Für Namibia Flores Rodriguez kommt die Aufhebung des Frauenboxverbotes auf Kuba zu spät. Die 47-jährige Faustkämpferin ist inzwischen zu alt, um an internationalen Wettkämpfen teilzunehmen. Dabei ist sie mit Leib und Seele Boxerin und wollte sich nie von Niederlagen entmutigen lassen. Weil sie selbst nicht mehr bei den grossen Ausscheidungskämpfen antreten darf, hat sie sich auf die Rolle der Trainerin verlegt. Sie fördert sowohl den Nachwuchs – Jungen wie Mädchen – als auch die Grossen. Wie ihre Freundin Yoana Rodriguez Castillo. Die Schwergewichtsboxerin ist zwar bereits über 30, hält aber weiter an ihrem Traum fest, eines Tages bei internationalen Wettkämpfen dabei sein zu können. Doch auch wenn dies durch den Wegfall der politischen Schranken nun möglich ist, ist der Weg dorthin voller Hindernisse. Denn in Kuba fehlt es an den einfachsten Trainingsmöglichkeiten und passender Ausrüstung. So bleibt den Boxerinnen auf Kuba nur ihre unermüdliche Leidenschaft und der Enthusiasmus für ihren Sport, mit dem sie die ärgsten Mängel auszugleichen versuchen. Um ihnen hierfür einen Raum zu geben, möchte Namibia Flores einen eigenen Boxstall nur für Frauen aufbauen. Ein Novum auf Kuba und eine weitere Herausforderung. Denn wie so vieles auf der Insel ist ein Grossteil der Architektur in Havanna marode und einsturzgefährdet. Doch Namibia will nicht aufgeben. Sie sieht enormes Potenzial in ihren Schützlingen und möchte verhindern, dass die jungen Kampfsportlerinnen ähnlich wie sie an unvorteilhaften Rahmenbedingungen scheitern. Noch einmal will Namibia sich nicht geschlagen geben.
(1) Das Gericht der Indigenen von Taiwan: Cinavu Cinavu, ein Gericht aus Schweinefleisch, Taro und Gemüse, hat seinen Ursprung in den Bergen Taiwans und geht auf das indigene Volk der Paiwan zurück. Gemeinsam mit Chefkoch Xiao Ming und dessen Frau Muni probiert Alexis Sarini die taiwanische Spezialität. Der Geograf und Ernährungswissenschaftler Pierre Raffard beschreibt die verschiedenen Migrationsbewegungen in Taiwan und stellt eines der 16 indigenen Völker des Inselstaats vor: die Paiwan. Ausserdem erklärt er, wie indigene Kulturen in Taiwan in den letzten 25 Jahren wieder in den Vordergrund gerückt sind. (2) Ein Biss'chen Heimat: Jie-Fu, ein Taiwaner auf Malta Jie-Fu lebt dort, wo andere Urlaub machen, und geniesst seine Wahlheimat in vollen Zügen. Für seine Gäste bereitet der gebürtige Taiwaner eine Hühnersuppe mit Pilzen zu, in die auch Tee-Eier gehören, ein Klassiker des taiwanischen Streetfoods. Da Strassenimbisse auf Malta deutlich teurer sind als in Taiwan, nimmt Jie-Fu den Kochlöffel gern selbst in die Hand. (3) Ran an die Töpfe! Appetit bekommen? Hier gibt es ein Cinavu-Rezept, das sich leicht nachkochen lässt. Also: Ran an die Töpfe! ------------- Cinavu-Rezept Zutaten für 6 Personen: 500 g Kürbis 500 g Taro-Paste Ein Bund grosse Spinat- oder Mangoldblätter 1 Schweineschulter Zubereitung: – Mit einem scharfen Messer die Schweineschulter der Länge nach aufschneiden, damit das Fleischstück möglichst flach wird. – Das Fleisch dick mit Taro-Paste bestreichen. – Die Spinatblätter waschen, abtrocknen und leicht überlappend auf dem Fleisch verteilen. – Den Kürbis reiben und mittig über die gesamte Länge des Fleisches verteilen. – Die Schweineschulter aufrollen und dabei alle Zutaten gut einwickeln. – Die Rolle wie einen Braten fest zusammenbinden. – Die Oberseite mit Olivenöl bestreichen. – Die Fleischrolle in eine grosse Auflaufform legen. – Die Form bis zur Hälfte mit Wasser füllen, den Braten abdecken und in den vorgeheizten Backofen schieben. – Zwei Stunden bei 200 Grad Celsius schmoren lassen, danach in dicke Scheiben schneiden und servieren.
Bayern / Baskenland / Irland | Themen: Bayern: Marianne von Werefkin revolutioniert die Malerei / Dem baskischen Wal auf der Spur / Malaysia: Phylis' Curry Puffs / Irland: Die Piratenkönigin
(1): Bayern: Marianne von Werefkin revolutioniert die Malerei Marianne von Werefkin wächst in einer wohlhabenden Adelsfamilie in Russland auf. Doch sie erkennt früh, dass es für Frauen gegen Ende des 19. Jahrhunderts kaum möglich ist, gegen den Strom zu schwimmen. Zwar wird sie im Malen unterrichtet und gefördert, doch als Frau ist sie dazu bestimmt, lediglich Werke männlicher Künstler zu kopieren. Bis sie eines Tages in die avantgardistische Welt Münchens eintaucht. Dort gelingt es ihr, neue kreative Wege zu beschreiten – und die Kunst nachhaltig zu verändern. (2): Dem baskischen Wal auf der Spur Man muss schon ein wenig verrückt sein, um sich mit einem Wal anzulegen! Die grössten Säugetiere der Welt wiegen vierzig Tonnen und können bis zu zwanzig Meter lang werden. Für die Bewohner der fischarmen baskischen Küste waren die Meeresriesen einst ein wahrer Segen. Ihr Mut und ihr Können im Walfang führten die Basken bis nach Amerika – und brachten ihnen Ruhm und Reichtum. (3): Malaysia: Phylis' Curry Puffs Trotz strömenden Regens macht sich Phylis in Kuching auf die Suche nach den Zutaten für ihre Curry Puffs. Zuerst bereitet sie den Teig zu, dann die Füllung aus Curry, Hühnerfleisch und Kokosnuss. Schliesslich formt sie die Teigtaschen und backt sie im Ofen, bis sie goldbraun sind. Die traditionellen Curry Puffs sind eine köstliche Kombination aus östlichen und westlichen Einflüssen. (4): Irland: Die Piratenkönigin Irland im 16. Jahrhundert: Rund vierzig Clans streiten um Land, Reichtümer und Grenzen. Der Clan O'Malley ist einer von ihnen und herrscht unangefochten über sein Gebiet. In diesem Clan wächst eine Frau auf, die später unter dem Spitznamen 'die Piratenkönigin' bekannt werden wird.
Demokratische Republik Kongo / Kyoto / Paris | Themen: Demokratische Republik Kongo: Der Moloch Kinshasa / Kyoto: Stadt des Kimonos / Porto Rico: Adas vegetarisches Ragout / Paris: My Taylor is Haute Couture
(1) Demokratische Republik Kongo: Der Moloch Kinshasa Mit Gift und Galle zeichnet der kongolesische Schriftsteller In Koli Jean Bofane ein vernichtendes Bild von der Globalisierung, die den Reichtum seines Landes an Bodenschätzen in einen Fluch verwandelt. In seinem 2014 veröffentlichten und ausgezeichneten Werk 'Congo Inc., le Testament de Bismarck', prangert er die vielen Facetten der Gewalt an, der die Demokratische Republik Kongo seit gut 30 Jahren ausgesetzt ist. Der Roman erzählt die Geschichte von Isookanga, einem jungen Jäger und Sammler, der sich voller Hoffnung auf nach Kinshasa macht. Im Labyrinth der Hauptstadt haben die Bösen nicht immer das letzte Wort. (2) Kyoto: Stadt des Kimonos In Kyoto ist der Kimono kein Gewand aus vergangenen Zeiten, sondern eine lebendige Tradition. Dabei drohte diese über viele Generationen weitergegebene Kunst gegen Ende des 19. Jahrhunderts unterzugehen, als sich Japan der Welt öffnete und industriell hergestellte Stoffe aus dem Westen importiert wurden. Doch seitdem ist der Kimono zum Wahrzeichen der traditionellen japanischen Kultur geworden. Seine Herstellung erfolgt nach wie vor auf traditionelle Weise, wenngleich mit Einflüssen aus der heutigen Zeit. (3) Porto Rico: Adas vegetarisches Ragout Im puertoricanischen Adjuntas kocht Ada ein vegetarisches Sancocho. Als erstes bereitet sie aus Knoblauch, Zwiebeln, Paprika und mildem Chili ein Sofrito zu, an das sie für eine appetitliche Farbe noch Gewürze und Kurkuma gibt. In die fertige Mischung rührt sie lokale Gemüsesorten wie das Wurzelgemüse Malanga ein. Das Ganze wird mit einer Pique-Sosse auf Essigbasis gewürzt und mit Kaffeeschalen aus eigenem Anbau abgerundet. (4) Paris: My Taylor is Haute Couture Paris ist berühmt als Stadt der Liebe, des Eiffelturms – und der Haute Couture. Weniger bekannt ist, dass die Schöpfungen der grössten Modedesigner auf einen Mann zurückgehen, der noch nicht einmal Franzose war: Im 19. Jahrhundert kam ein junger Brite in die französische Hauptstadt, um hier seinen Stil durchzusetzen .
Dank des Photogrammetrie-Verfahrens, das die Erstellung von 3D-Modellen ermöglicht, kann die Chauvet-Höhle bis ins Detail erkundet werden. Spezialisten untersuchen die Wandmalereien und versuchen, ihre Bedeutung zu ergründen. Sie interessieren sich aber auch für die Überreste von Feuerstellen. Diese deuten auf grosse Feuer hin, die Muster aus Licht und Schatten auf die Höhlenwände warfen und vielleicht rituelle Bedeutung hatten. Damit könnte die Chauvet-Höhle eines der ersten 'Theater' der Menschheit gewesen sein. Auch Klänge mögen dabei eine Rolle gespielt haben: Die junge Disziplin der Archäoakustik erforscht, wie prähistorische Stätten bewusst so gestaltet wurden, dass sie Stimmen und Geräusche zur Geltung brachten. Parallel dazu liefern die Arbeiten über das Zusammenleben von Menschen und Tieren erstaunliche Ergebnisse: Knochen und Kratzspuren von Höhlenbären sowie Fuss- und Pfotenabdrücke von Menschen und Wölfen lassen vermuten, dass diese Arten sich die Höhle teilten. Mit Hilfe all dieser wissenschaftlichen Ansätze zeigt die Dokumentation die Chauvet-Höhle nicht nur als Stätte künstlerischen Schaffens, sondern auch als Ort des Zusammenlebens, an dem Mythen und Rituale gepflegt wurden.
Rerun
W
Cast
Jonathan Abel, John Chowning, Nicholas Conard, Philippe Fosse, Carole Fritz, Alexander Janas, Antoine Laurent
Bevor die Neandertaler vom Erdboden verschwanden, lebten sie für eine Dauer von rund 300.000 Jahren auf dem eurasischen Kontinent. Warum starben sie aus? Wie trat der Homo sapiens an ihre Stelle? Die Forschungen des Teams um Ludovic Slimak deuten darauf hin, dass Homo sapiens bereits vor rund 54.000 Jahren im Rhônetal präsent war – deutlich früher als bisher angenommen. Zugleich zeigen die aussergewöhnlich gut erhaltenen Ablagerungen, dass Homo sapiens und Neandertaler die Höhle in sehr kurzer zeitlicher Folge nutzten und sich möglicherweise in der Region begegneten. In der Grotte Mandrin sind archäologische Fundstücke aussergewöhnlich gut erhalten. Dies liegt an ihrer Öffnung gen Norden, durch die der Mistral Sand in sie hineinträgt. Ausgrabungen beweisen, dass Menschen die Höhle über einen Zeitraum von rund 80.000 Jahre lang immer wieder nutzten. Die Analyse von Russablagerungen erlaubt es, Dauer und Abfolge einzelner Besiedlungsphasen erstaunlich genau zu rekonstruieren. In einer rund 54.000 Jahre alten Schicht fanden Forscher zudem winzige Feuersteinspitzen. Sie zeigen, dass die ersten des Homo sapiens, die sich in der Höhle niederliessen, mit Pfeil und Bogen jagten – und das 40.000 Jahre vor der bisher angenommenen Erfindung dieser Jagdmethode. Haben diese Homo sapiens – die ersten, deren Überreste im heutigen Westeuropa gefunden wurden – die Neandertaler aus der Grotte Mandrin vertrieben? 2015 wurde eine neue Entdeckung gemacht: In einer Schicht, die auf etwa 10.000 Jahre nach der Ankunft des anatomisch modernen Menschen zurückgeht, wurden die fossilen Überreste eines Neandertalers gefunden. Sie zeigen, dass der Neandertaler in die Grotte Mandrin zurückgekehrt sein muss. Zunächst wurde seine DNA einer alten Neandertaler-Linie zugewiesen. Über einen Verwandten wurde dann aber eine neuere Abstammungslinie der Art in Südeuropa gefunden. Seither kann bei den späten Neandertalern von einem mediterranen Zweig gesprochen werden. Die Geschichte des Aufeinandertreffens zweier Arten der Gattung Mensch im Rhône-Tal ist ein archäologischer Thriller.
Vor anderthalb Jahren kannte Sofie Klippenspringen nur aus Videos in den sozialen Netzwerken. Inzwischen springt sie selbst aus Höhen bis zu zwanzig Metern. 'Man ist völlig im Tunnel, weil natürlich auch ein Risiko mitspielt', beschreibt Sofie das Gefühl kurz vor dem Sprung. Ihr Freund Jonas weiss aus eigener Erfahrung, welche Folgen die riskanten Sprünge haben können. Er kämpft nach einer schweren Schulterverletzung bis heute mit einer mentalen Blockade. In diesem Sommer will Sofie zum ersten Mal bei einem internationalen Event springen und dabei auch bekannte Gesichter der Szene treffen, die sie bislang vor allem aus dem Netz kennt. Mit dabei ist auch Florian. Er ist Weltrekordhalter im sogenannten Death Diving, einer extremen Form des Klippenspringens. Seit seinem Rekordsprung aus rund 48 Metern ist er einer der Stars der Springer-Szene. Noch arbeitet er als Dachdecker, doch er träumt davon, durch Sponsoren zukünftig vom Sport leben zu können. Diesen Anspruch hatte Lionel, genannt Loulou, aus Südfrankreich nie. Mit 56 Jahren springt er noch regelmässig von den Kalkfelsen seiner Heimat Cassis und gibt seine Erfahrung an Jugendliche weiter. Er warnt davor, sich von spektakulär inszenierten Clips in den sozialen Netzwerken zu Leichtsinn verleiten zu lassen, denn ohne Training und Sicherheitsmassnahmen können die Sprünge lebensgefährlich sein. Für Loulou ist Angst ein wichtiger Begleiter – und doch will auch er mehr: Seit Monaten bereitet er sich auf einen Kopfsprung aus 42 Metern vor, mit dem er seinen Rekord in dieser Disziplin übertreffen will.
(1) Der traditionelle Fleischbrei aus Oman: Harees Nawelle Senad will das traditionsreiche Gericht Harees bei Majeed Agah, einem jungen Koch aus Maskat, probieren. Doch sie muss sich ihre Portion erst verdienen und selbst mitanpacken, denn die Zubereitung des Bulgurs erfordert 20 Minuten intensive körperliche Arbeit. Der Geograf und Ernährungswissenschaftler Pierre Raffard erzählt von den Ursprüngen des Harees, die ins 10. Jahrhundert zurückreichen. Er erklärt zudem die Sonderstellung Omans auf der Arabischen Halbinsel und warum Männer und Frauen in Oman getrennt essen. (2) Ein Biss'chen Heimat: Hamed, ein Omaner in Colmar Hamed stammt ursprünglich aus Oman, wo Käse eine seltene Speise ist. Seit er in Colmar lebt, geniesst er es daher, die Spezialitäten der Region zu probieren, darunter auch den Münsterkäse. Für seine Gäste bereitet er Jolah wa Asal zu: Pfannkuchen mit Dattelsirup. Damit das Gericht auch wirklich schmeckt wie in Oman, fragt er seine Mutter nach ihrem Rezept. Und wie eine französische Crêpe wendet er seine Pfannkuchen mit leichtem Schwung in der Luft. (3) Ran an die Töpfe! Appetit bekommen? Hier gibt es ein einfaches Harees-Rezept, das sich leicht nachkochen lässt. Also: Ran an die Töpfe! -------------- Harees-Rezept Zutaten für 6 Personen: 800 g Lammschulter 150 g Ghee 4 Knoblauchzehen 2 Zwiebeln 800 g ganze Weizenkörner 1 TL schwarzer Pfeffer 2 TL Kardamomkapseln Zubereitung: – Den Weizen acht Stunden lang in reichlich kaltem Wasser einweichen. – In der Zwischenzeit das Fleisch in einen Schmortopf geben, mit Wasser auffüllen und bei mittlerer Hitze eine Stunde lang köcheln lassen. – Die Knochen vom Fleisch ablösen und das Fleisch zusammen mit dem abgetropften Weizen wieder in den Schmortopf geben. Kurz aufkochen lassen, dann die Hitze reduzieren und 75 Minuten köcheln lassen. – Zwiebeln und Knoblauch fein hacken. – Die Zwiebeln in Ghee anschwitzen. – Zwiebeln, Knoblauch, schwarzen Pfeffer und Kardamom zur Mischung in den Schmortopf geben. – Bei schwacher Hitze eine Stunde und 45 Minuten köcheln lassen. – Vom Herd nehmen und das Harees kräftig stampfen, bis eine homogene, breiartige Masse entsteht. – Zum Schluss das geschmolzene Ghee unterrühren und servieren.
Bosnien / England / USA | Themen: Bosnien: Joe Sacco, der zeichnende Journalist / England: Zielsichere Leidenschaft / Frankreich: Foulematous Erdnusshähnchen / USA: Marie Pantalon hat die Hosen an
(1): Bosnien: Joe Sacco, der zeichnende Journalist Die Berge und die kurvenreichen Strassen Bosniens tragen die Narben einer schmerzhaften Vergangenheit. Wie in der Hauptstadt Sarajevo hat die Belagerung des späten 20. Jahrhunderts sichtbare Spuren hinterlassen. Joe Sacco, ein Pionier des Comic-Journalismus, ist mit Kriegsgebieten seit Langem vertraut. Während dieser dunklen Episode der europäischen Geschichte reiste er mehrfach mit Skizzenblock und Bleistift nach Bosnien. Dabei entstanden Werke wie 'The Fixer' und 'Safe Area Gorazde' – Comics, die den Krieg ungeschönt zeigen, aber auch davon erzählen, wie das Leben dennoch weiterging. (2): England: Zielsichere Leidenschaft Dart ist in England weit mehr als nur ein Spiel. Die ersten Dartpfeile entstanden im feuchten Schatten der Wälder, fingerfertig geschnitzt und intuitiv ausbalanciert. Lange galt das volkstümliche Geschicklichkeitsspiel als kleiner Bruder des Bogenschiessens, bevor es sich gegen die elitären Freizeitbeschäftigungen der Oberschicht durchsetzte. Von der Handwerkskunst zum Nationalsport! (3): Frankreich: Foulematous Erdnusshähnchen Foulematou bereitet in Cergy zunächst ihre Djouka-Mischung aus Hirse- und Erdnussmehl zu und lässt sie mit heissem Wasser quellen. Anschliessend mariniert sie das Hähnchen und schiebt es in den Ofen. Nach malischer Tradition richtet sie zum Schluss alles auf einer grossen Platte gemeinsam mit einer Zwiebelsauce und gebratenen Kochbananen an. (4): USA: Marie Pantalon hat die Hosen an Bis heute spiegelt die kalifornische Stadt Jackson im Norden der Sierra Nevada ihre Entstehungsgeschichte wider. Sie wurde während des Goldrauschs gegründet, und in ihrer Haupteinkaufsstrasse finden sich noch immer viele Edelmetallhändler und Antiquitätenläden. In dieser unscheinbaren US-Stadt wurde eine Französin zur Legende.
Venedig / Mexiko / Paris | Themen: Venedig: Der Spleen von Joseph Brodsky / Mexiko: Das Ritual der Quinceañera\nIn Mexiko / Finnland: Harris und Jarris Filet Mignon vom Hirsch / Paris: Riechsalz im Theater
(1) Venedig: Der Spleen von Joseph Brodsky Anfang der 1970er Jahre machte der Dichter Joseph Brodsky, der 1987 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurde, Venedig zu seinem neuen Zuhause. In seiner sowjetischen Heimat hatte der Dreissigjährige Unterdrückung, Verbannung und Zwangsarbeit erlebt. Nach seiner Entlassung wurde er schlicht ausgebürgert. Er war zum Staatsfeind geworden, weil seine unter dem Ladentisch gehandelten, sehr komplexen und persönlichen Gedichte der Intelligenzija zu sehr gefielen. Venedig, die Stadt aus Wasser und Stein, erinnerte Joseph Brodsky an seine Geburtsstadt Sankt Petersburg, in die er nie zurückkehren durfte. (2) Mexiko: Das Ritual der Quinceañera In Mexiko, wo Riten und Traditionen grossgeschrieben werden, bedeutet die Quinceañera, also der fünfzehnte Geburtstag, für ein Mädchen den Übergang vom Kind zur Frau. Unter dem wachsamen Auge der Familie und des Klerus werden die 15-Jährigen für die Zeremonie wie Prinzessinnen ausgestattet. Heutzutage will sich jedoch nicht jede junge Frau der Tradition unterordnen und zum Püppchen hergerichtet werden, auch hier haben feministische Bewegungen an Boden gewonnen. Ohne völlig auf ihre Quinceañera zu verzichten, feiern die jungen Frauen dieses spezielle Geburtstagsfest auf ihre Weise. (3) Finnland: Harris und Jarris Filet Mignon vom Hirsch Im Wald von Ilola in der Nähe von Porvoo bereiten Harri und Jarri aus dem Hirsch, den sie am Vormittag gejagt haben, ein Filet Mignon zu. Jarri zerlegt das Tier und bereitet den Holzgrill vor, während Harri Schnee einsammelt, um die Kartoffeln zu kochen. Für die Sosse lässt Jarri Butter, Zwiebeln und Pfifferlinge eine Zeit lang vor sich hinschmoren. Die beiden Jäger geniessen das fertige Gericht und gönnen sich anschliessend einen wohlverdienten Saunagang! (4) Paris: Riechsalz im Theater Gegen Ende des 19. Jahrhunderts lebt Paris im Rhythmus des Variété-Theaters. Die Epoche verlangt nach Unterhaltung, leichten und amüsanten Geschichten. Aber hinter den Kulissen bereitet ein neues Genre seinen Bühnenauftritt vor: Horror und Grusel. Zartbesaitete Damen fallen im Parkett reihenweise in Ohnmacht .
Arizona, 1874: Kurierreiter der Kavallerie Hondo Lane durchquert das Grenzland zwischen den Fronten, als er auf die einsam gelegene Ranch von Angie Lowe und ihrem Sohn Johnny stösst. Ihr Ehemann hat Angie allein mit dem Kind zurückgelassen, doch sie will ihr Zuhause nicht aufgeben, trotz der wachsenden Spannungen zwischen der US-Armee und den Apachen. Hondo, verkörpert von John Wayne, erkennt die herannahende Gefahr und beschliesst, vorerst an ihrer Seite zu bleiben. Zwischen dem wortkargen Scout und der entschlossenen Rancherin entwickelt sich eine vorsichtige Annäherung. Als die Gewalt näherrückt, gerät Hondo selbst in den Konflikt zwischen den verfeindeten Lagern und muss Entscheidungen treffen, die Mut, Loyalität und Menschlichkeit gleichermassen verlangen. Mit 'Man nennt mich Hondo' schuf John Farrow einen Western, der klassische Motive mit ungewöhnlich differenzierten Figuren verbindet. John Wayne verkörpert den Titelhelden als erfahrenen Grenzgänger zwischen zwei Welten, während Geraldine Page in ihrer ersten grossen Filmrolle der Figur Angie bemerkenswerte Stärke und Eigenständigkeit verleiht. Statt eindeutiger Heldenbilder setzt der Film auf moralische Zwischentöne und einen respektvolleren Blick auf die indigene Bevölkerung, als es für viele Western seiner Zeit üblich war.
Rerun
W
Cast
John Wayne, Geraldine Page, Ward Bond, Michael Pate, James Arness, Rodolfo Acosta, Leo Gordon
Director
John Farrow
Script
James Edward Grant
Background information
Die tiefe Freundschaft zu John Wayne veranlasste Hollywoodveteran John Ford, die letzten Szenen vom Angriff auf den Zugwaggon zu drehen. Regisseur John Farrow musste aufgrund anderer Projektverpflichtungen das Filmset früher verlassen. Insgesamt entstand ein '3D-Western mit abwechslungsreicher und vielfältig zusammengesetzter Handlung, überzeugend inszeniert' (Filmdienst).
Ecuador kennt man vor allem für die aussergewöhnliche Tierwelt des Galapagosarchipels – aber auch das Festland bietet eine bemerkenswerte Fauna und Flora, weshalb Ecuador zu den sogenannten megadiversen Ländern der Erde gezählt wird. Die zweiteilige Dokumentation zeigt natürliche Lebensräume von fünf Metern unter der Meeresoberfläche bis auf über 5.000 Meter Höhe. Im ersten Teil erkundet Regisseur Ronan Fournier-Christol den schier unendlichen Amazonas-Regenwald im Osten des Landes und erklimmt dann die östlichen Nebelwälder bis zum höchsten Gipfel der ecuadorianischen Anden. Im zweiten Teil geht es durch die westlichen Nebelwälder hinab an die Pazifikküste und zum Galapagosarchipel. Der Zweiteiler bietet einzigartige Einblicke in das Leben der einheimischen Tierarten wie Aras, Tukane, Kolibris, Bären, Kondore, Vikunjas, Affen, Seeleguane, Schildkröten, Seelöwen und Fregattvögel. Jede Spezies besetzt eine ganz eigene Nische in diesem Ökosystem. Diese Anpassung sicherte den Tieren das Überleben in einem Habitat, das starken Veränderungen unterworfen war. So wurden mit dem Auffalten der Andenkette und dem Entstehen der Galapagosinseln vor 4,5 Millionen Jahren ganz neue Landschaften und Lebensbedingungen geschaffen.
Ecuador kennt man vor allem für die aussergewöhnliche Tierwelt des Galapagosarchipels – aber auch das Festland bietet eine bemerkenswerte Fauna und Flora, weshalb Ecuador zu den sogenannten megadiversen Ländern der Erde gezählt wird. Die zweiteilige Dokumentation zeigt natürliche Lebensräume von fünf Metern unter der Meeresoberfläche bis auf über 5.000 Meter Höhe. Im ersten Teil erkundet Regisseur Ronan Fournier-Christol den schier unendlichen Amazonas-Regenwald im Osten des Landes und erklimmt dann die östlichen Nebelwälder bis zum höchsten Gipfel der ecuadorianischen Anden. Im zweiten Teil geht es durch die westlichen Nebelwälder hinab an die Pazifikküste und zum Galapagosarchipel. Der Zweiteiler bietet einzigartige Einblicke in das Leben der einheimischen Tierarten wie Aras, Tukane, Kolibris, Bären, Kondore, Vikunjas, Affen, Seeleguane, Schildkröten, Seelöwen und Fregattvögel. Jede Spezies besetzt eine ganz eigene Nische in diesem Ökosystem. Diese Anpassung sicherte den Tieren das Überleben in einem Habitat, das starken Veränderungen unterworfen war. So wurden mit dem Auffalten der Andenkette und dem Entstehen der Galapagosinseln vor 4,5 Millionen Jahren ganz neue Landschaften und Lebensbedingungen geschaffen.
Seit 350 Millionen Jahren besitzen Amphibien eine unter Wirbeltieren seltene Superkraft: Sie können die Grenzen zwischen Leben und Tod nach hinten verschieben. Amphibien entstanden, als sich die Fluten zurückzogen und bestimmte Wassertierarten zu Landwirbeltieren wurden. Seitdem sind sie in beiden Habitaten zu Hause und besiedeln nahezu alle Lebensräume. Um zu überdauern, haben manche Lurcharten lebensverlängernde Fähigkeiten entwickelt. Der Waldfrosch, auch 'Eisfrosch' genannt, trotzt dem Polarwinter, indem er ein Drittel seiner Körperflüssigkeiten einfrieren lässt: Seine Leber setzt Glukose frei, die wie ein Frostschutzmittel wirkt, und seine Lebensfunktionen kommen zum Stillstand, bis der Frosch im Frühling nach stundenlangem Auftauen zum Leben zurückkehrt. Bei den tropischen Fröschen trotzen einige Arten dem gegenteiligen Extrem: Den Warzigen Makifrosch bewahrt eine aus Hautdrüsen gebildete wachsartige Schutzschicht vor Austrocknung. Doch die beeindruckendste Superkraft ist die Regeneration. Salamander können zwar nicht durchs Feuer gehen, doch manche von ihnen können Gliedmassen nachwachsen lassen, und der Axolotl, in Mexiko die Verkörperung des Gottes Xolotl, geht noch weiter: Beim Verlust von Körperteilen bilden die Zellen eine Blastem genannte Knospe, die Gewebe, Nerven, Knochen und Haut neu programmiert, um innerhalb weniger Wochen zum Beispiel ein Bein nachzubilden. Die Wissenschaft träumt davon, dieses Wunder zu entschlüsseln, während andere versuchen, daraus Jungbrunnen-Elixiere zu gewinnen.
Amphibien gehören zu den erfindungsreichsten Überlebenskünstlern der Erde. Seit 350 Millionen Jahren entwickeln sie Strategien, um Fressfeinden, Konkurrenten und widrigen Lebensbedingungen zu trotzen. Ihre Methoden sind so vielfältig wie effektiv – und zeigen, wie kreativ die Evolution sein kann. Pfeilgiftfrösche etwa signalisieren mit knalligen Farben, dass sie giftig sind. Ihre Haut scheidet Toxine aus, die Angreifer abschrecken oder sogar töten. Andere Frösche nutzen eine ähnliche Taktik, ohne selbst giftig zu sein – sie imitieren einfach das Aussehen ihrer gefährlichen Verwandten und profitieren so von deren Abschreckungseffekt. Doch nicht alle Amphibien verlassen sich auf Gift. Manche setzen auf Tarnung: Der Glasfrosch etwa ist dank seines durchsichtigen Bauchs im Blattwerk kaum zu erkennen. Andere Arten wie der Lithodytes lineatus gehen noch weiter und verstecken sich in Ameisenbauten. Sie ahmen den Geruch der Insekten nach und werden so geduldet – ein aussergewöhnlicher Trick im Tierreich. Wieder andere Amphibien haben spektakuläre Fluchtmechanismen entwickelt. Einige tropische Laubfrösche springen bei Gefahr einfach ins Leere und gleiten mit ihren Schwimmhäuten von Ast zu Ast, um Feinden zu entkommen. Der Haarfrosch wiederum fährt im Ernstfall knöcherne Krallen aus, um seinen Nachwuchs zu verteidigen – eine seltene und ungewöhnliche Verteidigungsstrategie. Auch bei der Fortpflanzung zeigen Amphibien erstaunliche Anpassungen. Männchen liefern sich Gesangsduelle, um Weibchen zu beeindrucken, oder täuschen Rivalen mit raffinierten Tricks. Einige Arten legen ihre Eier in wassergefüllten Baumhöhlen ab, um sie vor Fressfeinden zu schützen. Doch gegen einen Feind können all diese Strategien nichts ausrichten: den Menschen.
Seit 350 Millionen Jahren beherrschen Amphibien die Kunst des Überlebens – nicht nur durch Anpassung an extreme Lebensräume, sondern auch durch aussergewöhnliche Fortpflanzungsstrategien. Ihre Methoden sind so vielfältig wie faszinierend, aber immer perfekt an ihre Umwelt angepasst. Einige Arten setzen auf spektakuläre Massenbegegnungen: In den Regenwäldern Französisch-Guayanas versammeln sich Tausende Frösche zu ohrenbetäubenden Paarungsritualen, bei denen die Männchen um die Gunst der Weibchen konkurrieren. Andere, wie der Blauflecken-Querzahnmolch, vermehren sich diskret ohne direkten Körperkontakt. Doch alle haben eines gemeinsam: Sie entwickeln erstaunliche Strategien, um ihren Nachwuchs zu schützen und zu ernähren. Ein extremes Beispiel ist die Grosse Wabenkröte. Ihre Jungen wachsen in speziellen Hauttaschen auf dem Rücken der Mutter heran. Sobald sie bereit sind, durchbrechen sie die Haut und starten ihr eigenständiges Leben. Noch ungewöhnlicher geht es beim Baumhöhlen-Krötenlaubfrosch zu: Seine Kaulquappen ernähren sich von befruchteten Eiern, die ihre potenziellen Geschwister enthalten. Doch nicht nur Frösche und Kröten überraschen. Die Brut mancher Blindwühlen frisst sich buchstäblich durch die Haut ihrer Mutter, um an Nährstoffe zu gelangen. Und der Rotaugenlaubfrosch hat eine Notfallstrategie entwickelt: Bei Gefahr beschleunigen seine Embryonen ihre Entwicklung und schlüpfen früher als geplant. Manchmal skurril, oft brutal: Die Fortpflanzung der Amphibien ist ein Schauspiel der Extreme. Sie zeigt, wie weit die Natur geht, um das Überleben einer Art zu sichern.
In der Nachrichtensendung betrachtet die deutsch-französische Redaktion mit einem weltoffenen Blick das tagesaktuelle politische Geschehen, die sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungen sowie kulturelle Ereignisse in Europa und der Welt. Dabei wird immer aus europäischer Perspektive berichtet und darauf aufmerksam gemacht, wie sich aktuelle Entwicklungen auf Europa auswirken könnten. Die Berichterstattung ordnet Hintergründe ein, stellt Zusammenhänge dar und beleuchtet unterschiedliche Sichtweisen.
Die Sendung erklärt geopolitische Zusammenhänge anhand von Karten und fundierten Analysen. Die Sendung vermittelt komplexe internationale Konflikte, wirtschaftliche Entwicklungen und strategische Interessen anschaulich und verständlich. Im Mittelpunkt steht die Einordnung globaler Ereignisse in ihren historischen und politischen Kontext. So werden weltpolitische Themen klar strukturiert dargestellt und für ein breites Publikum zugänglich gemacht. Aktuelle Krisen, Machtverschiebungen und regionale Spannungen werden dabei ebenso beleuchtet wie langfristige Entwicklungen. Die visuelle Kartenarbeit hilft, Zusammenhänge schnell zu erkennen und Entwicklungen besser nachzuvollziehen. Dadurch entsteht ein vertieftes Verständnis globaler Dynamiken und ihrer Auswirkungen auf einzelne Regionen.
Als die junge Restauratorin Alejandra Nieto hörte, dass Menschen ihre aufgeweichten und verklebten Fotoalben wegwarfen, begann sie sofort, die beschädigten Fotos einzusammeln – um das persönliche und kulturelle Erbe zu retten, das in Form analoger Fotos existiert. Aus dem kleinen Anfang ist eine grosse zivile Bewegung geworden: Salvem Les Fotos (Lasst uns die Fotos retten). In der Flut-Region nahe Valencia sind mit Hilfe von Spenden vier lokale Labore aufgebaut worden. Alejandra ist überzeugt, dass jedes gerettete Foto wertvoll ist: 'Sie helfen, die seelischen Wunden zu heilen.' Rosa Álvarez bestätigt das. Sie hat bei der Flut ihren Vater verloren. Die Behörden lösten den Alarm zu spät aus. Er schaffte es nicht mehr, die Tür seines Hauses zu öffnen. Das Hochwasser beschädigte auch die einzigen Fotos ihrer längst verstorbenen Mutter. Zwei Jahre nach der Flut erhält Rosa eine Einladung vom Labor der Fotoretter. Nur eines ihrer vielen Fotos konnte erfolgreich restauriert werden: ein Porträt ihrer Eltern. Bei aller Trauer ist dies ein Trost: 'Dieses Foto bringt mich zurück in die glücklichste Zeit meines Lebens.' Paco Costa ist Fotograf. Seit Jahren hängen seine Bilder wie Wandzeitungen in den Strassen von Catarroja. 'Jedes Foto ist eine Reise in die Vergangenheit.' Die Flut hat die meisten Fotowände zerstört. Als der Wasserpegel gesunken war, nahm Paco seine Kamera und fotografierte die Menschen seines Heimatortes im Ausnahmezustand. 1.500 Fotos in vier Tagen. Eine einmalige Chronologie der Tragödie – und eine Erinnerung für zukünftige Generationen, so Paco: 'Unser Leben geht vorbei – die Bilder bleiben.'
Modernes Leben ohne Kita? Das ist heute kaum vorstellbar! Aber wie soll der ideale Kindergarten aussehen? Können im digitalen Zeitalter noch Konzepte modern sein, die schon über hundert Jahre alt sind? Eine spannende Spurensuche von den Kinderaufbewahrungsanstalten bis zu den reformpädagogischen Ideen, die unser Verständnis von früher Bildung in der Kita bis heute prägen: 'Diese Kinder müssen nachts Alpträume haben', berichtet die Pädagogin Pauline Kergomard nach ihrem Besuch in einem Kinder-Asyl: 'An die Wand gemalt, ein gewaltiges Auge, das alles sieht und ein übergrosses Ohr, das hört, ob die Kinder schwatzen.' Sie kämpft gegen ein System, in dem schon Zweijährige lesen und rechnen lernen müssen und revolutioniert um 1900 die französische Vorschule. Erziehung mit 'Kopf, Herz und Hand' ist im Berliner Pestalozzi-Fröbel-Haus Anfang des 20. Jahrhunderts der Leitspruch, damals ein Vorbild für ganz Europa. 'Hilf mir, es selbst zu tun! ' – dieser Satz von Maria Montessori verändert den Blick auf die frühe Bildung. Mit ihrer Methode löst sie eine weltweite Bewegung aus. Montessori wird zum 'Popstar' der Pädagogik, anders als die französische Reformerin Pauline Kergomard oder der 'Kindergartenerfinder' Friedrich Fröbel. Was ist zeitlos gültig und was Produkt einer Epoche? Der Kindergarten, ein Ort, der Kindern Chancen eröffnet, aber wie im Nationalsozialismus auch zum Ort ideologischer Vereinnahmung werden kann. Der Film erzählt die überraschend aktuelle Geschichte über den Kindergarten als Spiegel gesellschaftlicher Erwartungen.
Kirgisistan – ein Land, das die meisten Menschen auf Anhieb gar nicht auf der Weltkarte lokalisieren können. Umso überraschender ist, was das zentralasiatische Land zu bieten hat: Imposante Hochgebirge, uralte Traditionen und gastfreundliche Menschen, die mit ihrer einladenden Wärme der winterlichen Kälte trotzen. Traditionen wie der Reitsport Kok Boru oder das Manas-Epos gehören in ländlichen Regionen weiterhin zum Alltag. Das Nomadenleben war lange Zeit die beste Möglichkeit, in der Extremlandschaft zwischen Steppe, Halbwüste und Hochgebirge zu bestehen. Für viele Erwachsene ist Viehzucht auch heute noch die einzige Möglichkeit, sich einen Lebensunterhalt zu verdienen. Um aus dieser Armut zu entfliehen, gehen die Kinder hier voller Stolz und Ehrgeiz in die Schule. Denn sie wollen eines Tages ein besseres Leben führen als ihre Eltern. Doch gerade im harten kirgisischen Winter ist der Schulweg lang, beschwerlich und voller Gefahren. Sherali (8) und sein Bruder Ali (12) reiten eineinhalb Stunden vom Haus ihrer Grosseltern zur Schule: durch Dunkelheit, über Felder und über einen vereisten Bergpfad. Akzholtoy (12) und ihre Schwester Akmarzhan (6) laufen eineinhalb Stunden zu Fuss. Sie müssen einen gefrorenen Flussarm überqueren.
Das Leben der Anfang 30-jährigen Aurore ist chaotisch. Sie hält sich mit kleineren Jobs über Wasser und ihr Freund Bastien verlässt sie überraschend. Die Nachricht, dass ihr ehemaliger Cello-Lehrer Étienne Vogler gestorben ist, wirft sie noch mehr aus der Bahn. Verdrängte Erinnerungen kehren zurück, so dass sie Kontakt zu früheren Mitschülerinnen aufnimmt. Aber es wird deutlich, dass Aurore etwas aus dieser Zeit mit sich trägt, das sie von den anderen unterscheidet. Parallel dazu träumt der gleichaltrige Noé von zwei Dingen: als Journalist Fuss zu fassen und seiner grossen Liebe zu begegnen. Doch die Sorge um seinen alkoholkranken Vater, der auf ihn angewiesen ist, hindert ihn, in seinem eigenen Leben voranzukommen. Fast verpasst er deswegen ein Vorstellungsgespräch bei einem renommierten Journal, für das er unbedingt arbeiten will. Noé bekommt die Stelle nicht, trifft dafür aber eine Frau und hält die Begegnung für Liebe auf den ersten Blick. Er schafft es jedoch nicht, sie nach ihrer Nummer zu fragen. Stattdessen folgt er ihr zu einem Restaurant – und in der Bar gegenüber begegnet er Aurore. Was zunächst nur eine flüchtige Begegnung scheint, entwickelt sich zu einem Abenteuer ... Für 'Eines Tages werden wir uns lieben' schrieb und inszenierte Jérôme Bonnell alle drei Folgen. In den Hauptrollen spielen Natacha Krief als Aurore und Édouard Sulpice als Noé, an ihrer Seite sind unter anderem Laurent Stocker und Olivia Côte zu sehen. Bonnell widmet sich einer intimen Geschichte über Liebe, familiäre Bindungen und die Schwierigkeit, sich aus der eigenen Vergangenheit zu lösen.
Nach ihrer chaotischen gemeinsamen Nacht verabschieden sich Aurore und Noé am Morgen etwas verlegen voneinander. Eigentlich kennen sie sich kaum und rechnen nicht damit, sich wiederzusehen. Doch wie es der Zufall will, treffen sie wenig später in einem Café erneut aufeinander. Zunächst ist Aurore distanziert, da ihr aber ein Mittagessen auf dem Land bevorsteht und sie dafür dringend ein Auto braucht, bittet sie Noé, sie mit dem Wagen seines Vaters zu begleiten. Ohne von Aurore vorgewarnt zu sein, landet Noé mit ihr schliesslich auf dem stattlichen Anwesen ihres Vaters bei einem Familienessen und wird dort als ihr fester Freund vorgestellt. Überrumpelt und sauer wegen dieser erfundenen Behauptung, wird Noé in eine ihm völlig unbekannte Welt hineingezogen: Er lernt Aurores Familie kennen und entdeckt hinter ihrer verschlossenen Art Abgründe, die mit ihrer Vergangenheit und ihrem ehemaligen Cello-Lehrer Étienne Vogler zusammenhängen. Auch für Aurore ist die Heimkehr schwierig und mit schmerzhaften Erinnerungen und Spannungen verbunden, besonders mit ihrem Vater. Während Noé versucht, sich zwischen den fremden Menschen und unausgesprochenen Konflikten zurechtzufinden, kommen sich die beiden näher. Aus einer durchzechten Nacht beginnt langsam eine Verbindung zu entstehen, die für beide unerwartet viel bedeuten könnte ...
Nach dem Besuch bei Aurores Familie können die Anfang 30-Jährige und der gleichaltrige Noé ihre inneren Verletzungen und Sorgen nicht mehr voreinander verbergen. Trotzdem kann Noé die Begegnung mit der anderen Frau nicht vergessen. Aurore schlägt ihm vor, mit ihrem Armband in das Antiquitätengeschäft zu gehen, wo er die Unbekannte zuletzt gesehen hat, und unter dem Vorwand, ihr den Armreif zurückgeben zu wollen, nach ihrer Nummer zu fragen. Zögerlich nimmt Noé Aurores Idee auf. Als sie vor einer Kirche anhalten, realisiert Noé nicht sofort, dass Aurore vorhat, zu der Beerdigung von Étienne Vogler zu gehen, ihrem pädophilen Cello-Lehrer. Voglers Angehörige und der Anblick des Sargs lösen in Aurore eine Panikattacke aus. Obwohl Noé sie zunächst nicht begleiten wollte, steht er ihr schliesslich bei und versucht mit ihr zusammen, die Welle an Gefühlen einzufangen ... Ausgerechnet in diesem Moment meldet sich Noés alkoholkranker Vater bei ihm. Im Chaos der Gefühle setzt Noé Aurore bei ihrem Vater ab, bevor er selbst zu seinem eigenen Vater in die Stadt zurückkehrt. Währenddessen versucht Aurore, sich ihren Problemen mit ihrer Familie zu stellen. Aber wie es das Schicksal will, treffen sich die beiden am Abend erneut ... Werden sie sich schliesslich einander öffnen und der Liebe eine Chance geben?
Hana arbeitet seit 19 Jahren als Krankenschwester. Seit 19 Jahren setzt sie Infusionen, immer auf dieselbe Art und Weise. Doch dann kommt es während ihres Dienstes zu einem Todesfall und Hana rückt in den Mittelpunkt einer polizeilichen Ermittlung. Eine ältere Patientin hat während ihrer Nachtschicht einen Herzstillstand erlitten. Der Arzt Dr. Vaculik empfindet Hanas Verhalten angesichts des Todes als suspekt, zudem gab es vorher keine Anzeichen für Herzprobleme bei der Patientin. Er ordnet eine Untersuchung der Verstorbenen und der Infusion an. Dabei wird ein zu hoher Kaliumwert im Blut gefunden, der aber nicht im Inhalt des Infusionsbeutels nachgewiesen werden kann. Dr. Vaculik äussert die Vermutung, der alten Dame könnte das Kalium direkt in den Arm gespritzt worden sein. Der Leiter des Krankenhauses, Kriz, geht von einem vorsätzlichen Mord aus und zieht die Kriminalpolizei hinzu. Hana wird vorübergehend freigestellt, doch der Vorfall schleicht sich auch in ihr Privatleben. Nur ihre entfremdete Tochter Tereza versucht, ihrer Mutter beizustehen, obwohl Hana jegliche Zuneigung ablehnt. Durch ihre fehlende Empathie wirkt sie immer verdächtiger ... Die vierteilige tschechische Miniserie wurde Anfang 2022 im Rahmen der 'Berlinale Series' vorgestellt. Michal Blasko führte Regie. Für seine Kurzfilme wurde er bereits mehrfach ausgezeichnet. Klara Meliskova verkörpert die Protagonistin Hana. Ihr gelingt es, allein durch die Art und Weise ihres Spiels – ihre Körpersprache, Blicke, Haltung und Mimik – auszudrücken, was die wortkarge Hana zu sagen versucht.
Episode number
1
Cast
Klára Melísková, Denisa Baresová, Ivan Trojan, Jan Nedbal, Petr Lnenicka, Marek Pospíchal, Miroslav Hanus
Die Krankenschwester Hana wirkt empathielos, selbst ihre Tochter weist sie immer wieder zurück. Hana wird des Mordes verdächtigt und in ihrem Spind das starke Opiat Dolantin gefunden. Das Mittel verlangsamt die Herztätigkeit, wodurch Hana angesichts der Todesumstände ihrer Patientin noch verdächtiger wirkt. Dennoch beteuert sie ihre Unschuld, wird jedoch von der Polizei festgenommen und offiziell des Mordes angeklagt. Hana steht unter Schock. Die Öffentlichkeit, die Medien und einige ihrer Kollegen sind schnell von ihrer Schuld überzeugt. Darunter leidet besonders Tereza. Obwohl sie ihre Abreise ins Ausland mit ihrem Freund Filip abgesagt hat und als Einzige weiterhin zu ihrer Mutter steht, bleibt das Verhältnis der beiden angespannt. Bei einer Pressekonferenz des Krankenhauses wird der diensthabende Arzt Dr. Vaculik von der Leitung schwer beschuldigt. Er soll Hana gedeckt haben, weil er ein Verhältnis mit ihr gehabt habe. Zusätzlich sagen bei der Polizei einige von Hanas Kolleginnen aus, dass es bereits vor sechs Jahren einen verdächtigen Todesfall auf der Station gegeben habe, bei dem Hana ebenfalls verdächtigt worden sei. Könnte die Krankenschwester eine Wiederholungstäterin aus Überzeugung sein? Ihr Pflichtverteidiger beginnt, eigene Ermittlungen anzustellen, um sich ein Bild von seiner Mandantin und den Vorkommnissen zu machen. Dabei stösst er auf einige Unstimmigkeiten. Aber reichen sie aus, um Hana zu entlasten?
Episode number
2
Cast
Klára Melísková, Denisa Baresová, Miroslav Hanus, Ivan Trojan, Johana Matousková, Milena Steinmasslová, Jan Nedbal
Hana wurde nicht nur fristlos gekündigt, gegen sie ist auch ein Ermittlungsverfahren wegen vorsätzlichen Mordes eingeleitet worden. Die Krankenhausleitung hat sich dazu entschieden, offiziell Stellung zu beziehen, woraufhin Hana in den Augen der Medien und der Öffentlichkeit bereits verurteilt wird, bevor ihr Prozess überhaupt begonnen hat. Die Anfeindungen, die Hana und ihre Tochter seitdem ertragen müssen, sind jedoch nur der Anfang. Die Polizei fordert von allen Todesfällen während Hanas Tätigkeit als Krankenschwester die Akten an, und der Gutachter der Anklage stösst bei acht weiteren Fällen auf Ungereimtheiten. Er ist überzeugt davon, dass es sich bei der Angeklagten um eine Serienmörderin handeln muss. Gleichzeitig türmen sich bei Tereza, die nun auch noch von ihrem Freund verlassen wurde, die Rechnungen und Gerichtskosten. Auf sich allein gestellt, hält sie an der Unschuld ihrer Mutter fest. Aber die Situation droht ihr über den Kopf zu wachsen, als ihr das Geld für ein entscheidendes Gegengutachten fehlt, so dass sie einen Job in der Fabrik annimmt. Währenddessen geht Hanas Anwalt Novak dem Grund nach, warum die ehemalige Oberschwester seiner Mandantin inzwischen überraschend die Abteilung gewechselt hat und in der Notaufnahme arbeitet. Haben sich auf der Station noch andere Vorfälle zugetragen, die Hana in ihrem Prozess helfen könnten?
Episode number
3
Cast
Klára Melísková, Denisa Baresová, Miroslav Hanus, Ivan Trojan, Johana Matousková, Milena Steinmasslová, Jan Nedbal
Im Zweifel für die Angeklagte? So fühlt es sich für die Krankenschwester Hana überhaupt nicht an. Seit auf ihrer Station während einer ihrer Nachtschichten eine ältere Patientin unter suspekten Umständen verstorben ist, wurde ein polizeiliches Ermittlungsverfahren eingeleitet und sie inzwischen des Mordes beschuldigt. Nachdem der Gutachter der Anklage acht weitere Todesfälle mit Ungereimtheiten während ihrer 19-jährigen Tätigkeit als Krankenschwester publik gemacht hat, steht für die Medien und die Öffentlichkeit fest: Hana ist eine Serienmörderin. Doch sie beteuert ihre Unschuld. Nur ihre Tochter Tereza und ihr Anwalt Novak halten zu ihr, während Hanas direkte Art und ihre fehlende Empathie auf andere Menschen kalt und herzlos wirken. Hanas Auftreten trägt dazu bei, dass ihr Bild in der Öffentlichkeit in einem schrecklichen Licht gezeichnet wird. Doch insbesondere zwei ehemalige Kolleginnen scheinen es auf sie abgesehen zu haben. Das sagt eine ehemalige Oberschwester der Station aus, die kurz nach Hanas Verhaftung überraschend in die Notaufnahme wechselte. Alles nur Zufall – oder sind die Kolleginnen sogar so weit gegangen, ein Medikament, das Hana schwer belastet, in ihrem Spind zu deponieren? Ist unter diesen Umständen ein fairer Prozess überhaupt möglich?
Episode number
4
Cast
Klára Melísková, Denisa Baresová, Miroslav Hanus, Ivan Trojan, Jan Nedbal, Petr Lnenicka, Marek Pospíchal
Fotos können das Weltbild beeinflussen und jedes Foto hat eine Entstehungsgeschichte. Das Magazin ordnet Bilder ein und liefert faszinierende Aufschlüsse, die über den ersten Blick hinausgehen.
Gäste: Rima Abdul-Malak (directrice du quotidien libanais L'Orient-Le Jour), Stefan de Vries (correspondant affaires européennes pour la radio néerlandaise BNR), Jon Henley (correspondant Europe pour le quotidien The Guardian), Nicolas Vadot (dessinateur de presse). Gast: Marine Le Breton (artiste cartographe)
Das Format liefert täglich aus Paris pointierte Einblicke in gesellschaftliche, politischen, wirtschaftliche und wissenschaftliche Entwicklungen. Im Zentrum steht die Verbindung zwischen aktuellen Ereignissen und ihren kulturellen Hintergründen, die durch fundierte Einordnung sichtbar werden. Fachkundige Stimmen aus unterschiedlichen Bereichen sowie ein wechselnder Gast aus dem kulturellen Leben bereichern jede Ausgabe und schaffen eine lebendige Mischung aus Analyse, Perspektiven und anregenden Impulsen, die den Blick auf das Zeitgeschehen erweitert.
Schon immer gelangten Tiere und Pflanzen gemeinsam mit den Menschen in andere Regionen der Erde. Manche Arten haben die Fähigkeit, sich weit entfernt von ihrem ursprünglichen Lebensraum anzusiedeln und zu vermehren. Viele dieser Tiere und Pflanzen haben sich so erfolgreich integriert, dass ihre ursprüngliche Herkunft in Vergessenheit geraten ist. Andere sind erst jüngst durch den globalisierten Handel in fremde Regionen umgesiedelt. Als Konkurrenz zu den einheimischen Arten und ohne natürliche Fressfeinde können die regionalen Ökosysteme ins Ungleichgewicht geraten. Ausserdem können die Neuankömmlinge tödliche Krankheiten verbreiten. Doch stellen wirklich alle gebietsfremden Tiere und Pflanzen eine Gefahr dar? Müssen sie eingedämmt oder gar ausgerottet werden oder bieten diese nicht vielmehr eine Chance für unsere Umwelt und können diese bereichern? Sind sie Fluch oder Segen? Um diese Frage zu beantworten, beleuchtet die zweiteilige Dokumentation 'Globalisierung der Natur: Invasive Arten' einige der Neuankömmlinge und erforscht diese.
Lana Dvalishvili hat sich vor Jahren für ein Leben im Bergdorf Kala entschieden. Als die Englischlehrerin damals dem Aufruf des Programms des georgischen Bildungsministeriums folgte, um in der Dorfschule in Kala zu unterrichten, war Englisch im wahrsten Sinne des Wortes für die meisten der Bewohner eine Fremdsprache. Das hat sich geändert. Denn obwohl Lana Dvalishvili den harten Winter nicht mag und ihre Familie und die Stadt oft so vermisst, dass das Heimweh sie überkommt, bleibt sie in dem entlegenen Bergdorf. Und dass, obwohl es der Schule an nahezu allem mangelt, nicht nur an Lehrern. Doch Lana Dvalishvili tut, was sie kann. Wenn das Geld bei den Familien oder in der Schule nicht reicht, kauft sie selbst Bücher und Hefte von ihrem Gehalt, auch wenn sie dafür sparen muss. Inzwischen ist es schon der vierte harte Bergwinter, den sie in Kala überstanden hat. Solange die Kinder an ihrer Seite sind, ihr vertrauen, sie lieben und von ihr lernen, weiss Lana Dvalishvili, dass auch sie es weiter schaffen wird. Ihre älteste Schülerin, die 18-jährige Mariam, hofft nicht zuletzt wegen ihrer guten Englischkenntnisse die Aufnahmeprüfungen an der Universität in der Hauptstadt Tiflis zu bestehen. Und den siebenjährigen Luka, ihren jüngsten Schüler, unterrichtet Lana bereits seit Beginn der ersten Klasse. Ob und wie es in der Dorfschule im Kaukasus gelingt, zu lernen und zu lehren, welche Herausforderungen und Abenteuer Schüler und Lehrer in Swanetien dabei erwarten, davon erzählt dieser Film.
(1) Der traditionelle Fleischbrei aus Oman: Harees Nawelle Senad will das traditionsreiche Gericht Harees bei Majeed Agah, einem jungen Koch aus Maskat, probieren. Doch sie muss sich ihre Portion erst verdienen und selbst mitanpacken, denn die Zubereitung des Bulgurs erfordert 20 Minuten intensive körperliche Arbeit. Der Geograf und Ernährungswissenschaftler Pierre Raffard erzählt von den Ursprüngen des Harees, die ins 10. Jahrhundert zurückreichen. Er erklärt zudem die Sonderstellung Omans auf der Arabischen Halbinsel und warum Männer und Frauen in Oman getrennt essen. (2) Ein Biss'chen Heimat: Hamed, ein Omaner in Colmar Hamed stammt ursprünglich aus Oman, wo Käse eine seltene Speise ist. Seit er in Colmar lebt, geniesst er es daher, die Spezialitäten der Region zu probieren, darunter auch den Münsterkäse. Für seine Gäste bereitet er Jolah wa Asal zu: Pfannkuchen mit Dattelsirup. Damit das Gericht auch wirklich schmeckt wie in Oman, fragt er seine Mutter nach ihrem Rezept. Und wie eine französische Crêpe wendet er seine Pfannkuchen mit leichtem Schwung in der Luft. (3) Ran an die Töpfe! Appetit bekommen? Hier gibt es ein einfaches Harees-Rezept, das sich leicht nachkochen lässt. Also: Ran an die Töpfe! -------------- Harees-Rezept Zutaten für 6 Personen: 800 g Lammschulter 150 g Ghee 4 Knoblauchzehen 2 Zwiebeln 800 g ganze Weizenkörner 1 TL schwarzer Pfeffer 2 TL Kardamomkapseln Zubereitung: – Den Weizen acht Stunden lang in reichlich kaltem Wasser einweichen. – In der Zwischenzeit das Fleisch in einen Schmortopf geben, mit Wasser auffüllen und bei mittlerer Hitze eine Stunde lang köcheln lassen. – Die Knochen vom Fleisch ablösen und das Fleisch zusammen mit dem abgetropften Weizen wieder in den Schmortopf geben. Kurz aufkochen lassen, dann die Hitze reduzieren und 75 Minuten köcheln lassen. – Zwiebeln und Knoblauch fein hacken. – Die Zwiebeln in Ghee anschwitzen. – Zwiebeln, Knoblauch, schwarzen Pfeffer und Kardamom zur Mischung in den Schmortopf geben. – Bei schwacher Hitze eine Stunde und 45 Minuten köcheln lassen. – Vom Herd nehmen und das Harees kräftig stampfen, bis eine homogene, breiartige Masse entsteht. – Zum Schluss das geschmolzene Ghee unterrühren und servieren.
Bosnien / England / USA | Themen: Bosnien: Joe Sacco, der zeichnende Journalist / England: Zielsichere Leidenschaft / Frankreich: Foulematous Erdnusshähnchen / USA: Marie Pantalon hat die Hosen an
(1): Bosnien: Joe Sacco, der zeichnende Journalist Die Berge und die kurvenreichen Strassen Bosniens tragen die Narben einer schmerzhaften Vergangenheit. Wie in der Hauptstadt Sarajevo hat die Belagerung des späten 20. Jahrhunderts sichtbare Spuren hinterlassen. Joe Sacco, ein Pionier des Comic-Journalismus, ist mit Kriegsgebieten seit Langem vertraut. Während dieser dunklen Episode der europäischen Geschichte reiste er mehrfach mit Skizzenblock und Bleistift nach Bosnien. Dabei entstanden Werke wie 'The Fixer' und 'Safe Area Gorazde' – Comics, die den Krieg ungeschönt zeigen, aber auch davon erzählen, wie das Leben dennoch weiterging. (2): England: Zielsichere Leidenschaft Dart ist in England weit mehr als nur ein Spiel. Die ersten Dartpfeile entstanden im feuchten Schatten der Wälder, fingerfertig geschnitzt und intuitiv ausbalanciert. Lange galt das volkstümliche Geschicklichkeitsspiel als kleiner Bruder des Bogenschiessens, bevor es sich gegen die elitären Freizeitbeschäftigungen der Oberschicht durchsetzte. Von der Handwerkskunst zum Nationalsport! (3): Frankreich: Foulematous Erdnusshähnchen Foulematou bereitet in Cergy zunächst ihre Djouka-Mischung aus Hirse- und Erdnussmehl zu und lässt sie mit heissem Wasser quellen. Anschliessend mariniert sie das Hähnchen und schiebt es in den Ofen. Nach malischer Tradition richtet sie zum Schluss alles auf einer grossen Platte gemeinsam mit einer Zwiebelsauce und gebratenen Kochbananen an. (4): USA: Marie Pantalon hat die Hosen an Bis heute spiegelt die kalifornische Stadt Jackson im Norden der Sierra Nevada ihre Entstehungsgeschichte wider. Sie wurde während des Goldrauschs gegründet, und in ihrer Haupteinkaufsstrasse finden sich noch immer viele Edelmetallhändler und Antiquitätenläden. In dieser unscheinbaren US-Stadt wurde eine Französin zur Legende.
Venedig / Mexiko / Paris | Themen: Venedig: Der Spleen von Joseph Brodsky / Mexiko: Das Ritual der Quinceañera\nIn Mexiko / Finnland: Harris und Jarris Filet Mignon vom Hirsch / Paris: Riechsalz im Theater
(1) Venedig: Der Spleen von Joseph Brodsky Anfang der 1970er Jahre machte der Dichter Joseph Brodsky, der 1987 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurde, Venedig zu seinem neuen Zuhause. In seiner sowjetischen Heimat hatte der Dreissigjährige Unterdrückung, Verbannung und Zwangsarbeit erlebt. Nach seiner Entlassung wurde er schlicht ausgebürgert. Er war zum Staatsfeind geworden, weil seine unter dem Ladentisch gehandelten, sehr komplexen und persönlichen Gedichte der Intelligenzija zu sehr gefielen. Venedig, die Stadt aus Wasser und Stein, erinnerte Joseph Brodsky an seine Geburtsstadt Sankt Petersburg, in die er nie zurückkehren durfte. (2) Mexiko: Das Ritual der Quinceañera In Mexiko, wo Riten und Traditionen grossgeschrieben werden, bedeutet die Quinceañera, also der fünfzehnte Geburtstag, für ein Mädchen den Übergang vom Kind zur Frau. Unter dem wachsamen Auge der Familie und des Klerus werden die 15-Jährigen für die Zeremonie wie Prinzessinnen ausgestattet. Heutzutage will sich jedoch nicht jede junge Frau der Tradition unterordnen und zum Püppchen hergerichtet werden, auch hier haben feministische Bewegungen an Boden gewonnen. Ohne völlig auf ihre Quinceañera zu verzichten, feiern die jungen Frauen dieses spezielle Geburtstagsfest auf ihre Weise. (3) Finnland: Harris und Jarris Filet Mignon vom Hirsch Im Wald von Ilola in der Nähe von Porvoo bereiten Harri und Jarri aus dem Hirsch, den sie am Vormittag gejagt haben, ein Filet Mignon zu. Jarri zerlegt das Tier und bereitet den Holzgrill vor, während Harri Schnee einsammelt, um die Kartoffeln zu kochen. Für die Sosse lässt Jarri Butter, Zwiebeln und Pfifferlinge eine Zeit lang vor sich hinschmoren. Die beiden Jäger geniessen das fertige Gericht und gönnen sich anschliessend einen wohlverdienten Saunagang! (4) Paris: Riechsalz im Theater Gegen Ende des 19. Jahrhunderts lebt Paris im Rhythmus des Variété-Theaters. Die Epoche verlangt nach Unterhaltung, leichten und amüsanten Geschichten. Aber hinter den Kulissen bereitet ein neues Genre seinen Bühnenauftritt vor: Horror und Grusel. Zartbesaitete Damen fallen im Parkett reihenweise in Ohnmacht .
In Oxfordshire, an einem Nebenfluss der Themse, liegt ein fast unberührter Ufergarten – ein Refugium, das Henry und Sara, die Besitzer eines eintausend Jahre alten Mühlenanwesens, weitgehend der Natur überlassen haben. Hier regiert Wasser das Leben, und jedes Tier muss sich anpassen. Im Frühling steigt der Pegel, und das Wasser ist oft trübe. An einer klareren Stelle taucht ein Eisvogelmännchen in den Fluss, auf der Suche nach Beute, mit der er eine Partnerin für sich gewinnen kann. Bald wird es mit ihr in einer Brutröhre in der Uferböschung eine Familie gründen. Eine Rötelmaus huscht durchs Unterholz, beobachtet von einer hungrigen Wiesen-Natter. Otter durchstreifen das Revier und eine Stockente muss ihre neun Küken sicher durch alle Gefahren führen. Mit dem Frühsommer explodiert das Leben im und um das Wasser. Überall stellt sich Nachwuchs ein. Wasserfledermäuse jagen bis zu 3.000 Insekten pro Nacht. Ein Wolkenbruch lässt den Fluss über die Ufer treten: Der Garten wird überschwemmt, die Eisvogelküken drohen in ihrer Brutröhre zu ertrinken, und die Rötelmaus muss ihren überfluteten Bau im schützenden Unterholz verlassen. Die Natur zeigt in den britischen Wildgärten ihre Widerstandskraft. Wer wie Henry und Sara ein Stück Land sich selbst überlässt, schafft nicht nur einen Garten – sondern eine lebendige, artenreiche Oase.
In einem abgelegenen Tal in Wales leben Robin, Laura und ihre Söhne in einem alten Cottage – umgeben von einem der artenreichsten Gärten Grossbritanniens. Doch seine Geheimnisse sind gut gehütet. Im Winter erreicht vier Monate lang kein Sonnenstrahl den Boden des Tals. Während die Haselmaus unter einer Laubschicht Winterschlaf hält, jagt ein Waldkauz nach Beute und wirbt erneut um seine langjährige Partnerin. Mit dem Frühling erwacht das Leben: Bärlauch spriesst aus dem Boden, eine Hummelkönigin gräbt sich aus der Erde, um einen neuen Staat zu gründen, und eine Dachsfamilie verlässt erstmals ihren Bau. Eines der Jungtiere hat es auf die Vorräte im Bienenstock abgesehen – doch die Anwesenheit der Menschen lässt es den Rückzug antreten. Am Fluss taucht eine Wasseramsel nach Insekten. Im Nistkasten der Waldkäuze tobt ein Konkurrenzkampf: Das schwächere Küken schubst vom Hunger getrieben sein stärkeres Geschwister aus dem Nest. Nach mehreren Monaten Winterschlaf labt sich die Haselmaus an roten Johannisbeeren. Bis zum nächsten Winter muss sie ihr Gewicht verdoppeln. Die Hummelkönigin stirbt nach einiger Zeit an Erschöpfung – doch ihre königlichen Nachkommen werden im nächsten Jahr neue Staaten gründen. Ein Kreislauf, der zeigt, wie widerstandsfähig das Leben in diesem Garten ist.
An der rauen Westküste Schottlands liegt ein besonderer Garten – eingebettet in ein tiefes, bewaldetes Tal. Über 40 Jahre lang hat sein Besitzer Matt hier eine typisch schottische Landschaft durch gezielte Bepflanzung und Pflege in ein Refugium für Schleiereulen und Baummarder verwandelt. Der Winter ist hart: In der Hoffnung dort Futter zu finden, verlässt ein Mäusebussardweibchen seine schneebedeckten Jagdgründe und landet in Matts Garten. Nach der Schneeschmelze sucht ein junges Baummarderweibchen – die Art war in Schottland bereits kurz vor dem Aussterben – ein Revier. Matt hofft, dass sein Garten ihr Schutz bieten wird. Eine Schleiereule, die hier bereits zehn Küken grossgezogen hat, lässt sich von ihrem Partner mit Geschenken verführen. In diesem Jahr legt sie vier Eier – doch ob der Nachwuchs überlebt, hängt davon ab, ob die Eltern genug Nahrung finden. Das Frühjahr kommt in diesen Breiten spät. Blindschleichen, Eidechsen und Erdkröten versammeln sich an Matts Teich, dem einzigen im Tal, um sich fortzupflanzen. Drei Schleiereulenküken schlüpfen und werden von den Eltern bis zum Flüggewerden versorgt. Uferschwalben kehren aus Afrika zurück, um an einer sandigen Böschung zu brüten – doch eine von ihnen fällt in der Nacht einem Baummarder zum Opfer, der sie in ihrer Bruthöhle aufgeschreckt hatte. Im Herbst finden sich Rotdrosseln aus Skandinavien ein, während kleinere Tiere Schutz in einem alten Gartenhäuschen suchen. Das Baummarderweibchen findet keine Höhle – Matt baut ihm einen Unterschlupf auf seinem Dachboden. Bei Wintereinbruch kommt ein weiterer Baummarder hinzu, was für das Frühjahr auf Nachwuchs hoffen lässt. Nach Jahrzehnten hingebungsvoller Arbeit ist es Matt gelungen, einen Garten zu erschaffen, der einer Vielzahl wilder Bewohner ein Zuhause bietet.
Episode number
5
Rerun
W
Director
Matthew Clements, Euan McDonald Smith, Alex Ranken
Als die junge Restauratorin Alejandra Nieto hörte, dass Menschen ihre aufgeweichten und verklebten Fotoalben wegwarfen, begann sie sofort, die beschädigten Fotos einzusammeln – um das persönliche und kulturelle Erbe zu retten, das in Form analoger Fotos existiert. Aus dem kleinen Anfang ist eine grosse zivile Bewegung geworden: Salvem Les Fotos (Lasst uns die Fotos retten). In der Flut-Region nahe Valencia sind mit Hilfe von Spenden vier lokale Labore aufgebaut worden. Alejandra ist überzeugt, dass jedes gerettete Foto wertvoll ist: 'Sie helfen, die seelischen Wunden zu heilen.' Rosa Álvarez bestätigt das. Sie hat bei der Flut ihren Vater verloren. Die Behörden lösten den Alarm zu spät aus. Er schaffte es nicht mehr, die Tür seines Hauses zu öffnen. Das Hochwasser beschädigte auch die einzigen Fotos ihrer längst verstorbenen Mutter. Zwei Jahre nach der Flut erhält Rosa eine Einladung vom Labor der Fotoretter. Nur eines ihrer vielen Fotos konnte erfolgreich restauriert werden: ein Porträt ihrer Eltern. Bei aller Trauer ist dies ein Trost: 'Dieses Foto bringt mich zurück in die glücklichste Zeit meines Lebens.' Paco Costa ist Fotograf. Seit Jahren hängen seine Bilder wie Wandzeitungen in den Strassen von Catarroja. 'Jedes Foto ist eine Reise in die Vergangenheit.' Die Flut hat die meisten Fotowände zerstört. Als der Wasserpegel gesunken war, nahm Paco seine Kamera und fotografierte die Menschen seines Heimatortes im Ausnahmezustand. 1.500 Fotos in vier Tagen. Eine einmalige Chronologie der Tragödie – und eine Erinnerung für zukünftige Generationen, so Paco: 'Unser Leben geht vorbei – die Bilder bleiben.'