King George Island ist das Tor zur Antarktis. An der Südwestspitze der Insel befinden sich in überwältigender Landschaft aus Fels und Eis die Forschungsstationen von fünf Nationen: Chile, Russland, Uruguay, Südkorea und China – verschiedene Kulturen treffen in einem der lebensfeindlichsten Gebiete unserer Erde aufeinander. Im Sommer sind auf King George Island mehr als 500 Menschen stationiert. Um die täglichen Herausforderungen auf dem eisigen Terrain zu meistern, brauchen die Forschenden Entdeckerdrang und eisernen Willen. Eine Gruppe junger deutscher Wissenschaftler um den Polarornithologen Hans-Ulrich Peter erforscht die Veränderungen von Pinguin- und Raubmöwenbeständen. Dabei müssen sie sich vor den tückischen Attacken der Raubmöwen in Acht nehmen. Ein paar Hundert Meter weiter befindet sich eine chilenische Luftwaffenbasis. Der Kommandant Sergio Cubillos und seine Truppe betreiben nicht nur den Flughafen und garantieren so den Kontakt zur Aussenwelt, sie kümmern sich auch um die Villa Las Estrellas, eine chilenische Siedlung auf der Insel. Cubillos' Vorgänger war an den gewaltigen logistischen Aufgaben und der Verantwortung für das Überleben der Menschen fast gescheitert. Die russische Forschungsstation Bellingshausen ist die älteste Station auf King George Island. In der südlichsten russisch-orthodoxen Kirche der Welt lässt Pope Palladiy keine Möglichkeit aus, den Menschen Beistand zu leisten. Im Winter herrscht in der Antarktis am Tag Dunkelheit. Bei Polarstürmen und bis zu 50 Grad Celsius unter null verlassen selbst die Pinguine die Insel.
Als die Regisseurin Jeanne Lefèvre das Haus ihrer Grosseltern ausräumt, stösst sie auf Zeitungsausschnitte, Fotos, 8-mm-Filme und ein Tagebuch. Der Fund dokumentiert eine Reise ihres Grossvaters, des Kernforschers und Ingenieurs Bruno Parlier, nach Adélieland, einen von Frankreich beanspruchten Teil der Antarktis, im Jahr 1959. Lefèvre beschliesst, seinen Weg bis zum Südpol anhand der Archivdokumente nachzuverfolgen. An Bord des Schiffes Astrolabe, das Hobart in Tasmanien mit Adélieland verbindet, durchquert sie das eisige Südpolarmeer, passiert atemberaubende Landschaften aus Packeis und Gletschern und erreicht schliesslich die Dumont-d'Urville-Forschungsstation. Sie will erkunden, was ihr verstorbener Grossvater hier erlebte. Gleichzeitig möchte sie die antarktische Welt der Wissenschaft selbst entdecken und davon erzählen. Im Gespräch mit den Forschenden der Station erfährt sie, dass sich die Herausforderungen hier innerhalb von nur zwei Generationen radikal verändert haben: Während in den 1960er-Jahren die Kernforschung im Mittelpunkt stand, geht es heute um das alarmierende Voranschreiten des Klimawandels. In Adélieland werden essenzielle Daten gesammelt, um die globalen Umbrüche der Zukunft verstehen und vorhersagen zu können. Vor der Kamera und im Aquarellskizzenbuch hält Jeanne ihre Reise aus der Ich-Perspektive fest. So entsteht ein ehrliches, einfühlsames Porträt dieser unwirtlichen und faszinierenden Landschaft. Es ist eine Welt, die sich kaum in Worte fassen lässt, geprägt von den Legenden der ersten Entdecker und Pioniere.
Der Grossvater von Wilhelm Drewes war Ortsvorsteher in Frankenfelde, als 1942 ein 21-jähriger polnischer Zwangsarbeiter gehängt wurde, weil er eine Beziehung mit einem deutschen Mädchen aus dem Dorf hatte. Drewes hat davon erst nach dem Tod des Opas erfahren. Er fühlt sich verpflichtet, dem hingerichteten Polen eine Gedenktafel im Dorf aufzustellen. Bei einer Versammlung möchte er die anderen Frankenfelder für sein Vorhaben gewinnen. Die Tafel soll durch möglichst viele kleine Spenden finanziert werden – als Ausdruck ihrer hohen Akzeptanz im Dorf. Um sein Vorhaben zu verwirklichen, muss Drewes die politischen Gräben in seinem Dorf überwinden. Die vom Brandenburger Verfassungsschutz als rechtsextremistischer Verdachtsfall eingestufte 'Alternative für Deutschland' ist stärkste Partei im Dorf und dürfte laut Prognosen bei den anstehenden Landtagswahlen nochmals zulegen. Die Politik spalte das Dorf, erzählen Alteingesessene. Zu der Versammlung hat Wilhelm Drewes einen besonderen Gast eingeladen. Nach langer Suche ist es ihm gelungen, die Grossnichte des Polen ausfindig zu machen. Die Familie hat seit mehreren Generationen nach Wladyslaw Stuczynski gesucht, erst durch Wilhelm Drewes hat Katarzyna Swiatkiewicz erfahren, was mit ihrem Grossonkel geschehen ist. Die Reportage begleitet Wilhelm Drewes fünf Monate lang – bis zum Geburtstag des hingerichteten Polen – bei seinem Vorhaben. Wilhelm Drewes hofft, an diesem Tag die Gedenktafel in Frankenfelde einweihen zu können.
(1): Cicchetti – Venezianische Tapas In Venedig trifft man sich abends gerne in einem Bacaro, einer traditionellen Taverne, wo zu einem Glas Wein kleine Appetithäppchen – sogenannte Cicchetti – serviert werden. Küchenchef Matteo Pinto stellt dem Journalisten Antoine Leclaire diese lokale Spezialität vor und nimmt ihn mit auf eine Bacari-Tour. Der Geograf und Ernährungswissenschaftler Pierre Raffard erzählt von der venezianischen Lebensart, der kaufmännischen Tradition und den für die Region typischen Bitterspirituosen. (2): Ein Biss'chen Heimat: Patrick, ein Venezianer in Nancy Patrick stammt aus Venetien und zog im Alter von 17 Jahren in das französische Nancy. Für seine Freunde kocht er Risotto mit Meeresfrüchten – natürlich mit venezianischem Reis. Er spricht über das Kantinenessen in Frankreich und die Meeresfrüchte seiner Heimatregion. Und er erläutert, warum man nirgendwo auf der Welt so viel vom Pastakochen versteht wie in Italien. (3): Ran an die Töpfe! Appetit bekommen? Hier gibt es ein Rezept für Cicchetti, das sich leicht nachkochen lässt. Also: Ran an die Töpfe! ------------------------------- Rezept für Cicchetti Zutaten für 8 Personen: 1 kg Sardinen 4 weisse Zwiebeln 60 cl Weissweinessig 100 g Rosinen 100 g Pinienkerne 3 Eigelb 150 g Mehl Zubereitung: – Die Zwiebeln klein schneiden und bei schwacher Hitze zehn Minuten in einer Pfanne goldbraun braten. – Salzen, mit Essig ablöschen, Rosinen und Pinienkerne hinzugeben. Bei schwacher Hitze zehn Minuten köcheln lassen. – 24 Stunden ruhen lassen. – Die Sardinen erst in Mehl und dann in Eigelb wenden. – Bei starker Hitze auf jeder Seite eine Minute in Öl braten. – Eine Schicht Zwiebelmischung (Saor) auf einen Teller geben und die Sardinen darauf verteilen. – Mit einer weiteren Schicht Saor bestreichen. – Auf Toast oder pur geniessen.
Gianni Versaces Kalabrien / Moldau / Biarritz | Themen: Kalabrien: Gianni Versace im Reich der Frauen / Jüdische Schicksale in Moldau / Argentinien: Ezequiels geröstetes Zicklein / Biarritz: Ein Erfinder zähmt die Sonne
(1): Kalabrien: Gianni Versace im Reich der Frauen Der italienische Modedesigner Gianni Versace polarisierte: Manche kritisierten ihn, weil seine Kreationen den weiblichen Körper übertrieben sexualisierten, andere feierten ihn als Avantgarde-Feministen. Seine Sternstunden hatte Versace Ende der 1980er Jahre. Einen Teil seines Lebens verbrachte der italienische 'King of Bling' in Miami. Doch immer wieder zog es ihn auch in seine kalabrische Heimat, eine schon in der Antike bedeutsame Region, in der Frauen von jeher eine wichtige Rolle spielen. (2): Jüdische Schicksale in Moldau Tragische Ereignisse bringen mitunter grosse Musik hervor. So inspirierte das Pogrom von Chisinau den jüdisch-moldauischen Komponisten Dumitru Miller zu einer Symphonie. Die meisten Juden und Jüdinnen, die einst in der Republik Moldau lebten, starben bei Pogromen und im Holocaust oder flohen vor der Verfolgung aus dem Land. Nur noch ein paar Tausend leben heute hier und pflegen die Erinnerung an das Schicksal der jüdischen Gemeinschaft. (3): Argentinien: Ezequiels geröstetes Zicklein In Mendoza kocht Ezequiel ein traditionelles Regionalgericht: über dem Feuer geröstetes Zicklein mit Grillgemüse. Als Vorspeise gibt es den in der Pfanne geschwenkten Magen. Gereicht wird das Ganze mit einer pikanten Chimichurri-Sosse aus Oregano, gemahlenen Chilischoten, Paprika, Zitrone und Thymian. (4): Biarritz: Ein Erfinder zähmt die Sonne Im 19. Jahrhundert kam der gesamte europäische Adel zum Sonnenbaden in den französischen Atlantikort Biarritz. Am 2. September 1866 verblüffte eine eigenartige Maschine die mondäne Gesellschaft. Präsentiert wurde sie von Augustin Mouchot, einem einfachen Mathematiklehrer, der sich mit seinem Konstrukt einen Platz an der Sonne sichern wollte.
(1): Tunesien: Salihas Stimme In Tunesien hat es die Sängerin Saliha geschafft, ein ganzes Volk mit ihrer Stimme zu vereinen. Ihre Lieder sind zur gemeinsamen Sprache der Tunesierinnen und Tunesier geworden. Saliha wurde 1914 geboren und hat in weniger als zwanzig Jahren die Musikkultur ihres Landes nachhaltig geprägt. Ihre kraftvolle tiefe Stimme war von den mit Zedern bewachsenen Hügeln im Westen Tunesiens bis zu den schattigen Palästen der Medina von Tunis zu hören. Das Lebenswerk der Künstlerin zeichnet sich durch eine grosse stilistische Vielfalt aus und spiegelt sowohl ihre ländlichen Wurzeln als auch die städtischen Einflüsse aus ihrer Zeit in Tunis wider. (2): Schweiz: Alpennation oder Hexenreich? Unfassbare Grausamkeiten, erfundene Verbrechen, Tausende Verurteilte – und das alles ohne jeden Beweis. Die Schweiz gilt als kleine, friedliche und neutrale Nation. Wie konnte ein solches Land drei Jahrhunderte lang so viele Menschen wegen angeblicher Hexerei verfolgen und verbrennen? In keinem anderen Land Europas sollen im Verhältnis zur Bevölkerungszahl so viele Menschen wegen Hexerei hingerichtet worden sein wie in der Schweiz. Noch überraschender ist, dass der Hexenwahn in der Alpennation seinen Ursprung hat. (3): Paris: Marjolaines Salat à la Violette Im 18. Arrondissement von Paris verrät Marjolaine das Spezialrezept, das ihr Vater für ihre kleine Schwester Violette kreiert hat. Eine Mischung aus Brokkoli, Äpfeln, Radieschen, Mimolette-Käse und gehackten Nüssen. Capucine, Marjolaines zweite Schwester, kümmert sich um das Dressing: eine süsse Vinaigrette. Die Geheimzutat darf natürlich nicht fehlen: eine extra Portion Liebe. (4): Spanien: Kleider machen keine Bräute In der galizischen Stadt A Coruña erinnert ein Denkmal hinter dem Herkulesturm an María Pita, die Frau, die 1589 die englische Armada aus Nordspanien vertrieb. Wenige Schritte von der Plaza de María Pita entfernt wird in der Kirche San Jorge eine aussergewöhnliche Hochzeit gefeiert.
Louis, ein junger Kommissar, tritt eine neue Stelle in Roubaix an, einem ehemals prosperierenden Industriestädtchen an der Grenze zu Belgien. Gemeinsam mit seinem Vorgesetzten Kommissar Daoud, der in Roubaix aufgewachsen ist und die Stadt wie seine Westentasche kennt, ermittelt er wegen eines Wohnungsbrands, der in einem etwas heruntergekommenen Viertel gelegt wurde. Zwei junge Nachbarinnen und mögliche Zeuginnen, Claude und Marie, widersetzen sich erst einer Aussage bei der Polizei, haben dann aber trotzdem einen Tipp, wer es gewesen sein könnte. Die von ihnen erkannten Tatverdächtigen haben jedoch alle ein Alibi. Ein paar Tage später erreicht die Polizei ein Anruf der beiden Frauen: Sie seien besorgt, im Nachbarhaus sei etwas im Gange. Eine 80-jährige Frau wird tot aufgefunden, vermutlich ist sie nicht eines natürlichen Todes gestorben. Bei der Polizeiarbeit kommt heraus, dass Claude und Marie sich am Abend der Tat im Nachbarhaus aufgehalten haben. Was hatten sie dort zu suchen und – viel wichtiger: Haben sie etwas mit dem Mord zu tun? Ein atmosphärischer Polizeikrimi, der kritisch auf die Verhörmethoden der Polizei blickt. Es entsteht eine gewisse Sympathie für die Tatverdächtigen, aber auch für die Kommissare, Arnaud Desplechins Hauptfiguren. Vor allem Daoud, intensiv gespielt von Roschdy Zem, trägt die typischen Züge des einsamen Ermittlers aus dem Film noir.
Ripetizione
W
Cast
Roschdy Zem, Léa Seydoux, Sara Forestier, Antoine Reinartz, Chloé Simoneau, Philippe Duquesne, Betty Cartoux
Der Gran Chaco zählt zu den wildesten und ursprünglichsten Regionen Südamerikas – extrem im Klima, faszinierend in seiner Vielfalt. Eine Landschaft der Gegensätze: Dornwälder und flirrende Hitze prägen das Bild. Doch plötzlich öffnet sich ein verborgenes Paradies: Wenn sich die seltenen Salzlagunen mit Wasser füllen, bieten sie unzähligen Vögeln und Wildtieren einen lebenswichtigen Rückzugsort. Eindrucksvolle Naturaufnahmen und seltene Tierbeobachtungen gewähren Einblicke in ein verborgenes Ökosystem – etwa ein frisch geborenes Ameisenbärenjunges, eine seltene Boa in ihrer natürlichen Umgebung oder der nahezu unbekannte Burmeister-Gürtelmull, ein Tier, das Menschen kaum je zu Gesicht bekommen. Begleitet werden auch Wissenschaftlerinnen wie Dr. Rafaela Laino, die sich für den Schutz sensibler Ökosysteme einsetzen. Ihr Ziel: die Rinderzucht und den Erhalt der Biodiversität miteinander zu vereinbaren. Gleichzeitig zeigt die Dokumentation ein aussergewöhnliches kulturelles Miteinander: Indigene Gemeinschaften, paraguayische Viehzüchter und mennonitische Siedler leben seit fast 100 Jahren nebeneinander – drei Lebensweisen, die voneinander profitieren. Einige indigene Gruppen, einst Jäger und Sammler, betreiben heute Rinderzucht – ein Schritt hin zu wirtschaftlicher Eigenständigkeit. Der Gran Chaco ist eine verborgene Welt – voll rauer Schönheit, seltener Tiere und stiller, aber tiefgreifender Veränderungen.
Paraguay – ein Land voller verborgener Schätze. Zwischen dichten Wäldern und weiten Landschaften entfaltet sich eine Welt, in der Geschichte und Natur auf besondere Weise miteinander verwoben sind. Im Süden des Landes zeugen imposante Jesuitensiedlungen wie La Santísima Trinidad de Paraná und Jesús de Tavarangue von einer aussergewöhnlichen Zeit: Hier verschmolzen einst europäische und indigene Kulturen zu einer einzigartigen Gemeinschaft. Musik wurde zum verbindenden Element – bis heute erklingt die paraguayische Harfe, die Guarani. Doch Paraguay bietet mehr: Üppige Naturschutzgebiete wie das Mbaracayú-Reservat offenbaren vielfältige Flora- und Fauna-Welten. Die artenreichsten Biosphären Südamerikas sind voll mit Vogel- und Säugetierarten wie Tukanen und Brüllaffen. In den dichten Wäldern erhalten Menschen wie die Yerba-Bauern uralte Traditionen wie den Anbau des Mate-Tees im Einklang mit der Natur. Majestätische Wasserfälle wie die Saltos del Monday und die gewaltigen Wassermassen des zweitgrössten Staudamms der Welt – dem Itaipú-Staudamm – stehen für die Kraft und Kontraste Paraguays. Zwischen Natur und Kultur entfaltet sich ein Land, das mit Schönheit und Rätseln fasziniert.
Ton ist ein faszinierendes Gestein – im trockenen Zustand empfindlich und spröde, in feuchtem Zustand formbar und nach Einwirkung hoher Temperaturen dauerhaft fest. Aufgrund seiner besonderen Eigenschaften beeinflusst Ton die biologische Welt wie kein anderes Mineral. Und er hat nach der Entdeckung seiner vielseitigen Verwendbarkeit durch den Menschen den Lauf der Geschichte verändert. Um die Besonderheiten des Tons besser zu verstehen, besucht das Kamerateam Forscher, Töpfer und Ziegelhersteller in Indien und geht in Frankreich den Geheimnissen des Gesteins auf den Grund. Anschliessend begibt es sich in Namibia auf die Jagd nach Staubpartikeln und spricht mit Termitenforschern, bevor Wissenschaftler in den USA die entscheidende Rolle des Tons für das Überleben der Ökosysteme auf unserem Planeten aufzeigen.
Nahezu unzerstörbar, die Basis der meisten Gebirge und das Rückgrat der Erde: Granit. Aus ihm besteht ein grosser Teil der Erdkruste und er bildet den Sockel des Festlands. Damit ist Granit für die Entwicklung der biologischen Artenvielfalt unverzichtbar. Um die Beziehung dieses Gesteins zur belebten Welt besser zu verstehen, erforschen Wissenschaftler in den USA, welche Wechselbeziehungen das extrem harte Gestein mit den Pflanzen eingeht. Auch die Agamen, eine Echsenart in Namibia, profitieren von den Eigenschaften des Minerals. In den Aiguilles de Bavella auf Korsika bringen Kletterer die Steine zum Sprechen, während in der Bretagne der Granit als Quell vieler Glaubensrichtungen den Lauf der Geschichte verändert hat. Im Elsass beeinflusst er sogar den Geschmack von Weinen, die zu den besten der Welt zählen. Es zeigt sich also: Überall gibt Granit dem Leben neue Facetten.
Liza Weber, 35, bekam im März 2025 die Diagnose Brustkrebs. Jetzt steckt die Kraftsportlerin mitten in der Chemotherapie und versucht durch Fasten die Nebenwirkungen zu verringern. Wie so viele Betroffene leidet auch Liza unter dem Haarausfall und den vielen Eingriffen in ihren Körper. Doch ihre Kinder, ihr Partner und der Sport geben der zweifachen Mutter Halt. Auf Social Media spricht sie offen über ihre Erkrankung und zeigt sich stark: 'Die Krankheit zeigt mir, was mein Körper kann, wenn er muss.' In Frankreich stellt Magalie Toutain unter Beweis, wie wichtig Bewegung und Gemeinschaft auch nach der Erkrankung sind. Vor 14 Jahren war sie selbst erkrankt, heute organisiert Magalie Radtouren, Laufgruppen und gemeinsame Aktionen für andere Betroffene. Denn Sport, so zeigen Studien, kann nicht nur das Rückfallrisiko senken – er bringt Lebensfreude zurück. Auch beruflich lässt Magalie das Thema Brustkrebs nicht los: Sie ist Gesundheitsmanagerin im Institut Curie, dem grössten Brustkrebszentrum Europas. Libidoverlust, Fatigue, Narbenpflege oder Scheidentrockenheit sind Themen, die Frauen nach der Krebstherapie mitunter jahrelang begleiten, mit denen sie sich aber oft allein gelassen fühlen. Birte Schlinkmeier arbeitet seit 17 Jahren in der Rehaklinik Bad Oexen und spricht mit ihren Patientinnen gezielt über diese vermeintlichen Tabu-Themen. 'Das ist eine Versorgungslücke, die ich versuche zu schliessen', so die Brustkrebs-Krankenschwester.
Amélie ist nicht ganz von dieser Welt. Aber das macht nichts, denn Amélie hat ihre eigene, fabelhafte Welt. Amélie liebt die kleinen Dinge, die leisen Töne und die zarten Gesten. Sie hat ein Auge für Details, die jedem anderen entgehen, und einen Blick für magische Momente, die flüchtiger sind als ein Wimpernschlag. Amélie hat den Kopf in den Wolken. Aber dennoch steht sie mit beiden Beinen auf der Erde. Vielleicht liegt das an den flachen Kieselsteinen, die sie in ihrer Manteltasche sammelt, um sie in freien Minuten übers Wasser hüpfen zu lassen. Vielleicht ist es aber auch ihr Job, der sie in der Realität festhält, denn Amélie arbeitet in einem Café in Montmartre. Eifersüchtige Liebhaber, gescheiterte Genies, tragisch verunglückte Artisten und sehnsuchtskranke Hypochonder bevölkern dieses skurrile kleine Universum. Sie alle tragen schwer an ihrem Schicksal, während Amélie, die bezaubernde Kellnerin mit dem spitzbübischen Lächeln, kleine silberne Tabletts an ihre Tische trägt und ihnen stets ihr grosses Herz serviert. Amélie ist eine Träumerin, aber sie hat einen wachen Blick. Und als sie eines Tages beschliesst, als gute Fee in das Leben ihrer Mitmenschen einzugreifen, weiss sie genau, was sie zu tun hat: Sie schickt einen Gartenzwerg auf Weltreise, sie zaubert jahrzehntelang verschollene Liebesbriefe herbei, sie versetzt erwachsene Männer in ihre Kindheit zurück, sie wird Schutz- und Racheengel in einer Person. Alles scheint ihr zu gelingen, aber als sie Nino trifft, den Mann ihrer Träume, weiss sie nicht, wie sie sich selbst zum Glück verhelfen soll. Mit tausend Dingen bezaubert sie Nino aus der Ferne, doch mutig aus dem Schatten ihrer Fantasie zu treten, ist nicht ihre Sache – bis ihr ein guter Geist auf die Sprünge hilft ...
Von Abbesses bis Sacré-Cour, vom Canal Saint-Martin bis zum Gare de l'Est – die Welt von Amélie Poulain steckt voller Fantasie, Nostalgie und einem Hauch Magie. Eines Tages beschliesst die schüchterne Kellnerin, anderen Menschen zu helfen, und verändert damit ihr Schicksal. Das gebrochene Herz ihrer Concierge heilen oder die Spur ihres Traumprinzen aufstöbern – Amélie widmet sich heimlich zahlreichen Aufgaben, die ein wenig Glück und Poesie um sie herum verbreiten. Die Figuren aus 'Die fabelhafte Welt der Amélie' scheinen einem Technicolor-Märchen entsprungen zu sein, doch man kann sie tatsächlich in den versteckten Winkeln von Paris treffen, wenn man nur weiss, wo man suchen muss. Der Streifzug durch die französische Hauptstadt folgt Menschen durch Paris, die anderen den Alltag verschönern und auf ihre Weise positiv zum grossen Ganzen beitragen möchten. Er führt in ein nostalgisches Schneekugel-Paris, das nichts mit dem echten, modernen Paris zu tun zu haben scheint. Die Spurensuche beginnt in Montmartre im Bistro 'La Midinette', einer wahren Pariser Institution, wo die Concierge Sonia, eine Zugehfrau für über 90-Jährige, regelmässig zu Mittag isst. Im Anschluss geht es mit einer Vélosolex, mittlerweile einem Sammlerobjekt, das Nostalgiker schwärmen lässt, auf Erkundungstour – mit Halt am Gare de l'Est, der mit seiner faszinierenden Architektur lange Zeit als einer der schönsten Bahnhöfe der Welt galt. Nachts, wenn der Eiffelturm zu einem Leuchtturm wird und sich im Canal Saint-Martin die Sterne spiegeln, senkt sich Ruhe über die Stadt. Jetzt gibt es frische Ware im grössten Lebensmittelgrossmarkt der Welt – Rungis. Hier kaufen Restaurantbesitzer wie Stéphane vom Bistro 'La Midinette' am frühen Morgen ganz besondere Produkte ein. Auch im Viertel Sèvres-Babylone legt der Trubel manchmal eine Pause ein – wie im Deyrolle, einem zauberhaften Kuriositätenkabinett in der Rue du Bac 46, das auf ausgestopfte Tiere spezialisiert ist. Weiter geht es mit dem Streetart-Künstler Thoma Vuille, der seit 2000 die Fassaden in Metropolen wie New York, Tokio oder Hongkong mit einer optimistisch lachenden Katze verziert. 2002 verlieh er seiner gelben Katze zwei Flügel, damit sie, ähnlich wie die Taube, die Freiheit verkörpert. Alain Bonhomme wiederum kümmert sich um die alten Schleusen am Canal Saint-Martin, er lebt in seiner eigenen stillen und entschleunigten Welt. Wie bei Amélie Poulain herrscht bei Alain eine andere Zeitdimension. Dann wäre da noch Christelle, die den Bürgern von Paris per Boot lokales Obst und Gemüse aus dem Umland bringt. Oder Oscar Comtet, der in einer versteckten grünen Oase ein romantisches kleines Hotel am Montmartre führt, wo er sogar eigene Hühner hält. Und es gibt noch andere unbeugsame Bewohner, die es vorziehen, versteckt zu leben: Im Herzen von Montmartre trainieren die Mitglieder eines Pétanque-Clubs an einem geheimen Ort. Paris gefällt Amélie Poulain deshalb so gut, weil die Stadt genau wie sie voller Geheimnisse und Wunder steckt. Einige der Menschen, die diese Stadt bewohnen, haben wie die Filmcharaktere eine besondere Wesensart, dieses gewisse Etwas, das dem Leben einen Hauch Poesie, Witz und Magie verleiht.
Die alleinerziehende Sonja lebt mit ihrer Tochter Turið auf den Färöer-Inseln und setzt sich dort als Tierrechts- und Umweltaktivistin gegen den Walfang ein. Mit ihrem Kollegen Páll Hansen ist sie auf brisante Informationen gestossen, die sie gemeinsam veröffentlichen wollen. Nun erhält Páll Drohungen, die ihn sehr beunruhigen. Zu Recht, wie sich herausstellt: Bei einer Autofahrt kommt er unter mysteriösen Umständen von der Strasse ab und wird schwer verletzt. War es ein Anschlag auf sein Leben? Sonja ist alarmiert und bringt ihre Tochter zu ihrer Mutter in Sicherheit. Von der Polizei und der Kommissarin Karla Mohr fühlt sie sich im Stich gelassen. In ihrer Not schickt sie dem investigativen Journalisten Hannis Martinsson eine Videobotschaft – und eröffnet ihm bei der Gelegenheit, dass er ihr leiblicher Vater ist. Hannis macht sich unverzüglich auf den Weg zu den Färöer-Inseln, seiner alten Heimat. Er versucht, Sonja telefonisch zu erreichen. Doch sie antwortet nicht mehr .
Numero episodio
1
Cast
Ulrich Thomsen, Maria Rich, Olaf Johannessen, Mariann Hansen, Gunnvá Zachariassen, Sissal Drews Hjaltalin, Helena Heðinsdóttir
Nachdem der Journalist Hannis seine ihm bis dahin unbekannte Tochter Sonja tot in einer Meeresbucht aufgefunden hat, ist er fest entschlossen herauszufinden, was ihr widerfahren ist. Sonja hatte ihn per Videobotschaft kontaktiert und gewarnt, dass der örtlichen Polizei nicht zu trauen sei. Und auch die ermittelnde Kommissarin Karla Mohr ist misstrauisch gegenüber Hannis. Bei ihren eigenen Ermittlungen tappt sie allerdings noch im Dunkeln. Wo und wann wurde Sonja zuletzt gesehen? War ihr Tod ein Unfall oder doch vielleicht Mord? Hannis ist Karla mehrere Schritte voraus: Er hat einen USB-Stick mit geheimem Recherchematerial gefunden, den Sonja in einer Fischerhütte versteckt hatte. Darauf befindet sich die Tonaufnahme eines Whistleblowers, der von illegalen Machenschaften in der örtlichen Fischfabrik berichtet. Hannis trifft sich mit seinem Bruder Haraldur, der seinen Lebensunterhalt als Walfänger verdient und dementsprechend schlecht auf Sonja und die Tierschutzaktivisten zu sprechen ist. Auch zu Sonjas Mutter Aurora nimmt Hannis Kontakt auf. Ein Wiedersehen nach langer Zeit .
Numero episodio
2
Cast
Ulrich Thomsen, Maria Rich, Olaf Johannessen, Mariann Hansen, Gunnvá Zachariassen, Sissal Drews Hjaltalin, Búi Dam
Kommissarin Karla Mohr stösst bei ihren Ermittlungen zum Tod der Umweltaktivistin Sonja auf Hinweise, die zu ihrem eigenen Sohn Gunnar führen. Könnte er wirklich in die Geschichte involviert sein? Karla gerät noch stärker unter Druck, als ihr Chef eine Pressekonferenz zum aktuellen Ermittlungsstand ansetzt. Derweil folgt Journalist Hannis den Hinweisen, die seine Tochter Sonja vor ihrem Tod hinterlassen hat: Auf der Landkarte, die er in ihrem Unterschlupf gefunden hat, sind mehrere Orte markiert. Sie alle scheinen mit den Geschäften des einflussreichen Unternehmers und Predigers Ragnar í Rong verknüpft zu sein. Der wiederum nähert sich Sonjas Mutter Aurora und ihrer Tochter Turið an .... Unterdessen erhält Karla die Meldung aus der Pathologie, dass Sonja vermutlich von einer Klippe geworfen wurde, als sie bereits tot war. Alles deutet auf Mord hin ... Als Sonjas Kollege Páll Hansen endlich aus dem künstlichen Koma erwacht, erhofft sich Karla wichtige Informationen von ihm. Doch Páll schweigt beharrlich. Hat er Angst vor jemandem?
Numero episodio
3
Cast
Ulrich Thomsen, Maria Rich, Olaf Johannessen, Helena Heðinsdóttir, Mariann Hansen, Gunnvá Zachariassen, Magnus Reinert Gásadal
Hannis trifft den Aktivisten Stewart, der ihm erzählt, dass Sonja am Abend ihres Todes irgendwo einbrechen wollte, um Beweise für eine Story über Korruption in Ragnars Firmen zu bekommen, an der sie mit Páll gearbeitet hatte. Ihre Freundin Jenny wollte ihr dabei helfen. Als Karla bestätigt wird, dass Pálls Auto tatsächlich manipuliert wurde, verhört sie den verdächtigen Automechaniker Bergur, kann ihm aber nichts nachweisen. Karla steht unter Druck. Auf der Pressekonferenz zum Ermittlungsstand erklärt sie, dass die Polizei bei Sonjas Tod von einem tragischen Unfall ausgehe, und hält damit entscheidende Informationen zurück. Zu Hause konfrontiert sie ihren Sohn damit, dass sie Sonjas Kette in seiner Jacke gefunden hat, doch Gunnar gibt sich verschlossen. Karla ist hilflos. Auch die Nachricht ihrer Kollegin Anita, dass man nun doch einen Haftbefehl gegen Bergur beantragen könne wegen nachweislichen Drogenverkaufs, scheint Karla nicht zu erleichtern. Hannis trifft in der Zwischenzeit Jenny, die ihm berichtet, dass Sonja einen Einbruch in Ragnars Firmenzentrale geplant hatte, um an Beweismaterial über einen Umweltskandal zu kommen. Dort habe Sonja sie zum letzten Mal gesehen. Hannis gelangt noch dazu an Sonjas Obduktionsbericht und erfährt nun, dass Sonja bereits tot war, als sie von der Klippe geworfen wurde. Also handelt es sich um Mord. Warum beteuert die Polizei, dass es sich um einen Unfall handelt? Wem kann Hannis noch vertrauen?
Numero episodio
4
Cast
Ulrich Thomsen, Maria Rich, Olaf Johannessen, Michael Worthman, Mariann Hansen, Gunnvá Zachariassen, Magnus Reinert Gásadal
Regia
Davíd Óskar Ólafsson, Peter Ahlén Lavrsen, Kasper Barfoed
Bei der Versicherungsgesellschaft, die den Brand im Haus von Sonjas Whistleblower bearbeitet hat, findet Hannis heraus, dass alles auf Brandstiftung hindeutet. Doch die Sache sollte auf Nachdruck des Vorstands schnell ad acta gelegt werden. Jenny kopiert währenddessen heimlich die Aufnahmen der Überwachungskameras in Ragnars Firma, die beweisen, dass Sonja am Abend vor ihrem Verschwinden noch einmal dort war. Dabei wird Jenny beinahe von Ragnar ertappt, der sie zur Rede stellt und nun über ihren Kontakt zu Hannis Bescheid weiss. Die Polizei schreibt Bergur zur Fahndung aus und kann den Verfasser der Drohungen an Sonja identifizieren, der bereits auf einem von Ragnars Trawlern angeheuert hat. Im Verhör gesteht der Flüchtige – ein Freund Bergurs – die Drohungen, streitet jedoch ab, mit dem Mord etwas zu tun zu haben. Bergur verlangt für die geleisteten Dienste Schutz von Ragnar und versucht, ihn zu erpressen, doch der lässt ihn abblitzen. Hannis stattet Ragnar einen Besuch ab, konfrontiert ihn mit seinen Recherchen und beschuldigt ihn des Mordes an Sonja. Als er Kommissarin Karla seine Erkenntnisse über die vertuschte Brandstiftung mitteilt, wird diese gerade benachrichtigt, dass Bergur aufgefunden wurde – tot. Eine Überdosis? Der Fall scheint gelöst, doch Karla ist sich nicht sicher, ob ihr verschlossener Sohn Gunnar nicht etwas verheimlicht – und was es mit Hannis' Erkenntnissen auf sich hat, die Ragnar belasten. Hannis folgt dieser Spur und sucht in Ragnars Haus nach weiteren Beweisen. Dabei wird er überrascht .
Numero episodio
5
Cast
Ulrich Thomsen, Maria Rich, Olaf Johannessen, Sissal Drews Hjaltalin, Helena Heðinsdóttir, Mariann Hansen, Gunnvá Zachariassen
Regia
Davíd Óskar Ólafsson, Peter Ahlén Lavrsen, Kasper Barfoed
Ragnar droht Hannis, dass seinem Bruder Haraldur etwas zustossen könnte, wenn er seine Nachforschungen nicht sofort einstellt. Karla kommt es gelegen, dass sie den toten Bergur für die Tat verantwortlich machen kann, auch wenn sie Hannis' Hinweisen auf eine Verstrickung von Ragnar weiter nachgeht. Ihre Kollegin Anita hat mittlerweile herausgefunden, dass Karla Beweismaterial manipuliert hat, ist sich aber nicht sicher, wie sie damit umgehen soll. Jenny vermutet aufgrund des Obduktionsberichts, dass Sonja in Süsswasser ertrunken ist, und kann das mit Hannis' Hilfe nachweisen. Wurde Sonja beim Stöbern in Ragnars Büro überrascht, im Bach hinter dem Haus ertränkt und dann ins Meer geworfen? Hannis' Verdacht fällt auf Ragnars Sohn Trygvi. Er fragt an verschiedenen Tankstellen und hat tatsächlich Erfolg: Trygvi war mit einem Freund am fraglichen Abend mit dem Auto seines Vaters unterwegs. Wütend stellt Hannis Trygvi in der Hochschule zur Rede und droht ihm. Als dessen Freund Gunnar, Karlas Sohn, die Konfrontation beobachtet, rennt er weg. Hannis verfolgt Gunnar und erwischt ihn letzten Endes auch. Alarmiert nimmt Karla die Verfolgung auf. Kommt sie noch rechtzeitig, um ihren Sohn Gunnar vor Hannis zu bewahren?
Numero episodio
6
Cast
Ulrich Thomsen, Maria Rich, Olaf Johannessen, Mariann Hansen, Gunnvá Zachariassen, Magnus Reinert Gásadal, Sissal Drews Hjaltalin
Regia
Davíd Óskar Ólafsson, Peter Ahlén Lavrsen, Kasper Barfoed
Abgeschieden vor der isländischen Küste im Nordatlantik liegen die Vestmannaeyjar, die sogenannten Westmännerinseln. Die Bewohner dieser Inselgruppe, die im Zuge von Vulkanausbrüchen im Meer entstand, lernten den Umgang mit der intensiven, bisweilen lebensbedrohlichen Vulkantätigkeit. 1973 ereignete sich auf der einzig bewohnten Insel des Archipels, Heimaey, eine aussergewöhnliche Naturkatastrophe: Mitten in der gleichnamigen Stadt bildete sich ein Vulkan. Lavafontänen schossen aus einer Erdspalte Hunderte Meter hoch und es regnete glühende Gesteinsbrocken. Die Einwohner wurden evakuiert und etwa 400 Gebäude unter der Lava begraben. Seitdem gilt Heimaey als Pompeji des Nordens. Damals gelang es den freiwilligen Helfern, den Lavastrom mit Hilfe von Meerwasser einzudämmen. Anstatt das gefährliche Gebiet zu verlassen, haben die Vestmenn – die 'Männer des Westens' – hier später wieder Familien gegründet und Häuser gebaut. Doch die Vulkane bringen nicht nur Verwüstung mit sich: Die vergangenen Ausbrüche haben die Inseln mit einer dichten Ascheschicht bedeckt, die einen grossartigen natürlichen Dünger darstellt. Arnaud begleitet den Fischer und Schafzüchter Bjarni Barrenstein beim waghalsigen 'Almauftrieb': In einem Fischerboot transportieren sie die Tiere zur nächsten Weide. Mit Hilfe einer hoch aufgehängten Winde setzen Arnaud und Bjarni ein Schaf nach dem anderen auf den zerklüfteten Steilfelsen der Insel an Land. Dort geniessen die Tiere das reichhaltige Gras voller vulkanischer Mineralien. Trotzdem bleiben die Vulkane eine ständige potenzielle Bedrohung für die Bewohner, die längst gelernt haben, mit den Unbilden der Natur zu leben.
Die französische Journalistin und Moderatorin Émilie Aubry beschäftigt sich in diesem Kurzformat mit aktuellen geopolitischen Themen oder liefert Hintergrundinformationen zu besonderen Vorkommnissen.
Am 7. Januar 2025 filmte sich Donald Trump Junior, der älteste Sohn des US-Präsidenten, in Nuuk, der Hauptstadt von Grönland. Sein millionenfach aufgerufenes Video entstand kurz nach der Ankündigung seines Vaters, Grönland annektieren zu wollen. Offiziell war diese Reise von Trump jr. privat, aber alles an ihr ist hochpolitisch. Morten Okkels, dänischer Journalist für Sermitsiaq, entschlüsselt diesen Überraschungsbesuch und die Reaktionen darauf. Auch wenn die erklärten Ambitionen von Donald Trump weltweit auf Unverständnis stossen, erinnert der Historiker Florian Louis doch daran, dass die imperialistischen Bestrebungen der USA nicht neu sind und sich schon immer auf starke Bilder stützen. Foto: x @DonaldJTrumpJr
Am Freitag entschlüsselt Renaud Dély die Ereignisse der Woche zusammen mit unseren Clubmitgliedern. Heute dabei: Iannis Roder (Geschichtslehrer an einem Collège in Seine-Saint-Denis), Catherine Tricot (Leiterin der Zeitschrift Regards), Julie Graziani (Publizistin) sowie die Pressezeichnerin Louison. Misstrauensanträge abgelehnt: Bleibt Sébastien Lecornu im Amt? Der Premierminister hatte zunächst angekündigt, auf Artikel 49.3 zu verzichten, um den Haushalt zu verabschieden. Am 21. Januar entschied er sich schliesslich doch dafür und stellte damit die Stabilität seiner parlamentarischen Mehrheiten auf die Probe. Bislang wurden zwei Misstrauensanträge eingebracht, von denen keiner zum Sturz der Regierung führte – vor allem wegen der Enthaltung der sozialistischen Abgeordneten. Trump wird Grönland nicht angreifen – ein Pyrrhussieg für Europa? Nachdem Donald Trump zunächst angekündigt hatte, Grönland notfalls mit Gewalt einnehmen zu wollen, verzichtete er nach einem Gespräch mit dem NATO-Generalsekretär schliesslich auf eine militärische Intervention. Wir begrüssen Frédéric Ferrer, Dramatiker und Theaterregisseur, der sein Stück 'Comment Nicole a tout pété' vorstellt. Es ist bis zum 7. Februar im Théâtre du Rond-Point in Paris zu sehen und rekonstruiert eine öffentliche Debatte, die von der Commission Nationale du Débat Public organisiert wurde. Diese Woche traten 26 neue Mitglieder dem von Donald Trump gegründeten 'Friedensrat' bei. Unter dem lebenslangen Vorsitz des amerikanischen Präsidenten präsentiert sich dieses Gremium offen als Konkurrent der UNO – das Duell der Woche von Frédéric Says. Um gegen die zahlreichen Beschimpfungen und Falschinformationen auf X vorzugehen, richtete das französische Aussenministerium dort einen Account ein, der sich den Codes des Internets anpasst und somit entgegen der Diplomatie handelt – zur grossen Freude der Internetnutzer. Natacha Triou berichtet in ihrem Point Com. Ausserdem: die Internationale Schlagzeile über die Niederschlagung der Demonstrationen im Iran, die von unseren Gästen ausgewählten Fotos der Woche sowie die Geschichte der Woche von Frédéric Pommier über die Versteigerung von Gemälden Adolf Hitlers.
Faszinierende Landschaften, eine artenreiche Tierwelt und abenteuerliche Geschichten: Das sind die 7.000 Inseln der Karibik. Die Karibik mit ihren Inseln und Atollen ist für heutige Forscher ein wichtiger Schlüssel zum Verständnis geologischer, klimatischer und biologischer Vorgänge auf unserem Planeten. Kaum eine Region bietet eine solch überwältigende Biodiversität und so viele Superlative. Flora und Fauna sind hier einzigartig: Etwa 72 Prozent der rund 11.000 Pflanzen in der Karibik gibt es nur hier. Im Karibischen Meer tummeln sich etwa 1.400 Arten, darunter allein 76 Haigattungen. Nicht nur Wale suchen die Karibik als Rückzugsgebiet auf. Über 700 Tierarten, die global vom Aussterben bedroht sind, finden hier Lebensraum. Ausserdem ist diese Traumregion ein geologischer Hotspot: Vulkane bilden einen kleinen 'Ring of Fire'. Sie halten die Menschen in Atem. Doch die Karibik war nie das friedliche Paradies, als das es vielen scheint. Katastrophen prägen ihre Geschichte von Anbeginn an: Sei es der Einschlag des Meteoriten, der vermutlich zum Untergang der Dinosaurier führte, oder Erdbeben und tropische Wirbelstürme mit tödlicher Kraft. Grandiose Natur, bewegte Geschichte, so viele Chancen, so viele Risiken. Die Dokumentation 'Abenteuer Karibik' beleuchtet ein aussergewöhnliches Naturparadies, an dem die Zivilisation nicht spurlos vorübergangen ist.
In Paris fällt es den fleissigen Insekten leicht, Nahrung zu finden, auch dank der über das ganze Jahr verteilten Blütezeiten. Die abwechslungsreiche Stadtvegetation bietet den Bienen eine Nahrungsvielfalt, die es auf dem Land aufgrund von Monokulturen häufig nicht mehr gibt. Zudem wurde in Paris entschieden, den Gebrauch von Pestiziden ganz einzustellen. Selbst vom Aussterben bedroht, ist die Biene damit zum Symbol des Erhalts der Biodiversität geworden. Eines der Habitate der Honigbienen von Paris existiert schon seit rund 400 Jahren: der Jardin des Plantes, ein botanischer Garten. Hier finden sich, etwas versteckt, Bienenstöcke, die von der Gärtnerin Vanessa Voskoboïnikoff umsorgt werden. Abseits der Öffentlichkeit wähnt man sich weit draussen auf dem Land, und doch ist man mitten im Herzen von Paris. Ruhe ist für die Tiere auch in der Stadt wichtig. Die Honigbiene ist ein sogenanntes staatenbildendes Insekt. Sie kann nur in der Gemeinschaft leben. In der Hochsaison zählt ein Bienenstock etwa 50.000 Bienen und produziert im Schnitt 30 Kilogramm Honig. Um zu wissen, wann es Zeit ist zu ernten, überprüfen die Imker mit Hilfe eines Refraktometers den Feuchtigkeitsgehalt. Auch der Parc de la Villette beheimatet Bienenstöcke in einem Schulbauernhof. Hier betreibt der junge Imker Pierre Merlet ein engagiertes Bienenprojekt. Er gewinnt Honig und klärt nebenher regelmässig interessierte Gruppen über das Wohl und die Probleme der Honigbienen auf. Pierre hat die aktuellen ökologischen Herausforderungen im Blick. Er liebt es, sein Wissen und seine Leidenschaft mit anderen zu teilen.
(1): Cicchetti – Venezianische Tapas In Venedig trifft man sich abends gerne in einem Bacaro, einer traditionellen Taverne, wo zu einem Glas Wein kleine Appetithäppchen – sogenannte Cicchetti – serviert werden. Küchenchef Matteo Pinto stellt dem Journalisten Antoine Leclaire diese lokale Spezialität vor und nimmt ihn mit auf eine Bacari-Tour. Der Geograf und Ernährungswissenschaftler Pierre Raffard erzählt von der venezianischen Lebensart, der kaufmännischen Tradition und den für die Region typischen Bitterspirituosen. (2): Ein Biss'chen Heimat: Patrick, ein Venezianer in Nancy Patrick stammt aus Venetien und zog im Alter von 17 Jahren in das französische Nancy. Für seine Freunde kocht er Risotto mit Meeresfrüchten – natürlich mit venezianischem Reis. Er spricht über das Kantinenessen in Frankreich und die Meeresfrüchte seiner Heimatregion. Und er erläutert, warum man nirgendwo auf der Welt so viel vom Pastakochen versteht wie in Italien. (3): Ran an die Töpfe! Appetit bekommen? Hier gibt es ein Rezept für Cicchetti, das sich leicht nachkochen lässt. Also: Ran an die Töpfe! ------------------------------- Rezept für Cicchetti Zutaten für 8 Personen: 1 kg Sardinen 4 weisse Zwiebeln 60 cl Weissweinessig 100 g Rosinen 100 g Pinienkerne 3 Eigelb 150 g Mehl Zubereitung: – Die Zwiebeln klein schneiden und bei schwacher Hitze zehn Minuten in einer Pfanne goldbraun braten. – Salzen, mit Essig ablöschen, Rosinen und Pinienkerne hinzugeben. Bei schwacher Hitze zehn Minuten köcheln lassen. – 24 Stunden ruhen lassen. – Die Sardinen erst in Mehl und dann in Eigelb wenden. – Bei starker Hitze auf jeder Seite eine Minute in Öl braten. – Eine Schicht Zwiebelmischung (Saor) auf einen Teller geben und die Sardinen darauf verteilen. – Mit einer weiteren Schicht Saor bestreichen. – Auf Toast oder pur geniessen.
Gianni Versaces Kalabrien / Moldau / Biarritz | Themen: Kalabrien: Gianni Versace im Reich der Frauen / Jüdische Schicksale in Moldau / Argentinien: Ezequiels geröstetes Zicklein / Biarritz: Ein Erfinder zähmt die Sonne
(1): Kalabrien: Gianni Versace im Reich der Frauen Der italienische Modedesigner Gianni Versace polarisierte: Manche kritisierten ihn, weil seine Kreationen den weiblichen Körper übertrieben sexualisierten, andere feierten ihn als Avantgarde-Feministen. Seine Sternstunden hatte Versace Ende der 1980er Jahre. Einen Teil seines Lebens verbrachte der italienische 'King of Bling' in Miami. Doch immer wieder zog es ihn auch in seine kalabrische Heimat, eine schon in der Antike bedeutsame Region, in der Frauen von jeher eine wichtige Rolle spielen. (2): Jüdische Schicksale in Moldau Tragische Ereignisse bringen mitunter grosse Musik hervor. So inspirierte das Pogrom von Chisinau den jüdisch-moldauischen Komponisten Dumitru Miller zu einer Symphonie. Die meisten Juden und Jüdinnen, die einst in der Republik Moldau lebten, starben bei Pogromen und im Holocaust oder flohen vor der Verfolgung aus dem Land. Nur noch ein paar Tausend leben heute hier und pflegen die Erinnerung an das Schicksal der jüdischen Gemeinschaft. (3): Argentinien: Ezequiels geröstetes Zicklein In Mendoza kocht Ezequiel ein traditionelles Regionalgericht: über dem Feuer geröstetes Zicklein mit Grillgemüse. Als Vorspeise gibt es den in der Pfanne geschwenkten Magen. Gereicht wird das Ganze mit einer pikanten Chimichurri-Sosse aus Oregano, gemahlenen Chilischoten, Paprika, Zitrone und Thymian. (4): Biarritz: Ein Erfinder zähmt die Sonne Im 19. Jahrhundert kam der gesamte europäische Adel zum Sonnenbaden in den französischen Atlantikort Biarritz. Am 2. September 1866 verblüffte eine eigenartige Maschine die mondäne Gesellschaft. Präsentiert wurde sie von Augustin Mouchot, einem einfachen Mathematiklehrer, der sich mit seinem Konstrukt einen Platz an der Sonne sichern wollte.
(1): Tunesien: Salihas Stimme In Tunesien hat es die Sängerin Saliha geschafft, ein ganzes Volk mit ihrer Stimme zu vereinen. Ihre Lieder sind zur gemeinsamen Sprache der Tunesierinnen und Tunesier geworden. Saliha wurde 1914 geboren und hat in weniger als zwanzig Jahren die Musikkultur ihres Landes nachhaltig geprägt. Ihre kraftvolle tiefe Stimme war von den mit Zedern bewachsenen Hügeln im Westen Tunesiens bis zu den schattigen Palästen der Medina von Tunis zu hören. Das Lebenswerk der Künstlerin zeichnet sich durch eine grosse stilistische Vielfalt aus und spiegelt sowohl ihre ländlichen Wurzeln als auch die städtischen Einflüsse aus ihrer Zeit in Tunis wider. (2): Schweiz: Alpennation oder Hexenreich? Unfassbare Grausamkeiten, erfundene Verbrechen, Tausende Verurteilte – und das alles ohne jeden Beweis. Die Schweiz gilt als kleine, friedliche und neutrale Nation. Wie konnte ein solches Land drei Jahrhunderte lang so viele Menschen wegen angeblicher Hexerei verfolgen und verbrennen? In keinem anderen Land Europas sollen im Verhältnis zur Bevölkerungszahl so viele Menschen wegen Hexerei hingerichtet worden sein wie in der Schweiz. Noch überraschender ist, dass der Hexenwahn in der Alpennation seinen Ursprung hat. (3): Paris: Marjolaines Salat à la Violette Im 18. Arrondissement von Paris verrät Marjolaine das Spezialrezept, das ihr Vater für ihre kleine Schwester Violette kreiert hat. Eine Mischung aus Brokkoli, Äpfeln, Radieschen, Mimolette-Käse und gehackten Nüssen. Capucine, Marjolaines zweite Schwester, kümmert sich um das Dressing: eine süsse Vinaigrette. Die Geheimzutat darf natürlich nicht fehlen: eine extra Portion Liebe. (4): Spanien: Kleider machen keine Bräute In der galizischen Stadt A Coruña erinnert ein Denkmal hinter dem Herkulesturm an María Pita, die Frau, die 1589 die englische Armada aus Nordspanien vertrieb. Wenige Schritte von der Plaza de María Pita entfernt wird in der Kirche San Jorge eine aussergewöhnliche Hochzeit gefeiert.
Im Laufe der Evolution ist es den Greifvögeln gelungen, sechs der sieben Kontinente zu erobern. Wegen ihrer Jagdkünste werden sie bewundert und gefürchtet. Die Gruppe der Greifvögel ist mit rund 300 Arten äusserst vielfältig und hat einige kuriose Mitglieder. Die Dokumentation beginnt mit einem der mächtigsten Vertreter der Greifvögel, dem afrikanischen Kronenadler. Seine Krallen sind so lang wie die eines Grizzlybären und können stärker zupacken als das Gebiss eines Rottweilers. Seine bevorzugte Beute sind Grünmeerkatzen und Antilopen, die bis zu 30 Kilogramm schwer sein können. Das in Südostasien lebende Finkenfälkchen wird dagegen nur 14 bis 17 Zentimeter gross. Im schnellen Flug erbeutet der Vogel geschickt Schmetterlinge und andere Insekten. Trotz der enormen Unterschiede in Grösse, Ernährung, Lebensraum und Lebensweise haben alle Greifvögel drei Merkmale gemeinsam: einen gebogenen Schnabel, eine Vorliebe für Fleisch sowie Krallen, die perfekt an das Jagdverhalten der jeweiligen Art angepasst sind. Die kurzen Krallen der Eule zerquetschen Nagetiere, die langen Fänge des Falken ermöglichen es, die Beute in der Luft zu greifen, und die gebogenen Krallen des Fischadlers sind im wahrsten Sinne des Wortes Angelhaken. Mit diesen Fähigkeiten können Greifvögel fast jeden Lebensraum erobern. In South Dakota nutzt eine Prärieeule den Dung von Bisons, um Insekten für ihre Jungen anzulocken. Und auf ihrem Flug in den Süden legen hunderttausende Amurfalken in Nagaland im Nordosten Indiens einen Zwischenstopp ein, um sich für einen der grössten Vogelzüge zu stärken. Doch auf die geborenen Jäger lauern auch Gefahren. Ein Jahr lang begleitet der Film die Tiere und zeigt, wie sie Herausforderungen erfolgreich meistern.
In der Arktis steht der Winter vor der Tür. Die Temperaturen sinken auf bis zu minus 60 Grad Celsius. Dieser unwirtliche Ort ist das Zuhause einer jungen Schnee-Eule. Auf ihren Beutezügen legt sie viele Kilometer zurück, ihre ständige Suche nach Nahrung führt sie manchmal sogar in bewohnte Gebiete. Doch nicht nur die Schnee-Eule hat sich perfekt an extreme Lebensbedingungen angepasst. Die Federn des Wespenbussards, der in den Bergen Taiwans Hornissennester plündert, sind mit einer speziellen Beschichtung versehen, die ihn vor Stichen schützt. Der Sekretär wiederum, der im afrikanischen Grasland lebt, scheint auf Stelzen zu laufen. Mit seinen langen, kräftigen Beinen kann er Beutetiere packen, die fünfmal so schwer sind wie er selbst. Greifvögel entwickeln oft unerwartete Fähigkeiten und sind erfinderisch, wenn es darum geht, neue Nischen zu erobern. Waldkäuze prägen sich ihre Umgebung genau ein, um auch bei völliger Dunkelheit ihre bevorzugten Jagdplätze zu finden. Andere Arten setzen auf soziales Miteinander: Während die meisten Greifvögel Einzeljäger sind, schliessen sich auf den Falklandinseln junge Falklandkarakaras zu Banden zusammen. Die Höhlenweihe kommt in fast allen Lebensräumen Afrikas südlich der Sahara zurecht. Mit ihren äusserst beweglichen Beinen kann sie die Nisthöhlen anderer Vögel inspizieren und die Küken herausholen. In Texas warten verschiedene Greifvögel jeden Abend geduldig darauf, dass rund 20 Millionen Fledermäuse die Höhle Bracken Cave verlassen, um ihre Beute zu machen, und der Riesenseeadler zieht im Winter an die entlegenen Küsten Nordjapans, um vom Beifang der Fischerboote zu profitieren. Greifvögel scheinen immer eine Lösung für extreme Herausforderungen zu finden. Doch wie sieht ihre Zukunft aus?
Rotfussfalke, Brandgans und Kampfläufer sind die Hauptdarsteller dieser aufwendig gedrehten Dokumentation. Ausgangspunkt des Films sind die individuellen Zugrouten einzelner Vögel, die von Ornithologen mit GPS-Sendern ausgestattet wurden. Nie zuvor konnten diese Routen im Fernsehen mit Genauigkeit dargestellt werden. Neben eindrucksvollen Naturaufnahmen bietet die Dokumentation auch überraschende Einblicke in ein komplexes Naturphänomen: Denn das Wunder des Vogelzugs beschränkt sich keineswegs auf Frühling und Herbst. Und die Bewegungen der Vögel sind weit vielschichtiger als die blosse Pendelbewegung zwischen Nord und Süd. Der Vogelzug hat unzählige Varianten. Die Dokumentation beleuchtet das faszinierende Phänomen von einer neuen Seite. 'Zugvögel – Ein Jahr vergeht im Flug' porträtiert Vogelarten, die im Lauf des Jahres einen wichtigen Knotenpunkt des internationalen Vogelflugverkehrs besuchen – oder ihn klimabedingt überhaupt nicht mehr verlassen: den Neusiedler See.
Liza Weber, 35, bekam im März 2025 die Diagnose Brustkrebs. Jetzt steckt die Kraftsportlerin mitten in der Chemotherapie und versucht durch Fasten die Nebenwirkungen zu verringern. Wie so viele Betroffene leidet auch Liza unter dem Haarausfall und den vielen Eingriffen in ihren Körper. Doch ihre Kinder, ihr Partner und der Sport geben der zweifachen Mutter Halt. Auf Social Media spricht sie offen über ihre Erkrankung und zeigt sich stark: 'Die Krankheit zeigt mir, was mein Körper kann, wenn er muss.' In Frankreich stellt Magalie Toutain unter Beweis, wie wichtig Bewegung und Gemeinschaft auch nach der Erkrankung sind. Vor 14 Jahren war sie selbst erkrankt, heute organisiert Magalie Radtouren, Laufgruppen und gemeinsame Aktionen für andere Betroffene. Denn Sport, so zeigen Studien, kann nicht nur das Rückfallrisiko senken – er bringt Lebensfreude zurück. Auch beruflich lässt Magalie das Thema Brustkrebs nicht los: Sie ist Gesundheitsmanagerin im Institut Curie, dem grössten Brustkrebszentrum Europas. Libidoverlust, Fatigue, Narbenpflege oder Scheidentrockenheit sind Themen, die Frauen nach der Krebstherapie mitunter jahrelang begleiten, mit denen sie sich aber oft allein gelassen fühlen. Birte Schlinkmeier arbeitet seit 17 Jahren in der Rehaklinik Bad Oexen und spricht mit ihren Patientinnen gezielt über diese vermeintlichen Tabu-Themen. 'Das ist eine Versorgungslücke, die ich versuche zu schliessen', so die Brustkrebs-Krankenschwester.
(1): Festessen aus den Anden: Chiriuchu mit Meerschweinchen In Cuzco im peruanischen Andenhochland kocht man gern Chiriuchu – ein Gericht, das neben vielen anderen lokalen Produkten auch Meerschweinchenfleisch enthält. An der Seite von Küchenchefin Rocío Zuñiga entdeckt der Journalist Arnaud Théry, wie die Peruaner dem Tier Opfergaben darbringen, bevor sie das Chiriuchu zubereiten. Der Geograf und Ernährungswissenschaftler Pierre Raffard spricht über die im Andenraum unter dem Begriff 'Ayni' gängige Tradition der gegenseitigen Hilfe, die Verschmelzung der traditionellen mit der modernen peruanischen Küche und die Tabus rund um den Verzehr bestimmter Tierarten. (2): Ein Biss'chen Heimat: Cecilia, eine Peruanerin in Toulouse Die Peruanerin Cecilia lebt seit 20 Jahren in Toulouse. Sie lädt ihre Freunde zu einem Chiriuchu ein – ohne Meerschweinchen. Bei der Zubereitung erzählt Cecilia vom faden Mensa-Essen in Frankreich, vom Riesenmais aus den Anden und vom Meerschweinchenfleisch, das ihre Mutter bei jedem ihrer Heimatbesuche für sie zubereitet und das auch ihre französischen Freunde auf Reisen in Peru bereits gekostet haben. (3): Ran an die Töpfe! Appetit bekommen? Hier gibt es ein Rezept für Chiriuchu ohne Meerschweinchen, das sich leicht nachkochen lässt. Also: Ran an die Töpfe! ------------------------------- Rezept für Chiriuchu Zutaten für 6 Personen: 1 Kaninchen 2 Hähnchenschenkel 1 rohe Chorizo-Wurst 1 Habanero-Chilischote 250 g Mais aus der Dose 200 g frischer Schafskäse 1 kleines Glas Forellenkaviar 1 Zitrone 1 Würfel Hühnerbrühe Marinade: 1 Bund Koriander 8 Knoblauchzehen 2 TL Kreuzkümmel Torrejas: 250 g Maisstärke 1 Ei 1 TL Chilipulver 100 g Kürbispüree 1 Bund Schnittlauch Zubereitung: – Alle Zutaten für die Marinade im Mörser zerkleinern. Das Kaninchen mit dieser Paste füllen. Das Kaninchen von aussen mit Zitronensaft beträufeln und im Ofen 45 Minuten bei 175 Grad Celsius braten. – In der Brühe die Hähnchenschenkel 25 Minuten und die Chorizo-Wurst 15 Minuten kochen. – Die Zutaten für die Torrejas zu einem Teig vermischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. – Den Teig löffelweise ausbacken. Auf Küchenpapier abtropfen lassen. – Den abgetropften Mais in einer Pfanne ohne Fett 30 Minuten rösten. Die Chilischote fein hacken. – Das zerkleinerte Kaninchen- und Hähnchenfleisch, die Chorizo-Wurst, die Torrejas, den Mais, die gehackte Chilischote, die Forelleneier und den Käse jeweils getrennt anrichten. Aus diesen Zutaten stellt jeder seine Chiriuchu-Häppchen nach Geschmack zusammen.
(1): Ardèche: Die Bäuerinnen schlagen zurück In den Hügeln der Ardèche verbünden sich sechs Frauen zu dem Kollektiv 'Paysannes en polaire' und agieren gemeinsam gegen Sexismus in der Landwirtschaft. Die Bäuerinnen Guilaine Trossat, Florie Salanié, Marion Boissier, Céline Berthier und Fanny Demarque schufen mit der Zeichnerin Maud Bénézit den auf Fakten beruhenden Comic 'Il est où le patron?' über den Alltag der drei Landwirtinnen Jo, Anouk und Coline. (2): Die Spreewaldgurke, Nostalgieprodukt der Ostdeutschen Was ist klein, grün und knackig? Die Spreewaldgurke! Benannt ist sie nach ihrer Herkunftsregion südöstlich von Berlin. Besonders den Ostdeutschen ist die eingelegte Gurke als typisches Ostalgie-Produkt lieb und teuer. Sie ist so begehrt, dass sie als eine der wenigen früheren DDR-Marken die Wiedervereinigung überdauert hat. (3): Bulgarien: Tanchas Kachamak In Chelopek pflückt Tancha im Garten Petersilie für ihre Kachamak, das bulgarische Pendant der Polenta. Dafür bringt Tancha zuerst Wasser zum Kochen und gibt unter ständigem Rühren selbst hergestelltes Maismehl dazu. Zum Schluss verfeinert sie die Masse mit Butter, Paprika und Bockshornklee. (4): New York: Weissbrot – aber bitte in Scheiben! Dass geschnittenes Weissbrot in keinem US-amerikanischen Haushalt fehlt, ist Otto Frederick Rohwedder zu verdanken. Der Selfmade-Ingenieur erfand 1927 in Missouri die erste automatische Brotschneidemaschine. Innerhalb weniger Jahre war sie in allen Bäckerläden anzutreffen und revolutionierte den amerikanischen Lifestyle.
Madagskar / Frankreich / Deutschland | Themen: Madagaskar: Ein Blick in die Seele der Roten Insel / Frankreich: Der Flachs von Mayenne / Schottland: Alisons Rinderbraten / Deutschland: Jazz im 'Ätherkrieg'
(1): Madagaskar: Ein Blick in die Seele der Roten Insel Im Laufe seines Lebens hat Pierrot Men unzählige Menschen fotografiert. Man könnte sogar sagen, dass er das Wesen Madagaskars wie seine Westentasche kennt. Während seiner Kindheit an der Ostküste des Landes hatte er keinen Bezug zur Fotografie – abgesehen von den kleinen Fotos auf Briefmarken. Dank seinem künstlerischen Gespür wurde der Laie später zum bekanntesten madagassischen Fotografen. Seine Werke sind mittlerweile weltbekannt, denn kaum ein anderer Künstler fängt die Ursprünglichkeit der Roten Insel so authentisch ein. (2): Frankreich: Der Flachs von Mayenne Die Verarbeitung von Flachs ist eine alte Handwerkskunst, die in der Mayenne eine lange Tradition hat. Das ländliche Departement im Westen Frankreichs ist für seine farbintensiven Stoffe bekannt, mit denen schon in der Renaissance gehandelt wurde. Manche Händler beuteten die bitterarmen Bauern aus und gelangten so zu enormem Reichtum. Mit der industriellen Revolution entstanden viele Spinnereien, wie die der ehemaligen Abtei von Fontaine-Daniel. Das Wunderwerk aus Stein ist noch heute eine Textilfabrik, in der die jahrhundertealte Tradition weiterlebt. (3): Schottland: Alisons Rinderbraten Alison und ihr Mann bereiten auf ihrem Bauernhof in Hardiesmill ihren traditionellen Rinderbraten zu. Dafür schneidet Alison Kartoffeln fächerförmig ein, gart sie kurz vor und backt sie anschliessend mit dem Knochenmark im Ofen. Unterdessen legt ihr Mann das Fleisch vom Angus-Rind in den Ofen und begiesst es regelmässig mit Bratensaft. Das Gericht wird mit Spinat serviert und ist die wohlverdiente Belohnung nach einer erfolgreichen Viehzucht. (4): Deutschland: Jazz im 'Ätherkrieg' Seit mehr als drei Jahrzehnten pulsiert Berlin nachts im Rhythmus des Techno. Auch für Fans anderer Musikstile hat die deutsche Hauptstadt einiges zu bieten. Doch wer hätte gedacht, dass ausgerechnet ein Jazz-Standard einst eine wichtige Rolle im Kampf um das 'Machtinstrument Radio' spielte?
Theresa Osborne arbeitet als Journalistin bei einer Zeitung in Chicago und findet ihr Glück in der Erziehung ihres Sohnes. Während eines seltenen Urlaubs allein auf Cape Cod findet sie am Strand eine Flaschenpost. Darin befindet sich ein Liebesbrief an eine verschwundene Frau, der in seiner Poesie und Intensität in Theresa die Hoffnung erweckt, den Verfasser ausfindig zu machen. Zurück in Chicago begeistert sie ihre Kolleginnen mit dieser Geschichte. Ein paar Tage später veröffentlicht ihr Chefredakteur den gefundenen Brief in der Zeitung. Es folgen Hunderte Leserbriefe, darunter einer, in dem der Autor behauptet, eine ähnliche Botschaft gefunden zu haben. Analysen des Papiers und des Zustands der Flasche deuten darauf hin, dass sie etwa zwei Jahre im Atlantik trieb. Die verschiedenen Spuren führen Theresa zu einem kleinen Ort an der Küste der Outer Banks und zu einem einzigen Mann: Garret Blake. Dieser wohnt bei seinem alten Vater am Meer und trauert seit zwei Jahren um seine verstorbene Frau Catherine. Die Begegnung löst bei dem einsamen Segler überraschende Gefühle aus. Theresa hat sich Hals über Kopf in den Mann hinter den bezaubernden Worten verliebt. Ihre aufblühende Liebe ist dennoch fragil, sie steht im Schatten der verstorbenen Catherine: Das traumhafte Haus am Meer ist voller Erinnerungen an sie, ausserdem befindet sich Garret in einem andauernden Konflikt mit seiner früheren Schwiegerfamilie. Und Catherine hat dem Segler noch nichts von dem Auslöser ihrer Begegnung – der gefundenen Flaschenpost – erzählt.
Ripetizione
W
Cast
Kevin Costner, Robin Wright, Paul Newman, John Savage, Illeana Douglas, Robbie Coltrane, Jesse James
Die untergehende Sonne färbt die schneebedeckten Gipfel des Himalaja leuchtend rot. Auf schmalen Gebirgspfaden ist ein Schneeleopard unterwegs und springt leichtfüssig von einem Felsvorsprung zum anderen, unter ihm der Abgrund. Seinen langen, dicken Schwanz setzt er dabei geschickt als Steuerruder ein. Er nimmt eine Herde Blauschafe ins Visier, die unruhig werden und aufschauen. Sie spüren die nahende Gefahr, können sie jedoch nicht ausmachen. In der Felsenlandschaft ist die Raubkatze mit ihrem cremeweissen, dunkel gefleckten Fell perfekt getarnt. Schneeleoparden sind selten und lassen sich nur schwer beobachten, geschweige denn filmen. Die renommierten indischen Filmemacher Naresh und Rajesh Bedi haben das Leopardenmännchen Karma – beziehungsweise nach dessen Tod seinen Nachfolger Namka – und seinen Harem aus einigen Weibchen fünf Jahre lang begleitet. Dabei konnten sie bisher kaum dokumentierte Verhaltensweisen beobachten: das Markieren des Reviers, das Werbe- und Paarungsverhalten, die Jagd sowie das Aufwachsen zweier Jungtiere in ihrer Höhle. Die Dokumentation gibt zudem Einblick in das Leben von weiteren Bewohnern des schroffen Gebirges, wie dem Sibirischen Steinbock, dem Blauschaf, dem Rotfuchs, dem Steinadler, dem Gänsegeier und dem Himalaja-Königshuhn. Nicht zuletzt wird deutlich, wie schwierig die Dreharbeiten in einem so lebensfeindlichen Umfeld sind. Enttäuschungen und Rückschläge der Filmemacher und ihres Teams aus einheimischen Fährtenlesern werden ebenso miterlebbar wie schliesslich die Freude über den Erfolg.