrénées Ariégeoises ('Parc naturel régional des Pyrénées Ariégeoises'), um die Einsamkeit auf den Wanderwegen, die sich wie lange Adern erstrecken, und um die unsichtbare Allgegenwart eines nahezu mythischen Wesens. Ihre Geschichten findet die Autorin auf ihren Wanderungen in der Abgeschiedenheit des unberührten Couserans-Tals. (2): Der Sampot: Kambodschanische Eleganz In Kambodscha tragen junge Menschen den Sampot als Ausdruck der Hochachtung gegenüber ihren Vorfahren. Wenn sie sich in den breiten Seidenstoff kleiden, der sich als Rock oder Hose wickeln lässt, präsentieren sie sich als Teil einer Hochkultur, die das 20. Jahrhundert überdauerte. Die wertvolle Seide, die einst von Bauern für die königliche Familie hergestellt wurde, wäre beinahe verschwunden, als die Roten Khmer Millionen von Kambodschanern umsiedelten. Seit dem Ende des Bürgerkriegs hält der Sampot die Erinnerung an eine Jahrhunderte alte Tradition aufrecht und bleibt dabei für neue Ansätze offen. (3): Papua-Neuguinea: Kokos-Krokodil von Georgina Am Ufer des Sees Chambri bereitet Georgina ein Puk Puk aus Krokodilfleisch zu. Zunächst macht sie Fladen aus der Stärke der Sagopalme, dann kocht sie Fisch, Krokodilfleisch und Gemüse in Kokosmilch. Kurz bevor sie das Gericht ihrer Familie serviert, fügt sie noch einen Schuss Kokosmilch hinzu. (4): Griechenland: Ein jüdischer Schneider im Räderwerk der Nazis Während des Zweiten Weltkriegs wird Griechenland von den Nationalsozialisten beherrscht. In Thessaloniki werden fast alle Juden ermordet. Ein jüdischer Schneider arbeitet mit den Nazis zusammen und unterstützt so die Vernichtungsmaschinerie.
Frankreich / Türkei / Massachusetts | Themen: Frankreich: Die Seine – Maupassants Obsession / Türkei: Ausflug in den Hammam / Schweiz: Laras Gemüsekuchen / Massachusetts: eine Schriftstellerin sorgt für Aufsehen
(1): Frankreich: Die Seine – Maupassants Obsession Ein stummes Unbehagen, eine unsichtbare Präsenz verfolgt Guy de Maupassant (1850-1893). Er spürt sie überall. Wie kann es sein, dass der Fluss, den er einst so geliebt hat, die Quelle dieser Qual ist? Mit 'Der Horla' (1887) treibt Maupassant seine Obsession mit der Seine auf die Spitze. Der mäandernde, scheinbar so friedliche Fluss inspirierte ihn bereits zu mehreren Werken. Aus den trüben Wassern lässt der Schriftsteller das blanke Schaudern entsteigen. Realität und Fantasie, Vernunft und Wahnsinn sind für Maupassant ebenso trügerisch wie das flimmernde Glitzern des Flusses. (2): Türkei: Ausflug in den Hammam In Istanbul sind die beheizten Steinbänke der Hammams seit Jahrhunderten Orte der Begegnung. Unter den sternförmigen Oberlichtern kommen die Menschen zusammen und vertrauen einander ihre Geschichten an. Rund um wichtige Lebensereignisse wie Geburt, Verlobung, Hochzeit oder Beschneidung gehört der Besuch im Hammam vielerorts dazu. In der Türkei ist das Bad bis heute fest im sozialen Leben verankert. (3): Schweiz: Laras Gemüsekuchen Auf einer Schweizer Alm bereitet Lara eine Cholera zu, eine überraschend leckere regionale Spezialität. Zunächst schwitzt sie Birnen und Zwiebeln in Butter an und verteilt sie auf einem Mürbeteig. Anschliessend belegt Lara ihn mit Äpfeln, Kartoffeln sowie Raclettekäse und bedeckt alles mit einer zweiten Schicht Mürbeteig. Schliesslich backt sie den Kuchen eine Stunde lang im Ofen. So kann man sich die Cholera schmecken lassen! (4): Massachusetts: eine Schriftstellerin sorgt für Aufsehen In Massachusetts gibt es die älteste Schule für Blinde und Sehbehinderte in den USA: die Perkins School for the Blind. Schon die taubblinde amerikanische Schriftstellerin Helen Keller (1880-1968) besuchte diese Schule. Heute sind ihre Werke auf der ganzen Welt bekannt.
Pyotr Werzilow, Mitglied des Performance-Kollektivs Pussy Riot, erregt 2018 weltweit Aufmerksamkeit, als er gemeinsam mit Nika Nikulshina und anderen beim Finale der Weltmeisterschaft als politischer Flitzer auf das Spielfeld rennt. Wochen später wird Werzilow unter mysteriösen Umständen vergiftet und überlebt nur knapp. Für seine damalige Freundin Nika Nikulshina hat der Vorfall ein traumatisches Nachspiel. Kevin Lik wird als 17-jähriger Teenager in Sotschi verhaftet. Der Vorwurf lautet Spionage. Kevin hatte aus seinem Kinderzimmer heraus Fotos gemacht, die einen Militärparkplatz zeigen. Alexey Shmatko ist ein erfolgreicher Unternehmer in der russischen Stadt Penza – bis er Opfer von 'Corporate Raiding' wird. Zusammen mit korrupten Beamten versucht der Geheimdienst FSB, von Shmatkos Firmengewinn zu profitieren. Als der Unternehmer die Kooperation verweigert, wird er wegen angeblicher Steuervergehen festgenommen. Andrei Soldatow gehört zu den wichtigsten russischen Investigativjournalisten unserer Zeit, kennt die inneren Strukturen des russischen Geheimdienstapparats wie kaum kein anderer. Er und andere Experten wie der Menschenrechtsanwalt Iwan Pawlow liefern Hintergründe zu Historie und Handeln des FSB und dessen Bedeutung für Wladimir Putin – der 15 Jahre für den KGB arbeitete. Der Film erzählt, mit welchen Methoden der FSB heute arbeitet und wie weit er die Gesellschaft kontrolliert.
'Während Russland einen konventionellen Krieg in der Ukraine führt, führt es gleichzeitig einen unkonventionellen Krieg gegen Europa' – fasst der britische Sicherheitsexperte Charlie Edwards vom International Institute for Strategic Studies (IISS) die Attacken auf die europäischen Demokratien zusammen. Aus militärischer Sicht wolle Russland die logistischen Lieferketten in die Ukraine unterbrechen, was die Angriffe gegen Eisenbahnlinien und Lagerhäuser erkläre. Das zweite Ziel sei, 'Zwietracht und Unsicherheit in der europäischen Bevölkerung zu säen'. Dazu gehören auch zahllose Destabilisierungsversuche. Davidsterne werden in Paris an Hauswände gesprüht, um Juden und Palästinenser aufeinanderzuhetzen. In Deutschland werden Autos beschädigt, um die Taten der Umweltbewegung unterzuschieben. Die ARTE-Dokumentation 'Russlands Schattenarmee in Europa' zeigt die ganze Dimension der Gewalt. Der Leiter des Landesamtes für Verfassungsschutz Nordrhein- Westfalen spricht von einer Strategie der Einschüchterung.
Wir kennen es alle: ein Name, der uns nicht einfällt, oder das neue Passwort. Zu vergessen ist nervig und manchmal peinlich. Aber wie entscheidet das Gehirn, was wir vergessen und was nicht? Zwischen unseren Erinnerungen herrscht eine Art Wettbewerb. Stärkere und wiederholte Eindrücke gewinnen über schwächere. Aber sind diese gewichenen Erinnerungen für immer verloren? Seit Jahrzehnten wird die Frage kontrovers diskutiert. Doch seit ein paar Jahren gibt es eine neue Idee: Die Erinnerungen existieren möglicherweise noch. 'Wenn wir die Zellen stimulieren, werden die Erinnerungen wieder verfügbar. Die Erinnerung überlebt also den Vergessensprozess, aber sie wird nur unter den richtigen Bedingungen wieder zum Ausdruck gebracht. In gewissem Sinne könnte das bedeuten, dass wir die Adresse der Erinnerung verlieren, aber nicht die Erinnerung selbst,' sagt der Neurowissenschaftler Tomás Ryan. Könnten wir also irgendwann sämtliche Erinnerungen wiederfinden? Klingt nach Science-Fiction, könnte aber unter bestimmten Umständen möglich sein. Ob es wünschenswert ist, bleibt eine andere Frage. 'Zudem glaubt man, dass das Vergessen essenziell ist für das Finden von kreativen Lösungen', betont die Neurowissenschaftlerin Hannah Monyer. Vielleicht ist das Vergessen also doch kein Fehler des Gehirns, sondern eine wichtige Funktion. Aber wäre es dann vielleicht möglich, gezielt vergessen zu können? Könnten wir nicht zumindest bei den schmerzhaften Erinnerungen nachhelfen? Werden wir diese Erinnerungen in Zukunft mit einer Pille löschen können?
(1): Japans kulinarische Box Bento wird fast überall mitgenommen: ins Büro, in die Schule oder in den Park. Aber Achtung, es ist nicht so einfach zubereitet, wie es scheint! Der Journalist Raphaël Lizambard lässt sich diese Kunst von Küchenchefin Yukako Nogami beibringen. Sie gilt in Japan als Starköchin für Bento. Der Geograf und Ernährungswissenschaftler Pierre Raffard erzählt von der japanischen Ordnungskunst, vom Ursprung dieser Essenspräsentation und vom Bento-Trend in der japanischen Gesellschaft. (2): Nostalgiegeschmack: Ayaka, eine Japanerin in Österreich Ayaka ist gebürtige Japanerin und wohnt seit 2019 in der österreichischen Stadt Linz. Während sie für ihre Familie Tonkatsu – japanisches paniertes Schweineschnitzel – zubereitet, erzählt sie von ihren ersten Eindrücken von der österreichischen Küche und von japanischen Gerichten, die sie an gemeinsame Momente mit Freunden erinnern und ihr so sehr fehlen. (3): Ran an die Töpfe! Appetit bekommen? Hier gibt es ein einfaches Bento-Rezept, das sich leicht nachkochen lässt. Also: Ab in die Küche! ______________ Rezept für Bento Die japanische Variante unseres Pausenbrots! Zutaten für eine Bento-Box: 50 g Reis pro Person 1 TL Sesam ½ Aubergine, in grobe Würfel geschnitten ½ Paprika, in Streifen geschnitten 100 g Kürbis, in Würfel geschnitten 1 TL Zucker 2 EL Sojasauce 1 EL weisser Essig ½ Knoblauchzehe, in dünne Scheiben geschnitten 2 Eier pro Person Salz, Pfeffer 1 verschliessbare Box aus Plastik, Eisen oder Glas Zubereitung: – Den Reis drei- bis viermal abspülen und dann in einem Topf mit dem ein- bis zweifachen Volumen Wasser aufkochen. Die Hitze reduzieren und den Reis zwölf Minuten kochen lassen. – Den Sesam in einer Pfanne anrösten, bis er leicht Farbe annimmt. Achtung: dabeibleiben, damit der Sesam nicht verbrennt! – Die Auberginenwürfel zehn Minuten lang in Zucker, Sojasauce und Knoblauch einlegen. Anschliessend bei starker Hitze in Öl anbraten, bis die Aubergine goldbraun ist. – In derselben Pfanne den Kürbis in Öl bei starker Hitze anbraten, bis er weich ist und danach beiseitestellen. Mit der Paprika gleich verfahren. Für das Omelette: Eier verquirlen, salzen, pfeffern und in einer kleinen Pfanne trocken und dick werden lassen. Das Omelette aufrollen und dann in grosse Würfel schneiden. – Jetzt müssen die Zutaten in der Box nur noch angerichtet werden: dafür zuerst den Reis in einer Ecke platzieren und mit Sesam bestreuen. Dann das Gemüse nach Belieben anrichten. Jetzt die Box schliessen – und mitnehmen!
Togo / New York / Japan | Themen: Togo: Die subversive Literatur von Sami Tchak / New York: Zufluchtsort der bedrohten Sprachen / Madeira: Nelsons Hühnersuppe / Japan: Die Leidenschaft des Karaoke
(1): Togo: Die subversive Literatur von Sami Tchak Die Frauen der in Zentraltogo lebenden Temba inspirierten den damals 28-jährigen Togolesen Sami Tchak zu seinem 1988 erschienen Debütroman 'Femme infidèle'. In dem Werk, das er auf Französisch verfasste, geht es um Talahatou: eine Frau, die gegen ihren Willen verheiratet wird und sich an ihrem Ehemann rächt, indem sie ihn betrügt. Das Buch wirft einen subversiven Blick auf Sexualität und zwischenmenschliche Beziehungen. (2): New York: Zufluchtsort der bedrohten Sprachen In New York heisst es: Ohren spitzen! In der Weltstadt sind neben dem vorherrschenden Englisch unzählige Sprachen zu hören, die mitunter aus den entlegensten Tälern oder dem tiefsten Urwald stammen. Einige dieser Idiome, deren Sprecherinnen und Sprecher es auf der Suche nach einem besseren Leben nach Brooklyn, in die Bronx oder nach Queens verschlug, stehen vor dem Aussterben. Selten gibt es eine vergleichbare Konzentration an Menschen, die eine vom Aussterben bedrohte Sprache sprechen. In einem Wettlauf gegen die Zeit versucht die Linguistik, diese Sprachen zu bewahren, die häufig kein Schriftsystem haben und kaum erforscht sind. (3): Madeira: Nelsons Hühnersuppe In Boaventura bereitet Nelson mit seiner Mutter eine typisch madeirische Hühnersuppe zu: die Canja de Galinha. Zuerst kocht er das Geflügelfleisch mit geriebenen Möhren in einer Geflügelbrühe. Nach einer Viertelstunde zerkleinert er das Hühnchen, bevor er es mit Suppennudeln wieder in die Brühe gibt. Wenige Minuten später ist die Canja de Galinha fertig und kann im Kreis der Freunde serviert werden. (4): Japan: Die Leidenschaft des Karaoke In Japan ist Karaoke ein fester und manchmal dissonanter Bestandteil des freundschaftlichen Zusammenseins. Die Ursprünge dieses Vergnügens liegen in einem Land, das nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wieder zu sich finden musste. Die Bekanntheit des Karaoke ist einem musikverliebten Unternehmer zu verdanken ...
Armenien / Fontainebleu / Schweiz | Themen: Andrej Bitow, ein Russe in Armenien / Der Wald von Fontainebleau und die Malerei im Freien / Griechenland: Yanis' Fischsuppe / Schweiz: Kühlschrank unter Wasser
(1): Andrej Bitow, ein Russe in Armenien 1967 entdeckt Andrej Bitow (1937-2018) begeistert die jahrtausendealte Kultur Armeniens. Der aus dem Grossbürgertum von Sankt-Petersburg stammende Schriftsteller folgt der Einladung eines armenischen Freundes, das lange von der Sowjetunion beherrschte Land zu erkunden. Doch wie er feststellt, leben in Armenien die sprachlichen und kulinarischen Traditionen weiter – trotz des kommunistischen Diktats. Er bedauert den Verlust der Geschichte in der Sowjetunion – doch in Armenien sieht er ein noch ursprüngliches Land, in dessen Kirchen und mittelalterlichen Bauwerken Vergangenheit und Gegenwart aufeinandertreffen. (2): Der Wald von Fontainebleau und die Malerei im Freien Der Wald von Fontainebleau sorgte lange für Angst und Schrecken. Jahrhundertelang wimmelte es dort vor Räubern und wilden Tieren. Später wurde Gebiet, das man auch 'Wald von Brière' oder 'La Brière' nannte, bis auf einige Dörfer zum Jagdgrund der Könige. Doch eines Tages beschliesst eine Gruppe abenteuerlustiger junger Künstler, im Wald zu malen – die Rebellen ziehen die frische Luft dem engen Atelier vor. Sie revolutionieren die Landschaftsmalerei und gehen als Maler der Schule von Barbizon in die Geschichte ein. (3): Griechenland: Yanis' Fischsuppe Auf seinem Boot im Hafen von Kavala serviert Yanis befreundeten Fischern eine Fischsuppe. Zunächst blanchiert er Sankt-Petersfisch, Schwalbenfisch und Seeteufel. Sobald sie gar sind, köchelt er im selben Wasser gewürfelte Kartoffeln, Karotten und Sellerie. Anschliessend entgrätet Yanis die Fischfilets und gibt sie zur Gemüsebouillon. Ein Spritzer Zitrone und ein paar Scampi runden das Gericht ab. (4): Schweiz: Kühlschrank unter Wasser Die Seen der Schweiz sind Schatzkammern der Natur. Als 1939 durch den Krieg Lebensmittelknappheit droht, entdeckt ein Unternehmer eine originelle Möglichkeit, die Seen zu nutzen. Der Thunersee südlich von Bern erhält durch seine kühlende Wirkung eine neue Bedeutung.
Hanni Schwaiger lebt mit ihrem Mann Sepp, ihren drei Kindern und ihrer Schwiegermutter auf einem Bauernhof in Bayern. Hier prägt weniger die Idylle als vor allem harte Arbeit den Alltag. Und dann sind da die Sorgen um Tochter Magdalena, die kaum noch isst, sich ständig erbricht, unter schweren Kopfschmerzen leidet und offenbar ihre Sehkraft verliert. Doch ausser Hanni scheint niemand die Symptome ernst zu nehmen. Nicht Sepp, nicht die beiden Söhne, schon gar nicht die Schwiegermutter. Sie fühlen sich zunehmend von Hanni vernachlässigt. Auch die Ärzte glauben ihr nicht. Sie verschreiben Placebos wie etwa eine Brille mit Fensterglas. Doch Hanni gibt so leicht nicht auf. Auf sich allein gestellt, bildet sie sich als Autodidaktin anhand medizinischer Fachliteratur weiter und lässt auf eigene Kosten die Wachstumshormone ihrer Tochter bestimmen. Das führt endlich zur richtigen Diagnose: Magdalena hat einen Hirntumor, der mittlerweile so gross ist, dass nur ein in New York praktizierender Chirurg noch die Operation wagen würde. Hanni nimmt ihren Mut zusammen und fliegt zu ihm. Tatsächlich gelingt es ihr, den Arzt und sein Team nach Deutschland zu holen. Schon als junges Mädchen war Hanni ganz auf sich allein gestellt. Die ganze Dorfgemeinschaft und vor allem auch die eigene Mutter sahen weg, als sie missbraucht wurde. Nur ein Richter glaubte ihr Jahre später. Nach den schweren ärztlichen Versäumnissen an Hannis Tochter stellt erneut ein Gericht wieder Gerechtigkeit her ...
Der mehrfach ausgezeichnete deutsche Regisseur Hans Steinbichler lässt mit 'Eine unerhörte Frau' den ergreifenden Kampf einer Mutter für das Leben ihrer Tochter nach der Lebensgeschichte von Angelika Nachtmann nachempfinden. Nach 'Das Tagebuch der Anne Frank' (2016) feierte Steinbichler mit dem Drama seinen zweiten Kinoerfolg im selben Jahr. Schauspielerin Rosalie Thomass überzeugt in der Titelrolle. Ebenfalls 2016 bewies sie in der Hauptrolle von Dörries 'Grüsse aus Fukushima' ihre faszinierende Ausdruckstärke, die auch in 'Eine unerhörte Frau' staunen lässt.
Ihre Liebe zu Schloss Windsor und ihren rasanten Fahrstil erlebte der frühere Erzbischof von Canterbury als Wochenendgast und Beifahrer der Queen. Auch in diesen privaten Momenten blieb sie ganz Monarchin. 'Sie schaffte eine entspannte Atmosphäre. Aber es war klar, wer Boss ist', erinnert sich Justin Welby an seine Vier-Augengespräche mit der Queen. Sie war stets akribisch vorbereitet und vergass kein Detail. Gefürchtet war ihre Frage: 'Sind Sie sich sicher?' Selbst wenn sie ein paar Tage bei ihren Freunden, den Warrens, verbrachte, kam Elizabeth II. ihren Pflichten nach. Die roten Lederkoffer mit den Staatspapieren hatte sie ebenso im Gepäck wie ihre Reitstiefel. John Warren hat die Queen bei der Zucht ihrer Rennpferde beraten. Täglich haben sie telefoniert und gefachsimpelt, erzählt er. Zudem schildert er ein Erlebnis mit ihrem Vater, das den Grundstein für ihre Leidenschaft für Pferde legte. Die dreireihige Perlenkette, die George VI. seiner Tochter schenkte, war ihr tägliches Accessoire. Jedes Tageskleid musste so gefertigt werden, dass die Kette zur Geltung kam. 'Die Queen war durchaus kokett', sagt Modeschöpfer Stewart Parvin, der die Queen zwanzig Jahre lang eingekleidet. Zu ihrem ikonischen Look gehörte auch die Handtasche. Was ist dran an dem Handtaschen-Code, mit dem die Queen angeblich Signale an ihr Team sendete? Ihre Privatsekretärin klärt auf, wie die Kommunikation mit ihrer Chefin lief. Besonders gerne denkt Samantha Cohen an Aufenthalte mit der Queen in Balmoral, wo nicht nur die Amtsgeschäfte auf dem Plan standen, sondern auch viel gelacht und getanzt wurde.
Vor zehn Tagen ist der Katamaran 'Nomade des Mers' von seinem Heimathafen in der Bretagne aus in See gestochen. An den Seegang im Golf von Biskaya werden sich Corentin und seine Crew noch lange erinnern. Jetzt nähern sie sich ihrem Ziel: Am anderen Ende der turbulenten Fahrt, eingetaucht in die marokkanische Sonne, wartet Agadir. Es ist die erste Station dieser Weltreise auf der Suche nach Lowtech-Lösungen und ihren Erfindern. Marokko gehört zu den führenden Ländern bei der Meerwasserentsalzung. Bis 2030 soll der gesamte Trinkwasserbedarf in der Region Agadir auf diese Weise gedeckt werden. Corentin freut sich darauf, Medhi kennenzulernen. Der junge Erfinder hat eine Möglichkeit gefunden, um Süsswasser aus einer schier unerschöpflichen Quelle zu gewinnen: dem Ozean. Gemeinsam bauen sie einen Prototyp aus Ton und probieren ihn an Bord des Katamarans aus. Somit soll unterwegs Salzwasser in Trinkwasser umgewandelt werden können. Die Erfindung soll wie alle Lowtech-Lösungen einfach zu bauen, nicht teuer und für jeden zugänglich sein.
Die Hallertau in Bayern ist nicht nur das grösste zusammenhängende Hopfenanbaugebiet der Welt, sondern auch eine faszinierende Naturlandschaft. Versteckt zwischen den Hopfengärten finden sich Biotope wie Feuchtwiesen, Wälder oder eine verwilderte Kiesgrube. Mächtige Bäume sind als Naturdenkmäler geschützt und bieten Lebensräume für verschiedene Arten. Der Film begleitet Mensch und Natur durch die Jahreszeiten und zeigt, wie Landwirtschaft und Wildnis in einem empfindlichen Gleichgewicht miteinander verwoben sind. Im Zentrum der Dokumentation steht der Hopfen, dessen extrem schnelles Wachstum im Jahreslauf der Region eine ganz eigene Prägung verleiht. Sind die Hopfengärten bis weit ins Frühjahr hinein fast kahl, schiessen die Rankpflanzen dann bis Ende Juni regelrecht in die Höhe. Für die Hopfenbauern bringen Trockenheit und Schädlinge Sorgen um die Ernte. Können neue Ansätze wie der Einsatz von Nützlingen einen Verzicht auf chemische Spritzmittel ermöglichen? Trotz der intensiven Landwirtschaft verfügt die Hallertau über eine beeindruckende Artenvielfalt: Wiesenbrüter wie Kiebitz und Brachvögel finden hier Rückzugsorte, ebenso wie die vom Aussterben bedrohte Malven-Langhornbiene. An sandigen Böschungen siedeln sich immer mehr Bienenfresser an – ein Beispiel für die Anpassung der Tierwelt an das sich wandelnde Klima. Und die Heidelerche, heisst es, brütet inzwischen direkt in den Hopfengärten.
Überall auf der Welt gibt es Tiere, die in der Lage sind, sich selbst medizinisch zu behandeln. Wissenschaftler nennen dieses Phänomen Zoopharmakognosie. Von der extrem starken Magensäure der Geier, die sogar Milzbrandbakterien zerstört, bis zu Ameisen, die ihre Ameisensäure mit Baumharz zu einem wirksamen antibakteriellen Mittel mischen, zeigt sich: Manche Tiere wissen genau, wie Heilung funktioniert. Um herauszufinden, welche Rolle dabei der Instinkt spielt, wagt der Film ein Experiment mit Kapuzineraffen, die trotz fehlender Wildnis-Erfahrung stark riechende Pflanzen in ihr Fell reiben, um Insekten abzuwehren. Krähen dagegen provozieren Ameisen, damit diese sie mit Ameisensäure besprühen – eine Art 'Säuredusche' zur Gefiederpflege. Auch beim Schutz vor der Sonne zeigt die Tierwelt Einfallsreichtum: Flusspferde sondern eine rötliche Flüssigkeit ab, die UV-Strahlen streut und antiseptisch wirkt. Elefanten dagegen bedecken ihre Haut mit einer dicken Schlammschicht – nicht elegant, aber effektiv. Im Primatenreich wird es besonders spannend. Auf Sansibar fressen Stummelaffen Holzkohle, um sich selbst nach dem Verzehr von unverträglichen Früchten zu entgiften. Unsere nächsten Verwandten, die Schimpansen, sind wahre Meister der Selbstmedikation. Sie nutzen eine Vielzahl natürlicher Heilmittel gegen Beschwerden und behandeln nicht nur sich selbst, sondern auch einander. Jede Gemeinschaft verwendet dabei eigene Mittel – Hinweise auf unterschiedliche medizinische Kulturen. Schon lange vor der Erfindung des Aspirin war dieses Wissen in der Tierwelt vorhanden.
Fortpflanzung ist das höchste Ziel in der Tierwelt. Kein Wunder also, dass viele Arten erstaunliche Tricks und raffinierte Verhaltensweisen entwickelt haben, die ihnen helfen, ihre Gene erfolgreich weiterzugeben. Tiere nutzen Pflanzen, Düfte oder sogar giftige Substanzen, um ihre Chancen zu erhöhen: Männliche Orchideenbienen sammeln komplexe Duftmischungen, um wählerische Weibchen anzulocken. Trächtige Elefanten suchen gezielt nach bestimmten Heilbäumen, die Wehen auslösen – es sind dieselben Pflanzen, die auch kenianische Frauen traditionell nutzen. Bei Ameisen herrschen Königinnen über riesige Kolonien, Weberameisen nutzen ihre Larven wie kleine 'Seiden-Klebepistolen', und Holzameisen sichern ihre Dominanz durch verdeckte Machtübernahmen oder Paarungen über Artgrenzen hinweg. Im Meer kehren Seepferdchen und Clownfische klassische Rollen um: Seepferdchen-Männchen bringen den Nachwuchs zur Welt, während Clownfische ihr Geschlecht wechseln, um den Fortbestand ihrer Art zu sichern. Auch Vögel optimieren ihre Chancen, indem sie medizinische Kräuter in ihre Nester einarbeiten, die Keime abwehren und die Gesundheit der Küken stärken. Löwinnen und Dschelada-Paviane schützen ihren Nachwuchs durch clevere Strategien: etwa durch Paarung mit mehreren Männchen, um Vaterschaft zu verschleiern, oder durch spontane Fehlgeburten bei drohender Übernahme durch rivalisierende Männchen. Sogar winzige Fruchtfliegen nutzen ungewöhnliche Hacks: Sie legen ihre Eier in vergorene Früchte, deren Alkoholgehalt Parasiten abtötet.
In der Nachrichtensendung betrachtet die deutsch-französische Redaktion mit einem weltoffenen Blick das tagesaktuelle politische Geschehen, die sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungen sowie kulturelle Ereignisse in Europa und der Welt. Dabei wird immer aus europäischer Perspektive berichtet und darauf aufmerksam gemacht, wie sich aktuelle Entwicklungen auf Europa auswirken könnten. Die Berichterstattung ordnet Hintergründe ein, stellt Zusammenhänge dar und beleuchtet unterschiedliche Sichtweisen.
Dave Hakkens kaufte mit Gleichgesinnten im Norden Portugals ausgerechnet in einem Hochrisikogebiet für Waldbrände ein Stück Land. Hier gründete er 'Project Kamp' – ein Forschungslabor für eine nachhaltige Zukunft. Früher wurde auf den rund neun Hektar Landwirtschaft betrieben, nun sind die Flächen von leicht entflammbaren Mimosen und Eukalyptusbäumen überwuchert. Für Hakkens war gerade das der Reiz: kein idyllisches Naturparadies, sondern ein Stück Erde, das sichtbar unter Druck steht und gestaltet werden muss. ARTE Re: begleitet den Beginn der neuen Forschungssaison. Zum festen Kern um Hakkens stossen zeitweise rund 30 Freiwillige aus aller Welt, die in Teams an Infrastruktur, Brandschutz, Verpflegung, der Renovierung der Ruinen und der laufenden Dokumentation arbeiten. Einer von ihnen ist der kanadische Architekturstudent Istvan Kriszan aus Halifax, der hier nachhaltige Architektur erprobt, die nicht bei einer 'Dachbegrünung' stehen bleibt. Die Teamleiter erhalten ein kleines Honorar, die meisten aber arbeiten unbezahlt – beflügelt von der Überzeugung, gemeinsam an etwas Sinnvollem mitzuwirken. Und so ist Project Kamp letztlich auch ein soziales Experiment. Finanziert wird Project Kamp vor allem über Spenden und YouTube-Einnahmen. In Porto zeigt Designer João Leão mit VivaLab, wie weit Hakkens' Ideen bereits wirken: Recyclingmaschinen, Precious-Plastic-Werkstätte, Produkte aus Kunststoffabfall – entwickelt nach offenen Bauplänen. Gemeinsam mit dem kommunalen Abfallverband Lipor nutzt das Lab diese Technik, um die Bevölkerung ganz praktisch für Kreislaufwirtschaft und Ressourcenschonung zu gewinnen. Dass sie kopiert werden, freut Hakkens und sein Team – denn so kommen ihre Ideen in die Welt.
In Paris beschliessen die fünf Männer Jabeke, Moreau, Paoli, Clavet und Valoti, gemeinsam in ein grosses Drogengeschäft zu investieren. Jeder bringt einen Teil des benötigten Geldes auf, um eine Lieferung von Marseille zu finanzieren. Die Durchführung scheint sorgfältig geplant, doch hinter der Fassade gegenseitigen Vertrauens verfolgt mancher Beteiligter eigene Interessen. Einer der Männer, Jabeke, schmiedet heimlich den Plan, seine Komplizen auszuspielen und die gesamte Beute für sich zu behalten. Während die Vorbereitungen laufen, wächst das Misstrauen innerhalb der Gruppe, alte Rivalitäten brechen auf und persönliche Beziehungen werden zu Schwachstellen. Als schliesslich Moreau von Paoli mit dem Geld in den Zug nach Marseille gesetzt wird, um den Drogendeal abzuschliessen, folgt Jabeke ihm inkognito und beginnt sein mörderisches Spiel ... Aus dem gemeinsamen Coup entsteht ein Machtkampf, in dem Verrat, Manipulation und Gewalt die Oberhand gewinnen. Während Jabeke versucht, seine Spuren zu verwischen und die anderen gegeneinander auszuspielen, geraten nach und nach alle Beteiligten in eine Spirale aus Angst und gegenseitigen Verdächtigungen, Tod und Verderben.
Cast
Michel Auclair, Claude Dauphin, José Giovanni, Michèle Mercier, Daniela Rocca, Jean Rochefort, Charles Vanel
Norwegen, 1990: Katrine, ihr Ehemann Bjarte Myrdal, Tochter Anne, der kleine Enkel und Katrines Mutter Åse scheinen wie eine Bilderbuchfamilie. Dabei haben Katrine und Åse schwere Zeiten hinter sich. Doch darüber wird nie gesprochen. Dann fällt die Berliner Mauer. Kurze Zeit später taucht der Anwalt Sven Solbach bei Katrine auf. Er will Gerechtigkeit für ehemalige 'Lebensborn'-Kinder in der DDR und vertritt deren Recht auf Wiedergutmachung vor dem Europäischen Gerichtshof. Katrines ungewöhnliche Geschichte, auf die er bei seinen Recherchen gestossen ist, interessiert ihn besonders: Als Kind eines in Norwegen stationierten deutschen Besatzungssoldaten wurde Katrine einst von den Nationalsozialisten in eines der 'Lebensborn'-Heime verschleppt. Jahre später gelang ihr jedoch die abenteuerliche Flucht über die Ostsee, um nach ihrer norwegischen Mutter zu suchen. Ihr Fall ist offenbar der Einzige, bei dem Mutter und Tochter sich nach vielen Jahren wiedergefunden haben. Aber jetzt verhält Katrine sich seltsam, und ihre Familie versteht nicht, warum sie Solbach nicht unterstützt und vor Gericht nicht aussagen will. Vor allem Anne, die selbst angehende Juristin ist, ist irritiert. Katrines Erklärung: Sie möchte Åse Leid ersparen, die dramatischen Ereignisse nicht wieder aufwühlen. Aber der Grund für Katrines Verhalten liegt ganz woanders: Katrine lebt unter einer falschen Identität, sie ist in den 70er Jahren mit der Biografie einer 'Lebensborn'-Frau nach Norwegen gekommen: als Spionin der DDR. Katrines Lebenslüge zerbricht und sie droht alles zu verlieren.
Cast
Juliane Köhler, Sven Nordin, Ken Duken, Liv Ullmann, Julia Bache-wiig, Rainer Bock, Thomas Lawincky
Regie
Georg Maas, Judith Kaufmann
Drehbuch
Georg Maas, Christoph Tölle, Ståle Stein Berg, Judith Kaufmann, Hannelore Hippe
In einem Haus am Ufer eines idyllischen Sees, umgeben von dichten Wäldern, arbeiten drei Erzieherinnen und Erzieher im Schichtdienst in einer Wohngruppe. Die Kinder nennen sie Herr Wagner, Frau Wagner und Herr Gerecke. Kochen, waschen, einkaufen und die Kinder mit dem Kleintransporter zur Schule zu bringen, all dies gehört ebenso zu ihrem Alltag, wie zuhören, trösten, auf dem Sofa kuscheln und Gute-Nacht-Geschichten vorlesen. Die drei wollen keine Ersatzeltern sein, und dennoch zeigen, wie sich ein familiäres Miteinander anfühlen kann. Unermüdlich setzen sie sich für die Kinder ein, sprechen mit Vormund, Eltern und Jugendamt, dokumentieren, organisieren, vereinbaren gemeinsam Ziele und treffen Verabredungen – und sind nicht selten darüber enttäuscht, dass diese nicht eingehalten werden. Das erinnert an einen Kampf gegen Windmühlen, an den Grenzen eines überforderten Systems. Der mehrfach ausgezeichnete Film gewährt einen intimen Einblick in den Alltag der Kinder- und Jugendhilfe und richtet den Fokus auf die Menschen im Hintergrund, die Tag für Tag daran arbeiten, den Kindern das zu geben, was sie am meisten brauchen: Geborgenheit und jemanden, der auf ihrer Seite steht.
Die 40-jährige Frida ist Deutsch-Finnin und Mal-Therapeutin für Kinder mit Behinderung. Nach einem Besuch bei ihren Eltern in Finnland trifft sie an der Flughafenbar auf den Piloten Felix, der gerade von seiner Freundin verlassen wurde. Sie teilen sich finnisches Roggenbrot und Champagner, verbringen einen zauberhaften Tag zusammen und werden ein Paar. Dann wird Frida unerwartet schwanger – und Felix geht zurück zu seiner Ex. Schlechtes Timing! Doch so einfach gibt Frida nicht auf. Sie benutzt bunte Farben nicht nur in ihren Mal-Kursen, sondern auch zum Verschönern unangenehmer Wahrheiten: Sie will die Trennung nicht akzeptieren und versucht mit allen Mitteln – die meisten davon ziemlich absurd und übergriffig – Felix zurückzugewinnen. Unterstützt wird sie dabei von der 15-jährigen Yolanda, einem Technik-Wunderkind. Yolanda liefert Frida mit selbst gebauten Drohnen und Kameras die nötige Spionage-Ausrüstung. Da ist das süsse Desaster vorprogrammiert: Als Frida ihren Job verliert, das Arbeitsamt ihre Wohnung nicht bezahlen will und ihre Eifersuchtsattacke auf Felix' Freundin zu einer weiteren Katastrophe führt, schlittert sie schliesslich ins Krankenhaus .
Cast
Friederike Kempter, Florian Lukas, Lena Urzendowsky, Diana Ebert, Mareile Blendl, Lasse Myhr, Katharina Behrens
In Zeiten permanenter Reizüberflutung wächst die Sehnsucht nach dem einfachen Leben. Der Verzicht ist in der Überfluss-Gesellschaft zu einer Art Lifestyle-Trend geworden: Ob Capsule Mode, Van Life oder Marie Kondo, es geht es darum, sich radikal zu beschränken und sich aufs Wesentliche zu konzentrieren. Dabei ist das Prinzip nicht neu, die Kunst verfolgt diese Idee seit Jahrhunderten. Welcher Gewinn im Weglassen steckt, erzählt der Künstler Mori Taiyoh. Die Bilder des Japaners bestehen oft nur aus einer gezeichneten Linie. Er legt eine wegweisende Spur – kein Abbiegen, keine Entscheidungen sind möglich – was für eine Erleichterung. Wir haben Menschen getroffen, die alles reduziert haben: Besitz, Konsum, gesellschaftliche Erwartungen. Und denen genau das zu grossem Reichtum verholfen hat. Wie die Künstlerin Lisa Maria Mayer. Sie lebt und arbeitet in einer ausgedienten roten Feuerwehr an der Küste Griechenlands. In Spanien treffen wir den Schriftsteller Gabi Martínez, der in seinem neuen Buch 'Wahrer Wandel' die Geschichte seines Rückzugs in die Extremadura erzählt. In dieser Region ist seine Mutter aufgewachsen. Weil er verstehen wollte, wie sie zu dem Menschen wurde, der ihn grossgezogen hat, verbrachte er hier Monate allein in einer Hütte und hütete Schafe. Die Mitglieder der Berliner Band 'Hope' leben ein minimalistisches Leben mitten in der Grossstadt und machen Songs, die reduzierter kaum sein können. Sie waren unsicher, ob ihre Musik auch Zuhörer in grossen Stadien erreicht. Das Ergebnis: Sie kann. Und wie! Gerade waren sie als Support-Act mit Depeche Mode auf Europa-Tournee.
Harter Techno und Leichtigkeit – für DJ Anna Reusch kein Widerspruch. 'Twist' begleitet sie zum Amsterdam Dance Event, wo sie mit leichter Hand und lauten Beats die Menge bewegt. Privat findet sie Ruhe auf einem Hof in Dänemark, zwischen Pferden, Katzen und Hunden. Der Rhythmus des Landlebens hilft ihr, nach Partynächten Kraft zu tanken. In 'Twist' erzählt sie, wie schwer es ist, sich als Techno-DJ die eigene Leichtigkeit zu bewahren. In Berlin versucht Illustrator Christoph Niemann ('The New Yorker', 'Sunday Sketches') der Schwere zu entkommen. 'Dieses Zen-Gefühl der Leichtigkeit suche ich – aber das ist nicht meine Stärke', sagt er. Seine Kunst wirkt dennoch spielerisch und leicht, auch wenn der Weg dorthin frustrierend sein kann. Durchhalten, weitermachen – bis die gute Idee kommt. Das Horst-Janssen-Museum Oldenburg zeigt seine Solo-Schau 'Randnotizen'. Wenn Max Richter auf der Bühne des Opernhauses Zürich zum Sprung ansetzt, spürt man, wie viel Disziplin dahintersteckt. Die nonbinäre Ballerina tanzt Solorollen beim Ballett Zürich und weiss, dass scheinbare Leichtigkeit harte Arbeit ist. In 'Oiseaux Rebelles' zeigt sie, wie innere Freiheit entsteht, wenn Körper und Kopf im Einklang sind. In Paris baut der Künstler Vincent Leroy Gebilde, die mit Wind, Sonne und Wolken spielen und die Umgebung reflektieren. Seine kinetischen Installationen wirken schwerelos. Eigene Leichtigkeit findet er beim Fahrradfahren an der Seine – am liebsten freihändig. 'Twist' zeigt vier Wege zur Leichtigkeit – und warum sie gerade dann entsteht, wenn man bereit ist, loszulassen.
Stéphane hat ein Katzenbaby auf der Strasse gefunden und bei sich aufgenommen. Doch Moustique findet es gar nicht lustig, bei einem Menschen leben zu müssen ...
Episodenummer
1
Wiederholung
W
Cast
GuiHome, Alex Vizorek, Shauna Dewit, Sarah Grosjean, Maxime Van Santfoort, Lapuss', Tartuff
(1): Das Tier Jeanette Konrad hat ihren Sommer in Südfrankreich verbracht. Dort hat sie Bekanntschaft mit einem Tier gemacht, das sie aus Deutschland nicht kannte: der Zikade. (2): Die Lautmalerei Welches Geräusch machen die Deutschen und die Franzosen, wenn sie trinken? (3): Der Gegenstand Christian Y. Schmidt erklärt den französischen Zuschauern das etwas komplizierte deutsche Pfandsystem. (4): Das Rätsel Und zum Schluss der Sendung wie immer ein Rätsel – wie auch die Lösung des Rätsels der vorangegangenen Woche.
Das Format liefert täglich aus Paris pointierte Einblicke in gesellschaftliche, politischen, wirtschaftliche und wissenschaftliche Entwicklungen. Im Zentrum steht die Verbindung zwischen aktuellen Ereignissen und ihren kulturellen Hintergründen, die durch fundierte Einordnung sichtbar werden. Fachkundige Stimmen aus unterschiedlichen Bereichen sowie ein wechselnder Gast aus dem kulturellen Leben bereichern jede Ausgabe und schaffen eine lebendige Mischung aus Analyse, Perspektiven und anregenden Impulsen, die den Blick auf das Zeitgeschehen erweitert.
In der 3D-Zeichentrickserie 'Athleticus' messen sich vielerlei Tiere in klassischen Sportarten. Die dritte Staffel der Serie wirft in 30 neuen Folgen einen humorvollen Blick auf unsere Gesellschaft und die Rolle des Sports. Nach den olympischen Sommer- und Wintersportarten geht es für die Tiere von 'Athleticus' nun in die Stadt: Es gibt ein Hip-Hop-Battle zwischen Kängurus und anderen Vierbeinern, joggende Elefanten – gecoacht von einem Vogelstrauss – technische Meisterleistungen im Skatepark von Schildkröten und Seelöwen, die sportlichen Aktivitäten in der Stadt sind unendlich und jeder kann mitmachen. Die neue Saison begrüsst auch zwei Neuzugänge: das Elefanten- und das Giraffenbaby.
Eine neue Heisszeit wirft ihre Schatten voraus und verändert auch die Ozeane tiefgreifend. Wie ihre Zukunft aussehen könnte, erforschen Wissenschaftler anhand von Hitzeperioden der Vergangenheit. An der Universität Utrecht wird erforscht, was während einer besonders schnellen Erwärmung vor 56 Millionen Jahren in den tropischen Meeren passierte: Sie ähnelten Whirlpools, waren bis zu 38 Grad warm und nahezu alles Leben verschwand aus ihnen. In Frankreich spüren Paläontologen den Lebensbedingungen urzeitlicher Korallen nach. Sie entdecken: Die Organismen siedeln sich bei steigenden Temperaturen in kühleren Breiten an, wachsen dort jedoch langsamer. Hoffnung bieten auch Refugien wie der Golf von Akaba im Roten Meer. Durch einen erdgeschichtlichen Zufall leben Korallen dort in einem für sie kühlen Wasser – sind aber gleichzeitig sehr hitzetolerant. Doch nicht nur warme Meeresgebiete stehen unter Druck. An der Nordwestküste der USA sorgt die Erderwärmung für mehr Nordwind, der mehr kaltes, nährstoffreiches Wasser aus der Tiefe aufsteigen lässt. Die Folge: In den oberen Wasserschichten explodiert das Leben. Doch am Meeresboden zersetzen Bakterien herabsinkende Biomasse und verbrauchen den gesamten Sauerstoff. Es bilden sich Todeszonen. Durch den Meeresspiegelanstieg dringen die Ozeane immer weiter in unseren Lebensraum vor. Geologen der Columbia University in New York rekonstruieren daher aus antarktischen Sedimentkernen und fossilen Korallenriffen, dass der Meeresspiegel in der letzten Warmphase vor rund 125.000 Jahren bei einem Klima wie heute um rund vier Meter angestiegen ist.
Episodenummer
1
Wiederholung
W
Cast
Sebastian Führ, Jacqueline Austermann, David Bailey, Jack Barth, Thomas Brachert, Chris Brunet, Oana-Alexandra Dumitru
Eine neue Heisszeit wirft ihre Schatten voraus und verändert unsere Ökosysteme tiefgreifend. Wie die Zukunft aussehen könnte, erforschen Wissenschaftler anhand von Hitzeperioden der erdgeschichtlichen Vergangenheit. Im Bighorn Basin in Wyoming im Norden der USA ist eine erdgeschichtliche Epoche besonders interessant, denn vor rund 56 Millionen Jahren erwärmte sich die Erde – vermutlich aufgrund von Vulkanausbrüchen – besonders schnell. Nicht so rasant wie heute, aber dennoch eignet sich die Phase des sogenannten Paläozän/Eozän-Temperaturmaximums (PETM) für Vergleiche mit heutigen Entwicklungen. Fossilien verraten Erstaunliches über die Tiere, aber auch darüber, wie Pflanzen damals reagiert haben. Die Forschenden rekonstruieren, dass sich Vegetationszonen auf der Erde um mehr als 1.000 Kilometer polwärts verschoben haben. Und sie erfahren Beunruhigendes über die CO2-Speicherkapazität der Pflanzen. In einem Permafrosttunnel nahe Fairbanks in Alaska reist ein Forschungsteam zurück in die letzte Eiszeit. Die Untersuchung des Permafrostbodens zeigt, dass in ihm riesige Mengen abgestorbenes Pflanzenmaterial konserviert sind. Taut der Boden, verrottet das Material und der Kohlenstoff geht wieder in die Atmosphäre zurück, als Methan und Kohlendioxid. In Australien entwickelt ein Paläontologenteam gemeinsam mit Artenschützern eine neue Wissenschaft. Sie wollen aus der Vergangenheit lernen, wie Arten heute und in Zukunft besser geschützt werden können. Mit dieser Strategie wollen sie ein etwa mausgrosses Beuteltier, das ausschliesslich in Australien vorkommt, vor dem Aussterben retten.
Episodenummer
2
Wiederholung
W
Cast
Sebastian Führ, Mike Archer, Hayley Bates, Linda Broome, Ellen Currano, David Ellsworth, Philip Gingerich
(1): Japans kulinarische Box Bento wird fast überall mitgenommen: ins Büro, in die Schule oder in den Park. Aber Achtung, es ist nicht so einfach zubereitet, wie es scheint! Der Journalist Raphaël Lizambard lässt sich diese Kunst von Küchenchefin Yukako Nogami beibringen. Sie gilt in Japan als Starköchin für Bento. Der Geograf und Ernährungswissenschaftler Pierre Raffard erzählt von der japanischen Ordnungskunst, vom Ursprung dieser Essenspräsentation und vom Bento-Trend in der japanischen Gesellschaft. (2): Nostalgiegeschmack: Ayaka, eine Japanerin in Österreich Ayaka ist gebürtige Japanerin und wohnt seit 2019 in der österreichischen Stadt Linz. Während sie für ihre Familie Tonkatsu – japanisches paniertes Schweineschnitzel – zubereitet, erzählt sie von ihren ersten Eindrücken von der österreichischen Küche und von japanischen Gerichten, die sie an gemeinsame Momente mit Freunden erinnern und ihr so sehr fehlen. (3): Ran an die Töpfe! Appetit bekommen? Hier gibt es ein einfaches Bento-Rezept, das sich leicht nachkochen lässt. Also: Ab in die Küche! ______________ Rezept für Bento Die japanische Variante unseres Pausenbrots! Zutaten für eine Bento-Box: 50 g Reis pro Person 1 TL Sesam ½ Aubergine, in grobe Würfel geschnitten ½ Paprika, in Streifen geschnitten 100 g Kürbis, in Würfel geschnitten 1 TL Zucker 2 EL Sojasauce 1 EL weisser Essig ½ Knoblauchzehe, in dünne Scheiben geschnitten 2 Eier pro Person Salz, Pfeffer 1 verschliessbare Box aus Plastik, Eisen oder Glas Zubereitung: – Den Reis drei- bis viermal abspülen und dann in einem Topf mit dem ein- bis zweifachen Volumen Wasser aufkochen. Die Hitze reduzieren und den Reis zwölf Minuten kochen lassen. – Den Sesam in einer Pfanne anrösten, bis er leicht Farbe annimmt. Achtung: dabeibleiben, damit der Sesam nicht verbrennt! – Die Auberginenwürfel zehn Minuten lang in Zucker, Sojasauce und Knoblauch einlegen. Anschliessend bei starker Hitze in Öl anbraten, bis die Aubergine goldbraun ist. – In derselben Pfanne den Kürbis in Öl bei starker Hitze anbraten, bis er weich ist und danach beiseitestellen. Mit der Paprika gleich verfahren. Für das Omelette: Eier verquirlen, salzen, pfeffern und in einer kleinen Pfanne trocken und dick werden lassen. Das Omelette aufrollen und dann in grosse Würfel schneiden. – Jetzt müssen die Zutaten in der Box nur noch angerichtet werden: dafür zuerst den Reis in einer Ecke platzieren und mit Sesam bestreuen. Dann das Gemüse nach Belieben anrichten. Jetzt die Box schliessen – und mitnehmen!
Togo / New York / Japan | Themen: Togo: Die subversive Literatur von Sami Tchak / New York: Zufluchtsort der bedrohten Sprachen / Madeira: Nelsons Hühnersuppe / Japan: Die Leidenschaft des Karaoke
(1): Togo: Die subversive Literatur von Sami Tchak Die Frauen der in Zentraltogo lebenden Temba inspirierten den damals 28-jährigen Togolesen Sami Tchak zu seinem 1988 erschienen Debütroman 'Femme infidèle'. In dem Werk, das er auf Französisch verfasste, geht es um Talahatou: eine Frau, die gegen ihren Willen verheiratet wird und sich an ihrem Ehemann rächt, indem sie ihn betrügt. Das Buch wirft einen subversiven Blick auf Sexualität und zwischenmenschliche Beziehungen. (2): New York: Zufluchtsort der bedrohten Sprachen In New York heisst es: Ohren spitzen! In der Weltstadt sind neben dem vorherrschenden Englisch unzählige Sprachen zu hören, die mitunter aus den entlegensten Tälern oder dem tiefsten Urwald stammen. Einige dieser Idiome, deren Sprecherinnen und Sprecher es auf der Suche nach einem besseren Leben nach Brooklyn, in die Bronx oder nach Queens verschlug, stehen vor dem Aussterben. Selten gibt es eine vergleichbare Konzentration an Menschen, die eine vom Aussterben bedrohte Sprache sprechen. In einem Wettlauf gegen die Zeit versucht die Linguistik, diese Sprachen zu bewahren, die häufig kein Schriftsystem haben und kaum erforscht sind. (3): Madeira: Nelsons Hühnersuppe In Boaventura bereitet Nelson mit seiner Mutter eine typisch madeirische Hühnersuppe zu: die Canja de Galinha. Zuerst kocht er das Geflügelfleisch mit geriebenen Möhren in einer Geflügelbrühe. Nach einer Viertelstunde zerkleinert er das Hühnchen, bevor er es mit Suppennudeln wieder in die Brühe gibt. Wenige Minuten später ist die Canja de Galinha fertig und kann im Kreis der Freunde serviert werden. (4): Japan: Die Leidenschaft des Karaoke In Japan ist Karaoke ein fester und manchmal dissonanter Bestandteil des freundschaftlichen Zusammenseins. Die Ursprünge dieses Vergnügens liegen in einem Land, das nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wieder zu sich finden musste. Die Bekanntheit des Karaoke ist einem musikverliebten Unternehmer zu verdanken ...
Armenien / Fontainebleu / Schweiz | Themen: Andrej Bitow, ein Russe in Armenien / Der Wald von Fontainebleau und die Malerei im Freien / Griechenland: Yanis' Fischsuppe / Schweiz: Kühlschrank unter Wasser
(1): Andrej Bitow, ein Russe in Armenien 1967 entdeckt Andrej Bitow (1937-2018) begeistert die jahrtausendealte Kultur Armeniens. Der aus dem Grossbürgertum von Sankt-Petersburg stammende Schriftsteller folgt der Einladung eines armenischen Freundes, das lange von der Sowjetunion beherrschte Land zu erkunden. Doch wie er feststellt, leben in Armenien die sprachlichen und kulinarischen Traditionen weiter – trotz des kommunistischen Diktats. Er bedauert den Verlust der Geschichte in der Sowjetunion – doch in Armenien sieht er ein noch ursprüngliches Land, in dessen Kirchen und mittelalterlichen Bauwerken Vergangenheit und Gegenwart aufeinandertreffen. (2): Der Wald von Fontainebleau und die Malerei im Freien Der Wald von Fontainebleau sorgte lange für Angst und Schrecken. Jahrhundertelang wimmelte es dort vor Räubern und wilden Tieren. Später wurde Gebiet, das man auch 'Wald von Brière' oder 'La Brière' nannte, bis auf einige Dörfer zum Jagdgrund der Könige. Doch eines Tages beschliesst eine Gruppe abenteuerlustiger junger Künstler, im Wald zu malen – die Rebellen ziehen die frische Luft dem engen Atelier vor. Sie revolutionieren die Landschaftsmalerei und gehen als Maler der Schule von Barbizon in die Geschichte ein. (3): Griechenland: Yanis' Fischsuppe Auf seinem Boot im Hafen von Kavala serviert Yanis befreundeten Fischern eine Fischsuppe. Zunächst blanchiert er Sankt-Petersfisch, Schwalbenfisch und Seeteufel. Sobald sie gar sind, köchelt er im selben Wasser gewürfelte Kartoffeln, Karotten und Sellerie. Anschliessend entgrätet Yanis die Fischfilets und gibt sie zur Gemüsebouillon. Ein Spritzer Zitrone und ein paar Scampi runden das Gericht ab. (4): Schweiz: Kühlschrank unter Wasser Die Seen der Schweiz sind Schatzkammern der Natur. Als 1939 durch den Krieg Lebensmittelknappheit droht, entdeckt ein Unternehmer eine originelle Möglichkeit, die Seen zu nutzen. Der Thunersee südlich von Bern erhält durch seine kühlende Wirkung eine neue Bedeutung.