André Masson, Auktionator im berühmten Auktionshaus Scottie's, erreicht ein Brief: Im Haus des Fabrikarbeiters Martin in Mulhouse soll ein Original von Egon Schiele aufgetaucht sein. Routiniert bleibt Masson zunächst skeptisch, macht sich von der Neugier getrieben aber schliesslich doch auf den Weg nach Mulhouse. Dort wartet auf ihn und seine Kollegin und Ex-Frau Bertina eine Sensation: Das Gemälde scheint echt zu sein. Die Freude über den Fund und den erhofften Karrieresprung bekommt einen Dämpfer, als die Herkunft des Werks klar wird. Das Bild war einst Teil der Sammlung eines jüdischen Mäzens, der von den Nazis enteignet wurde – es handelt sich also um Raubkunst. Masson steht nun vor der Herausforderung, die Ansprüche der Nachfahren des Sammlers, die Interessen seines Auktionshauses und die Situation der Arbeiterfamilie, bei der das Bild gefunden wurde, so in Einklang zu bringen, dass er die Auktion des Gemäldes tatsächlich vollziehen kann. Unterstützt wird er dabei nicht nur von Bertina, sondern auch von seiner neuen Praktikantin Aurore, welche die Rituale und Machtmechanismen der Kunst- und Auktionswelt immer wieder infrage stellt.
Cast
Alex Lutz, Léa Drucker, Nora Hamzawi, Louise Chevillotte, Arcadi Radeff, Laurence Côte, Matthieu Lucci
Es war eine Sensation für die Kunstszene, als 2023 ein Gemälde von Gustav Klimt wieder auftauchte, das über Jahrzehnte als verschollen galt. Es zeigt einen afrikanischen Prinzen, den Klimt in seiner frühen Zeit gemalt hat, dessen Identität aber lange ungeklärt war. Rätselhaft war auch, wo das Bild über die lange Zeit hinweg geblieben war und warum es nicht gefunden werden konnte – trotz intensiver Suche durch die Kunsthistoriker. Das Gemälde stammt aus einer Phase, in der Klimt seinen akademischen Stil hinter sich liess und eine neue Bildsprache entwickelte. Stück für Stück deckt die Dokumentation die Rätsel rund um das Bild auf: Dazu begleitet der Film die Restaurierung und die forensische Analyse und reist bis nach Ghana, wo Kunstschaffende und lokale Entscheidungsträger Hinweise liefern, die den Mann erstmals klar in eine familiäre und kulturelle Linie einordnen und dem Porträt seinen Namen geben. Ungewöhnlich für die Entstehungszeit ist die präzise und individuelle Darstellung des Modells. Klimt schafft Nähe und ein Porträt auf Augenhöhe. In den 1920er Jahren gelangt das Porträt in den Besitz der jüdischen Familie Klein. Mit ihrer Flucht vor dem Regime der Nationalsozialisten bleibt das Bild zurück und verschwindet aus dem Blick der Öffentlichkeit. Erst durch verstreute Dokumente, Briefe und Auktionsunterlagen wurde es möglich, seinen Weg durch Krieg und Nachkriegszeit zu rekonstruieren. 2025 wurde das Bild erstmals wieder öffentlich gezeigt. Die internationale Aufmerksamkeit unterstreicht nicht zuletzt die Bedeutung eines Kunstwerkes, das nicht nur kunsthistorische, sondern auch gesellschaftliche und politische Fragen berührt.
Der Künstler Richard konnte sich sein Leben in London nicht mehr leisten, lebt inzwischen in Tanger und bereitet eine Ausstellung in Frankfurt vor. Dort angekommen, stösst er auf den jungen Marokkaner Malik, den er unwissentlich über die Grenze geschmuggelt hat. Malik hat kein Visum und träumt von einer Musikerkarriere in Europa. Um ihn zu verstecken, überredet Richard seine alte Bekannte Mathilda, Malik bei sich aufzunehmen. Mathilda ist mittlerweile Politikerin und bekannt für ihre fremdenfeindlichen Positionen. Der unerwartete Gast kommt für sie daher äusserst ungelegen. Mathildas Assistentin Amina, Juristin mit marokkanischem Hintergrund, wird zur 'kulturellen Vermittlerin' erklärt und soll den heiklen Fall managen, während sie zugleich darum kämpft, nicht ständig auf ihre Herkunft reduziert zu werden. Ein mutmasslich von Islamisten ausgeführter Anschlag, der kurz zuvor mehrere Menschen in Frankfurt getötet hat, erhöht den Druck auf die vier. Angelina Maccarone enthüllt nach und nach neue Informationen und macht so die unterschiedlichen Perspektiven der vier durch ein Geheimnis verbundenen Protagonisten erfahrbar. Durch subjektive Blickwinkel, Ellipsen und Perspektivwechsel legt der Film Vorurteile offen, unterläuft Erwartungen und zeigt Widersprüche zwischen Selbstbild und Aussenwirkung.
Cast
Barbara Sukowa, Lambert Wilson, Habib Adda, Katharina Schüttler, Banafshe Hourmazdi, Dalila Abdallah, Myriam Abbas
Miami, 2007: Der französische Kleinkriminelle Bernard Ternus lebt einen amerikanischen Traum: das ganze Jahr über eine warme Brise, Palmen und gute Kontakte für seine Geschäfte. Als ihn die Information erreicht, dass Drogenhändler berühmte europäische Gemälde suchen, um damit ihre Drogengelder zu waschen, hat er eine Idee und setzt sich mit Freunden in der Heimat in Verbindung. Nur einen Monat später dringen fünf Männer in das Musée des Beaux-Arts in Nizza ein. Sie stehlen zwei Ölgemälde von Jan Brueghel, eines von Claude Monet und eines von Alfred Sisley. Drei Minuten später verschwinden sie auf der beliebten Uferpromenade der Côte d'Azur, die gerade zur Hochsaison von Sommertouristen und Badegästen überlaufen ist. Spezialisten des OCBC, der Kunstfahndungseinheit der französischen Polizei, nehmen in ganz Frankreich Ermittlungen auf. Irgendjemand muss doch etwas gehört haben. In der Zwischenzeit beginnen Ternus und seine Bande in Miami die Verhandlungen mit den Drogenhändlern, zwischen Partys und Touren auf den Jachten der Kriminellen. 'Es war wie bei Miami Vice: Champagner, Jachten, Kolumbianer mit Maschinengewehren ...', erinnert sich einer der Täter. Immer wieder geht es um die Frage, wie die Gemälde von Europa in die Vereinigten Staaten gebracht werden können. Sie einigen sich schliesslich auf die Zahlung von drei Millionen Euro und eine Übergabe in Marseille. An einem heissen Sommertag soll sich alles entscheiden, doch der Fall bietet noch eine unerwartete Wendung .
Episode number
6
Cast
Damien Delaby, Patrice Lhomme, Philippe Menard, Robert Shaye, Robert K. Wittman
Umgeben von grünen Bergen liegt Chitlang im Zentrum Nepals. Dort lebt Ashok mit seiner Familie und stellt Ziegenkäse her. Das ist ungewöhnlich für Nepal, ein Land, in dem in der Regel Yak-Käse verzehrt wird. Doch Ashok, der bei einer Reise nepalesischer Landwirte nach Europa die Käseherstellung kennengelernt hat, ist von seinem Produkt überzeugt und als Pionier der Ziegenkäseproduktion in Nepal fast schon berühmt. Er freut sich, endlich wieder nach Europa reisen zu dürfen. Dieses Mal besucht er Rebecca, eine Ziegenbäuerin aus Leidenschaft, in den französischen Alpen. Sie lebt dort mit ihrer Familie und produziert – wie Ashok – Ziegenkäse. Der höfliche Ashok und die übersprudelnde Rebecca arbeiten auf Anhieb wunderbar zusammen, auch wenn Rebecca schockiert ist, dass die Milch zur Käseherstellung in Nepal pasteurisiert werden muss. Sie war bisher felsenfest davon überzeugt, dass nur Rohmilchkäse gut schmecken kann! Ashok seinerseits ist überrascht von den vergleichsweise lockeren Hygienebedingungen in Frankreich. Rebecca gibt Ashok wertvolle Tipps, dafür schenkt er ihr selbst gesammelten nepalesischen Wildpfeffer, mit dem er zu Hause seinen Käse verfeinert. Ashoks Besuch in Savoyen ist nicht nur auf professioneller Ebene ein voller Erfolg. Die beiden stellen schnell fest, dass trotz der kulturellen Unterschiede zwischen Asien und Europa vor allem eines wichtig ist: die Liebe zur Natur, zu den Tieren und den Zutaten, die diese hervorbringen.
In Lappland, im äussersten Norden Schwedens, wo man den Eindruck hat, dass eigentlich immer Winter ist, hat Susanne ihren Bürojob aufgegeben und macht das, was ihr wirklich am Herzen liegt: In der nordschwedischen Stadt Luleå verkauft sie in ihrem eigenen Laden regionale Produkte. Dazu gehört, dass sie in ihrer eigenen Backstube Gakkhu herstellt, ein traditionelles dünnes Fladenbrot aus Mehl, Hefe und Gewürzen. Das Interesse an ihrer eigenen Kultur der Samen lässt sie neugierig auf andere Kulturen sein. Und so macht sich Susanne auf die weite Reise in die Stadt Udaipur nach Indien, um zu erfahren, wie dort Fladenbrot hergestellt wird. In Indien heisst es Chapati und wird traditionell zu fast jeder Mahlzeit gereicht. Susanne trifft Julie, die ebenfalls einen kleinen Bioladen betreibt. Julie ist besonders stolz auf ihre berufliche Selbstständigkeit, die im traditionellen Indien nicht selbstverständlich ist. Susanne lässt sich Julies Arbeitsalltag zeigen und ist beeindruckt von der Präzision bei der Chapati-Herstellung. Am Ende steht ein gemeinsames Experiment: Können die beiden Frauen eine Art länderübergreifendes Crossover-Fladenbrot backen, das die Eigenschaften von Gakkhu und Chapati miteinander vereint? So viel sei verraten: Es gelingt – zumindest, wenn man den eingeladenen Picknickgästen glaubt. Und die beiden Frauen haben noch viel mehr erreicht: Ihnen ist ein kultureller Austausch über Kontinente und Sprachbarrieren hinweg gelungen und sie haben sich angefreundet – nur wegen ihrer Liebe zum Brot.
In China ist Liebe und Glück auch mit Verpflichtungen verbunden. So ist es ein ernstes Problem, wenn man bis zum 30. Lebensjahr noch nicht verheiratet ist. Eltern und Grosseltern üben auf ihre Kinder und Enkel viel Druck aus, möglichst schnell Partner zu suchen. Dabei spielt der eklatante Männerüberschuss natürlich eine gravierende Rolle. Oft nehmen die Eltern die Partnerwahl selbst in die Hand, so auch Frau Ma. Der niederländische Fotograf Ruben Terlou trifft sich auf seiner Reise entlang des Yangtse mit Frau Ma und ihrer Tochter. Die Tochter legt ihren Fokus nicht auf das Heiraten, sondern auf ihre Karriere, was den Vorstellungen ihrer Mutter widerspricht. In China gilt es als unangebracht, wenn Frauen besser gebildet sind als Männer. Aus diesem Grund sind die meisten ledigen Männer schlecht und die meisten ledigen Frauen sehr gut ausgebildet. Die Tochter von Frau Ma ist ein solcher Fall, sie wird abschätzig als Leftover Woman bezeichnet. Des einen Leid, des anderen Freud: Der junge Amigo hat sich eine Karriere als Dating-Coach aufgebaut, indem er den Junggesellen mit schicken Frisuren und kitschigen Anmachsprüchen bei der Partnersuche hilft. Aber selbst mit der Hilfe von Dating-Coaches wie Amigo bleiben viele Singles alleine und haben weiterhin mit familiärem und gesellschaftlichem Druck zu kämpfen. Viele halten diesen Druck nicht aus, erzählt Mr. Chen, der bereits mehr als 280 Menschen auf einer berüchtigten Brücke in Nanjing, dem Ort mit der höchsten Zahl von Suiziden weltweit, das Leben gerettet hat.
Franco, der auf TikTok das Tanzbein schwingt, und Mussolini, der sich zu Popmusik-Klängen an das Volk richtet: In vermeintlich humoristischen oder provokanten Inszenierungen werden seit einigen Jahren die schlimmsten Diktatoren des 20. Jahrhunderts in Szene gesetzt – und gleichzeitig rechtsextreme Ideologien verbreitet. Die spanische Investigationsjournalistin Coral García Dorado hat zu diesem Trend ausführlich recherchiert und beleuchtet seine Hintergründe. Der Rechtsextremismus-Experte Maxime Macé ist Autor eines Buchs über den 'Pop-Faschismus' und erklärt das Phänomen.
Themen: Orbán und Meloni / Rassismus in Saint-Denis / Das Duell Macron – Netanjahu | Gäste: Pascal Blanchard (historien), Blanche Leridon (directrice des études France de l'Institut Montaigne), Jean Quatremer (journaliste spécialiste des questions européennes), Louison (dessinatrice de presse), Alban Cerisier (archiviste et éditeur spécialiste de l'ouuvre d'Antoine de Saint-Exupéry)
'28 Minuten' ist das Kulturmagazin bei ARTE, täglich frisch und frech aus Paris. Jede Sendung nimmt ein aktuelles Thema aus Gesellschaft, Politik, Wirtschaft oder Wissenschaft unter die Lupe und führt hin zu kulturellen Hintergründen, die sich in der Tagesaktualität sonst nicht auf den ersten Blick erschliessen. Dafür stehen den Moderatoren, sowohl Fachleute für die einzelnen Bereiche, als auch ein täglich wechselnder Gast aus dem kulturellen Leben zur Seite.
Yao aus Südchina stellt Nudeln her, und zwar grüne Nudeln. Sie baut eine Orchideenart an, mit deren Saft sie die Nudeln färbt, die dadurch gesünder sein sollen. Selbst wenn viele bei China zuerst an Reis denken, sind Nudeln hier eine Art Nationalgericht und werden oft bereits zum Frühstück gegessen, so auch bei Yao zu Hause. Amedeo und seine Familie leben in Italien und stellen Vollkornpasta aus ihrem eigenen Getreide her. Er scherzt, dass die einzige Mahlzeit, zu der sie keine Nudeln essen, das Frühstück sei. Höchste Zeit also, dass Yao und Amedeo sich kennenlernen! Yao reist in die wunderschöne hügelige Landschaft der Toskana, in der Amedeos Familie seit Generationen in der Nähe von Pienza ihre Landwirtschaft betreibt. Amedeo zeigt ihr, wie er Pasta herstellt. Besonders interessiert sich Yao für die Bronzeformen, die bei der Pasta-Herstellung zum Einsatz kommen. Am Ende experimentieren Yao und Amedeo und stellen gemeinsam eine echte kulturübergreifende Nudel her: Fusilli aus Amedeos Getreide, grün gefärbt mit Yaos Orchideensaft. Die schmeckt sogar Amedeos Eltern, die zum ersten Mal in ihrem Leben mit Stäbchen essen. Wo die Nudeln ursprünglich herkommen und welches Land die wahre Nudeltradition hat, ist völlig egal. Als Yao erzählt, in China hiesse es, dass Nudeln besonders lang sind, um ein langes Leben zu symbolisieren, sind sich alle einig, dass sie recht hat.
Petros hat während der Wirtschaftskrise in Griechenland seinen Job als Journalist in Athen an den Nagel gehängt und ist in den Familienbetrieb an der Küste eingestiegen. In der kleinen Lagunenstadt Etoliko stellt er eine besondere Spezialität her: Avgotaraho. Das ist die griechische Bezeichnung für den orange leuchtenden, gesalzenen Rogen der Meeräsche, der im Mittelmeerraum auch als 'Bottarga' bekannt ist. Die Familie ist stolz auf ihr hochwertiges Produkt. Und Petros ist neugierig, wie es auf der anderen Seite der Welt verarbeitet wird. In Japan stellt Takano, ebenfalls im Familienbetrieb, auch eingesalzenen Rogen der Meeräsche her. In Japan heisst er Karasumi und ist eine besondere Spezialität in der Region um Nagasaki. Was läge näher, als dass die beiden sich kennenlernen? Petros reist nach Japan, um Takano und seiner Familie bei der Verarbeitung des Fischrogens zuzuschauen und sich mit ihnen auszutauschen. Auch wenn man die griechische und die japanische Küche nicht unbedingt als verwandt bezeichnen würde, sind sich die beiden Produkte sehr ähnlich. Das von Petros ist ein bisschen weicher, aber sein Salzgehalt lässt Takanos Vater, der sein Leben lang den Betrieb geleitet hat, anerkennend nicken. Petros ist überrascht von der Gründlichkeit, mit der die japanische Familie das Produkt verarbeitet. Auch wenn in Japan Sake zum Karasumi getrunken wird und zum Avgotaraho in Griechenland Ouzo, auch wenn Gastfreundschaft in Japan anders gelebt wird als in Griechenland – am Ende steht ein freundschaftlicher kultureller Austausch, der weit über den Fischrogen hinausgeht.
Pferdenation Argentinien: Bis heute spielen die Tiere hier eine wichtige Rolle – bei Arbeit und Vergnügen. Im Umgang mit ihren Pferden sind die Gauchos und die Besitzer der riesigen Estancias nicht gerade zimperlich. Gerade bei der 'Doma tradicional' – dem traditionellen Zähmen und Zureiten – werden die Tiere hart an die Kandare genommen. Das versetzt die Tiere jedoch in Angst – ein Problem vieler Pferdebesitzer und eine Gefahr. Denn ein ängstliches, schreckhaftes Pferd wird in Stresssituationen schnell unberechenbar. Der Argentinier Oscar Scarpati verfolgt einen ganz anderen Ansatz, denn er versteht die Sprache der Pferde. Er weiss, wie sie sich ausdrücken – mit ihren Ohren, ihren Beinen, ihrem ganzen Körper. Der Pferdeflüsterer wendet diese Sprache selbst an, um mit den Tieren in Kontakt zu treten und sie so auf sanfte Art zu zähmen. Viele Probleme, sei es beim Zureiten besonders temperamentvoller Pferde oder in der Kommunikation zwischen einem Besitzer und seinem Pferd, konnte Oscar mit seinem Wissen und seiner Fähigkeit schon lösen. Der Wechsel zwischen Berührungen an den empfindlichsten Stellen und dem Beruhigen des Pferdes mindert Berührungsängste und die Scheu vor unerwarteten Reizen. Eine Methode, die immer wieder funktioniert – der Erfolg gibt Oscar und seinen Söhnen recht.
(1): Das XXL-Barbecue nach brasilianischer Art: Churrasco In São Paulo ist das Grillen von Fleisch eine Kunst für sich. Die Journalistin Anne-Laure Desarnauts begibt sich zusammen mit dem Wanderkoch Marcos Paulo Pagliari Braga hoch zu Pferde auf die Suche nach den typischen Fleischstücken dieses brasilianischen Barbecues, wie Picanha oder Ripa Cupim. Der Geograf und Ernährungswissenschaftler Pierre Raffard erklärt die Einflüsse der Gauchos auf dieses traditionelle Gericht, geht auf die Besonderheiten der brasilianischen Rinder ein und greift die Frage der Geschlechterrollen beim Grillen auf. (2): Kulinarische Mitbringsel Anne-Laure Desarnauts will die kulinarische Kultur von São Paulo hautnah entdecken und traut sich in einen der riesigsten Grossmärkte Lateinamerikas. Dort findet sie Chilischoten, Kondensmilch und ein typisch brasilianisches Schalenobst: Cashewkerne. (3): Ran an die Töpfe! Appetit bekommen? Hier gibt es ein einfaches Churrasco-Rezept, das sich leicht nachkochen lässt. Also: Ran an die Töpfe! ----------------------- Churrasco-Rezept Zutaten für 2 Personen: 500 g Rumpsteak 2 Maniokwurzeln Frittieröl 100 ml Balsamico-Creme 100 ml Olivenöl 2 Tomaten 1 Zwiebel 1/2 Bund Petersilie Zubereitung: – Den Grill starten. – Zuerst die Vinagrete-Sauce zubereiten: Tomaten und Zwiebel fein schneiden. Petersilie hacken. Alles vermengen und mit einer Mischung aus Olivenöl und Balsamico-Creme beträufeln. – Die Maniokwurzeln schälen und in vier Stücke schneiden. Etwa 20 Minuten in kochendem Wasser garen, bis sie leicht weich sind. In Stifte schneiden und zehn Minuten in kochendem Öl frittieren. – Das Fleisch in dicke Steaks schneiden und diese auf den Grill legen. Die Steaks auf beiden Seiten jeweils 4 Minuten lang grillen. – Sofort mit den Maniok-Pommes und der Vinagrete-Sauce servieren.
Charlotte Perriands Japan / Paris / Puerto Rico | Themen: Charlotte Perriands inspirierendes Japan / Paris: Der grösste Weinkeller der Welt / Kolumbien: Nenas Mote de Queso / Puerto Rico: Die geopferte Insel
(1): Charlotte Perriands inspirierendes Japan Nach jahrelanger Zusammenarbeit mit Le Corbusier ging die französische Architektin Charlotte Perriand (1903-1999) nach Japan. Die Reise wurde zum Aha-Erlebnis: In Tokio und Kyoto entdeckte Perriand 1940 die zeitlose Schlichtheit des japanischen Baustils und liess sich vom traditionellen Kunsthandwerk inspirieren. Zurück in Frankreich brachte sie Bambus, buddhistische Formen und Tatamis in ihre eigenen Kreationen ein und entwarf modulierbare, offene Wohnräume sowie Möbel von universeller Eleganz. (2): Paris: Der grösste Weinkeller der Welt Jahrhundertelang wurde in Paris Wein angebaut. Im Mittelalter bewirtschafteten Mönche die Reben, welche die Römer einst in Montmartre und Saint-Denis gepflanzt hatten. Der Weinanbau trug zum Reichtum des Königshauses bei. Nach der Französischen Revolution wichen die Pariser Reben grossen Lagerhallen, und Bercy wurde zum grössten Weinkeller der Welt. Fürs Volk gab es nun erschwingliche Tropfen aus aller Herren Länder. Im 20. Jahrhundert erlebten die Reben von Montmartre eine Wiedergeburt. Heute zeugen sie von der bewegten Geschichte des Weinbaus in der französischen Hauptstadt. (3): Kolumbien: Nenas Mote de Queso In Cartagena bereitet Nena eine Käsesuppe zu, für die sie neben Käse noch Zwiebeln, Lauchzwiebeln, Koriander und Yams braucht. Die Knolle sei ein natürliches Anti-Falten-Mittel, merkt Nena fröhlich an. Schliesslich kommt noch gebratener Reis mit Paprika und Knoblauch in die Suppe. Nenas Gäste sind begeistert. (4): Puerto Rico: Die geopferte Insel Die zu Puerto Rico gehörende Karibikinsel Vieques ist für ihre biolumineszierende Bucht bekannt, die nachts blau erstrahlt. Doch ein halbes Jahrhundert lang war die Insel Schauplatz eines weniger friedlichen Spektakels, das bis heute seine Spuren hinterlassen hat .
Providence / Extremadura / Bretagne | Themen: Providence, die dunkle Stadt von H.P. Lovecraft / Merinowolle, der Schatz der Extremadura / Im Libanon, Khaldouns Brot mit Aubergine / Im bretonischen Maquis mit der Kamera unterwegs
(1): Providence, die dunkle Stadt von H.P. Lovecraft Lange interessierte das düstere Werk des Amerikaners Howard Phillips Lovecraft nur Liebhaber der Horrorliteratur. In der Zwischenkriegszeit schrieb er, von der breiten Öffentlichkeit unbeachtet, sublime Erzählungen irgendwo zwischen der gotischen Schauerwelt von Edgar Allen Poe und dem modernen Horror von Stephen King. Heute wird der Autor von 'Der Ruf des Cthulhu' neu entdeckt – und endlich als der grosse Schriftsteller gewürdigt, der er war. Eine Reise in die Ostküstenstadt Providence, in der er sein Leben verbrachte, hilft dabei, sein literarisches Schaffen besser zu verstehen. (2): Merinowolle, der Schatz der Extremadura In Spanien ziehen seit Jahrhunderten Tiere und Menschen durch die wilden Dorflandschaften der Extremadura. Die Region ist die Heimat des Merinoschafs, dessen Wolle lange als 'weisses Gold von Extremadura' bezeichnet wurde. Einst Symbol für Prestige und Reichtum, wurde das wertvolle Naturmaterial langsam von Synthetikfasern verdrängt. Heute will man die Wolle wieder aufwerten und dem Merinoschaf eine neue Zukunft schenken. (3): Im Libanon, Khaldouns Brot mit Aubergine In Dhour Choueir bei Beirut zaubert Khaldoun sein berühmtes Brot mit Aubergine. Er entzieht dem Gemüse das Wasser und bereitet dann eine Sosse zu, indem er Tomaten mit zerstossenem Knoblauch püriert. Während er das Brot und die Auberginen frittiert, schichtet er alles in eine Form und fügt ein Dressing aus Joghurt und Tahini hinzu. (4): Im bretonischen Maquis mit der Kamera unterwegs Im Wald von Coatmalouen erinnern Steine und Pfade an den erbitterten Kampf, den junge Bretonen hier einst geführt haben. Einer von ihnen, kaum 13 Jahre alt, hielt das Geschehen mit seiner Kamera fest. Seine ersten Aufnahmen kündeten von einer langen Karriere in der französischen Kinoszene .
Warum entstehen geniale Ideen an manchen Orten – und welches geistige Klima brauchen sie, damit sie wachsen und neues Wissen entsteht? Der Astrophysiker und Wissenschaftsjournalist Harald Lesch folgt den Spuren der klügsten Denkerinnen und Denker, die unser Verständnis von der Welt bis heute prägen. Ein Roadmovie bis zu den Ursprüngen der Wissenschaft: von Wüsten und antiken Ruinen über Bibliotheken und Klöster bis zu den Universitäten Europas. Alles beginnt unter dem Sternenhimmel Mesopotamiens: bei Sumerern und Babyloniern, die mit jahrhundertelangen Himmelsbeobachtungen Kalender und Zeitrechnung entwickelten – die Basis aller Wissenschaft. In der griechischen Hafenstadt Milet wagen Denker erstmals, Natur ohne Mythen, allein mit dem Verstand zu erklären. Alexandria wird mit seiner berühmten Bibliothek und seinem Museion zum grössten Wissenszentrum der Antike – ein Ort, an dem Forschung gezielt politisch gefördert wird, weil Wissen als Macht- und Prestigefaktor gilt. Mit dem Zerfall der antiken Welt droht dieses Wissen zu verschwinden. Doch arabische Gelehrte übersetzen, bewahren und erweitern es: in Astronomie, Physik oder Medizin. Von Bagdad über Fès bis Kairo entsteht ein goldenes Zeitalter der Wissenschaft. Über das maurische Andalusien gelangt dieses Wissen schliesslich zurück nach Europa. Muslime, Christen und Juden arbeiten hier gemeinsam an Übersetzungen aus dem Arabischen ins Lateinische. Über Venedig, London und Cambridge verfolgt Harald Lesch den Weg des Wissens weiter bis zu den Anfängen der modernen Naturwissenschaft. Am Ende des Films steht die Erkenntnis: Die besten Ideen gedeihen dort, wo Denken frei bleibt und Wissen geteilt wird.
In der Renaissance begannen die Europäer, die auf einem Kontinent mit vielen Häfen lebten, sich über die Alte Welt hinauszuwagen: das Zeitalter der Entdeckungen. Nach und nach unterwarfen die europäischen Seefahrernationen fremde Kontinente, Länder und Menschen – in aller Regel mit schrecklichen Folgen für die Betroffenen. Bis in unsere Zeit wirkt diese imperiale Expansion und koloniale Ausbeutung nach. Erkundungsfahrten über Atlantik, Pazifik und den Indischen Ozean setzen allerdings Schiffe voraus, mit denen eine solch lange Reise möglich ist. Sie mussten stabil und wendig sein, eine Mannschaft musste auf ihnen überleben können und sie mussten genügend Vorräte für Monate auf See fassen. Das Zeitalter der Entdeckungen setzte einen massiven, hochseetauglichen Schiffstyp voraus, der auch zur Erkundung weit abgelegener Weltregionen eingesetzt werden konnte und nicht nur küstennah unterwegs war. Schiffshistoriker haben lange gerätselt, wie es zu einer so bedeutenden Innovation im Schiffsbau kam. Nur wenige Wracks aus jener fernen Zeit existieren noch, nur grobe und oft unvollständige Zeichnungen sind noch erhalten. Vor der Küste Schwedens wurde das Wrack eines jener Schiffe gefunden, das aus der Übergangszeit zwischen dem alten und dem neuen, wegweisenden Schiffstyp stammt, aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Unterwasserarchäologinnen und -archäologen erforschen jetzt die schiffstechnischen Geheimnisse der Gribshunden ('Greifhund') und wollen herausfinden, was im aussergewöhnlich gut erhaltenen Wrack dieses ehemaligen Superschiffs noch verborgen liegt.
Ein grauer Schleier aus Kohlenstaub liegt über den Wiesen von Fajtovici im Nordwesten Bosniens. Lastwagen donnern im Minutentakt durch den Ort – beladen mit Kohle, Millionen wert. Bauer Enes Tatalovic streicht über sein Heu. Es ist grau verfärbt, kaum noch brauchbar für seine Kühe. Die Mine rückt immer näher an seine Felder heran. Unter seinen Füssen liegt eines der grössten Kohlevorkommen Europas. Noch immer gewinnt Bosnien-Herzegowina mehr als 50 Prozent seiner Energie aus Kohle – und das, obwohl das Land in die Europäische Union strebt, wo längst der Ausstieg aus fossilen Energien beschlossen ist. Die Kohle ist Fluch und Segen zugleich: Einer der wenigen natürlichen Reichtümer, aber oft gefördert auf Kosten von Mensch und Umwelt. In der Mine bei Fajtovici sicherte sich nach dem Bosnienkrieg der undurchsichtige bosnisch-serbisch-kroatische Konzern Lager die Abbaurechte für Jahrzehnte. Zweistellige Millionengewinne stehen einer wachsenden Belastung für Anwohnende und Landschaft gegenüber. Auch im Tagebau Sikulje nahe Tuzla läuft der Betrieb ungebremst weiter – hier fördert der Staat selbst. Der Transport wirkt wie aus einer anderen Zeit: Über 80 Jahre alte Dampflokomotiven aus deutscher Produktion rangieren die Kohlezüge – Relikte des Zweiten Weltkriegs, einst bei der Eroberung Jugoslawiens und für die Ostfront im Einsatz. Für Lokführer Mamut Osmanovic sind sie mehr als Maschinen: 'Diese Lokomotiven waren alles in meinem Leben, ich habe damit meine Rente verdient, dank ihr konnte ich meine Kinder ausbilden lassen, mein Haus finanzieren.'
Österreich: Knödel | Themen: Von süss bis herzhaft: Österreichs Knödel-Vielfalt / Ein Biss'chen Heimat: Teresa, eine Österreicherin in England / Ran an die Töpfe!
(1): Von süss bis herzhaft: Österreichs Knödel-Vielfalt Es gibt sie in allen Formen und Variationen: süss oder herzhaft, als Hauptgericht oder Dessert. Ein Leben ohne Knödel? In Österreich undenkbar! Bei Küchenchefin Stephanie Herkner packt die Journalistin Lena Besson selbst mit an und probiert anschliessend die von den Wienern heiss geliebten Semmelknödel. Der Geograf und Ernährungswissenschaftler Pierre Raffard spricht darüber, wie die Knödel nach Österreich kamen, über die Geschichte der 'Marille' (Aprikose) im Land und darüber, wie altbackenes Brot in traditionellen Rezepten kreativ verwertet wird. (2): Ein Biss'chen Heimat: Teresa, eine Österreicherin in England Teresa ist in Österreich geboren und lebt mittlerweile in London. Während sie für ihre Bekannten Kaiserschmarrn zubereitet, erzählt sie von der Wiener Kaffeehauskultur, von den englischen Zutaten, die sie inzwischen zum Kochen verwendet, und von den Lebensmitteln, die sie nach jeder Rückkehr in die Heimat mit zurückbringt. (3): Ran an die Töpfe! Appetit bekommen? Hier gibt es ein einfaches Rezept für Spinatknödel, das sich leicht nachkochen lässt. Also: Ran an die Töpfe! ----------------- Rezept für Spinatknödel Zutaten für 4 Personen: 1 Zwiebel 450 g altbackenes Brot 300 g gehackter Tiefkühlspinat 200 g frischer Spinat Muskatnuss 50 g geriebener Parmesan 2 Eier 200 ml Milch 200 ml Sahne 55 g Butter Zubereitung: – Zwiebel fein schneiden und in etwas Butter ein paar Minuten glasig dünsten. Die frischen Spinatblätter dazugeben und fünf Minuten mitbraten. – Das Brot in Würfel schneiden und in eine Schüssel geben. – Den Tiefkühlspinat und frischen Spinat dazugeben. Mit ca. 2 EL Olivenöl überträufeln. – Etwas geriebene Muskatnuss und 30 g geriebenen Parmesan hinzufügen und würzen. – Eier mit Milch und Sahne verrühren und über die Brotmischung giessen. Gut durchmischen. – Knödel formen: Hände mit kaltem Wasser befeuchten, etwas Teig nehmen und zu einer tennisballgrossen Kugel formen. In einem Topf Wasser mit Salz erhitzen und die Knödel in siedendem Wasser etwa 15 Minuten ziehen lassen. – Butter bei mittlerer Hitze schmelzen und leicht bräunen lassen. Die fertigen Knödel mit der geschmolzenen Butter übergiessen, mit Parmesan bestreuen – und geniessen!
(1): Mabeye Demes Senegal in Sepia Mit dem Fotoapparat und einem mobilen Studio porträtiert Mabeye Deme seit mehr als 15 Jahren sein Heimatland Senegal. Auf den Strassen und an den Stränden von Dakar fängt der Autodidakt tags und nachts Szenen aus dem Alltag ein. Deme dokumentiert das Leben in den Stadtvierteln. Auch die Orte seiner Kindheit in der südsenegalesischen Region Casamance und Familienmitglieder sind Teil seiner beeindruckenden Fotogalerie. Über Demes Bildern liegt stets ein zarter Sepia-Schleier, was seine Kunst zu etwas ganz Besonderem macht. (2): Island: Die heilige Stätte der Demokratie Mit der Ankunft der Wikinger im 9. Jahrhundert wurde Thingvellir zur Wiege der isländischen Demokratie. Die 'Ebene der Volksversammlung' liegt mitten in einer 20 Millionen Jahre alten Grabenbruchzone und war seit dem 10. Jahrhundert Versammlungsort des Althings, eines der ältesten Parlamente der Welt. Ab dem Mittelalter stand die Insel jahrhundertelang unter der Herrschaft der Norweger und Dänen. Als Island 1944 die Unabhängigkeit erlangte, wurde diese in Thingvellir ausgerufen – dem Ort, der für den ungebrochenen demokratischen Geist der Isländer steht. (3): Neuseeland: Jelenas 'Slow Cooked Lamb Shank' In Auckland bereitet Jelena eine geschmorte Lammkeule nach einem Rezept ihres Mannes zu: Zuerst reibt sie das Fleisch mit einer Gewürzpaste ein. Anschliessend kommt es in den Bräter und wird langsam gegart. Pflaumen und Kumara-Brei (Süsskartoffel-Brei) verleihen dem traditionellen neuseeländischen Gericht eine leicht süssliche Note. (4): Paris: Maigrets Arbeitsplatz Die Île de la Cité ist das Epizentrum des französischen Polizeiwesens. Auf der Seine-Insel befindet sich die Polizeipräfektur sowie die legendäre Adresse '36, Quai des Orfèvres', der ehemalige Sitz der französischen Kriminalpolizei. Von hier aus ging der berühmte Krimi-Kommissar Maigret auf Verbrecherjagd .
Helgoland / Irland / Ägypten | Themen: Helgoland: ein Fotograf im Sturm / Irland, die kleinen Paläste der reichen Engländer / Auf Bali, Kadeks Farnsalat / Ägypten: Goldströme aus Mali
(1): Helgoland: ein Fotograf im Sturm 2003 wurde in einem Keller auf Helgoland eine Kiste voller Fotoplatten gefunden. Es handelt sich um den Nachlass von Franz Schensky, der 60 Jahre lang – vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die 1950er Jahre – die Klippen, Fluten und Gesichter seiner Insel festhielt. Sein Werk gilt heute nicht nur als historisches Zeugnis, sondern auch als bedeutender künstlerischer Akt. (2): Irland, die kleinen Paläste der reichen Engländer Überall in Irland prägen imposante Anwesen die Landschaft. Die im palladianischen, elisabethanischen, viktorianischen oder gotischen Stil mitten in den Feldern errichteten Bauwerke sind Symbole von Eleganz und Macht. Die 'Irish Country Houses', wie man sie heute nennt, zeugen vom Aufstieg der reichen protestantischen Grossgrundbesitzer aus England. Im 18. Jahrhundert zählte das kleine irische Territorium fast 2.000 dieser Häuser. (3): Auf Bali, Kadeks Farnsalat Kadek macht erst einen Abstecher zum Dorftempel und zum Markt, bevor sie am Fusse des Vulkans Agung ihren Farnsalat zubereitet. Sie kocht und schneidet Blätter des Paku, eines wilden Farns. Dann röstet sie eine Kokosnuss, raspelt sie und dünstet Schalotten an. Sie verrührt alle Zutaten in einer Schüssel und fügt Bohnen und Zitrone hinzu. Der balinesische Salat ist fertig! (4): Ägypten: Goldströme aus Mali Kairo ist seit 1.000 Jahren die pulsierende Hauptstadt Ägyptens. Sie liegt am Nil und ist von etlichen Handelsrouten durchzogen, die Afrika mit dem Orient verbinden. Die hier entlangziehenden Karawanen begründeten einst den Wohlstand des Landes. So entstand die Legende eines afrikanischen Königs, der Berichten zufolge der reichste Mann der Welt war .
Es ist unerträglich heiss in New York, weshalb die Frau und das Kind des Verlagsangestellten Richard Sherman aufs Land fahren. Sherman, der allein in der Stadt zurückbleibt, hat beim Verlag alle Hände voll zu tun und versucht, das Beste aus seinem Sommer als Strohwitwer zu machen. Doch die ungewohnte Freiheit bringt Versuchungen mit sich, denen er eigentlich längst entsagt hat: Zigaretten und die gut gefüllte Minibar sind stets in Reichweite und schon kleinste Anlässe genügen, um seine Selbstdisziplin ins Wanken zu bringen. Zeitgleich zieht in die Wohnung über ihm eine junge Frau ein, die in der sommerlichen Hitze vor allem eins sucht: Abkühlung. Diese findet sie, als Sherman sie in seine temperierte Wohnung zu einem Drink einlädt. Mit seiner lebhaften Fantasie steigert sich Mr. Sherman zunehmend in immer kühnere Vorstellungen über die Nachbarin hinein, bis er schliesslich versucht, sie zu küssen. In seinem Job wird er mit dem Manuskript eines Psychologen konfrontiert, in dem die 'Sieben-Jahres-Krise' beschworen wird. Daraufhin ist er überzeugt, dass er seinen Trieben und einem Seitensprung nahezu ausgeliefert ist. Zwischen schlechtem Gewissen, Wunschbildern und paranoiden Gedanken taumelt er durch den Grossstadt-Sommer und ringt um die Kontrolle über sich und sein Leben.
Rerun
W
Cast
Marilyn Monroe, Tom Ewell, Evelyn Keyes, Sonny Tufts, Robert Strauss, Oskar Homolka, Marguerite Chapman
Director
Billy Wilder
Script
Billy Wilder, George Axelrod
Background information
Billy Wilders 'Das verflixte siebte Jahr' ist eine quirlige Komödie aus der eine der bekanntesten Szenen der Filmwelt stammt: Marilyn Monroe sucht während der Sommerhitze in New York im wirbelnden weissen Kleid über einem Luftschacht Erfrischung und entblösst ihre schönen Beine. Ihr Partner in diesem Streifen ist Tom Ewell, der für seine Darbietung mit einem Golden Globe ausgezeichnet wurde.
Reviews
Die Fantasien eines Verlagskaufmanns in Manhattan, dessen Frau und Kind in Urlaub gefahren sind. Die junge Nachbarin will sich in der Wohnung des Strohwitwers von der Hitze erholen, animiert ihn zu erotischen Wunschvorstellungen, die zu filmischer Wirklichkeit werden. Auf persiflierende Art dargestellt und etwas geschwätzig; mit einer Glanzrolle für Marilyn Monroe (Lex. des Internat. Films).
In China ist wieder ein Mega-Bauwerk entstanden: das grösste Wasserkraftwerk der Welt – der Drei-Schluchten-Damm. Das Werk ist das Kernstück einer grossangelegten Planung für Chinas Stromwirtschaft. Schätzungsweise ein Zehntel des aktuellen chinesischen Stromverbrauchs soll durch das Werk gedeckt werden. Der Yangtse ist mit 6.380 Kilometern der längste Fluss Chinas und der drittlängste der Welt. Der Damm wird als Sieg der Menschheit über die Natur betrachtet, aber die Auswirkungen spürt man noch Hunderte Kilometer entfernt. Der niederländische Fotograf Ruben Terlou beginnt diese Reiseetappe am Poyang-See. Am grössten Süsswassersee Chinas sollen noch seltene Glattschweinswale leben, aber die scheuen Tiere machen sich rar. Ihre Lebensbedingungen haben sich durch den Damm verändert. Die Grösse des Sees war schon immer jahreszeitenabhängig, aber seit der Damm existiert, sind die Unterschiede noch extremer geworden. Ein Unterschied, den vor allem die Fischer zu spüren bekommen. Auch für die 1,5 Millionen Chinesen, die umgesiedelt wurden, haben sich die Lebensbedingungen durch den Damm geändert. Vereinzelt wurden historische Dörfer 160 Meter höher, fast originalgetreu, wiederaufgebaut. Nicht alle Bewohner können sich mit ihrem Schicksal arrangieren. Der Damm lockt Touristen an, eine Flusskreuzfahrt in den drei Schluchten des aufgestauten Yangtse ist für viele Chinesen ein Traum. Auch Ruben Terlou ist an Bord. Und er kann das Wasserkraftwerk besichtigen. Die gigantischen Generatoren können 22,5 Gigawatt Strom erzeugen.
Die Reise durch den grünen Norden Spaniens beginnt im Baskenland am Golf von Biskaya. In der Metropole San Sebastián mit ihrem berühmten Strand treffen baskische und französische Kultur, Surfer und Sonnenhungrige aufeinander. Fernab der Küste überraschen bizarre hölzerne Strukturen zwischen grünen Hügeln: die Salinen von Añana. Unentwegt sprudelt hier salzhaltiges Wasser aus unterirdischen Quellen. Das einzigartige Salzwerk unweit der Stadt Vitoria-Gasteiz zählt zu den ältesten der Erde. Hier ernten Salzbauern bereits seit mehreren Tausend Jahren besonders reines mineralhaltiges Salz, das besonders in der Gourmetküche beliebt ist. Nicht weit von den Salinen entfernt erstrecken sich die fruchtbaren Ebenen der Region Rioja rund um den Fluss Ebro. Von hier stammt auch der gleichnamige Wein, der zu den bedeutendsten in Europa gehört. Von Rioja und dem Baskenland aus geht die Reise Richtung Westen nach Kastilien-León. Die Gewässer nahe der Stadt León sind ein Eldorado für Goldsucher. Vor über 2.000 Jahren gab es hier eine der grössten Goldadern der Erde. Damals holten die Römer das Edelmetall aus der Tiefe. Sie sprengten mit Hilfe von Wasserdruck die Berge und hinterliessen eine bizarre, rote zerklüftete Landschaft. Der Norden Spaniens ist geprägt vom 480 Kilometer langen Kantabrischen Gebirge. Die höchsten Gipfel im Nationalpark Picos de Europa ragen über 2.600 Meter in die Höhe. In den grünen Wäldern zwischen den schroffen Felsen leben Wölfe und auch Braunbären. Inzwischen haben sich in Asturien rund 350 Bären wieder angesiedelt. Durch den grünen Norden schlängelt sich auch der Jakobsweg, der für viele Pilger an der imposanten Kathedrale in Santiago de Compostela endet. Von dort aus sind es nur wenige Kilometer bis zur wilden Atlantikküste. Hier stürzen sich die wagemutigen Entenmuschelfischer in die Wellen.
Reizvolle Städte, glitzernde Flüsse, malerische Stauseen, beeindruckende Sierras und endlose Weiden – die Extremadura erstreckt sich zwischen der portugiesischen Grenze und Madrid. Sie zählt zu den schönsten, aber auch am wenigsten bekannten Regionen Spaniens. Im Osten grenzt sie an Kastilien-La Mancha. Im Nationalpark Monfragüe sind die Ranger auf einer heiklen Mission: Sie retten die Nester der seltenen Schwarzstörche. Nahe dem Nationalpark liegt die historische Stadt Cáceres, deren Architektur die lange Geschichte von Muslimen und Christen widerspiegelt. Die Altstadt gehört zu den schönsten und vor allem am besten erhaltenen Kulturdenkmälern Spaniens und ist Unesco-Weltkulturerbe. Im Süden der Extremadura lebt José Luis Quiñones Plaza, der die Sternwarte e-EyE (Entre encinas y estrellas) betreibt. Der Ingenieur vermietet sie an interessierte Hobbyastronomen. Dank der geringen Luftverschmutzung können in dieser Region bei Nacht Millionen von funkelnden Sternen am Himmelszelt entdeckt werden. In Kastilien-La Mancha prägen Schafherden das Landschaftsbild und liefern die Milch für den typischen Käse der Region. Der Bauernhof Pago Valle de los Molinos ist bereits seit Generationen im Besitz der Familie Gómez, die jährlich etwa 50.000 Käselaibe herstellt. Molinos heissen im Spanischen die typischen Windmühlen, die überall in der sonst kargen Landschaft der Mancha zu finden sind. Hier lebt die Bevölkerung hauptsächlich von Viehzucht und Landwirtschaft. Auch das teuerste Gewürz der Welt wird hier angebaut: Safran. Gregoria Romo Peño hilft seit ihrer Jugend bei der jährlichen Ernte.
Episode number
4
Rerun
W
Cast
Maria Gallan Carrijo, Vincente Cojado, Carlos Davila, Pedro Algardo Garcia, Gregoria Romo Peño, Jose Luis Quiñones Plaza, Robert Roth
Von den traumhaften Mittelmeerstränden und spektakulären Canyon-Landschaften Andalusiens bis zu den Weiten der Extremadura mit ihren bis zum Horizont verlaufenden Steineichenwäldern. Selbst im bei Urlaubern sehr beliebten Süden Spaniens gibt es noch viel Neues zu entdecken. Ginsterkatzen gehen im Schutz der Nacht auf Beutezug. Diese Vertreter der Schleichkatzen haben europaweit in Spanien ihr grösstes Vorkommen. Auch Geier sind in Spanien so zahlreich vertreten wie nirgends sonst in Europa. Es ist ein unvergleichliches Spektakel, wenn Gänsegeier sich um einen Kadaver streiten. Weitaus raffinierter ernährt sich dagegen das Europäische Chamäleon: Im Bruchteil einer Sekunde schiesst die rund einen halben Meter lange Zunge hervor: einmal im Visier, haben Insekten keine Chance. Auch der mit seiner typischen Federhaube unverwechselbare Wiedehopf weiss das reiche Insektenangebot in Spanien zu schätzen. Mit rund 30.000 Brutpaaren haben Weissstörche in Spanien eines ihrer wichtigsten Verbreitungsgebiete. Unter Wasser erreicht der Tierreichtum Südspaniens schliesslich seinen Höhepunkt. Die Schutzgebiete im Mittelmeer weisen eine unfassbare Artenvielfalt auf: skurrile Meeresschnecken von beinahe ausserirdischer Anmutung, grazile Seepferdchen, riesige Schwärme von Barrakudas und elegante Blauhaie haben hier ihren Lebensraum. Der Süden Spaniens hat die Menschen der Region geprägt. Die Dokumentation begleitet einen Bauern in der Extremadura, dem wilden Westen Spaniens, und einem Fischer, der vor der Küste des Schutzgebietes Cabo de Gata nachhaltigen Fischfang betreibt.
Episode number
1
Cast
David Nathan, Victor Manuel Zurdo Bueno, Manuel Gomez Remero
Von den Schilfgebieten im Baskenland über die fantastische Welt des Kantabrischen Gebirges bis nach Galicien mit seinen spektakulären Küsten: Das ist die Wildnis Nordspaniens, die eine ungeahnte Vielfalt bietet und dem Besucher die eher unbekannte Seite Spaniens zeigt. Rothirsche tragen inmitten von Feuchtgebieten während der Brunft ihre erbitterten Kämpfe aus, bis das Wasser um sie herum zu brodeln scheint. Das Kantabrische Gebirge ist Lebensraum von rund 140 Kantabrischen Braunbären – der grössten Bärenpopulation Westeuropas. Weibchen streifen mit ihren Jungen auf der Suche nach Futter umher. Männliche Bären und steile Berghänge sind für die Jungbären eine ständige Gefahr. Beobachtet werden sie dabei von schillernden Blaukehlchen, die ihre Reviergrenzen gegen Rivalen verteidigen. Oberhalb der Baumgrenze ist das Reich der Kantabrischen Gämsen. Sie teilen sich ihren Lebensraum mit dem farbenprächtigen Mauerläufer, einem überaus seltenen Vogel der Hochgebirgsregion. Der Asturische Feuersalamander ist der einzige mit einer komplett gelben Färbung – an Bachufern geht er auf Beutefang. Die zahlreichen Bäche des Gebirges fliessen in den Atlantik, der von Riesen bewohnt wird: von Pottwalen bis hin zu Riesenhaien, den zweitgrössten Fischen der Welt. Der raue Norden hat die Menschen der Region geprägt. Die Dokumentation begleitet einen Bergbauern im Nationalpark Picos de Europa, der noch traditionelle Viehwirtschaft betreibt, und einen Entenmuschelsammler an der Costa da Morte, der den vielleicht gefährlichsten Job der Welt hat.
Episode number
2
Cast
David Nathan, Francisco Jose Souo Barreiro, Aquilino Campollo Guerra
Für die ungarischen Behörden ist dieser 'Tag der Ehre' nur ein historisches Gedenken, subventioniert mit staatlichen Zuschüssen, über das die von Premierminister Viktor Orbán kontrollierten Medien positiv berichten. Doch die ungarische Regierung geht noch weiter. Um ausländische antifaschistische Gegendemonstranten aufzuspüren, bedient sie sich missbräuchlich eines Rechtsinstruments der Europäischen Union: Seit 2023 liess sie 14 Europäische Haftbefehle (EHB) gegen sie ausstellen, die ursprünglich nur gedacht sind zur Bekämpfung von Terrorismus und organisierter Kriminalität. Unter den ungarischen Linksaktivisten geht deshalb die Angst um, seit kurzem noch verschärft durch die Veröffentlichung eines 'Antifa-Dekrets' am 26. September 2025. Darin wird die antifaschistische Bewegung als terroristische Organisation eingestuft, deren Mitglieder mit bis zu 24 Jahren Haft bestraft werden können.
Ihre Liebe zu Schloss Windsor und ihren rasanten Fahrstil erlebte der frühere Erzbischof von Canterbury als Wochenendgast und Beifahrer der Queen. Auch in diesen privaten Momenten blieb sie ganz Monarchin. 'Sie schaffte eine entspannte Atmosphäre. Aber es war klar, wer Boss ist', erinnert sich Justin Welby an seine Vier-Augengespräche mit der Queen. Sie war stets akribisch vorbereitet und vergass kein Detail. Gefürchtet war ihre Frage: 'Sind Sie sich sicher?' Selbst wenn sie ein paar Tage bei ihren Freunden, den Warrens, verbrachte, kam Elizabeth II. ihren Pflichten nach. Die roten Lederkoffer mit den Staatspapieren hatte sie ebenso im Gepäck wie ihre Reitstiefel. John Warren hat die Queen bei der Zucht ihrer Rennpferde beraten. Täglich haben sie telefoniert und gefachsimpelt, erzählt er. Zudem schildert er ein Erlebnis mit ihrem Vater, das den Grundstein für ihre Leidenschaft für Pferde legte. Die dreireihige Perlenkette, die George VI. seiner Tochter schenkte, war ihr tägliches Accessoire. Jedes Tageskleid musste so gefertigt werden, dass die Kette zur Geltung kam. 'Die Queen war durchaus kokett', sagt Modeschöpfer Stewart Parvin, der die Queen zwanzig Jahre lang eingekleidet. Zu ihrem ikonischen Look gehörte auch die Handtasche. Was ist dran an dem Handtaschen-Code, mit dem die Queen angeblich Signale an ihr Team sendete? Ihre Privatsekretärin klärt auf, wie die Kommunikation mit ihrer Chefin lief. Besonders gerne denkt Samantha Cohen an Aufenthalte mit der Queen in Balmoral, wo nicht nur die Amtsgeschäfte auf dem Plan standen, sondern auch viel gelacht und getanzt wurde.
Fest vertäut am Kai im Hafen von Edinburgh liegt der grösste Stolz der britischen Seefahrt, die königliche Yacht. Auf den Uhren der 'Britannia' stehen die Zeiger heute noch auf 15.01 Uhr: Es ist die Zeit zu der Königin Elizabeth II. am 11.Dezember 1997 das letzte Mal von Bord ging. Es war das Ende von mehr als vier Jahrzehnten glanzvoller Dienstzeit der Yacht. Nirgendwo sonst kommt man der Privatsphäre der Queen so nahe wie hier. Denn das Schiff war nicht nur Staatsyacht, sondern auch privater Rückzugsort der Königin, so etwas wie das schwimmende Ferienhaus. Jedes Jahr im Mai kehren etwa 60 ehemalige königliche Matrosen – die 'Yotties', die Royal Yachtsmen – für eine Woche auf die 'Britannia' zurück. Die Yotties' Week ist für die Seeleute ein Wiedersehen unter Freunden – und mit ihrem Lieblingsschiff. Die Ex-Matrosen helfen beim Streichen, Reinigen und Warten der Yacht. Ihre Geschichten über die Tage mit der königlichen Familie an Bord geben Einblick in ein Leben zwischen Ritual und Privatsphäre. Die Royals lebten luxuriös auf der 'Britannia'. Die Royal Yachtsmen hingegen hatten nur einfache Unterkünfte. Dennoch sehen es die Yotties heute noch als grosses Privileg an, so direkt im Dienst der Queen gestanden zu haben. Mit ihrer Yotties' Week feiern sie sich, die 'Britannia' und die Queen.
Ostern im Jahr 2000: Detective Jay Swan und seine schwangere Freundin Mary Allen versuchen, in der australischen Holzfällerstadt Loch Iris inmitten majestätischer Wälder ein neues Leben zu beginnen. Der Prozess gegen den Mörder seines Vaters in Jardine ist abgeschlossen und Jay hat versprochen, seine schmerzvolle Vergangenheit endlich hinter sich zu lassen. Zusammen mit Marys Nichte Anya, um die sie sich während der Haftzeit ihrer Eltern kümmern, erwarten Mary und Jay freudig die Geburt ihres Kindes. Doch kurz nachdem Jay einen verzweifelten Aborigine-Jungen im Wald gefunden hat, der glaubt, er werde von einem Geist verfolgt, verschwindet plötzlich das Aborigine-Mädchen Scarlett spurlos aus dem Wohnwagenpark . Im örtlichen Krankenhaus, in dem Mary arbeitet, schreckt die alte Nonne Schwester Kerry hoch, als sie erfährt, dass Mary genau dort im Rahmen eines Fürsorgeprogramms für Aborigine-Kinder aufgezogen wurde. Und nicht nur Schwester Kerry ist beunruhigt – auch den Patienten Philip versetzt diese Nachricht in Aufruhr. Jay durchkämmt unterdessen Tag und Nacht die Strassen von Loch Iris auf der Suche nach Scarlett. Er fährt am Haus von Schwester Kerry vorbei und sieht, dass die Tür einen Spalt offen steht. Vorsichtig drückt er die Tür auf – und findet eine Frau leblos in der Badewanne .
Episode number
1
Cast
Mark Coles Smith, Tuuli Narkle, Robyn Malcolm, Helen Morse, Aswan Reid, Luke Carroll, Geoff Morrell
Jay ist frustriert über die Haltung seiner Vorgesetzten Simmo, die behauptet, dass Schwester Kerrys mysteriöser Tod in der Badewanne ein Unfall gewesen sein muss. Auch gibt es keine neuen Informationen über Scarletts Verschwinden, und auf der Suche nach dem Aborigine-Mädchen läuft ihnen die Zeit davon. Mary begegnet im Krankenhaus einem verwirrten Mann namens Joey. Er bittet sie um Hilfe bei der Identifizierung einer Aborigine-Frau auf einem alten Foto, von der er glaubt, dass sie seine Mutter ist. Mary überredet ihre Kollegin Alice, in den Krankenhausunterlagen nach der Frau zu suchen. Doch was sie herausfinden ist tragisch und lässt Mary keine Ruhe. Sie sucht heimlich weiter und gewinnt brisante Erkenntnisse über ihre eigene Herkunft. Jays Gespräch mit Cowboy, dem Vater des verschwundenen Mädchens, wird durch die überraschende Ankunft seines Bruders Sputty unterbrochen. Am nächsten Morgen führt Simmo Jay an einen neuen Tatort. Die Jäger, im Morgengrauen zur traditionellen Osterjagd versammelt, haben den Hauptverdächtigen schon mal festgesetzt und drohen mit Selbstjustiz .
Episode number
2
Cast
Mark Coles Smith, Tuuli Narkle, Robyn Malcolm, Geoff Morrell, Clarence John Ryan, Eloise Hart, Luke Carroll
Sputty ist an einen Baum gekettet, umringt von den örtlichen Jägern, die ihn im Morgengrauen festgesetzt haben. Simmo verhaftet ihn als Hauptverdächtigen für den Mord an Cowboy. Jay protestiert, doch Sputty hat kein belastbares Alibi. Er könnte allerdings eins haben – wenn Krankenschwester Alice aussagen würde . Im Krankenhaus bittet Joey Mary, ihm zu helfen, das Grab seiner Mutter zu finden. Noch einmal nimmt sie heimlich Alices Schlüssel und sucht mit Joey in den alten Unterlagen. Doch er findet nicht, was er sucht, und erklärt Mary, dass dies die Strafe für die Dinge sei, die er getan habe. Als Mary erneut die Akte ihrer eigenen Mutter öffnet, der sie direkt nach der Geburt weggenommen wurde, erkennt sie erschüttert, dass die Verhältnisse nicht so waren, wie sie immer geglaubt hatte. Als sie daraufhin weitere Nachforschungen anstellt und telefonisch nicht für Jay zu erreichen ist, nimmt das Verhängnis seinen Lauf .
Episode number
3
Cast
Mark Coles Smith, Tuuli Narkle, Robyn Malcolm, Aswan Reid, Geoff Morrell, Luke Carroll, Clarence John Ryan
Davon träumen einige: Eine Welt ohne Grenzen, mit mehr Freiheit! 'Tracks' präsentiert zu diesem Thema alternative Lebensmodelle. Da gab es unter anderem die New Yorker Boatpunks, die mit ihren Flössen den Gesetzen davonsegeln, die revolutionären Ideen des Denkers Hakim Bey, der sich Piraten zum Vorbild nahm, und die Mitglieder des dänischen Black Block, die ihr Haus für alle öffnen. Und wie sieht es heute aus? Der Jurist Emmanuel Dockès ist der Meinung, dass Menschen in Machtpositionen Freiheiten von anderen einschränken und sie deswegen zu hassen sind. Der Philosoph Francis Dupuis-Déri erinnert daran, dass moderne Demokratien letztlich nichts anderes sind als Aristokratien mit Urnengang: viele Wähler, wenig Gewählte! Mit der ökologischen Dringlichkeit könnte man auch über offene institutionelle Modelle nachdenken. Von der Sunseed Community, die in einer ariden Gegend Spaniens gegen die Desertifikation kämpfen, über die Gründer von Mikronationen wie zum Beispiel auf der Marseille vorgelagerten Insel Bermond bis hin zu den griechischen Anarchisten aus dem rebellischen Viertel Exarcheia in Athen präsentiert 'Tracks – Eine Welt ohne Staat' Lösungsansätze, um bestehende Strukturen aufzubrechen. Der Beitrag schöpft aus den Archiven der Sendung 'Tracks' und stellt eine Kollektion für all diejenigen zusammen, die sich weigern, der Aufforderung Think Big zu folgen, die sich von Überflüssigem und Diktaten freimachen und nicht länger funktionierende Institutionen loswerden wollen.
Themen: Filmfest Dresden / Festival: Filmfest Dresden / Zoom: Rückblickend betrachtet / 'Rückblickend betrachtet' von Daniel Asadi Faezi und Mila Zhluktenko / 'Panadrilo' von Marcela Heilbron / 'TDer un-chaotische Schrank, der will, dass ich schlafe' von Cillian Green
(1): The Un-Chaotic Cabinet That Wishes For Me To Sleep Kurz-Animationsfilm von Cillian Green, Irland 2023, 7 Min. Ein junger Mann, der mit seiner Identität kämpft, macht sich auf den Weg durch die Randbezirke von Dublin. Der Film gewann 2024 den ARTE-Kurzfilmpreis auf dem Filmfest Dresden. (2): Festival: Filmfest Dresden Das Filmfest Dresden widmet sich dem Kurzfilm in all seinen Facetten und ist eines der höchstdotierten Kurzfilmfestivals in Europa. Festivalleiterin Anne Gaschütz und Kurator Sven Pötting sprechen über die politischen Wurzeln des Festivals sowie den diesjährigen thematischen Schwerpunkt 'Work in Progress'. (3): Rückblickend betrachtet Dokumentarfilm/Essayfilm von Daniel Asadi Faezi und Mila Zhluktenko, Deutschland 2025, 14 Min. Arbeitsmigrantinnen und -migranten sind massgeblich am Bau eines Einkaufszentrums für die Olympischen Spiele 1972 in München beteiligt. Im Jahr 2016 wird derselbe Ort zum Schauplatz eines rassistischen Anschlags. (4): Zoom: Rückblickend betrachtet Arbeitsmigranten bauen ein Einkaufszentrum für die Olympischen Spiele 1972 in München. Die Schriftstellerin Semra Ertan verbrennt sich 1982 aus Protest gegen den allgegenwärtigen Rassismus. Im Jahr 2016 wird das Olympia-Einkaufszentrum zum Schauplatz eines rassistischen Anschlags. In dem Film 'Empfänger unbekannt' des iranischen Regisseurs Sohrab Shahid Saless aus dem Jahr 1983 sind immer wieder rechtsextreme Parolen an Häuserfassaden und Mauern zu sehen. Der Essayfilm 'Rückblickend betrachtet' ist ein Versuch, zurückzuschauen und Zusammenhänge zu finden. Die beiden Filmschaffenden Mila Zhluktenko und Daniel Asadi Faezi sprechen über die Genese des Films, die Arbeit als Regieduo sowie über die Frage, wie man einen rassistischen Anschlag erinnert. (5): Panadrilo Kurzspielfilm von Marcela Heilbron, Panama 2023, 15 Min. Nachdem er von einem Krokodil verschluckt wurde und überlebt hat, fühlt sich Juan, ein Migrant auf dem Weg in die USA, so wohl, dass er beschliesst, für immer in dem Reptil zu bleiben.
In der westlichen Welt hat die Aufmerksamkeit für die Malerei von People-of-Color-Künstlerinnen und -Künstlern deutlich zugenommen. Was können Darstellungen von People-of-Color in der Kunst zu ihrer Emanzipation und ihrem Wunsch nach Gleichberechtigung beitragen? Oder zugespitzt gefragt: Wie viel Macht steckt in der Kunst? Jerrell Gibbs aus Baltimore malt mit seinen Porträts gegen die gängigen Klischees über PoC-Männer an. Peter Uka malt in Köln in leuchtenden Farben Erinnerungen an seine nigerianische Heimat. Shannon T. Lewis, Kanadierin mit karibischen Wurzeln möchte die Darstellung von People-of-Color allgegenwärtig machen und Schönheit auf etwas historisch Abstossendem aufbauen. Der kenianisch-britische Maler Michael Armitage erzählt emotional aufgeladene Geschichten aus Ostafrika und lässt dabei seine detaillierte Kenntnis europäischer Kunstgeschichte durchscheinen. Wie verstehen Gibbs, Uka, Lewis und Armitage ihre Arbeit und wie nehmen sie ihren Erfolg wahr? Werden sich Museen, Porträtgalerien und andere Institutionen ihrer Kunst öffnen? Werden sie unsere Sicht auf die Kunstgeschichte radikal verändern?