Lee Miller, Margaret Bourke-White und Martha Gellhorn begleiten die alliierten Truppen an unterschiedlichen Fronten des Zweiten Weltkriegs auf ihrem Weg nach Deutschland. Ihre Reportagen und Fotos sind eine Pionierleistung. Wohl niemals zuvor waren Frauen als Kriegsreporterinnen akkreditiert. Der Krieg als 'Vater aller Dinge' war stets Männersache. Ihre Fotografien für 'Life' und 'Vogue' sowie die Reportagen in 'Collier's Weekly' zeigen nun eine völlig neue Haltung zu Leiden und Sterben an der Front. Margaret Bourke-White ist Fotografin des noch jungen 'Life'-Magazins: eine erfolgreiche Exzentrikerin, über deren Privatleben in der New Yorker Klatschpresse berichtet wird. Lee Miller gehört in ihren Zwanzigern zum Zirkel der Pariser Surrealisten um Man Ray und Picasso. Martha Gellhorn ist Autorin, gern gesehener Gast im Weissen Haus und Ehefrau von Ernest Hemingway. Der Film erzählt ausschliesslich aus der Perspektive der Protagonistinnen, benutzt nur ihre Fotos, Reportagen, Briefe und Tagebücher sowie seltenes, grösstenteils ungesehenes Filmmaterial alliierter Kameraleute. Mit aller Macht zieht es die drei nach Europa. Sie erliegen zunächst der Faszination des Krieges und zahlen dafür einen hohen Preis. Die drei Frauen sehen Opfer und keine Helden, werden Zeuginnen der Befreiung von Buchenwald und Dachau und blicken in die Abgründe menschlicher Grausamkeit. 'Drei Frauen – Ein Krieg' schaut zurück auf die Schlachtfelder Europas Mitte des 20. Jahrhunderts und erinnert doch permanent auf schmerzlich-unheimliche Art an die Kriege unserer Zeit.
Cast
Margaret Bourke-White, Martha Gellhorn, Lee Miller
Am 26. September 1997 erschütterte ein verheerendes Erdbeben die italienische Region Umbrien. Es forderte nicht nur zahlreiche Todesopfer, sondern zerstörte auch einen der grössten Schätze mittelalterlicher Kunst: Die Fresken der Basilika von Assisi zerbrachen in über 300.000 Fragmente. Kurz darauf begann die grösste und vielleicht anspruchsvollste Gemälde-Restaurierung der Geschichte. Die Dokumentation schildert die detektivische Arbeit der Restauratoren – unterstützt von einer Auswahl renommierter Experten, die an der Restaurierung beteiligt waren. Parallel dazu erzählt die Dokumentation vom historischen und spirituellen Hintergrund des Heiligen Franziskus, dessen Botschaft, auf materiellen Reichtum zu verzichten und im Einklang mit der Natur zu leben, auch heute noch hochaktuell ist. Franziskus war im Mittelalter dermassen populär, dass er bereits zwei Jahre nach seinem Tod heiliggesprochen wurde. Die besten italienischen Maler, darunter Cimabue und Giotto, wurden beauftragt, seine Grabeskirche mit Fresken zu schmücken. Diese zählen heute zu den grössten und bedeutendsten Fresken des Mittelalters. Durch die Verbindung von Realismus und Spiritualität entstand ein neuer Malstil und eine neue Weltsicht. Es dauerte fast 30 Jahre, bis es den Restauratoren der Basilika von Assisi gelang, die meisten Teile zusammenzufügen und die Fresken in ihrer vollen Pracht für zukünftige Generationen zu erhalten. Die einzigartige Rekonstruktion, die Geschichte der Künstler und vor allem die von Franziskus selbst ermöglichen einen beispiellosen Einblick in die Realität und Spiritualität des Mittelalters.
Fotos können das Weltbild beeinflussen und jedes Foto hat eine Entstehungsgeschichte. Das Magazin ordnet Bilder ein und liefert faszinierende Aufschlüsse, die über den ersten Blick hinausgehen.
Ein Drittel unseres Lebens verschlafen wir: Er hat den Schlaf erforscht David Le Breton veröffentlicht Dormir. Une anthropologie (Schlafen. Eine Anthropologie, Métailié). Das für den Prix Psychologies de l'Essai 2026 nominierte Werk beleuchtet den Schlaf aus soziologischer Perspektive. Im Durchschnitt schlafen wir acht Stunden pro Tag – ein Drittel unseres Lebens. Dieses physiologische Bedürfnis wird von Epochen und Kulturen geprägt. Heute ist es durch den Stress des modernen Lebens und die Nutzung von Smartphones bedroht. Gewalt am 17. Oktober: Sind die sozialen Netzwerke schuld – zwangsläufig? Die Demonstrationen und Ausschreitungen vom 17. Oktober wurden in den sozialen Netzwerken ausführlich verbreitet. Die Zeitung La Croix hinterfragt den Zusammenhang zwischen einer 'übermässigen Konfrontation mit gewalttätigen Inhalten' und dem Übergang zur Tat. Raphaël Glucksmann spricht von 'Nacheiferung', Gabriel Attal wiederum verweist auf 'Nachahmungseffekte' und schlägt sogar eine 'gezielte vorübergehende Sperrung' der sozialen Netzwerke vor, während andere Politiker ein zeitweiliges Verbot fordern. Gewaltbilder sind jedoch keineswegs den sozialen Netzwerken vorbehalten: Nachrichtensender zeigten bereits seit Samstagnachmittag in Dauerschleife Bilder von Ausschreitungen. Ausserdem: Marjorie Adelson erklärt, wie die Art Basel funktioniert und organisiert ist. Die weltweit grösste Messe für zeitgenössische Kunst öffnet am 22. Oktober in Paris ihre Tore. Théophile Cossa nimmt uns mit in das Département Alpes-Maritimes, wo erstmals in Frankreich ein wildlebendes Stachelschwein gesichtet wurde – das grösste Nagetier Europas.
Die Folge von 'Haunted Places' führt zu schottischen Orten, an denen sich Geschichte, Legenden und Spukgeschichten bis heute überlagern. Sie stellt Bram Stokers Inspirationsorte für den Roman 'Dracula' an Schottlands Nordostküste vor. Ausserdem geht sie den Spukgeschichten rund um das Kilmarnock Arms Hotel und das berüchtigte Fyvie Castle nach. Traquair House, das als das älteste bewohnte Haus Schottlands gilt, und das verschlossene 'Bear Gate' erzählen von jahrhundertealter Treue, während das Schlachtfeld von Culloden den schicksalhaften Untergang der Jakobiten vergegenwärtigt. Am Ufer von Loch Ness begegnet die Dokumentation einem selbst ernannten 'Nessie-Jäger' und erfährt, was ihn auf seiner jahrzehntelangen Mission antreibt. 'Schottlands Geister und Highlands' entführt in eine Welt, in der Geschichte lebendig bleibt und Mythen zum Alltag gehören.
Im August ist es endlich wieder so weit, die kleine Stadt Sète bereitet sich auf das Fest Saint Louis vor. Die Stadt ist in Aufruhr, denn sie feiert sechs Tage lang ein Fest zu Ehren von Ludwig XIV, dem Gründer des Hafens von Sète im Jahr 1666. Anlässlich dieses Festes werden die Joutes Languedociennes ausgetragen, die prestigeträchtigen Seespiele. Christophe Bancilhon und auch sein Sohn Vincent werden in unterschiedlichen Gewichtsklassen antreten – der mit den Jahren etwas beleibte Vater Christophe in der Kategorie Schwergewicht. Werden sie den ersehnten Sieg einfahren können? In Sète gibt es sieben Ritterspielvereine, einer davon ist der 1947 gegründete Jeune Lance Sétoise. Jeden Dienstag trainieren die Aktiven in ihrem Stadtviertel auf Holzkarren, die die Boote simulieren, die später beim Turnier auf dem Wasser gegeneinander antreten. Immer und immer wieder werden die Abläufe und Bewegungen trainiert. Es geht darum, einen ganz selbstverständlichen Automatismus zu erreichen, denn Präzision ist das Wichtigste in den nicht ganz ungefährlichen Duellen. Vor den Wettkämpfen des Fischerstechens, wie die Spiele auch genannt werden, findet ein Umzug der ganz in weiss gekleideten Stecher statt, der von traditioneller Musik begleitet wird. Danach stellen sich die Stecher auf das Standpodest des Bootes, um das Turnier zu beginnen. Zum Zeitpunkt des Angriffs berühren sich die beiden Boote auf der rechten Seite, um den Stechern zu ermöglichen, mit Hilfe von Schild und Lanze den Sturz des Gegners ins Wasser zu bewirken. Gewinner ist derjenige, der auf seinem Standpodest stehenbleibt. Die Turniere werden verbissen geführt, die Kampfwerkzeuge wirken martialisch. Die Turniere sind weitaus mehr als nur ein Sport, es geht um Kameradschaft, um Freundschaften, um historische Rituale und letztlich um Ehre und Familie.
Mumbai: Bombay Duck | Themen: Der Klassiker unter den Trockenfischen in Mumbai: Bombay Duck / Ein Biss'chen Heimat: Arbinder, ein Inder in England / Ran an die Töpfe!
(1) Der Klassiker unter den Trockenfischen in Mumbai: Bombay Duck Seinen Namen erhielt der als 'Bombay Duck' bekannte Fisch, weil er mit dem Zug quer durch Indien transportiert wurde und schliesslich im damaligen Bombay landete. Heute zählt er zu den Klassikern der einheimischen Küche. Sabrine Kasbaoui probiert das Gericht gemeinsam mit der Köchin Harsha Tapke, die zudem der lokalen Fischergemeinschaft angehört. Der Geograph und Ernährungswissenschaftler Pierre Raffard berichtet über das bedeutende Marathi-Erbe Mumbais und erzählt die Geschichte hinter dem Namen 'Bombay Duck'. So viel sei verraten: Um Enten geht es dabei nicht. Abschliessend spricht er über die Herkunft von Asafoetida, einem in weiten Teilen Eurasiens beliebten Gewürz. (2) Ein Biss'chen Heimat: Arbinder, ein Inder in England Kochen ist in Indien traditionell die Aufgabe der Mütter. So fand Arbinder seine Inspiration, selbst Koch zu werden. Im Londoner Stadtteil Southall – dem 'Little India' der britischen Hauptstadt – findet er für die indische Küche wichtige Zutaten wie grünen Kardamom. Seinen Gästen serviert er eine Eigenkreation, die indische und französische Einflüsse vereint: Einen Kuchen mit Eiscreme Miso-Karamell und Gulab Jamun. (3) Ran an die Töpfe! Appetit bekommen? Hier gibt es ein Rezept für Bombay Duck, das sich leicht nachkochen lässt. Also: Ran an die Töpfe! ---------------------- Rezept für Bombay Duck Zutaten für 4 Personen: 10 getrocknete Bombay Ducks oder Sardinen 2 EL Kurkuma 2 EL Sonnenblumenöl 7 Knoblauchzehen 3 grüne Chilischoten 1 EL Baharat-Gewürzmischung 1 Bund Koriander Zubereitung: – Schwänze, Köpfe und Seitenflossen entfernen und die Fische abspülen. – Die Knoblauchzehen mit etwas Salz in einem Mörser zerstossen, bis eine Paste entsteht. – Die grünen Chilischoten der Länge nach aufschneiden. – Die Fische, den Knoblauch und die Chilischoten in einen Wok geben. – Kurkuma, Baharat und Sonnenblumenöl dazugeben. – Alles gründlich vermengen, damit der Fisch die Gewürzmischung gut aufnimmt. – Den Koriander hacken, in den Wok geben und alles bei starker Hitze sieben Minuten lang anbraten.
(1): Paris: Nina Berberovas Chroniken aus dem russischen Exil Anfang des 20. Jahrhunderts fanden verarmte Aristokraten und einfache Soldaten der zaristischen Armee Zuflucht in Paris und dem Vorort Billancourt – geplagt von der Erinnerung an das für immer verlorene Russland. Zu den Vertriebenen zählte auch Nina Berberova, die sich 1925 in Paris niederliess. Die entwurzelten Menschen, denen sie begegnete, machte sie zu Figuren ihrer Romane, Erzählungen und Geschichten. Ihre auf Russisch verfassten Texte – darunter die 'Chroniques de Billancourt' – blieben lange unbekannt und erhielten in Europa erst in den 1980er Jahren die verdiente Anerkennung. (2): Bosnien: Olympisches Überbleibsel des Brutalismus In Sarajevo ist der olympische Geist nach wie vor allgegenwärtig! Während der Olympischen Winterspiele 1984 stand die bosnische Hauptstadt für kurze Zeit im Mittelpunkt des Weltgeschehens. Eines der symbolträchtigsten Überbleibsel dieser euphorischen Ära ist die Bobbahn. Der Eiskanal aus rohem Beton, der sich den Berg hinunter schlängelt, spiegelt eine bis heute verkannte architektonische Strömung wider: den Brutalismus. (3): Schottland: Nikkis Käse-Scones Auf der Ardross Farm backt Nikki Käse-Scones nach dem Rezept ihrer Mutter. Zuerst macht sie den Teig, dann kommen Cheddar und das Highlight der schottischen Küche hinzu: Bärlauch. Am besten schmecken die schottischen Scones zu einer klassischen Linsensuppe. (4): Spanien: Ein Franco kommt selten allein Im spanischen Ferrol erinnert eine Gedenktafel an den Diktator Francisco Franco. Die Tafel ist an Francos Geburtshaus angebracht und zeigt ihn gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Ramón. Dieser ist schon lange in Vergessenheit geraten, dabei war er einst einer der berühmtesten Spanier der Welt – und Gegenspieler seines älteren Bruders.
Glasgow / Philippinen / Kanada | Themen: Glasgow: Depardons ungeschönter Blick / Philippinen: Die verzaubernde Insel Siquijor / Baskenland: Christophes Entenherzen / Kanada: Was ist gross, haarig und unauffindbar?
(1) Glasgow: Depardons ungeschönter Blick Im Juni 1980, in den ersten Jahren der Thatcher-Ära, schickt das 'Sunday Times Magazine' den französischen Fotojournalisten Raymond Depardon nach Glasgow. Ein Auftrag, über den sich der damals knapp 40-Jährige, der eigentlich auf die Berichterstattung aus Krisengebieten spezialisiert ist, zunächst wundert. Auf seinen Streifzügen, die Leica immer schussbereit, entdeckt er eine von Deindustrialisierung und sozialem Niedergang gezeichnete Stadt. Hier bringt Depardon zum ersten Mal eine sozialkritische Dimension in seine Fotos. (2) Philippinen: Die verzaubernde Insel Siquijor Die Philippinen-Insel Siquijor galt lange Zeit als unheimlich und wurde weitgehend gemieden. Dabei bedient sie uneingeschränkt das tropische Postkartenklischee: weisse Sandstrände, dichte Wälder, versteckte Höhlen. Der unheilvolle Ruf von Siquijor geht auf das 16. Jahrhundert zurück. Damals sichteten spanische Seefahrer Leuchtpunkte auf den Anhöhen der Insel – von Einwohnern entzündete Feuer oder Glühwürmchen? – und tauften sie 'Isla del Fuego', Feuerinsel. Wie ein Lauffeuer verbreiteten sich fortan auch Gerüchte über die Insel: Man munkelte von übernatürlichen Phänomenen und Hexerei. (3) Baskenland: Christophes Entenherzen In Béarn, im französischen Teil des Baskenlands, bereitet Christophe seine Spezialität zu: Entenherzen mit Petersilie und Knoblauch. Als erstes erhitzt er Champignons mit Knoblauch in einer Pfanne, dann gibt er die Entenherzen dazu. Wenn diese gut angebraten sind, werden sie mit Essig abgelöscht, und am Schluss kommt noch eine grosszügige Handvoll Petersilie dazu. Traditionell wird das Gericht nach einem Rugbyspiel gemeinsam mit Freunden gegessen. (4) Kanada: Was ist gross, haarig und unauffindbar? In British Columbia spielt das Licht gerne Verstecken. Tatsächlich besteht die Provinz zu 60 Prozent aus Wald. Um diesen undurchdringlichen Forst ranken sich zahlreiche Mythen, so soll darin seit Jahrtausenden eine seltsame Kreatur hausen. Vor über 70 Jahren drang ein mutiger Journalist bis ins Herz des Waldes vor, um die Wahrheit herauszufinden.
Zwischen Karpaten und Donau wurde im Mittelalter immer wieder gekämpft: Kriege, Einfälle und Plünderungen prägten die Geschichte der Region. Im 15. Jahrhundert regierte in der Walachei Vlad III., genannt 'der Pfähler'. Jahrhunderte später liess sich Bram Stoker von seinem Namen und einzelnen historischen Bezügen zu seiner berühmten Romanfigur Graf Dracula inspirieren. Die Dokumentation untersucht, wie die Geschichten und Mythen um Graf Dracula die Orte prägen, an denen sie spielen. Und sie zeigt ungestörte Natur, wie sie in Europa nur selten zu finden ist: Mehr als die Hälfte der europäischen Braunbären lebt in den wilden Wäldern der Karpaten, ebenso Adler, über 3.000 Wölfe, Eulen, Krähen und Fledermäuse. Forscherinnen und Forscher geben Einblick in ihre Arbeit mit Krähen und Fledermäusen und klären über Mythen und Vorurteile über die unheimlichen Tiere auf.
Das Team reist nach Südfrankreich, ins heutige Lozère. Die Dokumentation begleitet den Historiker Bernard Soulier und den Illustrator Jean-Charles Poupard auf einer spannenden Recherchereise. Soulier beschäftigt sich seit fast 50 Jahren mit der Geschichte der Bestie von Gévaudan, der Illustrator Poupard arbeitet an einer Graphic Novel über die Angriffe. Gemeinsam besuchen sie Originalschauplätze entlang der Cevennen am Rande des Zentralmassivs, durchsuchen Archive und versuchen vor Ort, das Rätsel zu lösen. Sie gehen den Legenden und Mythen um die Bestie von Gévaudan nach. Neben den Spuren der Bestie von einst besucht das Team einzigartige Orte wie den Parc des Loups, die Réserve des Bisons d'Europe und das Programm der französischen Tierschutzorganisation LPO ('Ligue pour la Protection des Oiseaux') zur Wiederansiedlung von Geiern. Gemeinsam mit den Einwohnern der Region entdeckt das Team die faszinierende Flora und Fauna der Gegend.
Die Folge 'Louisianas schaurige Sümpfe und mystische Wesen' führt in die geheimnisvolle Welt der Swamps im Süden der USA. Zwischen Sumpf und Grossstadt verläuft hier eine unsichtbare Grenze zwischen Mythos und Wahrheit, Vergangenheit und Gegenwart. Die Reihe widmet sich Regionen unserer Welt, die durch Spuk- und Geistergeschichten bekannt sind. Die Entdeckungsreise führt dieses Mal von den endlosen Bayous des Honey Island Swamp, wo Einheimische von einem geheimnisvollen Monster erzählen, über die sagenumwobenen Friedhöfe von New Orleans bis zu den verlassenen Plantagen am Bayou Teche, wo die Geister einstiger Sklaven bis heute durch die Häuser spuken sollen. Vampirlegenden und düstere Schicksale der Vergangenheit erwachen auf unheimliche Weise zu neuem Leben. Voodoo-Priester zelebrieren uralte Schutzrituale. Die Cajuns bewahren hier über Generationen ihre Musik und ihre Kultur. Und das alles inmitten der einzigartigen Sumpflandschaft Louisianas.
Die Varroamilbe gilt als einer der gefährlichsten Parasiten der Honigbiene. In weiten Teilen Europas müssen Imkerinnen und Imker ihre Völker regelmässig behandeln, damit sie überleben. Ganz anders im Nordwesten von Wales: Hier werden Bienen einer ganzen Region seit Jahren ohne jede Chemie gehalten. Um herauszufinden, warum das dort funktioniert, reist der deutsche Imker Christian Schneider nach Wales. Er besucht Imker, die auf lokal angepasste Bienen setzen, und entdeckt Völker, die ohne menschliche Hilfe in Bäumen und Hausdächern leben. Manche der Bienen tragen noch Merkmale der sogenannten dunklen Biene, die ursprünglich in dieser Region heimisch war und mit dem kühlen, feuchten Klima gut zurechtkommt. Auch die deutschen Bienenforscher Roland Sachs und Sigrun Mittl sind auf der Suche nach Erklärungen für die walisischen Erfolge. Sie glauben, dass Temperatur und Luftfeuchtigkeit in den Brutnestern eine Rolle spielen und beobachten das Verhalten der Tiere. Und tatsächlich: In den Bienenstöcken der walisischen Biene messen sie eine auffallend höhere Temperatur. Die besondere Wehrhaftigkeit der 'hitzigen' walisischen Biene bekommt das Forscherpaar dabei am eigenen Leib zu spüren . Für Christian Schneider zählt vor allem eines: Die walisischen Imker haben über viele Jahre Erfahrungen geteilt, mit den Bienen ihrer Umgebung gearbeitet und gemeinsam einen neuen Weg eingeschlagen. Nur indem sie angepasst an ihre regionalen Bedingungen konsequent an einem Strang ziehen, weder Bienen von aussen holen noch behandeln, konnten sich ihre Bienen optimal anpassen.
(1) Das Gericht der Indigenen von Taiwan: Cinavu Cinavu, ein Gericht aus Schweinefleisch, Taro und Gemüse, hat seinen Ursprung in den Bergen Taiwans und geht auf das indigene Volk der Paiwan zurück. Gemeinsam mit Chefkoch Xiao Ming und dessen Frau Muni probiert Alexis Sarini die taiwanische Spezialität. Der Geograf und Ernährungswissenschaftler Pierre Raffard beschreibt die verschiedenen Migrationsbewegungen in Taiwan und stellt eines der 16 indigenen Völker des Inselstaats vor: die Paiwan. Ausserdem erklärt er, wie indigene Kulturen in Taiwan in den letzten 25 Jahren wieder in den Vordergrund gerückt sind. (2) Ein Biss'chen Heimat: Jie-Fu, ein Taiwaner auf Malta Jie-Fu lebt dort, wo andere Urlaub machen, und geniesst seine Wahlheimat in vollen Zügen. Für seine Gäste bereitet der gebürtige Taiwaner eine Hühnersuppe mit Pilzen zu, in die auch Tee-Eier gehören, ein Klassiker des taiwanischen Streetfoods. Da Strassenimbisse auf Malta deutlich teurer sind als in Taiwan, nimmt Jie-Fu den Kochlöffel gern selbst in die Hand. (3) Ran an die Töpfe! Appetit bekommen? Hier gibt es ein Cinavu-Rezept, das sich leicht nachkochen lässt. Also: Ran an die Töpfe! ------------- Cinavu-Rezept Zutaten für 6 Personen: 500 g Kürbis 500 g Taro-Paste Ein Bund grosse Spinat- oder Mangoldblätter 1 Schweineschulter Zubereitung: – Mit einem scharfen Messer die Schweineschulter der Länge nach aufschneiden, damit das Fleischstück möglichst flach wird. – Das Fleisch dick mit Taro-Paste bestreichen. – Die Spinatblätter waschen, abtrocknen und leicht überlappend auf dem Fleisch verteilen. – Den Kürbis reiben und mittig über die gesamte Länge des Fleisches verteilen. – Die Schweineschulter aufrollen und dabei alle Zutaten gut einwickeln. – Die Rolle wie einen Braten fest zusammenbinden. – Die Oberseite mit Olivenöl bestreichen. – Die Fleischrolle in eine grosse Auflaufform legen. – Die Form bis zur Hälfte mit Wasser füllen, den Braten abdecken und in den vorgeheizten Backofen schieben. – Zwei Stunden bei 200 Grad Celsius schmoren lassen, danach in dicke Scheiben schneiden und servieren.
Bayern / Baskenland / Irland | Themen: Bayern: Marianne von Werefkin revolutioniert die Malerei / Dem baskischen Wal auf der Spur / Malaysia: Phylis' Curry Puffs / Irland: Die Piratenkönigin
(1): Bayern: Marianne von Werefkin revolutioniert die Malerei Marianne von Werefkin wächst in einer wohlhabenden Adelsfamilie in Russland auf. Doch sie erkennt früh, dass es für Frauen gegen Ende des 19. Jahrhunderts kaum möglich ist, gegen den Strom zu schwimmen. Zwar wird sie im Malen unterrichtet und gefördert, doch als Frau ist sie dazu bestimmt, lediglich Werke männlicher Künstler zu kopieren. Bis sie eines Tages in die avantgardistische Welt Münchens eintaucht. Dort gelingt es ihr, neue kreative Wege zu beschreiten – und die Kunst nachhaltig zu verändern. (2): Dem baskischen Wal auf der Spur Man muss schon ein wenig verrückt sein, um sich mit einem Wal anzulegen! Die grössten Säugetiere der Welt wiegen vierzig Tonnen und können bis zu zwanzig Meter lang werden. Für die Bewohner der fischarmen baskischen Küste waren die Meeresriesen einst ein wahrer Segen. Ihr Mut und ihr Können im Walfang führten die Basken bis nach Amerika – und brachten ihnen Ruhm und Reichtum. (3): Malaysia: Phylis' Curry Puffs Trotz strömenden Regens macht sich Phylis in Kuching auf die Suche nach den Zutaten für ihre Curry Puffs. Zuerst bereitet sie den Teig zu, dann die Füllung aus Curry, Hühnerfleisch und Kokosnuss. Schliesslich formt sie die Teigtaschen und backt sie im Ofen, bis sie goldbraun sind. Die traditionellen Curry Puffs sind eine köstliche Kombination aus östlichen und westlichen Einflüssen. (4): Irland: Die Piratenkönigin Irland im 16. Jahrhundert: Rund vierzig Clans streiten um Land, Reichtümer und Grenzen. Der Clan O'Malley ist einer von ihnen und herrscht unangefochten über sein Gebiet. In diesem Clan wächst eine Frau auf, die später unter dem Spitznamen 'die Piratenkönigin' bekannt werden wird.
Demokratische Republik Kongo / Kyoto / Paris | Themen: Demokratische Republik Kongo: Der Moloch Kinshasa / Kyoto: Stadt des Kimonos / Porto Rico: Adas vegetarisches Ragout / Paris: My Taylor is Haute Couture
(1) Demokratische Republik Kongo: Der Moloch Kinshasa Mit Gift und Galle zeichnet der kongolesische Schriftsteller In Koli Jean Bofane ein vernichtendes Bild von der Globalisierung, die den Reichtum seines Landes an Bodenschätzen in einen Fluch verwandelt. In seinem 2014 veröffentlichten und ausgezeichneten Werk 'Congo Inc., le Testament de Bismarck', prangert er die vielen Facetten der Gewalt an, der die Demokratische Republik Kongo seit gut 30 Jahren ausgesetzt ist. Der Roman erzählt die Geschichte von Isookanga, einem jungen Jäger und Sammler, der sich voller Hoffnung auf nach Kinshasa macht. Im Labyrinth der Hauptstadt haben die Bösen nicht immer das letzte Wort. (2) Kyoto: Stadt des Kimonos In Kyoto ist der Kimono kein Gewand aus vergangenen Zeiten, sondern eine lebendige Tradition. Dabei drohte diese über viele Generationen weitergegebene Kunst gegen Ende des 19. Jahrhunderts unterzugehen, als sich Japan der Welt öffnete und industriell hergestellte Stoffe aus dem Westen importiert wurden. Doch seitdem ist der Kimono zum Wahrzeichen der traditionellen japanischen Kultur geworden. Seine Herstellung erfolgt nach wie vor auf traditionelle Weise, wenngleich mit Einflüssen aus der heutigen Zeit. (3) Porto Rico: Adas vegetarisches Ragout Im puertoricanischen Adjuntas kocht Ada ein vegetarisches Sancocho. Als erstes bereitet sie aus Knoblauch, Zwiebeln, Paprika und mildem Chili ein Sofrito zu, an das sie für eine appetitliche Farbe noch Gewürze und Kurkuma gibt. In die fertige Mischung rührt sie lokale Gemüsesorten wie das Wurzelgemüse Malanga ein. Das Ganze wird mit einer Pique-Sosse auf Essigbasis gewürzt und mit Kaffeeschalen aus eigenem Anbau abgerundet. (4) Paris: My Taylor is Haute Couture Paris ist berühmt als Stadt der Liebe, des Eiffelturms – und der Haute Couture. Weniger bekannt ist, dass die Schöpfungen der grössten Modedesigner auf einen Mann zurückgehen, der noch nicht einmal Franzose war: Im 19. Jahrhundert kam ein junger Brite in die französische Hauptstadt, um hier seinen Stil durchzusetzen .
Nachdem Nicolas Philibert einen Aristokraten getötet hat, muss er nach Amerika fliehen und seine Frau Charlotte zurücklassen. Die beiden kennen sich seit Kindertagen. Eine Wahrsagerin prophezeite, dass Charlotte einen Fürsten heiraten und Nicolas seinen Weg in einer neuen Welt machen würde. In den USA gelangt Nicolas tatsächlich zu Wohlstand, will ein zweites Mal heiraten und muss sich dafür zunächst von Charlotte scheiden lassen. In Frankreich, wo inzwischen die Revolution tobt, gerät Nicolas selbst ins Schussfeld. Die Revolutionäre glauben, er sei ein Spion und schlagen ihn in die Flucht. Auf dem Land gerät er jedoch in die Hände der Royalisten ... Jean-Paul Rappeneau transformiert in 'Musketier mit Hieb und Stich' eine kriegerische Zeit in eine Komödie. Sein Abenteuerfilm bietet turbulente Unterhaltung, ohne die historischen Fakten zu verfälschen. Die beiden Hauptdarsteller Jean-Paul Belmondo und Marlène Jobert glänzen in einer insgesamt aussergewöhnlichen Besetzung.
Ripetizione
W
Cast
Jean-Paul Belmondo, Marlène Jobert, Sami Frey, Laura Antonelli, Michel Auclair, Sim, Georges Beller
Regia
Jean-Paul Rappeneau
Sceneggiatura
Jean-Paul Rappeneau
Scheda
Jean-Paul Rappeneau gelingt es in 'Musketier mit Hieb und Stich', eine Zeit des Terrors und Krieges in eine Hollywood- und Westernkomödie zu transformieren. Er hat einen Film geschaffen, der turbulente Unterhaltung verspricht, ohne dabei die historischen Fakten zu verfälschen. Auch die beiden Hauptdarsteller Jean-Paul Belmondo und Marlène Jobert glänzen in diesem Abenteuerfilm, umgeben von einer aussergewöhnlichen Besetzung. 'Gute Unterhaltung in einem handfesten, geschickt und mit einigem Witz arrangierten Abenteuerfilm.' (Lexikon des internationalen Films).
Die Nazca-Wüste im Süden Perus ist eine der trockensten Regionen der Erde. Regen ist auf der riesigen Ebene aus Sand und Steinen eine Seltenheit – und dennoch scheinen manche grüne Oasen die Gesetze der Natur herauszufordern. Ihr Geheimnis steckt unter der Erde: ein Bewässerungssystem aus Brunnen und Kanälen, das 'Puquios' genannt wird und vor rund 1.500 Jahren von der Nazca-Zivilisation angelegt wurde. Die Nazca sind für die mysteriösen Scharrbilder in der umliegenden Wüste, aber auch für ihre umfassenden hydraulischen Kenntnisse bekannt. Um das tief in der Erde liegende Grundwasser zu nutzen, legten sie unterirdische Kanäle mit teils spiralförmigen Zugangsschächten an. Der Wind, der dort hineinströmt, hält das Wasser in Bewegung und reichert es mit Sauerstoff an. So wird Leben inmitten einer der unwirtlichsten Umgebungen der Welt möglich. In einer Zeit, in der die Wasserressourcen auf der ganzen Welt knapper werden, eignen sich die Menschen althergebrachtes Wissen und neue Techniken an, um das blaue Gold zu schützen und gerechter zu verteilen. Von der afrikanischen Savanne bis zu den Ausläufern des Himalaya und von den trockenen Wüsten Südamerikas bis zu den üppigen Tälern Indonesiens stellt die Serie diese 'Wasserpioniere' vor, die sich aktiv für die Erhaltung ihres Landes und ihrer Lebensweise einsetzen, um ihren Kindern eine sichere Zukunft zu bieten.
Lahemaa bedeutet auf Estnisch 'Land der Buchten'. Entlang der Küste erstrecken sich vier Halbinseln, sieben Flüsse und ein riesiges Urwaldgebiet. Der Park ist dünn besiedelt, dadurch kann sich die Natur ganz unberührt entfalten. Die meisten Dörfer finden sich entlang der Küste, einige, wie das alte Kapitänsdorf Käsmu, sind heute vor allem bei Künstlern beliebt. Das alljährlich stattfindende Musikfestival Viru Folk zieht im Sommer viele Besucher an. In Käsmu finden sich auch die meisten Findlinge in Lahemaa. Grosse Felsbrocken, die vor Tausenden von Jahren mit der Eisschmelze an die Küste geschwemmt wurden und heute unter besonderem Schutz stehen. Hier gibt es einen Fluss, in dem noch Perlenmuscheln leben. In ganz Nordeuropa sind sie vom Aussterben bedroht. Hier werden sie liebevoll gepflegt und erhalten. Weitere Besonderheiten: der ehemalige sowjetische U-Boot-Hafen Hara, der inzwischen verfällt und Graffiti-Künstler inspiriert, eine grosse Braunbärenpopulation und alte Gutshäuser, in denen im 19. Jahrhundert vor allem deutsch-baltische und schwedische Adelige gelebt haben. Das grösste von ihnen ist das Gut Kolga, das eine bewegte Geschichte hat und erst in jüngster Zeit von Kunststudenten restauriert wird.
Der Nationalpark Soomaa ist berühmt für seine fünfte Jahreszeit. So nennen die Einheimischen das Hochwasser nach der Schneeschmelze im Frühjahr. Dann bewegen sich die Bewohner Soomaas fast ausschliesslich mit Kanus und traditionell gefertigten Einbäumen aus Espenholz von Tür zu Tür. Der Einbaum-Bootsbau ist estnisches Kulturgut, die Bautechnik gehört zum Weltkulturerbe der Unesco. Aivar Ruukel ist einer der bekanntesten Einbaum-Baumeister des Landes. Und einer von nur 50 Esten, die hier im Nationalpark leben. Soomaa ist äusserst feucht und menschenleer, was wiederum Kraniche und andere Vogelarten fast magisch anzieht. Der Nationalpark ist seit mehr als 30 Jahren ein Vogelschutzgebiet von internationaler Bedeutung. Soomaa bedeutet auf Estnisch 'Sumpf' oder auch 'Moorland'. Moorlandschaften spielen in der estnischen Mythologie eine wichtige Rolle und werden als geheimnisvolle Orte betrachtet. Das Moor von Öördi gehört zu den grossen Mooren in Soomaa. Die Hochmoore sind die ältesten, ihre Geschichte reicht bisweilen über 10.000 Jahre zurück. Die jüngsten Einwohner Soomaas sind die Zwillinge Tuul und Torm und ihr Bruder Küü – die drei Söhne der Kanulehrer Rene Valner und Mariell Jüssi. Gemeinsam stellt sich die Familie den Naturgewalten. Dazu gehört der Kampf gegen Marder im Hinterhof oder die Organisation der Einkäufe nach Hochwasser. Das Wohnhaus der Familie steht auf einer der wenigen kleinen Inseln in Estland, die nur über eine Hängebrücke zu erreichen sind.
Im 19. Jahrhundert siedelte Bram Stoker seinen Roman 'Dracula' in Transsilvanien mit seinen verfallenen Schlössern und blutigen Legenden an. Heute ist die abgelegene Region Rumäniens, auch bekannt als Siebenbürgen, eines der letzten unberührten Wildnisgebiete Europas, mit atemberaubenden Landschaften und einer grossen Artenvielfalt. Abgeschirmt durch die majestätischen Karpaten und durch ein jahrzehntelanges, hartes kommunistisches Regime konnte die einzigartige Naturlandschaft erhalten bleiben, die sich in manchen abgeschiedenen Gegenden seit dem Mittelalter kaum verändert hat. Die Menschen haben hier ihre Traditionen bewahrt und pflegen bis heute ihre Bräuche. Die ausgedehnten Bergketten und Urwälder Siebenbürgens sind die Heimat von Luchsen, Wölfen und einer Bärenpopulation, die einen Grossteil der europäischen Bären ausmacht. Transsilvanien ist auch ein Paradies für einen wichtigen Protagonisten des Romans 'Dracula': 26 Fledermausarten leben in den vielen Höhlen, Schlossruinen und alten Kirchenburgen. Wenn die Nacht hereinbricht, verlässt das Grosse Mausohr, eine der grössten Fledermausarten Europas, sein Versteck, um in den tierreichen Wiesen und Wäldern zu jagen. Diese Mischung aus Geschichte, Folklore und Natur verleiht Transsilvanien einen ganz eigenen, ursprünglichen Zauber.
In den dichten Wäldern der Karpaten ist der Europäische Braunbär Teil eines ausgeklügelten, aber fragilen Ökosystems. Aus vielen anderen Regionen Europas ist das beeindruckende Raubtier bereits verschwunden, doch in den Karpaten findet sich der grösste Bestand des Kontinents. Das Zusammenleben von Mensch und Bär hat sich hier recht harmonisch eingespielt. Am Rande der Arktis muss der majestätische Eisbär miterleben, wie sein Jagdgebiet, das Packeis, zunehmend dem Klimawandel zum Opfer fällt. Dennoch bereiten sich die Tiere alljährlich auf die Winterruhe vor. In Kamtschatka im äussersten Osten Sibiriens verlassen die Grizzlybären Anfang März den schützenden Bau. Die Weibchen werden von ihren Jungtieren begleitet, die im Dezember zur Welt gekommen sind. Hungrig warten sie auf die Ankunft der Lachse, die in den Flüssen stromaufwärts an ihre Laichorte zurückwandern, wo sie nach der Eiablage sterben. Im Norden Kanadas spürt Pierre Mann nicht nur Amerikanische Schwarzbären auf, sondern auch den legendären, äusserst seltenen Kermodebär, der in seiner Heimat – dem gemässigten Regenwald British Columbias – auch 'Spirit Bear' (Geisterbär) genannt wird. In der Mythologie der indianischen Ureinwohner dient das Tier als Vermittler zwischen der Welt der Lebenden und dem Jenseits.
In der Nachrichtensendung betrachtet die deutsch-französische Redaktion mit einem weltoffenen Blick das tagesaktuelle politische Geschehen, die sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungen sowie kulturelle Ereignisse in Europa und der Welt. Dabei wird immer aus europäischer Perspektive berichtet und darauf aufmerksam gemacht, wie sich aktuelle Entwicklungen auf Europa auswirken könnten. Die Berichterstattung ordnet Hintergründe ein, stellt Zusammenhänge dar und beleuchtet unterschiedliche Sichtweisen.
Die Sendung erklärt geopolitische Zusammenhänge anhand von Karten und fundierten Analysen. Die Sendung vermittelt komplexe internationale Konflikte, wirtschaftliche Entwicklungen und strategische Interessen anschaulich und verständlich. Im Mittelpunkt steht die Einordnung globaler Ereignisse in ihren historischen und politischen Kontext. So werden weltpolitische Themen klar strukturiert dargestellt und für ein breites Publikum zugänglich gemacht. Aktuelle Krisen, Machtverschiebungen und regionale Spannungen werden dabei ebenso beleuchtet wie langfristige Entwicklungen. Die visuelle Kartenarbeit hilft, Zusammenhänge schnell zu erkennen und Entwicklungen besser nachzuvollziehen. Dadurch entsteht ein vertieftes Verständnis globaler Dynamiken und ihrer Auswirkungen auf einzelne Regionen.
Vor anderthalb Jahren kannte Sofie Klippenspringen nur aus Videos in den sozialen Netzwerken. Inzwischen springt sie selbst aus Höhen bis zu zwanzig Metern. 'Man ist völlig im Tunnel, weil natürlich auch ein Risiko mitspielt', beschreibt Sofie das Gefühl kurz vor dem Sprung. Ihr Freund Jonas weiss aus eigener Erfahrung, welche Folgen die riskanten Sprünge haben können. Er kämpft nach einer schweren Schulterverletzung bis heute mit einer mentalen Blockade. In diesem Sommer will Sofie zum ersten Mal bei einem internationalen Event springen und dabei auch bekannte Gesichter der Szene treffen, die sie bislang vor allem aus dem Netz kennt. Mit dabei ist auch Florian. Er ist Weltrekordhalter im sogenannten Death Diving, einer extremen Form des Klippenspringens. Seit seinem Rekordsprung aus rund 48 Metern ist er einer der Stars der Springer-Szene. Noch arbeitet er als Dachdecker, doch er träumt davon, durch Sponsoren zukünftig vom Sport leben zu können. Diesen Anspruch hatte Lionel, genannt Loulou, aus Südfrankreich nie. Mit 56 Jahren springt er noch regelmässig von den Kalkfelsen seiner Heimat Cassis und gibt seine Erfahrung an Jugendliche weiter. Er warnt davor, sich von spektakulär inszenierten Clips in den sozialen Netzwerken zu Leichtsinn verleiten zu lassen, denn ohne Training und Sicherheitsmassnahmen können die Sprünge lebensgefährlich sein. Für Loulou ist Angst ein wichtiger Begleiter – und doch will auch er mehr: Seit Monaten bereitet er sich auf einen Kopfsprung aus 42 Metern vor, mit dem er seinen Rekord in dieser Disziplin übertreffen will.
Nicholas Van Orton stammt aus einer vornehmen Familie, kontrolliert als Investmentbanker Millionensummen und lebt in San Francisco. Sein Leben scheint perfekt, wäre da nicht die Einsamkeit. Seine Frau hat ihn verlassen, und mit seinem labilen Bruder Conrad verbindet ihn wenig. Dennoch kreuzt Conrad an seinem 48. Geburtstag auf und schenkt ihm einen Teilnahmegutschein für ein neuartiges Erlebnisspiel. Noch bevor Nicholas recht weiss, ob er überhaupt teilnehmen will, ist er bereits in ein Spiel verstrickt, dessen Regeln er nicht kennt. Erst sind es nur Kleinigkeiten, die den Finanzmann irritieren: ein ausgelaufener Füllhalter, eine Aktentasche, die sich partout nicht öffnen lässt, eine Panne in einem Restaurant. Allmählich aber steigert sich die Intensität der Zwischenfälle. Nicholas wird erpresst, findet sein Haus in chaotischem Zustand vor und wird schliesslich unter Drogen gesetzt und nach Mexiko verschleppt. Aus dem Geschäftsmann ist ein Verfolgter geworden, der niemandem mehr trauen kann und um sein Leben kämpfen muss. David Fincher stellt mit 'The Game' wieder unter Beweis, dass er zu den eigenwilligeren Regisseuren Hollywoods gehört. Der technisch brillante, von dem Autorenteam Brancato und Ferris ('The Net') mit viel Dialogwitz ausgestattete Thriller zeigt Michael Douglas in der Rolle, die er am besten beherrscht: als autoritären Charakter, dessen Zusammenbruch den Blick auf die Defizite der amerikanischen Gesellschaft freigibt.
Cast
Michael Douglas, Sean Penn, Deborah Kara Unger, James Rebhorn, Carroll Baker, Scott Hunter McGuire, Florentine Mocanu
Regia
David Fincher
Sceneggiatura
John Brancato, Michael Ferris
Scheda
Nach dem Erfolg von 'Sieben' stellte David Fincher auch mit 'The Game – Das Geschenk seines Lebens' wieder unter Beweis, dass er zu den eigenwilligeren Regisseuren Hollywoods gehört. Der technisch brillante, mit viel Dialogwitz ausgestattete Thriller zeigt Michael Douglas in der Rolle, die er am besten beherrscht: als autoritären Charakter, dessen Zusammenbruch den Blick auf die Defizite der amerikanischen Gesellschaft freigibt.
Es klingt nach einer urbanen Legende: Auf den Schulhöfen erzählt man sich von einer alptraumhaften Videoaufnahme, die alle nach sieben Tagen tötet, die sie gesehen haben. Tatsächlich sterben mehrere Schüler unter mysteriösen Umständen genau eine Woche, nachdem sie den Film angeschaut haben. Von der unheimlichen Geschichte fasziniert, besorgt sich die Reporterin Reiko das Video. Und die Legende scheint zu stimmen: Auch für sie läuft die Lebenszeit bald ab. Will sie überleben, muss sie den Fluch brechen. Offenbar steht eine ungesühnte Gewalttat mit den Todesfällen in Verbindung. Kann es sein, dass ein ruheloser böser Geist sein Unwesen treibt? Die Zeit drängt. Schrecklicher wird die Situation für Reiko noch, als sie erkennt, dass auch ihr kleiner Sohn das Video zu sehen bekommen hat. Regisseur Hideo Nakata gilt mit seinen Filmen als entscheidender Vertreter des Genres J-Horror. Auf seinen national wie international höchst erfolgreichen und aufsehenerregenden Spielfilm 'Ring – Das Original' ('Ringu'), der auf einer populären Buchvorlage basiert, folgten mehrere Fortsetzungen, Remakes und Parodien, das Geistermädchen Sadako Yamamura wurde zum bleibenden Element der östlichen und westlichen Popkultur. Hideo Nakatas legendärer Gruselfilm kommt ohne allzu schrille Schockeffekte aus, seine unheimliche Atmosphäre wird wirkungsvoll durch Töne, Farbgestaltung und Kamerabewegungen erzeugt. Und das Rätselraten um die tatsächlichen Hintergründe und Umstände der furchterregenden Handlungselemente hält bis zum Schluss die Spannung hoch.
Wenn alles schiefläuft | Themen: 'Die Playground-Sosse' von Gabriel Harel / Short Cuts – 'Rebecca' / Zoom – 'Ruhe, wir schliessen' / 'Geier' von Dian Weys / 'Ballgesicht' von Laurence Thérien
(1) Ballgesicht von Laurence Thérien, Grossbritannien/Kanada 2025, 5 Min. Das Leben steckt voller Unwägbarkeiten. Entscheidend ist, wie wir damit umgehen. Eine Grundschülerin, die grosse Angst vorm Sportunterricht hat, übersteht ein chaotisches Ballspiel, indem sie den Ball von ihrem Gesicht abprallen lässt, um dazuzugehören. Als das Spiel vorbei ist, hat sich ihr Leben grundlegend verändert. Prix Cristal für den besten Abschlussfilm beim Internationalen Animationsfilm-Festival von Annecy Auf den Film folgt ein Gespräch mit der Regisseurin. (2) Die Playground-Sosse von Gabriel Harel, Frankreich 2026, 22 Min. Die vorpubertären Jungen Diego und Kays bitten ihre Erzieherin Alicia, mit ihnen auf den Basketballplatz zu gehen, um den Basketballer und Influencer Bryce zu sehen. Vor Ort werden die beiden von ihrem Idol gnadenlos vom Platz gedrängt. Daraufhin fordert Alicia Bryce heraus und überrascht ihn mit einer ziemlich genialen Partie. Auf den Film folgt ein Gespräch mit dem Regisseur. (3) Geier von Dian Weys, Frankreich/Südafrika 2025, 15 Min. In Südafrika versucht der Fahrer eines Abschleppwagens in den hektischen Minuten nach einem Autounfall und vor Eintreffen der Polizei verzweifelt, das Unfallauto aufzuladen. Doch die Situation entgleitet ihm schnell. (4) Short Cuts 'Rebecca' von Alfred Hitchcock, erzählt in einer einminütigen Animation von Léna Martinez. (5) Zoom – Ruhe, wir schliessen! Gespräch mit den Filmemachern Benoît Grimalt und Damien Froidevaux über den Film 'Ruhe, wir schliessen!', online auf arte.tv.
Zwei Jahre hatte Jean-Luc Godard bereits an einem letzten Langfilmprojekt gearbeitet, bevor er am 13. September 2022 assistierten Suizid beging. Das Werk sollte den Titel 'Drehbuch' tragen. Mehrere Versionen seines Skizzenhefts 'Cahier de montage', eine Art bebildertes Drehbuch, halfen ihm dabei, seine Ideen zu konkretisieren. Er zeichnete darin, stellte Collagen aus Zeitungsausschnitten zusammen und versah es mit schriftlichen Anmerkungen. Im Oktober 2021 hatte er bereits erste Pläne für 'Drehbuch' öffentlich gemacht und aus diesen noch sehr vagen Vorstellungen entstand das Exposé für einen Filmtrailer. In den Tagen vor seinem Tod realisiert Jean-Luc Godard, dass er den Film wohl selbst nicht mehr beenden wird, und erteilt seinen beiden engen Mitarbeitern und Vertrauten, Fabrice Aragno und Jean-Paul Battaggia, die Anweisung, einen zweigeteilten Film fertigzustellen: 'Drehbuch' wird aus 'DNA' und 'MRT' bestehen. 'DNA' steht für den genetischen Code, der den Menschen in seiner Einzigartigkeit ausmacht. 'MRT' dagegen – als Verweis auf das medizinische Bildgebungsverfahren und die Hilflosigkeit des von Alter und Krankheit geschwächten Körpers – suggeriert die Auflösung des Individuums im Spiel magnetischer Resonanzen. Zwischen diesen beiden Extremen, die auf streng materialistische Weise Entstehung und Niedergang beschwören, entfaltet sich die Geschichte eines Menschen. Eine Geschichte aus miteinander verwobenen Notizen und Bildern, die auf 18 Minuten verdichtet werden. Eine ebenso singuläre wie kollektive Geschichte – die Geschichte eines Lebens, das den nahenden Tod fürchtet. Der Film 'Drehbuch' ist Abschied und Totenklage zugleich. Die beiden Teile 'DNA' (Original: ADN) und 'MRT' (Original: IRM) beginnen völlig identisch, dann weicht der zweite Teil ab. Er endet mit einem Selbstporträt von Jean-Luc Godard, der mit entblösstem Oberkörper auf seinem Bett sitzt und schonungslos den vom Alter gezeichneten Körper zeigt – in Anlehnung an Jean-Paul Sartres humorvollen Apolog 'Finger und Nicht-Finger'.
Carole King und James Taylor gehören zu den einflussreichsten Singer/Songwritern ihrer Generation. Seit mehr als 50 Jahren sind sie befreundet und arbeiten zusammen. 2007 trafen sich die beiden Stars zu einem aussergewöhnlichen Konzert im berühmten Troubadour Club in Los Angeles, um ihr gemeinsames Bühnendebüt von 1970 zu feiern. Damals hatte James Taylor die junge Sängerin, Songwriterin und Pianistin Carole King gebeten, sich seiner Band anzuschliessen und gemeinsam seine grössten Hits auf der Bühne zu interpretieren. Was 2007 als einfaches Wiedersehenskonzert geplant war, entwickelte sich zu einer Tournee mit rund 50 Konzerten in den USA, Australien und Japan – die geplante Europatournee kam leider nicht zustande. Die bewegende 'Troubadour Reunion' von Carole King und James Taylor bleibt ein magischer und unvergesslicher Moment, der ihre Künstlerfreundschaft neu entfachte. Schon mit den ersten Klängen schwappte eine Welle der Emotionen durch den Saal. Das Publikum liess sich von den zeitlosen Liedern verzaubern, in denen die warme Stimme von King und das unnachahmliche Timbre von Taylor harmonisch verschmolzen. Aufzeichnung vom November 2007 im Troubadour in Los Angeles, USA.
Prachtstrassen sind monumentale Zeitzeuginnen. Ihre architektonische Schönheit und prunkvolle Anmutung haben Jahrhunderte überdauert. Sie waren und sind Schauplätze politischer und kultureller Zeitenwenden. Neben Regierungsgebäuden beherbergen sie bedeutende Kulturinstitutionen, dienen als Flaniermeilen und sind bis heute Touristenmagneten. Doch die mondänen Boulevards, einstige Symbolbilder kultureller Repräsentation, lassen sich heute nicht mehr ausschliesslich mit romantisierter Sehnsucht und Nostalgie betrachten. Die Serie zeigt die berühmtesten Prachtstrassen Europas, erzählt ihre Geschichte und fragt, wie sie sich für die Zukunft rüsten – und zugleich, wie sehr sie noch immer jene Menschen begeistern, die hier arbeiten und leben. Die Piotrkowska-Strasse in Lódz ist eine der bekanntesten historischen Strassen Polens. Wie eine Lebensader durchzieht sie die Stadt, die oft als das 'Wohnzimmer Polens' bezeichnet wird. Auf fünf Kilometern – sie ist die längste durchgängige Prachtstrasse Europas – verdichten sich in der Piotrkowska Geschichte, Architektur und Stadtleben. Wer die Piotrkowska entlanggeht, durchquert zwei Jahrhunderte urbanen Wandels: vom Industrieversprechen der Textilmetropole über den Niedergang nach dem Ende des Kommunismus bis hin zur Neuerfindung als Hotspot für Kreative aus Kunst und Mode. Für die Menschen hier ist die Piotrkowska mehr als eine Prachtstrasse – sie ist Lódz.
Chloe, eine junge Frau aus dem 21. Jahrhundert, schlendert durch die Strassen Pompejis – nur Stunden vor dem Ausbruch des Vesuvs. Das komplett KI-generierte Video vom 9. März 2026 wurde auf dem Instagram-Account 'Chloe VS History' über sieben Millionen Mal angesehen. Ihr Erfinder, Jonathan Laramy, verrät einige Produktionsgeheimnisse. Der Filmhistoriker Laurent Véray analysiert die von Algorithmen geschaffenen Geschichtsvideos und ordnet sie als moderne Fortsetzung klassischer visueller Erzählformen ein.
Themen: Demonstrationen, Milei gegen Sánchez, die beiden Koreas, Brasilien | Gäste: Catherine Tricot (directrice de la revue 'Regards'), Paul Melun (essayiste et écrivain), Jean Quatremer (éditorialiste à l'hebdomadaire 'Marianne'), Marie Morelle (dessinatrice de presse). Gast: Clémentine Deroudille (commissaire de l'exposition 'Belmondo, le magnifique' à la Cinémathèque française)
Weniger Zentralstaat, mehr Macht für die Regionen: Eine französische Forderung? Eine Umfrage des französischen Meinungsforschungsinstituts Ifop unter 10.000 Personen zeigt, dass sich 74 % der Franzosen eine stärkere Dezentralisierung der politischen Macht zugunsten der Regionen wünschen. Demonstrationsverbote: Vorsorgeprinzip oder Eingriff in die Freiheitsrechte? Nach den Ausschreitungen vom 17. Oktober wies Emmanuel Macron an, alle Demonstrationsanträge von 'Leuten, die keinerlei Legitimität besitzen', abzulehnen. In zahlreichen Städten wurden daraufhin Demonstrationen verboten. Mehrere Vereinigungen, darunter die Ligue des Droits de l'Homme, legten bei den Verwaltungsgerichten Rechtsmittel ein, um die Verbote aufheben zu lassen. Zu Gast ist Clémentine Deroudille, Kuratorin der Ausstellung Belmondo, le Magnifique in der Cinémathèque. Die Ausstellung über Leben und Karriere des berühmten französischen Schauspielers ist noch bis zum 30. Januar 2027 zu sehen. Valérie Brochard blickt auf die Provokationen des rechtsextremen argentinischen Präsidenten Javier Milei gegenüber dem spanischen sozialistischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez zurück – das Duell der Woche. Nordkorea droht damit, seine Propaganda über Lautsprecher an der Grenze wieder aufzunehmen. Südkorea könnte diesem Beispiel folgen und seinerseits Informationen und Musik ausstrahlen: das Comeback der Woche von Marjorie Adelson. Ausserdem: die Internationale Schlagzeile zur Präsidentschaftswahl in Brasilien, deren Stichwahl am 25. Oktober stattfindet, die von unseren Gästen ausgewählten Fotos der Woche sowie David Castello-Lopes' Welt der Dinge über Yachten.
Rhythmus ist in der Natur allgegenwärtig, sei es im Zirpen der Zikaden, im Blinken der Leuchtkäfer, im Schwirren der Kolibris oder im Summen der Stechmücken bei der Paarung. Menschen können Melodien leicht aufgreifen, nachahmen und sogar eigene erfinden. Aber ist der Homo sapiens wirklich die einzige Spezies, die diese Sensibilität für Tonfolgen, die man Musik nennt, besitzt? Seit etwa zehn Jahren suchen Biologen und Biologinnen nach Beweisen für musikalische Fähigkeiten, die Menschen und Tiere gemeinsam haben. In Japan erforscht die Primatologin Yuko Hattori die rhythmischen Fähigkeiten von Schimpansen und untersucht dabei auch die evolutionären Ursprünge von Tanz und Musik. An der Universität Amsterdam testet Henkjan Honing das Rhythmusgefühl von Neugeborenen, um zu beweisen, dass es sich dabei um eine angeborene Veranlagung handelt, nicht um eine erlernte Fähigkeit. Dies würde auf eine biologische Grundlage für Musikalität hindeuten, die der Mensch möglicherweise mit verschiedenen anderen Spezies teilt. Als Videos des tanzenden Gelbhaubenkakadus Snowball im Internet viral gingen, rief dies den Neurowissenschaftler Ani Patel auf den Plan. Er fand heraus, dass der Papagei sich an verschiedene Musiktempi anpassen kann und immer wieder neue Tanzbewegungen erfindet – und das scheinbar nur aus Spass. Der schottische Forscher und Musiker Alex South untersuchte die langen und komplexen Gesänge der Wale. Dabei entdeckte er, dass die Meeressäuger einander zuhören und voneinander lernen. All diese Arbeiten weisen darauf hin, dass Musikalität auch im Tierreich existiert und im Menschen biologisch tiefer verwurzelt ist als bisher angenommen.
Für Namibia Flores Rodriguez kommt die Aufhebung des Frauenboxverbotes auf Kuba zu spät. Die 47-jährige Faustkämpferin ist inzwischen zu alt, um an internationalen Wettkämpfen teilzunehmen. Dabei ist sie mit Leib und Seele Boxerin und wollte sich nie von Niederlagen entmutigen lassen. Weil sie selbst nicht mehr bei den grossen Ausscheidungskämpfen antreten darf, hat sie sich auf die Rolle der Trainerin verlegt. Sie fördert sowohl den Nachwuchs – Jungen wie Mädchen – als auch die Grossen. Wie ihre Freundin Yoana Rodriguez Castillo. Die Schwergewichtsboxerin ist zwar bereits über 30, hält aber weiter an ihrem Traum fest, eines Tages bei internationalen Wettkämpfen dabei sein zu können. Doch auch wenn dies durch den Wegfall der politischen Schranken nun möglich ist, ist der Weg dorthin voller Hindernisse. Denn in Kuba fehlt es an den einfachsten Trainingsmöglichkeiten und passender Ausrüstung. So bleibt den Boxerinnen auf Kuba nur ihre unermüdliche Leidenschaft und der Enthusiasmus für ihren Sport, mit dem sie die ärgsten Mängel auszugleichen versuchen. Um ihnen hierfür einen Raum zu geben, möchte Namibia Flores einen eigenen Boxstall nur für Frauen aufbauen. Ein Novum auf Kuba und eine weitere Herausforderung. Denn wie so vieles auf der Insel ist ein Grossteil der Architektur in Havanna marode und einsturzgefährdet. Doch Namibia will nicht aufgeben. Sie sieht enormes Potenzial in ihren Schützlingen und möchte verhindern, dass die jungen Kampfsportlerinnen ähnlich wie sie an unvorteilhaften Rahmenbedingungen scheitern. Noch einmal will Namibia sich nicht geschlagen geben.
(1) Das Gericht der Indigenen von Taiwan: Cinavu Cinavu, ein Gericht aus Schweinefleisch, Taro und Gemüse, hat seinen Ursprung in den Bergen Taiwans und geht auf das indigene Volk der Paiwan zurück. Gemeinsam mit Chefkoch Xiao Ming und dessen Frau Muni probiert Alexis Sarini die taiwanische Spezialität. Der Geograf und Ernährungswissenschaftler Pierre Raffard beschreibt die verschiedenen Migrationsbewegungen in Taiwan und stellt eines der 16 indigenen Völker des Inselstaats vor: die Paiwan. Ausserdem erklärt er, wie indigene Kulturen in Taiwan in den letzten 25 Jahren wieder in den Vordergrund gerückt sind. (2) Ein Biss'chen Heimat: Jie-Fu, ein Taiwaner auf Malta Jie-Fu lebt dort, wo andere Urlaub machen, und geniesst seine Wahlheimat in vollen Zügen. Für seine Gäste bereitet der gebürtige Taiwaner eine Hühnersuppe mit Pilzen zu, in die auch Tee-Eier gehören, ein Klassiker des taiwanischen Streetfoods. Da Strassenimbisse auf Malta deutlich teurer sind als in Taiwan, nimmt Jie-Fu den Kochlöffel gern selbst in die Hand. (3) Ran an die Töpfe! Appetit bekommen? Hier gibt es ein Cinavu-Rezept, das sich leicht nachkochen lässt. Also: Ran an die Töpfe! ------------- Cinavu-Rezept Zutaten für 6 Personen: 500 g Kürbis 500 g Taro-Paste Ein Bund grosse Spinat- oder Mangoldblätter 1 Schweineschulter Zubereitung: – Mit einem scharfen Messer die Schweineschulter der Länge nach aufschneiden, damit das Fleischstück möglichst flach wird. – Das Fleisch dick mit Taro-Paste bestreichen. – Die Spinatblätter waschen, abtrocknen und leicht überlappend auf dem Fleisch verteilen. – Den Kürbis reiben und mittig über die gesamte Länge des Fleisches verteilen. – Die Schweineschulter aufrollen und dabei alle Zutaten gut einwickeln. – Die Rolle wie einen Braten fest zusammenbinden. – Die Oberseite mit Olivenöl bestreichen. – Die Fleischrolle in eine grosse Auflaufform legen. – Die Form bis zur Hälfte mit Wasser füllen, den Braten abdecken und in den vorgeheizten Backofen schieben. – Zwei Stunden bei 200 Grad Celsius schmoren lassen, danach in dicke Scheiben schneiden und servieren.
Bayern / Baskenland / Irland | Themen: Bayern: Marianne von Werefkin revolutioniert die Malerei / Dem baskischen Wal auf der Spur / Malaysia: Phylis' Curry Puffs / Irland: Die Piratenkönigin
(1): Bayern: Marianne von Werefkin revolutioniert die Malerei Marianne von Werefkin wächst in einer wohlhabenden Adelsfamilie in Russland auf. Doch sie erkennt früh, dass es für Frauen gegen Ende des 19. Jahrhunderts kaum möglich ist, gegen den Strom zu schwimmen. Zwar wird sie im Malen unterrichtet und gefördert, doch als Frau ist sie dazu bestimmt, lediglich Werke männlicher Künstler zu kopieren. Bis sie eines Tages in die avantgardistische Welt Münchens eintaucht. Dort gelingt es ihr, neue kreative Wege zu beschreiten – und die Kunst nachhaltig zu verändern. (2): Dem baskischen Wal auf der Spur Man muss schon ein wenig verrückt sein, um sich mit einem Wal anzulegen! Die grössten Säugetiere der Welt wiegen vierzig Tonnen und können bis zu zwanzig Meter lang werden. Für die Bewohner der fischarmen baskischen Küste waren die Meeresriesen einst ein wahrer Segen. Ihr Mut und ihr Können im Walfang führten die Basken bis nach Amerika – und brachten ihnen Ruhm und Reichtum. (3): Malaysia: Phylis' Curry Puffs Trotz strömenden Regens macht sich Phylis in Kuching auf die Suche nach den Zutaten für ihre Curry Puffs. Zuerst bereitet sie den Teig zu, dann die Füllung aus Curry, Hühnerfleisch und Kokosnuss. Schliesslich formt sie die Teigtaschen und backt sie im Ofen, bis sie goldbraun sind. Die traditionellen Curry Puffs sind eine köstliche Kombination aus östlichen und westlichen Einflüssen. (4): Irland: Die Piratenkönigin Irland im 16. Jahrhundert: Rund vierzig Clans streiten um Land, Reichtümer und Grenzen. Der Clan O'Malley ist einer von ihnen und herrscht unangefochten über sein Gebiet. In diesem Clan wächst eine Frau auf, die später unter dem Spitznamen 'die Piratenkönigin' bekannt werden wird.
Demokratische Republik Kongo / Kyoto / Paris | Themen: Demokratische Republik Kongo: Der Moloch Kinshasa / Kyoto: Stadt des Kimonos / Porto Rico: Adas vegetarisches Ragout / Paris: My Taylor is Haute Couture
(1) Demokratische Republik Kongo: Der Moloch Kinshasa Mit Gift und Galle zeichnet der kongolesische Schriftsteller In Koli Jean Bofane ein vernichtendes Bild von der Globalisierung, die den Reichtum seines Landes an Bodenschätzen in einen Fluch verwandelt. In seinem 2014 veröffentlichten und ausgezeichneten Werk 'Congo Inc., le Testament de Bismarck', prangert er die vielen Facetten der Gewalt an, der die Demokratische Republik Kongo seit gut 30 Jahren ausgesetzt ist. Der Roman erzählt die Geschichte von Isookanga, einem jungen Jäger und Sammler, der sich voller Hoffnung auf nach Kinshasa macht. Im Labyrinth der Hauptstadt haben die Bösen nicht immer das letzte Wort. (2) Kyoto: Stadt des Kimonos In Kyoto ist der Kimono kein Gewand aus vergangenen Zeiten, sondern eine lebendige Tradition. Dabei drohte diese über viele Generationen weitergegebene Kunst gegen Ende des 19. Jahrhunderts unterzugehen, als sich Japan der Welt öffnete und industriell hergestellte Stoffe aus dem Westen importiert wurden. Doch seitdem ist der Kimono zum Wahrzeichen der traditionellen japanischen Kultur geworden. Seine Herstellung erfolgt nach wie vor auf traditionelle Weise, wenngleich mit Einflüssen aus der heutigen Zeit. (3) Porto Rico: Adas vegetarisches Ragout Im puertoricanischen Adjuntas kocht Ada ein vegetarisches Sancocho. Als erstes bereitet sie aus Knoblauch, Zwiebeln, Paprika und mildem Chili ein Sofrito zu, an das sie für eine appetitliche Farbe noch Gewürze und Kurkuma gibt. In die fertige Mischung rührt sie lokale Gemüsesorten wie das Wurzelgemüse Malanga ein. Das Ganze wird mit einer Pique-Sosse auf Essigbasis gewürzt und mit Kaffeeschalen aus eigenem Anbau abgerundet. (4) Paris: My Taylor is Haute Couture Paris ist berühmt als Stadt der Liebe, des Eiffelturms – und der Haute Couture. Weniger bekannt ist, dass die Schöpfungen der grössten Modedesigner auf einen Mann zurückgehen, der noch nicht einmal Franzose war: Im 19. Jahrhundert kam ein junger Brite in die französische Hauptstadt, um hier seinen Stil durchzusetzen .