Themen: Anatolien: Roman eines griechisch-türkischen Traumas / Die 'Neue Stadt' als Planungskonzept für das Pariser Umland / Madrid: Gabrielas Fleischklösschen / Ägypten: Von Katzen und Kriegen
Categoria
Darstellende Kunst
Informazioni sulla produzione
Magazin
Paese di produzione
F
Anno di produzione
2026
Descrizione
(1): Anatolien: Roman eines griechisch-türkischen Traumas Mit dem Körper in Griechenland und dem Geist in Anatolien, dazwischen die Ägäis. Die griechische Autorin Dido Sotiriou wurde 1909 in Anatolien geboren und als Kind aus der Türkei zu Verwandten nach Athen geschickt. Fast zwei Millionen Griechinnen und Griechen lebten damals in der Türkei. Während des Griechisch-Türkischen Kriegs 1922 wurden die meisten vertrieben. Dido Sotiriou verarbeitete das Trauma literarisch. Ihr 1962 veröffentlichter Roman 'Grüss mir die Erde, die uns beide geboren hat' erzählt von der Verbundenheit beider Völker, die an der 'grossen Katastrophe von 1922' zerbrach. (2): Die 'Neue Stadt' als Planungskonzept für das Pariser Umland Man sagt, der damalige französische Staatspräsident Charles de Gaulle habe Anfang der 1960er Jahre bei einem Überflug des Pariser Umlands die anarchische Stadtentwicklung beklagt und wütend gefordert: 'Bringt mir Ordnung in diesen Mist!'. Und so wurde auf Befehl des Generals die Vorstadt Saint-Quentin-en-Yvelines aus dem Boden gestampft, gefolgt von vier weiteren Planstädten. Diese ehrgeizige urbane Utopie war seinerzeit Symbol für den staatlichen Gestaltungswillen. (3): Madrid: Gabrielas Fleischklösschen In Madrid bereitet Gabriela spanische Fleischklösschen zu, in die sie ihre mexikanische Kochkultur einfliessen lässt. Sie verknetet das Fleisch mit eingeweichtem Brot, Eiern, Knoblauch, Zwiebeln und Pfefferminze und formt Klösschen daraus. Diese werden in einer Tomatensosse mit Gemüse (Möhren, Zucchini) und Bouillon gargekocht und – aus Rücksicht auf den spanischen Gaumen moderat – mit Chili abgeschmeckt. Eine Hommage an die spanisch-mexikanische Küche. (4): Ägypten: Von Katzen und Kriegen Ägypten ist berühmt für seine Moscheen und Pyramiden, die Sphinx – und für seine Katzen. Der Philae-Tempel in der Nähe des Assuan-Staudamms beherbergt Hunderte der Tiere. Im alten Ägypten nannte man Katzen 'Miu' und verehrte sie als Beschützer von Heim und Herd. Doch ihr Katzenkult wurde den Ägyptern zum Verhängnis ...
Der gut aussehende, distinguiert wirkende Lawrence Jamieson ist seit langem als Hochstapler erfolgreich. Mit der Unterstützung von Inspektor André und Butler Arthur gelingt es dem charmanten Schwindler, sich als vermeintlicher Prinz im Exil auszugeben, um reiche Damen von einem guten Teil ihres Vermögens zu befreien. Doch diesen Sommer macht ihm ein grobschlächtiger amerikanischer Betrüger namens Freddy Benson das lukrative Revier an der Côte d'Azur streitig. Dessen herzzerreissende Geschichten zeigen Wirkung bei den Frauen. Lawrence, dem Freddy auf die Schliche gekommen ist, gibt ihm gezwungenermassen Lehrstunden in Noblesse. Die Rivalität steigt, als die beiden Janet Colgate entdecken, eine junge und wohlhabende Erbin. Sie schliessen eine Wette ab: Der Erste, der 50.000 Dollar von Janet bekommt, gewinnt, der Verlierer muss die Stadt verlassen. Jedoch ist Janet nicht so naiv, wie sie scheint.
Ripetizione
W
Cast
Steve Martin, Michael Caine, Glenne Headly, Anton Rodgers, Barbara Harris, Ian McDiarmid, Dana Ivey
Regia
Frank Oz
Sceneggiatura
Dale Launer, Paul Henning, Stanley Shapiro
Critica
Mit altmodischen filmischen Mitteln inszenierte Boulevard-Komödie mit Tempo, Dialogwitz und spielfreudigen Hauptdarstellern. Eine der wenigen Neuauflagen alter Stoffe, die besser sind als das Original – 'Zwei erfolgreiche Verführer', 1963, Regie: Ralph Levy (Lex. des Internat. Films).
Das Meer gilt als unerschöpfliche Nahrungsquelle und Lebensgrundlage. Aus dem globalen Handel ist es kaum wegzudenken. Darüber hinaus reguliert es das Gleichgewicht des Klimasystems – und ist somit unentbehrlich. Allerdings leiden die Weltmeere unter den anthropogenen Umweltveränderungen. Einige Menschen haben ihre Beziehung zum Meer neu definiert: Sie möchten diese wertvolle Ressource nicht ausbeuten. Stattdessen setzen sie auf umweltschonende Massnahmen, um den Zustand des Meers zu verbessern. So etwa Délia Bernardi, die in der Bucht von Arcachon an der Atlantikküste, die sich zwischen der Dune du Pilat und Cap Ferret im Südwesten Frankreichs erstreckt, arbeitet. Sie ist die einzige Fischerin in diesem kleinen Binnenmeer von 80 Kilometern. Dort praktiziert sie nachhaltigen Fischfang, der sich nach den Jahreszeiten und dem Reproduktionszyklus der Fische richtet. Dadurch möchte sie die Ressource Meer und ihr fragiles Ökosystem schonen. Auf der Halbinsel Quiberon bietet die wilde Küste des Golfs von Morbihan atemberaubende Landschaften. Jedes Jahr lockt sie über eine Million Touristen an, die mit der Fähre von Quiberon nach Belle-Île-en-Mer übersetzen. Damit tragen sie jedoch zur Übersäuerung des Meeres bei. Aus diesem Grund bieten Léon und Jonas eine klimaneutrale und meeresschonende Alternative zur Überfahrt an: einen Segelkatamaran als Transportmittel. Im Mittelmeer vor Beaulieu-sur-Mer sind Sebastien Personnic und ein Team von Ozeanographen wiederum am Meeresgrund von Hand aktiv: Sie pflanzen Neptungräser neu an, wo diese von Schiffsankern ausgerissen wurden. Das Seegrasgewächs bildet die Grundlage für ganze Ökosysteme.
Der erste Teil der Dokureihe beginnt mit dem Abzug der Gnuherden aus der Masai Mara in Kenia. Während sie den Fluss durchqueren, bleiben zahlreiche Arten zurück, die an ihre Reviere gebunden sind und nicht mitziehen können. Im Mittelpunkt steht eine junge Giraffe, deren erste Lebensmonate stellvertretend für die Situation vieler Tiere stehen. Die Dokumentation zeigt Geburt, Aufzucht und Überlebensstrategien verschiedenster Arten. Dazu zählen Zebras, die ein ausgeprägtes Schutzverhalten an den Tag legen. Sie versuchen, sich der Jungtiere der Thomson-Gazellen zu entledigen, da diese Hyänen anlocken – eine potenzielle Gefahr für die Zebra-Fohlen. Auch eine Elandantilope, die gerade gekalbt hat, hat Probleme mit einem Hyänenrudel, das es auf sie abgesehen hat, um den eigenen Nachwuchs zu füttern. Sie hält sich die Angreifer mit ihren gekrümmten Hörnern vom Leib, die sie wie Säbel schwingen kann. Darüber hinaus zeigt die Dokumentation Bilder aus dem Leben junger Leoparden, Schakale und Elefanten. Denn die Gnuwanderung – samt der Fressorgie für Krokodile, wenn die Gnus den Fluss durchqueren – macht nur einen Bruchteil des Jahres aus. Der erste Teil der Dokureihe endet mit dem Eintreffen der Zebraherden aus dem Norden. Kurzzeitig verändert sich das ökologische Gleichgewicht: Beutetiere sind wieder zahlreicher und ihre Jäger passen ihr Verhalten entsprechend an. Mit Beginn der Regenzeit wandelt sich die Landschaft erneut. Die Ebenen werden grün und üppig, bieten für Grosskatzen aber nur eingeschränkte Möglichkeiten zu jagen.
Mit dem Abzug der Zebraherden beginnt in der Masai Mara in Kenia eine neue Phase: die Regenzeit. Flüsse schwellen an, Überschwemmungen und starke Strömungen prägen nun das artenreichste Savannen-Ökosysteme der Erde. Die Bedingungen werden dadurch für viele Tierarten deutlich anspruchsvoller. Nach Abklingen der Regenfälle wird das Ausmass der Veränderungen deutlich. Löwenrudel geraten in Konflikte um knappe Nahrungsressourcen. Mit dem Verschwinden von Gnus und Zebras müssen sie ihre Jagdstrategien anpassen: Einige versuchen sich an kleineren Beutetieren wie Warzenschweinen, andere nehmen das hohe Risiko auf sich, Mara-Büffel zu jagen. Ihre Herden zeigen ein ausgeprägt aggressives Verhalten und greifen Löwen auch aktiv an. Doch die Raubtiere sind gezwungen, alles zu riskieren und es kommt zu harten Kämpfen. Auch andere Arten wie Servale, Giraffen und Leoparden zeigen, wie sie mit den extremen Bedingungen umgehen. Eine Servalmutter, deren Bau überflutet wurde, hat überlebt – ebenso ihr Junges. Die Savanne kennt keine Beständigkeit – nur den ständigen Wandel zwischen Trocken- und Regenzeit, zwischen Überfluss und Mangel. Doch der Kreislauf schliesst sich: Die ersten Gnuherden kehren zurück, durchqueren den Sand River und leiten damit den nächsten Zyklus ein. Ihre Wanderung ist lebensnotwendig für das ökologische Gleichgewicht der Region.
Die nebelverhangenen Wälder des Wuyi-Gebirges zeichnen sich durch eine aussergewöhnliche Vielfalt an Lebensformen aus. Viele von ihnen haben erstaunliche Strategien entwickelt, um in diesem abgeschiedenen Ökosystem zu überleben. So lockt eine listige Leichenblume Insekten an, indem sie den Geruch verwesenden Fleisches verströmt. Im Winter wirbt der seltene Liu-Krötenfrosch mit seinen psychedelisch gefärbten Augen spektakulär um ein Weibchen. Bei einer Familie von Elsterfälkchen gibt es einen Stubenhocker, der partout nicht flügge werden will, und eine Malaienadler-Mutter trotzt dem dichtesten Nebel, um zu jagen und ihren Küken Futter zu bringen. Eine gebänderte Blumenmantis verschmilzt optisch fast mit den Blüten der Hortensie, um ihre Beute in Sicherheit zu wiegen, bevor sie sie überwältigt. Und uralte Moose passen sich auf beeindruckende Weise veränderten klimatischen Bedingungen an, während Pilze im Wald eine wichtige Rolle beim Recycling von Nährstoffen spielen.
Die Wälder des Nationalen Naturreservats Fanjingshan in der chinesischen Provinz Guizhou sind unberührt und dank der Bemühungen des Reservatleiters Yang Yequin geschützt. Doch er wird sich demnächst als Forschungsleiter zurückziehen. Sein Nachfolger Nui Kefeng hat sich entschieden, mit Überwachungskameras zu arbeiten, die herausfinden sollen, wie sich die letzten 700 noch lebenden Guizhou-Goldaffen verhalten, wenn keine Beobachter in der Nähe sind. Dabei erwartet die Forscher eine erstaunliche Überraschung. Etwa 1.000 Kilometer nordöstlich erhebt sich in der Provinz Anhui ein anderer heiliger Berg: Auf dem Tianzhu steht das 400 Jahre alte buddhistische Nonnenkloster Jidi An. Die friedliche Stimmung wird durch eine Baustelle gestört: Ein neues Gebäude für den grossen goldenen Buddha von Jidi An soll entstehen. In einem Tal am Fusse des Fanjing liegt ein geheimnisvoller blauer Teich, dessen glasklares Wasser auf die Menschen wie ein Jungbrunnen wirkt. Angeblich kann deshalb auch Yang Heping, ein alter Papiermacher aus dem angrenzenden Dorf, noch unermüdlich seiner uralten Profession nachgehen. Am Berg Tianzhu läuft das Leben inzwischen glücklicherweise wieder in geregelten Bahnen. Der Einblick in den Klosteralltag in Jidi An offenbart, dass genügsame Selbstversorgung und ein tiefer Respekt für die Natur das Leben der Nonnen bestimmen. So kann die Äbtissin endlich zu ihrer Reise in die Heimat der Goldaffen, auf den Berg Fanjing, aufbrechen. Von ihrer Höhenangst will sie sich dabei nicht aufhalten lassen, denn sie ahnt, dass sie auf dem Gipfel des Fanjing ein betörender Ausblick erwartet.
Bei der Metzger-WM in Paris zerlegen die Mannschaften vor den Augen der Jury innerhalb von dreieinhalb Stunden ein halbes Rind, ein Lamm, ein halbes Schwein und vier Hühner. Etwa 340 thekenfertige Produkte werden dann auf einem riesigen Tisch präsentiert und bewertet. 'Es ist mir eine Ehre, dass ich unseren Beruf, unser Land und unser Know-how repräsentieren darf', sagt der Franzose Godefroy Piaton. Er und seine Kollegen wollen den Titel unbedingt nach Frankreich holen und haben dafür eigens einen Ernährungs- und Fitness-Coach engagiert. Ihr stärkster Gegner ist der amtierende Weltmeister: die deutsche Mannschaft. Das Team, das sich 'Wolfpack' nennt, wird von Dirk Freyberger angeführt: 'Zwei Jahre lang haben wir in unserer Freizeit auf eigene Kosten trainiert und sind bereit, den Titel zu verteidigen'. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer wollen mit dieser Veranstaltung auch das Image des Metzgerberufes verbessern. Denn ihre Zunft leidet besonders unter dem Fachkräftemangel. Dies, sowie Skandale um Billigfleisch und veränderte Ernährungsgewohnheiten sind Ursachen dafür, dass sich die Zahl der Metzgereien in Deutschland in den vergangenen 23 Jahren fast halbiert hat. Gegen diesen Trend haben zwei Brüder aus dem Oberbergischen Land in Köln einen Metzgerbetrieb neu eröffnet und vor kurzem sogar eine zweite Filiale aufgemacht. Ihr Erfolgsrezept: 'Wir setzen ganz auf naturnahe Fleischproduktion von heimischen Rindern', sagt Sebastian Friedrichs.
Juliane und Marianne wachsen in den 1950er Jahren als Töchter eines evangelischen Pfarrers auf: Die eine eckt an, die andere gilt als angepasst, und doch tragen beide denselben Drang in sich, die Enge ihrer Herkunft zu sprengen. Jahre später stehen sie auf entgegengesetzten Seiten desselben Aufbruchs. Juliane arbeitet für eine feministische Zeitschrift und streitet für gesellschaftliche Reformen, unter anderem gegen den Paragrafen 218. Marianne hingegen hat Familie und Alltag hinter sich gelassen und sich einer radikalen Gruppe angeschlossen, die den Staat mit Gewalt herausfordert: der RAF, Rote Armee Fraktion. Als Marianne untertaucht, wirkt sich das auch auf Julianes Leben aus: Mariannes kleiner Sohn Jan wird bei ihr abgeladen, kurz darauf nimmt sich sein Vater das Leben. Juliane, die mit dem Kind überfordert ist und sich zugleich in der Verantwortung sieht, organisiert eine Pflegefamilie und wird dadurch tiefer in die Geschichte ihrer Schwester hineingezogen. Marianne taucht überraschend wieder auf, fordert Loyalität und Hilfe, und zwischen den Schwestern beginnen konfliktreiche Auseinandersetzungen, die alte Verletzungen freilegen. Nach Mariannes Verhaftung besucht Juliane sie im Gefängnis. Bestürzt über den Zustand ihrer Schwester, opfert Juliane Zeit und Mittel, um Marianne zu unterstützen. Trotz ihrer weltanschaulichen Differenzen kehrt Juliane immer wieder zurück – bis sie im Urlaub die Nachricht erreicht, Marianne sei in ihrer Zelle gestorben, offiziell durch Suizid. Juliane glaubt nicht daran und beginnt, trotz Widerständen und zunehmender Vereinsamung, die Umstände zu hinterfragen.
Cast
Jutta Lampe, Barbara Sukowa, Rüdiger Vogler, Doris Schade, Vérénice Rudolph, Luc Bondy, Franz Rudnick
Regia
Margarethe von Trotta
Sceneggiatura
Margarethe von Trotta
Critica
Eine Mischung aus polittheoretischem Planspiel und psychologischem Melodram, das an Hand einer subjektiv beleuchteten Schwesternbeziehung das Problem des politischen Widerstands zu behandeln versucht. Trotz der Parteilichkeit – die 'andere Seite' des Terrorismus, die der Opfer, wird völlig ausgespart – ein thematisch wichtiger, diskussionswerter Beitrag zum Terrorismus (Lex. des Internat. Films).
Margarethe von Trotta wird international als Starregisseurin verehrt. Die 1942 in Berlin geborene von Trotta ist eine der wenigen deutschen Regie-Ikonen, ihre Werke haben deutsche (Film-)Geschichte geschrieben. Schon früh setzt sich Margarethe von Trotta in einer reinen Männerdomäne durch. 1981 gewinnt sie bei den Filmfestspielen in Venedig für 'Die bleierne Zeit' den Goldenen Löwen und startet damit ihre Weltkarriere. Margarethe von Trotta hat sich in ihren Filmen und in ihrer Arbeit immer für mehr Gleichberechtigung eingesetzt, die Hauptrollen in all ihren Filmen besetzte sie mit Frauen. Für die Regisseurin und Filmprofessorin Julia von Heinz war Margarethe von Trotta ein wichtiges Vorbild. Bis heute ist sie das für viele junge Frauen. Begleitet wird Margarethe von Trotta in dem abendfüllenden Dokumentarfilm an die zentralen Orte ihrer Biografie – nach Berlin, Paris, München und Rom. Der Film geht ausführlich auf ihr künstlerisches Werk und den jeweiligen Bezug zum Zeitgeschehen ein und nähert sich der Privatperson Margarethe von Trotta. Was bewegt sie, wer hat sie geprägt, beeinflusst, was treibt sie noch heute an? Wir treffen ihre wichtigsten Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter – ihren Ex-Mann, den Regisseur Volker Schlöndorff, sowie die Schauspielerinnen Angela Winkler, Barbara Sukowa und Katja Riemann, mit denen sie bis heute eng verbunden ist. Was ist ihr 'Geheimnis', und warum verehren sie alle, die mit ihr arbeiten durften?
Paris, im Frühjahr 1976: Pierre Goldman, ein linksradikaler Aktivist, Sohn polnisch-jüdischer Immigranten und Widerständler, muss sich in einem zweiten Prozess verantworten. In erster Instanz wurde er wegen vier bewaffneten Raubüberfällen zu lebenslanger Haft verurteilt – darunter ein Fall, bei dem zwei Apothekerinnen starben. Goldman gesteht die übrigen Taten, doch den Doppelmord weist er entschieden zurück. Kurz vor Prozessbeginn hat er seine Sicht der Dinge in einem Buch veröffentlicht und der Polizei Rassismus und Antisemitismus sowie fragwürdige Ermittlungsmethoden vorgeworfen. Das macht ihn in der Öffentlichkeit zur Projektionsfläche: für die einen Täter, für die anderen Symbolfigur. Pierre Goldman ist bestens vernetzt, im Saal sitzen prominente Unterstützer, darunter Schlüsselfiguren der französischen Linken. Goldmans Verteidiger, der junge Anwalt Georges Kiejman, befragt die geladenen Zeuginnen und Zeugen. Alle wollen Goldman am Tatort oder kurz danach gesehen haben, doch ihre Erinnerungen sind widersprüchlich und geraten unter der Befragung ins Wanken. Goldman hingegen konterkariert über lange Strecken die Taktik seiner Verteidigung, schützt standhaft einen früheren Freund und fährt allen Anwesenden über den Mund, dabei riskiert er doch die Todesstrafe. Der Prozess wird zum emotionalen Schlagabtausch im Gerichtssaal: Zwischenrufe von der Tribüne, protestierende Polizisten im Zeugenstand und ein zunehmend aufgebrachter Angeklagter eskalieren die Stimmung und erzwingen Unterbrechungen. Der charismatische Richter hat das Geschehen im Griff, aber es ist auch für ihn eine Tour de Force. Hauptdarsteller Arieh Worthalter erhielt für seine Leistung 2024 den César als bester Schauspieler, Cédric Kahns Film war insgesamt achtmal für den César nominiert.
Cast
Arieh Worthalter, Arthur Harari, Stéphan Guérin-Tillié, Nicolas Briançon, Aurélien Chaussade, Christian Mazucchini, Jeremy Lewin
1980: Abadan, die Ölhauptstadt des Iran, widersetzt sich der irakischen Belagerung. Der 14-jährige Omid weigert sich, die Stadt zu verlassen, und bleibt bei seinem Grossvater, um auf seinen älteren Bruder zu warten, der an der Front kämpft. Als Vertretung für Farshid, einen Freund seines Bruders, der bei einem Granatenangriff schwer verletzt wurde, wird Omid zum Essenslieferanten. Jeden Tag fährt er auf seinem Motorrad durch die leeren Strassen Abadans. Bei der Erfüllung seiner Mission trifft er auf ungewöhnliche Charaktere, die alle ihre verschiedenen Gründe haben, in der Stadt zu bleiben. Als sich die Situation verschlechtert und die Stadt kurz vor dem Fall steht, will Omid versuchen, alle zu retten, die ihm wichtig sind – mit einem verlassenen Schiff, das er im Hafen von Abadan entdeckt hat und das seine Arche wird. Kann es die Lösung sein, um die Menschen, die ihm am Herzen liegen, zu retten? Sepideh Farsis Film eröffnete 2023 das Panorama der Berlinale. Er ist Teil der langjährigen filmischen Auseinandersetzung der Regisseurin mit der Geschichte ihres Heimatlandes und der iranischen Diaspora, im ständigen Widerstand gegen das Mullah-Regime des heutigen Iran.
Der Jemen, am südlichsten Zipfel der Arabischen Halbinsel, gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Es handelt sich um ein Land mit einer reichen Kultur und Historie, doch nach zehn Jahren Bürgerkrieg herrscht bittere Not: zerstörte Städte, fehlende Versorgung, systematische politische Repression. Eine verlorene Generation von Kindern wächst ohne Schulbildung, ohne medizinische Versorgung und ohne Nahrung auf. Hilfslieferungen werden blockiert, geplündert oder auf dem Schwarzmarkt verkauft. Das Elend des Landes geht auf das Konto der radikal-islamischen Huthis. Seit Jahren kämpft die Miliz gegen die international anerkannte Regierung des Jemen. Über 400.000 Menschen starben bereits an den Folgen des Krieges. Mehr als 20 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen – rund die Hälfte der Bevölkerung. Seit Oktober 2023 ist aus dem lokalen Konflikt ein regionaler geworden: Seither greifen die Huthis verstärkt internationale Handelsschiffe im Roten Meer an – offiziell, um die Palästinenser im Gaza-Krieg gegen den Erzfeind Israel zu unterstützen. Trotz jahrelanger Luftschläge und internationaler Interventionen gelang es weder Saudi-Arabien noch der UN-gestützten Regierung, die Huthis zu besiegen. Die Miliz hat sich im Chaos des Bürgerkriegs zur dominierenden Kraft im Land entwickelt. Geschickt nutzt sie Krieg, Religion und Notstand, um ihre Macht weiter auszubauen – und sich als Bollwerk gegen den Westen zu präsentieren. Ohne Waffenstillstand und eine neue politische Strategie droht der Jemen, zwischen Blockade, Gewalt und Einflussnahme noch weiter zerrieben zu werden.
Es fängt bei alltäglichen Betrügereien an: Scammer wissen genau, wie wir ticken. Sie nutzen unsere psychologischen Schwachstellen und bringen uns dazu, wirklich dumme Dinge zu tun – etwa sehr viel Geld an sie zu überweisen. Als gäbe es Knöpfe, die man einfach nur drücken muss, als wären wir hackbar. Die Sozialpsychologin Pia Lamberty zeigt, dass Manipulation längst kein Randphänomen mehr ist: In einer überreizten Informationswelt reagieren wir oft automatisch, anstatt kritisch nachzudenken. Besonders umfassend scheinen sich die Führer von Sekten und Kulten damit auszukennen. Der Psychologe Steven Hassan, einst selbst Mitglied einer radikalen Bewegung, erklärt, wie aus normalem Einfluss schleichend Manipulation wird. Er beschreibt, wie Verhalten, Information, Denken und Emotionen kontrolliert werden – bis Menschen fremde Überzeugungen für ihre eigenen halten. Aber was genau bringt Menschen dazu, sich bis zur Selbstaufgabe zu unterwerfen? Wie weit können diese Umprogrammierungen gehen und lassen sie sich womöglich auch zu etwas Gutem nutzen? Könnten wir so nicht unsere Schwächen beseitigen und durch Stärken ersetzen? Zum Beispiel: regelmässig und gern Sport treiben, obwohl wir zuvor Sport hassten. Die Neurowissenschaftlerin Susan Greenfield erklärt, warum Identität formbar, aber nie vollständig löschbar ist. Der Futurist Janosch Delcker verweist auf die technologischen Grenzen und Chancen. Ist Gehirnwäsche also möglich? Und: Können wir lernen, uns zu wehren, bevor andere in unser Bewusstsein eindringen?
Im Dezember 2024 veröffentlichte die US-Datenanalyse-Firma Palantir einen Werbespot, der nichts weniger als die Zukunft der Kriegsführung zeichnet. 30 Sekunden voller kinoreifer Szenen, die Fragen über die Verbindungen zwischen Silicon Valley und dem US-Militär aufwerfen. Der Tech-Journalist Damien Leloup von Le Monde und Laure de Roucy-Rochegonde, Leiterin des IFRI, kommentieren.
Themen: Best of | Gäste: Lucie Morel (illustratrice), Jessica Jousse-Baudonnet (vétérinaire), André Manoukian (auteur-compositeur), Vincent Duluc (journaliste sportif)
Auf dem Programm: die Massenabwanderung von Schriftstellern nach der Grasset-Affäre, die Anklagen gegen Marine Le Pen im Zusammenhang mit den parlamentarischen Assistenten der FN-Europaabgeordneten, der Wunsch des Elsass, aus der Region Grand Est auszutreten, sowie Big Macs und eiskalte Cola für Donald Trump. Anschliessend diskutieren vier Gäste mit unseren Clubmitgliedern: Die Illustratorin Lucie Morel stellt ihren Comic Toc Toc (Zwangsstörungen, Verlag Même pas mal) vor, die Tierärztin und engagierte Fürsprecherin von Spinnen Jessica Jousse-Baudonnet veröffentlicht Ce que les araignées m'ont appris (Was ich von Spinnen gelernt habe, Verlag Tana), André Manoukian, mit seinem neuen Album La Sultane sowie Vincent Duluc, Sportjournalist bei L'Équipe seit 1995 – die Zeitung feiert in diesem Jahr ihr 80-jähriges Bestehen. Ausserdem: David Castello-Lopes' Welt der Dinge über die Herstellung von Maronencreme sowie Theoretisch von Aurore Vincenti über die Frage, ob man die Chinesische Mauer vom Weltraum aus sehen kann.
Dort, wo wir aufwachsen oder irgendwann Fuss fassen, ist unsere Heimat. Sie wird nicht zuletzt von der Natur um uns herum geprägt: Wetter, Landschaft, Tiere und Pflanzen. Unsere Umwelt ist belebt und verändert sich fortlaufend. Zu dieser stetigen Veränderung der Natur tragen auch wir Menschen bei, indem wir unsere Heimat zunehmend gestalten, vernichten, schützen und prägen. In der jüngsten Zeit greift der Mensch auch dort ins Naturgeschehen ein, wo man es überhaupt nicht vermuten würde. Können die heimischen Tiere und Pflanzen da dauerhaft mithalten? Die Klimaerwärmung setzt dem Eis der Gletscher und den Tier- und Pflanzenarten des Hochgebirges zu. Gletscher wie der Schneeferner an der Zugspitze verschwinden fast wie im Zeitraffer. Kälteliebende Alpenbewohner flüchten vor der Wärme aus den Tieflagen nach oben. Doch wenn es den Arten auf den Berggipfeln zu warm geworden ist, könnte ihre Zeit in unseren Breiten vorbei sein. In unseren Wäldern leben wieder Tiere, die selten oder ausgestorben waren. Andere drohen zu verschwinden. Und der Wald selbst leidet auch. Es ist der Reichtum an Strukturen, der einen Wald ökologisch wertvoll macht: Lichtungen, Totholz, Kleingewässer – all das erhöht die vielbeschworene Biodiversität, die Vielfalt des Lebens. In wohl keinem anderen heimischen Lebensraum haben die Tiere und Pflanzen den Umgang mit Nährstoffknappheit und Mangel so sehr auf die Spitze getrieben wie im Moor. Dort, wo Sumpfpflanzen in ihrem Sumpf nicht verrotten, sondern zu dicken Torfschichten heranwachsen. Wie geht es unserer Natur, unserer Heimat?
Die Insel Koh Panyee liegt inmitten einer endlosen, glitzernden Wasserfläche. Gleissende Sonne, im Wechsel mit plötzlichen, heftigen Gewittern, kündigt schon den Wechsel der Jahreszeiten an. Die typischen Longtailboote der Fischer kreuzen bereits zum Sonnenaufgang durch die Bucht, sie sind das Hauptverkehrsmittel zwischen den Inseln. Koh Panyee war einst ein Magnet für Fussball-Begeisterte aus ganz Thailand. Inzwischen verfällt der schwimmende Fussballplatz immer mehr. Die ehemaligen Erfolgs-Spieler sind nicht mehr aktiv, der Ruhm des Fussballvereins 'Koh Panyee FC' ist längst verblasst. Aber dieses Jahr soll ein Wendepunkt sein, ein Neuanfang. Endlich wird wieder ein prestigeträchtiges Turnier stattfinden, noch vor Beginn der Regenzeit und dem muslimischen Fastenmonat Ramadan. Dafür muss der Platz wiederhergerichtet werden. Das bedeutet viel Arbeit und immense Kosten, aber viele Bewohner wollen das Projekt mit ihren Spenden auf jeden Fall möglich machen. Das Team der Gastgeber jedenfalls ist auch sportlich hochmotiviert, zur Steigerung der Fitness gibt es sogar Trainingseinheiten auf einer nahegelegenen Sandbank – zusammen mit ihren enthusiastischen Fans werden sie nichts unversucht lassen, um beim ersten Heimturnier seit Jahren als Sieger vom Platz zu gehen...
(1): Die japanische Kunst des Frittierens: Tempura Ab nach Kyoto an die japanische Küste. In dieser Folge geht es um Sake, ein Restaurant mitten im Geisha-Viertel und einen lokalen Klassiker: Tempura. Der Journalist Raphaël Lizambard ist in der Küche eines der grössten Tempura-Spezialisten zu Gast, Koji Yamamoto. Der Geograf und Ernährungswissenschaftler Pierre Raffard erläutert den portugiesischen Ursprung von Tempura, erklärt die kulturelle Bedeutung von Sake in Japan und beleuchtet die japanische Servierkultur und -geschichte. (2): Ein Biss'chen Heimat: Reina, eine Japanerin in Spanien Die Japanerin Reina lebt seit über zehn Jahren in Barcelona. Für ihre Gäste bereitet sie ein Konzentrat japanischer Küche zu: Reis, Misosuppe und Fisch. Zwischen den beiden Ländern unterscheiden sich die Essgewohnheiten deutlich: Für Reina steht Spanien für Wein und Tapas, während die Gerichte in Japan stärker strukturiert sind – ein Unterschied, an den sie sich in der neuen Heimat inzwischen gewöhnt hat. (3): Ran an die Töpfe! Appetit bekommen? Hier gibt es ein einfaches Tempura-Rezept, das sich leicht zubereiten lässt. Also: Ran an die Töpfe! ------------------- Rezept für Tempura Zutaten für 4 Personen: 12 Garnelen 1 Eigelb 200 ml kaltes Wasser 150 g Mehl Type 550 2 Liter neutrales Frittieröl (zum Beispiel Sonnenblumenöl) 5 g Salz Zubereitung: – Ei trennen und nur das Eigelb verwenden. – Eigelb in 200 ml sehr kaltes Wasser geben. – Kräftig aufschlagen, bis die Mischung schaumig wird. – Mehl sieben und in einer Schüssel mit der Eigelb-Mischung verrühren, Salz zugeben. – Öl in der Fritteuse – oder ersatzweise in einem Topf – auf 170 bis 180 Grad Celsius erhitzen. – Garnelen schälen, Schwänze dran lassen. – Garnelen im Tempurateig wenden und ins heisse Öl tauchen. – Nach und nach werden die Bläschen weniger. Wenn keine mehr aufsteigen, sind die Garnelen fertig frittiert. – Heiss servieren.
Themen: Maya Angelous Rückflugticket nach Ghana / Kanada: Unterwegs mit dem Eiskanu / Österreich: Elkes Rindfleisch mit Kartoffeln / Paris: Eine geheimnisvolle russische Prinzessin
(1): Maya Angelous Rückflugticket nach Ghana Anfang der 1960er Jahre verbrachte Maya Angelou zwei Jahre in Ghana – ein Aufenthalt, der sie zutiefst erschütterte. Zuvor hatte die 1928 im US-Bundesstaat Missouri geborene und in Arkansas aufgewachsene afroamerikanische Schriftstellerin und Bürgerrechtlerin bereits als Tänzerin, Calypso-Sängerin und Schauspielerin gearbeitet. In 'Ich kenne einen Ort weit weg von hier', einem Band ihrer Autobiografie, erzählt Maya Angelou von der Identitätssuche afroamerikanischer Menschen ihrer Generation: hin- und hergerissen zwischen den von Rassentrennung geprägten USA und einem afrikanischen Kontinent, den sie nie kennengelernt haben. (2): Kanada: Unterwegs mit dem Eiskanu Im Winter gefriert das Wasser des Sankt-Lorenz-Stroms zu riesigen Eisflächen. Die Menschen in Québec haben gelernt, diese Herausforderung der Natur zu meistern – mit zerbrechlichen Eiskanus. Schon die indigenen Huronen nutzten diese Kanus für ihre Überfahrten. Die Europäer schauten es sich ihnen ab und machten aus den Kanus das 'kanadische Automobil'. Im 19. Jahrhundert wurden die Kanufahrer, die für die Kolonialisierung der Region unerlässlich waren, nach und nach durch Dampfschiffe abgelöst. Dennoch gilt das Eiskanu in Québec bis heute als identitätsstiftendes Erbe. (3): Österreich: Elkes Rindfleisch mit Kartoffeln In Salzburg brät Elke Rinderschnitzel an und bereitet Gemüse zu, das sie anschliessend mit dem Fleischsaft püriert. Serviert wird das Ganze mit Kartoffelknödeln und einem Klecks Preiselbeermarmelade für die süsse Note. (4): Paris: Eine geheimnisvolle russische Prinzessin Inmitten der geschäftigen Strassen und breiten Alleen von Paris wirkt der Friedhof Père-Lachaise wie eine geheimnisvolle, geräuschlose Stadt in der Stadt. Seit über 200 Jahren werden um die berühmten Verstorbenen immer wieder neue Legenden gesponnen. Eine davon ging um die Welt: Die Legende einer reichen Erbin, die in der Zeitung eine kuriose Anzeige aufgab ...
Themen: Anatolien: Roman eines griechisch-türkischen Traumas / Die 'Neue Stadt' als Planungskonzept für das Pariser Umland / Madrid: Gabrielas Fleischklösschen / Ägypten: Von Katzen und Kriegen
(1): Anatolien: Roman eines griechisch-türkischen Traumas Mit dem Körper in Griechenland und dem Geist in Anatolien, dazwischen die Ägäis. Die griechische Autorin Dido Sotiriou wurde 1909 in Anatolien geboren und als Kind aus der Türkei zu Verwandten nach Athen geschickt. Fast zwei Millionen Griechinnen und Griechen lebten damals in der Türkei. Während des Griechisch-Türkischen Kriegs 1922 wurden die meisten vertrieben. Dido Sotiriou verarbeitete das Trauma literarisch. Ihr 1962 veröffentlichter Roman 'Grüss mir die Erde, die uns beide geboren hat' erzählt von der Verbundenheit beider Völker, die an der 'grossen Katastrophe von 1922' zerbrach. (2): Die 'Neue Stadt' als Planungskonzept für das Pariser Umland Man sagt, der damalige französische Staatspräsident Charles de Gaulle habe Anfang der 1960er Jahre bei einem Überflug des Pariser Umlands die anarchische Stadtentwicklung beklagt und wütend gefordert: 'Bringt mir Ordnung in diesen Mist!'. Und so wurde auf Befehl des Generals die Vorstadt Saint-Quentin-en-Yvelines aus dem Boden gestampft, gefolgt von vier weiteren Planstädten. Diese ehrgeizige urbane Utopie war seinerzeit Symbol für den staatlichen Gestaltungswillen. (3): Madrid: Gabrielas Fleischklösschen In Madrid bereitet Gabriela spanische Fleischklösschen zu, in die sie ihre mexikanische Kochkultur einfliessen lässt. Sie verknetet das Fleisch mit eingeweichtem Brot, Eiern, Knoblauch, Zwiebeln und Pfefferminze und formt Klösschen daraus. Diese werden in einer Tomatensosse mit Gemüse (Möhren, Zucchini) und Bouillon gargekocht und – aus Rücksicht auf den spanischen Gaumen moderat – mit Chili abgeschmeckt. Eine Hommage an die spanisch-mexikanische Küche. (4): Ägypten: Von Katzen und Kriegen Ägypten ist berühmt für seine Moscheen und Pyramiden, die Sphinx – und für seine Katzen. Der Philae-Tempel in der Nähe des Assuan-Staudamms beherbergt Hunderte der Tiere. Im alten Ägypten nannte man Katzen 'Miu' und verehrte sie als Beschützer von Heim und Herd. Doch ihr Katzenkult wurde den Ägyptern zum Verhängnis ...
Aller Anfang ist nackt. Dieser Urzustand ist für manche Lebensmotto. Mit ihrer Kleidung legen Anhänger der Freikörperkultur auch gesellschaftliche Konventionen ab. Es geht um Freiheit. Ein Kampf, der Ausdauer erfordert. Der Anblick nackter Körper kann verstören. Nacktheit enthüllt die Kultur, die Traditionen und das religiöse Erbe eines Landes. Schon Frankreich und Deutschland unterscheiden sich voneinander, wenn es um den Grad der akzeptierten Nacktheit geht. Zugleich ist Frankreich heute das wichtigste FKK-Reiseziel weltweit. Das war einmal anders: Zu DDR-Zeiten füllte sich die Ostseeküste mit nacktbadenden Massen. Freikörperkultur wurde über die Zeit zum Aushängeschild des ostdeutschen Staates. Doch FKK ist keine Erfindung der DDR. Im 19. Jahrhundert streben Lebensreformer ein Leben im Einklang und in Verbindung mit der Natur an. Im Sinne der körperlichen Gesundung gründen die Brüder Durville auf einer Insel im französischen Mittelmeer Heliopolis, eine Siedlung für nackte Sonnenanbeter. Später finden dort Nacktpartys statt. Darf Naturismus sexuell sein? Was ist der wahre Naturismus? Diese Glaubensfrage erhitzt bis heute die Gemüter. FKK-Vereine wollen alles andere als erotisch sein. Unübersehbar jedoch ist die Nähe zur Nacktgymnastik. Schon immer stand auf FKK-Arealen Sport im Zentrum. Was ist heute übrig vom steten Streben nach der Gesundung des Körpers? Welchen Einfluss nahm die FKK-Bewegung auf Körperideale? Inwiefern wurde sie zeitweise für politische Zwecke missbraucht? Und wie mischt der 'Body Positivity'-Trend die Nacktkultur heute auf?
Wenn ein Mensch die Kontrolle über seinen eigenen Körper hat und sich entscheidet, ihn nackt zu zeigen, reagiert die Umgebung. Immer. Denn seit der Antike bis heute ist Kleidung die Normalität und Nacktheit das Gegenteil. Mit der ungeschützten, intimen Darstellung des Körpers werden historisch die Mauern der Macht durchbrochen oder zementiert – eine Wahrheit unverhüllt enthüllt. Nacktheit kann eine Intervention gegen Unfreiheit, ein Symbol des Protests sein – oder ein Akt der Unterdrückung. Bis heute erregt die ukrainische Frauenbewegung Femen international Aufsehen, deren Aktivistinnen ihre Oberkörper zuerst nackt auf zentralen Plätzen wie dem Majdan in Kiew gegen Sexismus und Unterdrückung zeigten. Risiken reichen von der gesellschaftlichen Ächtung bis hin zu physischer Gewalt. Dennoch nehmen die Frauen diese Gefahr auf sich, um mit ihren Körpern auf Missstände aufmerksam zu machen und für ihre Überzeugungen einzutreten. Doch wer hat überhaupt die Freiheit, sich zu entscheiden, den eigenen Körper nackt zu zeigen – und wer nicht? Welchen Kriterien sind die Körper unterworfen? Wer wird nackt gesehen, gezeigt – und warum? Die Geschichte der Nacktheit kann eine Geschichte der Mutigen und Unerschrockenen sein, die bereit sind, ihre eigene Verletzlichkeit zum Ausdruck zu bringen, um eine grössere Botschaft zu vermitteln. Der Körper wird zum Symbol der Freiheit und des Widerstands gegen diejenigen, die versuchen, die Freiheit einzuschränken. Gleichzeitig ist die Geschichte der Nacktheit geprägt von Stigmatisierung, Zwang, Rassismus und Kolonialismus.
Dort, wo wir aufwachsen oder irgendwann Fuss fassen, ist unsere Heimat. Sie wird nicht zuletzt von der Natur um uns herum geprägt: Wetter, Landschaft, Tiere und Pflanzen. Unsere Umwelt ist belebt und verändert sich fortlaufend. Zu dieser stetigen Veränderung der Natur tragen auch wir Menschen bei, indem wir unsere Heimat zunehmend gestalten, vernichten, schützen und prägen. Können die heimischen Tiere und Pflanzen da dauerhaft mithalten? Rund die Hälfte der Landesfläche Deutschlands wird landwirtschaftlich genutzt. Zwei Drittel davon als Acker – viel Platz für Tiere und Pflanzen, die diese besonderen Bedingungen aushalten oder brauchen. So wie im Wald, der neben der Holzproduktion viel Platz für biologische Vielfalt bietet, kann auch ein naturnah bewirtschaftetes Getreidefeld eine breite Palette an Arten beherbergen. Aber die grosse Mehrheit der Ackerflächen unserer Heimat taugt für viele Tiere und Pflanzen nicht mehr als Lebensraum. Die Landwirtschaft ist zur Industrie geworden und auf Produktivität geeicht, trotz aller Kollateralschäden. Die Zeche werden künftige Generationen bezahlen. In keinem anderen Lebensraum fällt die Bilanz am Ende der UN-Dekade Biologische Vielfalt derart katastrophal aus wie in der Feldflur. Die Dokumentation entlässt den Zuschauer mit bezaubernden und überraschenden Ansichten von der eigenen Umwelt und mit der Erkenntnis, dass es nicht zu spät ist, um unsere Natur zu bewahren und wiederherzustellen. Es liegt an uns, dies zu erkennen und die Natur unserer Heimat zu schützen.
Bei der Metzger-WM in Paris zerlegen die Mannschaften vor den Augen der Jury innerhalb von dreieinhalb Stunden ein halbes Rind, ein Lamm, ein halbes Schwein und vier Hühner. Etwa 340 thekenfertige Produkte werden dann auf einem riesigen Tisch präsentiert und bewertet. 'Es ist mir eine Ehre, dass ich unseren Beruf, unser Land und unser Know-how repräsentieren darf', sagt der Franzose Godefroy Piaton. Er und seine Kollegen wollen den Titel unbedingt nach Frankreich holen und haben dafür eigens einen Ernährungs- und Fitness-Coach engagiert. Ihr stärkster Gegner ist der amtierende Weltmeister: die deutsche Mannschaft. Das Team, das sich 'Wolfpack' nennt, wird von Dirk Freyberger angeführt: 'Zwei Jahre lang haben wir in unserer Freizeit auf eigene Kosten trainiert und sind bereit, den Titel zu verteidigen'. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer wollen mit dieser Veranstaltung auch das Image des Metzgerberufes verbessern. Denn ihre Zunft leidet besonders unter dem Fachkräftemangel. Dies, sowie Skandale um Billigfleisch und veränderte Ernährungsgewohnheiten sind Ursachen dafür, dass sich die Zahl der Metzgereien in Deutschland in den vergangenen 23 Jahren fast halbiert hat. Gegen diesen Trend haben zwei Brüder aus dem Oberbergischen Land in Köln einen Metzgerbetrieb neu eröffnet und vor kurzem sogar eine zweite Filiale aufgemacht. Ihr Erfolgsrezept: 'Wir setzen ganz auf naturnahe Fleischproduktion von heimischen Rindern', sagt Sebastian Friedrichs.
(1): Lammeintopf aus Irland: Irish Stew In der irischen Provinz, mitten auf der 'grünen Insel', besucht der Journalist Arnaud Théry eine Schafzucht. Nach diesem erholsamen Zwischenstopp geht es weiter ins lebendige Dublin und in die Küche von Dave Power, der ihm ein Irish Stew zubereitet. Der Geograf und Ernährungswissenschaftler Pierre Raffard erklärt die Kolonialgeschichte des Schafs in Irland, spricht über die Grosse Hungersnot, die zahllose Opfer forderte, und erinnert schliesslich an die Zeit des irischen Unabhängigkeitskampfs. (2): Ein Biss'chen Heimat: Mark, ein Ire in Paris In den Strassen seiner Wahlheimat Paris fühlt sich der aus Irland stammende Mark fast heimisch, denn Irish Pubs sind überall zu finden. Für seine Gäste bereitet er ein Irish Soda Bread mit Guinness zu, der 'Muttermilch' der Iren. Als er jünger war, fand Mark einige französische Gerichte sehr gewöhnungsbedürftig, zum Beispiel Schnecken. In seiner Kindheit hatte seine Mutter bei Rückreisen in die Heimat immer einige Dosentomaten im Gepäck, weil diese in Irland kaum zu bekommen waren, inzwischen gehören solche Versorgungsengpässe der Vergangenheit an. (3): Ran an die Töpfe! Appetit bekommen? Hier gibt es ein einfaches Irish-Stew-Rezept, das sich leicht zubereiten lässt. Also: Ran an die Töpfe! ---------------------- Rezept für Irish Stew Zutaten für 4 Personen: 1,5 kg gewürfelte Lammschulter (Knochen aufbewahren) 4 Zwiebeln 4 Möhren 1 Lauchstange 1 Bund Kräuter 200 g Perlgerste 1 kg Kartoffeln Zubereitung: – Knochen bei 200 °C im Ofen garen, bis sie gleichmässig braun sind. – Zwiebeln grob schneiden, Möhren und Lauch in Stücke schneiden. – Einen dunklen Fond ansetzen und dafür Wasser, den Bund Kräuter, Gemüseschalen und Knochen in einen Topf geben. – Aufkochen und dann 2 Stunden bei niedriger Hitze köcheln lassen. – Das Fleisch in einem zweiten Topf mit etwas Öl bei mittlerer Hitze circa 10 Minuten anbraten. – Lamm herausnehmen, Gemüse in den Topf geben und 5 Minuten anschwitzen. – Perlgerste und Fleisch zugeben, mit dem abgeseihten Fond aufgiessen und die Kartoffeln hinzufügen. – Aufkochen, Hitze reduzieren und zweieinhalb Stunden sanft köcheln lassen.
Themen: Texas: Georgia O'Keeffes künstlerische Momentaufnahme / Korea: Wenn dieses Land ein Mondkrug wäre / Kolumbien: Shirleys gefüllte Maisfladen / Toulon: Der grosse Tauchgang
(1): Texas: Georgia O'Keeffes künstlerische Momentaufnahme Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entdeckte Georgia O'Keeffe die unendlichen Weiten der texanischen Prärie. Die damals 29-jährige Malerin verliebte sich sofort in diesen Ozean aus Licht und Farben, der ihr eine schier unendliche Quelle der Inspiration bot. Georgia O'Keeffe durchstreifte die texanische Weite auf der Suche nach hitzeflirrender, unberührter Natur. Als die USA 1917 in den Ersten Weltkrieg eintraten und ihr Bruder einberufen wurde, traf dies die Malerin so sehr, dass sie Texas verliess und nie wieder dorthin zurückkehrte. (2): Korea: Wenn dieses Land ein Mondkrug wäre Der Mondkrug, ein schlicht geformter heller Tontopf, leuchtet in überirdischer Schönheit. Als koreanischer Alltagsgegenstand ist er zum Sinnbild einer Kultur geworden, die sich zwischen den Grossmächten China und Japan behaupten muss. Der echte koreanische Mondkrug ging aus dem chinesischen Konfuzianismus hervor, wo Tugend und Zurückhaltung besonders wertgeschätzt werden, und entstand im 17. Jahrhundert in einer Zeit wirtschaftlicher Blüte. Das 20. Jahrhundert dagegen war für Korea gleichbedeutend mit Krieg und Zerstörung. Der Mondkrug entwickelte sich in dieser Zeit zum Symbol des koreanischen Durchhaltevermögens. (3): Kolumbien: Shirleys gefüllte Maisfladen In Turbaco bereitet Shirley eine kolumbianische Spezialität zu: Arepas. Dafür kauft sie fertige Maispaste und formt daraus Fladen, die sie kurz frittiert und anschliessend mit Rinderhack und einem Ei füllt. Danach geht es wieder in die Fritteuse, wobei Shirley darauf achten muss, dass das Ei nicht aus dem Fladen ausläuft. (4): Toulon: Der grosse Tauchgang Die Tiefen der Ozeane waren für die Menschen schon immer unzugänglich. Der Schweizer Wissenschaftler Auguste Piccard wollte das ändern. Er erfand in Toulon den Bathyscaph, ein fantastisches Tauchgerät, das dem Druck der Tiefe standhalten kann. Er hatte nur ein Problem: Er war kein Seemann ...
(1): Chamonix: Gabriel Loppé, Maler der Gipfel Jahrhunderte lang nährten die Gipfel der Alpen Ängste und Fantasien. Die Gebirgswelt galt lange Zeit als unzugänglich. In der Mitte des 19. Jahrhunderts beschloss ein Mann, der Welt die geballte Schönheit dieser Landschaft vor Augen zu führen. Der französische Maler Gabriel Loppé ging als der erste Gebirgsmaler in die Kunstgeschichte ein. Selbst ein unermüdlicher Wanderer, stellte der Künstler seine Staffelei auf den Höhen der von ihm erklommenen Berge auf – unvorstellbar für die meisten seiner Zeitgenossen. Lange vor den Impressionisten war Loppé der erste, der den Schnee mit seinen Schattierungen auf der Leinwand zum Leuchten brachte. Hoch droben die Welt zu malen, das war die Obsession dieses Alpenvisionärs. (2): Bologna: Die rote Stadt Bologna ist eine Stadt, deren Farbe zum Wahrzeichen wurde. Mit ihren Dächern aus roten Lehmziegeln, Arkadengängen und jahrhundertealter Terrakotta leuchtet 'La Rossa' von Weitem – glühend und rebellisch. Denn in der Hauptstadt der Region Emilia-Romagna ist Rot nicht nur die Farbe der Fassaden, sondern auch die politische Couleur. Schon seit fast einem Jahrhundert ist diese älteste europäische Universitätsstadt eine Hochburg der italienischen Linken. Hier diskutiert und debattiert man, und soziale Forderungen werden laut erhoben – auf der Strasse wie auf den wunderschönen Plätzen. (3): Bali: Putus frittierter Fisch Auf Bali bereitet Putu die Tilapias nach der Nyat-Nyat-Methode zu: Erst wird der Fisch durch Vorfrittieren knusprig gemacht, dann wird er erneut frittiert, diesmal unter Zugabe von gestossenen Gewürzen und etwas Wasser, um die Aromen einziehen zu lassen. Nach dem zweiten Frittiervorgang gibt Putu Knoblauch, Schalotten und Tamarillen (Baumtomaten) dazu und serviert den Fisch mit rotem und weissem Reis aus lokalem Anbau. (4): Prag: Achtung, nicht hinauslehnen! Die Prager Burg war bis ins 16. Jahrhundert ein Herrschersitz, nicht zuletzt der Könige von Böhmen und zweier Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Doch unter den Fenstern des Alten Königspalastes zu verweilen konnte gefährlich werden, denn wenn sich Machthaber unbeliebt machten, wurden sie kurzerhand aus denselben gestürzt .
In geheimer Mission segelt Kapitän Hornblower mit seiner Mannschaft nach Zentralamerika, um sich mit dem abtrünnigen Don Julian Alvarado gegen Spanien zu verbünden. Kurz nach den Verhandlungen trifft ein spanisches Schiff ein, das sie als Zeichen ihrer neuen Freundschaft für Don Julian erobern wollen. Nachdem sie das Schiff gekapert haben, nehmen sie die spanische Mannschaft fest – und der Rest der Ladung geht an Don Julian. Hornblower weiss zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht, dass England und Spanien mittlerweile Verbündete sind – gegen Frankreich! Hornblower ist gezwungen, seinen Fehler zu revidieren. Zusammen mit den Spaniern liefert er sich ein Gefecht mit Don Julian, bei dem dieser den Kürzeren zieht und mit seinem Schiff untergeht. Dies ist jedoch erst der Anfang, denn der Kampf gegen die Franzosen steht noch bevor. Zu allem Überfluss verliebt Hornblower sich in Lady Barbara, die vor dem grassierenden Gelbfieber auf der Flucht ist. Hornblower nimmt sie anfangs notgedrungen auf seinem Schiff auf, da sie auf schnellstem Wege nach England zurück möchte. Als sie schwer krank wird, pflegt Hornblower sie liebevoll wieder gesund. Auch sie beginnt, Gefühle für ihn zu hegen. Jedoch scheint ihre frische Liebe aussichtslos, da beide bereits vergeben sind. Ein US-amerikanischer Mantel-und-Degen-Film – üppig und romantisch.
Ripetizione
W
Cast
Gregory Peck, Virginia Mayo, Robert Beatty, James Robertson Justice, Moultrie Kelsall, Terence Morgan, Christopher Lee
Regia
Raoul Walsh
Sceneggiatura
Ivan Goff, Ben Roberts, Æneas MacKenzie
Scheda
Der Film basiert auf C.S. Foresters berühmter Buchreihe und wurde von der Hollywoodlegende Raoul Walsh verfilmt. Für die Titelrolle konnte Gregory Peck verpflichtet werden, der nach bereits vier Nominierungen 1963 endlich mit dem Oscar für seine Hauptrolle in 'Wer die Nachtigall stört' ausgezeichnet wurde, sowie als Lady Barbara die Hollywoodschönheit Virginia Mayo, die 1946 mit dem Film 'Die besten Jahre unseres Lebens' (sieben Oscars) ihren wohl grössten Erfolg verbuchte.
Critica
Üppig aufgemachter romantischer Kolossalfilm (Lex. des Internat. Films).
An der oberen Adria liegt die Hafenstadt Triest. Eines ihrer Wahrzeichen ist das auf einer Felsklippe erbaute Schloss Miramare. Das gleichnamige Meeresschutzgebiet ist das erste Italiens und bietet Lebensraum für eine Vielzahl von Fischen und faszinierenden Meereslebewesen. Am Triester Hausstrand 'Topolini' trainiert ein Team der italienischen Schule für Wasserrettungshunde. Die Fellhelden springen wagemutig in die stürmischste See und haben schon über 100 Menschen vor dem Ertrinken gerettet. Südwestlich der Stadt beginnt die Lagunenlandschaft der oberen Adria: Meer und Flüsse, Inseln und Salzwiesen haben ein faszinierendes Mosaik der Natur geschaffen. Hierher ist die Studentin Anna Sarzetto gezogen, um die verlassene Insel Falconera vor dem Verschwinden durch Erosion zu retten. Ein Kampf gegen die Naturgewalten. Auch Venedig, 'la Serenissima', die Königin der Adria, ist in Gefahr. Hochwasser, Massentourismus und viel zu viele Motorboote setzen der Stadt zu. Dem wollte der Biobauer Federico Mantovan etwas entgegensetzen und gründete einen Lieferservice per Ruderboot. Nicht weit entfernt liegt Chioggia. Das malerische Städtchen wird auch 'Venedigs kleine Schwester' genannt. Hier suchen junge Forscherinnen und Forscher nach Möglichkeiten, bedrohte Haiarten unter Schutz zu stellen. Weiter südlich beginnt das weite Po-Delta, ein Paradies für Flamingos. In den Lagunen von Comacchio, einem der grössten Feuchtgebiete Italiens, leben viele der exotischen Neuankömmlinge in Harmonie mit den über 370 Vogelarten dieses beeindruckenden Naturschutzgebietes.
Einer der ungewöhnlichsten kroatischen Archipele ist der aus 14 Inseln bestehende Brijuni-Archipel. Auf der Insel Veliki Brijun empfing der ehemalige jugoslawische Staatschef Josip Broz Tito berühmte Gäste, die ihm oft aussergewöhnliche Geschenke mitbrachten: exotische Tiere. Ihre Nachfahren leben heute in einem grosszügig angelegten Safaripark, dessen Star die über 50-jährige Elefantendame Lanka ist. Zahlreiche Grosse Tümmler leben in der Adria, 200 allein rund um die Nachbarinseln Losinj und Cres. Seit 1995 erforschen Forscherinnen und Forscher des Blue World Institute diese Population. In dem kleinen Ort Betina auf der Insel Murter werden seit 270 Jahren Holzschiffe gebaut. 'Baba Tone' ist ein zwei Tonnen schweres historisches Holzboot mit über fünf Meter langen und 20 Kilogramm schweren Rudern. Früher ruderten die Frauen damit zu ihren Gärten auf den Nachbarinseln. Heute nehmen Diana Filipi und ihre Teamkolleginnen damit an historischen Ruderregatten teil und erinnern so an die Rolle der Frauen auf dem Meer und in den Booten: eine Leistung, die nie ausreichend gewürdigt und anerkannt wurde.
Im nordostindischen Assam ist der Kaziranga-Nationalpark, der zum Weltnaturerbe der Unesco gehört, ein wichtiges Rückzugsgebiet selten gewordener Arten. Hierzu zählen Königstiger, Asiatische Elefanten und die weltweit grösste Population wilder Wasserbüffel. Inzwischen rücken die Siedlungen der Menschen immer näher an Kaziranga heran. Im Süden begrenzt eine stark befahrene Nationalstrasse die Wälder und Sumpfgebiete, dahinter befinden sich Dörfer, Reisfelder und riesige Teeplantagen. Weil die Wanderrouten von Elefantenherden abgeschnitten werden, fallen immer häufiger hungrige Elefanten in die Reisfelder ein, zertrampeln die Ernte und greifen Dörfer an. Gleichzeitig gefährden Wilderer den Bestand des Indischen Panzernashorns, dessen Horn in der traditionellen chinesischen Medizin begehrt ist. Aber es gibt auch Bewohner, die die Wildtiere in Kaziranga schützen. Raju Kutum hat gelernt, mit der steten Bedrohung durch Elefanten zurechtzukommen, die nachts an seinem Dorf vorbeiziehen. Heute kümmert er sich in einer Rettungsstation für Wildtiere um verwaiste Elefantenjunge und wirbt um Verständnis bei der Dorfbevölkerung. Die Nordgrenze des Kaziranga-Nationalparks bildet der Brahmaputra. Auf einer Sandinsel mitten im Fluss leben seit Generationen Viehfarmer. Die Kühe ihrer Herden werden regelmässig von wilden Wasserbüffeln gedeckt, die aus dem umgebenden Park auf die Insel schwimmen. Die so gezeugten weiblichen Nachkommen geben besonders wertvolle Milch. Doch Tiger bedrohen die Existenzgrundlage der Farmer. Sie schwimmen immer wieder durch den Fluss und reissen die Nutztiere.
Vor der Küste Borneos liegt eines der artenreichsten Riffgebiete der Welt – der Meerespark Tun Sakaran. Geschaffen hat diese einzigartigen, magischen Unterwasserlandschaften, die zur Heimat Hunderter Korallen- und Fischarten wurden, einst ein Vulkanausbruch. Doch seit Tun Sakaran zum Naturschutzgebiet erklärt wurde, um seine seltenen Meerestiere zu schützen, müssen sich die Menschen, die hier ebenfalls vom Meer leben, neue Einkommensmöglichkeiten suchen. Für die Familien der Sama Dilaut, die in einfachen Pfahlbauten auf dem Wasser leben, ist die Zukunft damit ungewiss geworden, denn in einigen Riffen ist das Fischen inzwischen vollständig verboten. Für viele Bewohner des Parks ist es schwierig, ihr Leben an die Schutzmassnahmen anzupassen. Doch nur unter diesem Schutz werden die Fische hier eines Tages wieder ihre volle Grösse erreichen und die Bestände sich in die legalen Fischereizonen im Meer ausdehnen. Die ungeheure Artenvielfalt wird erhalten bleiben und den Menschen eine sichere Zukunft eröffnen. Andere haben ihren Weg schon gefunden, im Naturschutzgebiet zu überleben und gleichzeitig die Vielfalt des Meeres zu schützen. Direkt über den Riffen haben einige Familien Algenfarmen aufgebaut. Auf zahlreichen grünen Inseln dürfen Farmer siedeln, solange sie den Wald nicht weiter roden. Daneben verfügen die Inselgehölze über ganz eigene Schutzmechanismen: Immer wieder erscheinen den Farmern Waldgeister, die sie ermahnen, die Natur zu bewahren. Und die Wünsche der Geister respektiert man besser.
Regia
Ruth Berry
Scheda
Nach umfangreichen Recherchen in Malaysia, Japan, Indien, Thailand und China wurden in rund 150 Tagen in ungewöhnlichen und oftmals schwer zugänglichen Gebieten aufwendige Dreharbeiten durchgeführt. Daraus entstanden fünf Filme, die den Zuschauer vor dem Hintergrund spektakulärer Naturaufnahmen mit auf eine beeindruckende Reise zu bemerkenswerten Menschen und exotischen Tieren nehmen, die sich ihren Lebensraum auf dem asiatischen Kontinent in atemberaubenden Nationalparks teilen.
Luis Mata ist erst vor wenigen Wochen in Madrid angekommen. In seiner Heimat Venezuela wurde der 24-Jährige politisch verfolgt, verhaftet und misshandelt. Insgesamt sass er ein Jahr in einigen der berüchtigten Haftanstalten Venezuelas. Schliesslich floh er – über Brasilien nach Spanien. Jetzt beginnt für ihn ein neues Leben im Exil. Luis hat PR und Jura studiert, doch in Madrid muss er bei null anfangen. Er lebt zunächst in einem vom Roten Kreuz bezahlten Hotel am Stadtrand, bekommt 56 Euro im Monat staatliche Unterstützung. Allein das Ticket für die U-Bahn kostet schon 36 Euro. Luis sucht dringend Arbeit und eine eigene Wohnung. Unterstützung erhofft er sich von seiner Mutter, die schon vor Jahren nach Spanien geflohen ist. Doch auch sie lebt von wenig. Gleichzeitig hat Luis eine Mission: Er will weiter für die Demokratie in Venezuela kämpfen. Er schliesst sich einer Exil-NGO an, trifft andere Venezolaner in Bars und auf Märkten. Über Videoanrufe bleibt er mit Freunden in der Heimat verbunden. Auch Yasmina Hera lebt erst seit einem Jahr in Madrid. Die 52-jährige ehemalige Journalistin kam mit ihrem Mann und zwei erwachsenen Söhnen. Heute arbeitet sie in einem Lager, befristet und schlecht bezahlt. Immerhin: Gerade hat sie für ihre Familie eine neue, bezahlbare Wohnung gefunden. In Spanien leben rund 400.000 Venezolaner im Exil, allein 200.000 von ihnen in Madrid. Sie alle stehen vor derselben Herausforderung: ein neues Leben beginnen – und gleichzeitig die Hoffnung auf eine Rückkehr nicht ganz aufgeben.
Monaco, Manhattan, das Berlin der Alpen – viele Vergleiche hat Bad Gastein schon erfahren. Doch treffender ist ein anderer: 'Die Diva der Alpen'. Seit Generationen zieht der Kurort prominente Besucherinnen und Besucher an. Sie kommen zur Erholung, lassen sich von der Berglandschaft inspirieren und nutzen den mondänen Rahmen für grosse Auftritte. Kaiser Wilhelm I. und Kaiserin Elisabeth urlaubten hier, ebenso wie Sigmund Freud und Thomas Mann. Mit dem 20. Jahrhundert kamen Krieg, Enteignung, Verlust. Auch diese Zeit hinterliess Spuren. Doch Bad Gastein blieb nie lange im Stillstand. Auf jede Erschütterung folgte ein neuer Anfang. In den 1960er Jahren reiste der Schah von Persien mit Entourage an, Billy Wilder suchte im Rauschen des Wassers Inspiration. Später entstanden futuristische Gebäude wie das Kongresszentrum oder die Felsentherme und durchbrachen die mondäne Kulisse der Belle Époque. Sie boten Raum für grosse Shows: Mit Liza Minnelli, Charles Aznavour und Ray Charles brachen die Galajahre Bad Gasteins an. Ende der 1980er Jahre geriet Bad Gastein durch Fehlspekulationen in eine wirtschaftliche Krise. Der Ort verfiel zusehends, wurde aber zum Geheimtipp für jene, die zwischen Ruinen und Verfall seine Zukunft neu erfanden. Damit begann eine Phase, die bis heute anhält. Nun prägen moderne und urbane Strömungen den Ort, der weiterhin prominente Schauspieler wie Hugh Grant oder Philipp Hochmair anzieht. Die vielen Namen von Bad Gastein erzählen von unterschiedlichen Epochen, die den Ort geprägt haben. So entstand jene dramatische Kulisse am Hang, durch die der Wasserfall seit Jahrhunderten unbeirrt rauscht.