Die 2010er – ein Jahrzehnt der Illusionen und Versäumnisse, deren Folgen erst in den Jahren danach sichtbar werden. Aber vieles kommt auch in Bewegung: Ganz Deutschland wird digital, Frauen brechen ihr Schweigen, und viele machen sich stark – für Klimaschutz, Vielfalt und Demokratie. In der vierteiligen ZDFinfo-Dokumentationsreihe blicken Prominente, Zeitzeugen und Journalisten auf die 2010er-Jahre, berichten über ihre Erlebnisse und teilen ihre Einschätzungen. Mit dabei sind Oliver Welke, Felix von der Laden, Kerstin Ott, Aminata Belli, El Hotzo, Lena Klenke, Tarik Tesfu und Jana Pareigis. Im ersten Teil geht es u.a. um die Folgen der globalen Finanzkrise und um den Ausstieg aus der Atomkraft nach der Fukushima-Katastrophe.
Die 'GroKo' kommt – und wird zum Wort des Jahres 2013, die neu gegründete AfD verpasst knapp den Einzug in den Bundestag, und Helene Fischer verhilft dem deutschen Schlager zum Comeback. Ausserdem: Kirche in der Krise – der Papst tritt zurück, und Tebartz-van Elst macht als Protz-Bischof Schlagzeilen. Für Aufregung sorgt zudem der NSA-Skandal mit Enthüllungen des ehemaligen CIA-Mitarbeiters Edward Snowden: Auch Deutschland ist betroffen. Anfang 2012 gerät auch er in die Schlagzeilen: Christian Wulff – Deutschlands jüngster Bundespräsident.
Sommermärchen 2014 – die deutsche Elf holt den WM-Titel, Deutschland heisst Flüchtlinge willkommen, und der Terroranschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt sorgt für Entsetzen. Der deutsche Fussball macht in diesen Jahren noch mehr Schlagzeilen: Thomas Hitzlsperger ist der erste prominente Fussballer, der sich als homosexuell outet, und FC-Bayern-Präsident Uli Hoeness wird wegen Steuerhinterziehung zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. 2014 annektiert Russland völkerrechtswidrig die ukrainische Halbinsel Krim.
Donald Trump wird Präsident der USA, unter dem Hashtag #MeToo berichten Frauen weltweit von sexuellen Übergriffen, und Deutschland wird immer digitaler. Ausserdem: 'Ehe für alle' – seit dem 1. Oktober 2017 dürfen homosexuelle Paare in Deutschland heiraten. Im Januar 2017 wird Donald Trump als 45. Präsident der USA vereidigt. In seiner Antrittsrede verkündet er einen neuen Nationalstolz: 'America First'. Trump nutzt die sozialen Medien und prägt massgeblich den Begriff 'Fake News' – dabei verbreitet er selbst Falschinformationen.
Mal sind sie lustig, mal nervig, mal sexistisch, mal eine Frechheit: Werbespots! An manche erinnern wir uns gern, bei anderen staunen wir, was einmal gang und gäbe war. 'Das war dann mal weg' taucht ein in die Welt der Reklame. Einige Werbegesichter der letzten Jahrzehnte sind noch bekannt: der Melitta-Mann, Dr. Best und seine Tomate oder die burschikose Klementine mit ihren Tipps für den Haushalt. Werbung spiegelt immer die aktuelle Gesellschaft wider. Das gilt auch für die Rolle der Frau und ihr Bild in der Werbung. 'Das war dann mal weg' erzählt ausserdem die Geschichte der Litfasssäule, die nach und nach aus dem Stadtbild verschwand, und erinnert an Knibbelbilder. Die konnte man in den 1980ern aus den Deckeln von Colaflaschen puhlen und sammeln.
Humorlos, penibel, effizient – und am liebsten in Funktionskleidung. Klischees über Deutsche sind nicht gerade sexy – aber gut verdaulich, wenn Comedians uns den Spiegel vorhalten. Ob Loriots deutsche Prototypen oder Phil Laudes 'Alman': Sie bringen die Deutschen zum Lachen – und zum Nachdenken. Im Interview beleuchten Michael Mittermeier, Alfons, Alain Frei, Oliver Kalkofe und Simone Solga u.a. die Entwicklung der deutschen Eigenarten seit Gründung der Bundesrepublik 1949.
In den 1990er-Jahren findet nach vier Jahrzehnten die deutsche Teilung – und die Teilung Berlins – ein Ende. Aufbruchsstimmung in der Stadt: Es soll zusammenwachsen, was zusammengehört. Neue Freiheiten, aber auch neue Konflikte – die Stadt vereint und doch gespalten. 'Jammer-Ossis' und 'Besser-Wessis' schimpfen aufeinander, während sich in den Kellerklubs eine neue Generation von Nachtschwärmern begegnet. Künstler besetzen die Ruine eines Kaufhauses an der Oranienburger Strasse und nennen es 'Tacheles', findige Wirte stellen Möbel vom Sperrmüll in leer stehende Läden und verkaufen Flaschenbier im 'Obst und Gemüse' oder im 'Wohnzimmer'. Die 'Love Parade' wird zum weltweiten Symbol eines neuen Berliner Lebensgefühls. Der Kalte Krieg ist Geschichte – doch die Vergangenheit schiebt sich immer wieder in die Gegenwart: Die Stasi-Akten werden geöffnet. Fragen an die Vergangenheit: Wer hat wen bespitzelt? Prozesse laufen gegen Mauerschützen und SED-Funktionäre. Der Kaufhaus-Erpresser 'Dagobert' führt die Polizei an der Nase herum. Die einstige Grenzbrache Potsdamer Platz wird zur grössten Baustelle Europas. Baukräne tanzen ein Ballett, dirigiert von Staatsoper-Maestro Daniel Barenboim. Der Reichstag wird verhüllt, und der Palast der Republik muss schliessen. Abgewickelt werden auch die 'Interflug' im Osten und die 'Pan Am' im Westen. Die Zeitenwende wird auch im Rundfunk sichtbar: Der Sender Freies Berlin (SFB) sendet ab Ende des Jahres 1991 für die gesamte Stadt, das DDR-Fernsehen wird abgeschaltet. Berlin, die Stadt, die immer wird. Und dabei stets beides bleibt: Weltstadt und Kiez, Weltpolitik und Alltag, Schauplatz kleiner und grosser Geschichten. In den 1990er-Jahren wird Berlin wieder Hauptstadt – die Bonner ziehen in den Reichstag ein. Start für die Berliner Republik.
Grunge oder Eurodance? Tamagotchi oder Furby? Skateboard oder Inliner? Nintendo oder SEGA? Die 90er liefern unvergessliche Battles um Musikstile, Spielzeughypes, Trendsportarten und Gaming-Giganten. Doch welche Trends prägen unsere Popkultur bis heute? Während Grunge mit verzerrten Gitarren, melancholischen Texten und einem Gefühl der Rebellion eine ganze Generation aufrüttelt, bringt Eurodance mit schnellen Beats und eingängigen Melodien die Tanzflächen zum Beben. Zwei Welten, die unterschiedlicher nicht sein könnten: auf der einen Seite die düstere Musik der Aussenseiter, auf der anderen die fröhliche, massentaugliche Partykultur. Beide Stile hinterlassen Spuren, doch welcher hat bis heute den grösseren Einfluss?
Backstreet Boys oder Kelly Family? Pokémon oder Diddl? Formel 1 oder Wrestling? Romantik oder Actionkino? Die 90er liefern ikonische Battles um Musik, Sammeltrends, Sport und Kinohits. Doch welche Phänomene prägen unsere Popkultur bis heute? Im Musik-Battle treffen zwei Welten aufeinander: die Backstreet Boys, perfekt gecastet für Teenie-Fans, gegen die bodenständige Kelly Family mit handgemachtem Folk-Pop. Während die Boyband mit Charterfolgen und Choreografien weltweit dominiert, schafft sich die Kelly Family mit Strassenmusiker-Charme eine treue Fanbase. Doch wer hat langfristig den grösseren Einfluss? Wer gewinnt das Rennen um den Kultstatus?
Sie gilt als kreativste Phase in der Geschichte der deutschen Popmusik – die Neue Deutsche Welle. Warum stieg die NDW so kometenhaft auf, um dann schon bald wieder zu verglühen? Die Jugend hört damals vor allem englischsprachige Pop- und Rockmusik. Deutsch wird meist nur im Schlager gesungen. Doch inspiriert vom Punk gründen sich Ende der 70er zahlreiche neue Bands. Sie geben sich provokant und rebellisch – und: Sie singen auf Deutsch.
Cast
Isaak Dentler, Ernst Ulrich Deuker, Jörn-Uwe Fahrenkrog-Petersen, Friedel Geratsch, Robert Görl, Kai Havaii, Peter Hein
Das atomare Wettrüsten und die Bedrohung durch eine mögliche kriegerische Auseinandersetzung prägten das Leben ganzer Generationen. Dem NATO-Doppelbeschluss von 1979 folgte eine breite Protestwelle gegen die Pläne massiven Aufrüstens. Vor allem Nordrhein-Westfalen war Schauplatz von Demonstration Hunderttausender. Die grosse Demo im Bonner Hofgarten 1981 war für die Friedensbewegung ein erster Höhepunkt.
Eine Nacht, die Geschichte schrieb – erzählt aus ganz unterschiedlichen Perspektiven. Am 9. November 1989 fiel die Berliner Mauer. Der Film rekonstruiert die dramatischen Ereignisse an diesem Tag Stunde für Stunde – wie sich Gerüchte verbreiteten, wie Unsicherheit und Hoffnung wuchsen, und wie sich schliesslich die Grenzübergänge öffneten. Er lässt ost- und westdeutsche Bürger zu Wort kommen, die den Tag aus ihrem Blickwinkel schildern.
Die 80er-Jahre gelten als bieder. Ein Irrtum. In dem Jahrzehnt wurden wichtige Weichen gestellt für die Gegenwart. Klimakrise, Digitalisierung, Diskussion über Rollenklischees: Warum werden die 80er-Jahre so unterschätzt? Was macht die neunte Dekade des 20. Jahrhunderts so besonders? Tatsächlich fanden in den 80er-Jahren tiefgreifende gesellschaftspolitische Veränderungen statt. Für all jene, die dieses Jahrzehnt bewusst erlebt haben, mag unsere krisengeschüttelte Gegenwart immer wieder Déjà-vus hervorbringen. Weil die heutigen Nachrichten an Bilder der 80er erinnern: als AIDS das 'Killer-Virus' war, als sich Ost und West im Kalten Krieg gegenüberstanden, als Identitäten und Rollenbilder neu ausgehandelt wurden, und als die Menschen radikal gegen Klimawandel und Atomkraft aufstanden.
Als 1989 die Mauer fällt, ist nichts mehr, wie es war. Das Jahr bis zur Wiedervereinigung ist wild, verrückt und chaotisch. Keiner weiss, was die Zukunft bringt, alles scheint möglich. Nach 40 Jahren sozialistischer Diktatur bricht plötzlich die staatliche Kontrolle weg. Viele DDR-Bürger fühlen sich befreit, viele aber auch verunsichert und allein gelassen. Zeitzeugen aus Ost und West, darunter die Schauspielerin Christiane Paul und Jimmy Hartwig, damals erster Fussball-Trainer aus dem Westen in der DDR, berichten über die 'wilden Zeiten' im Jahr nach dem Mauerfall.
Die Komplexität des Weltgeschehens verständlich erklärt: Berichterstattung über aktuelle politische, wirtschaftliche, soziale, kulturelle, sportliche und sonstige Ereignisse in komprimierter Form.
Ludwig Erhards 'Jedermann-Programm' kleidet die Westdeutschen 1948 neu ein: Staatlich subventionierte Mode ersetzt die Nachkriegslumpen. Zum Mann gehört ein Hut, zur Frau der 'Verwandlungspullover'. In der DDR gilt zweckmässige Kleidung als 'sozialistisch'. Teils nostalgisch, teils kurios: Mit Film- und Bildmaterial blickt 'Terra X History' zurück auf 80 Jahre deutscher Modegeschichte. Promis 'flankieren' die kritische Modenschau: Guildo Horn, Katharina Pfannkuch, Grit Seymour, Thomas Rath und Enie van de Meiklokjes ordnen 'Weltraummode', die anrüchige DDR-Faser 'Dederon' und die ausufernden Schulterpolster der 80er passend ein.
Essen im geteilten Deutschland: Toast Hawaii oder Karlsbader Schnitte? Hamburger oder Grilletta? Hotdog oder Ketwurst? Wie sah es aus auf deutschen Tellern in Ost und West? In der Bundesrepublik herrschen ein Jahrzehnt nach dem Krieg Wirtschaftswunder und Überfluss: Die Deutschen im Westen schlemmen und gönnen sich wieder was. Im Osten hingegen wird 'Konsumsozialismus' propagiert. Die Banane wird zum Symbol des Mangels. Die Dokumentation erzählt die Geschichte der deutschen Esskultur von der Nachkriegszeit bis zur Gegenwart. Es ist die Zeit grosser Veränderungen: In beiden Teilen Deutschlands werden nach dem Krieg neue Foodtrends entwickelt. Technische Innovationen erobern die Küchen – aber auch Essen aus anderen Ländern wie Pizza, Soljanka und Döner verändern die Essgewohnheiten hierzulande.
Bunt, schrill und voller Gegensätze: Die 70er-Jahre sind ein Jahrzehnt zwischen Flower-Power und RAF-Terror. Mal verspielt, mal moralisierend, aber niemals langweilig. Vieles, was heute noch aktuell ist, nimmt damals seine Anfänge: die Frauenemanzipation, die Umweltschutzbewegung, die Gleichberechtigung Homosexueller. In Kunst und Musik sind die 70er prägend bis heute. Die Entspannungspolitik beendet den Kalten Krieg.
Cast
Isaak Dentler, Uschi Glas, Cosma Shiva Hagen, Maria Ketikidou, Toni Krahl, Peter Maffay, Marcel Reif
Anfang der 70er-Jahre. Bundeskanzler Willy Brandt setzt auf Entspannung und Annäherung im Kalten Krieg. Ansonsten startet das Jahrzehnt vor allem bunt: Der Hippie-Style ist angesagt. Musikalisch erobern Rock und Schlager die deutschen Charts: Sowohl Led Zeppelin als auch Roy Black landen einen Nummer-eins-Hit. Im geteilten Deutschland will Bundeskanzler Willy Brandt mit seinem neuen Kurs 'Wandel durch Annäherung' erreichen. 1970 kommt es zu einem ersten deutsch-deutschen Gipfeltreffen in Erfurt. Ende des Jahres unterzeichnet Willy Brandt in Polen den Warschauer Vertrag. Sein Kniefall vor dem Warschauer Ghetto-Mahnmal schreibt Geschichte. Für seine Ostpolitik erhält Willy Brandt den Friedensnobelpreis. Doch auch der Terror prägt das Jahrzehnt. 1970 gründet sich die Rote Armee Fraktion. Die Baader-Befreiung gilt als Geburtsstunde der RAF. Die linksextreme Terrorgruppe wird Westdeutschland mehr als zwei Jahrzehnte lang in Atem halten. In der DDR kommt es 1971 zu einem Machtwechsel. Erich Honecker stürzt mit Unterstützung des Kremls seinen politischen Ziehvater Walter Ulbricht. In der vierteiligen ZDFinfo-Dokumentation blicken Prominente, Zeitzeugen und Journalisten auf die 70er-Jahre und geben ihre Erlebnisse und Einschätzungen wieder. Mit dabei sind unter anderen Peter Maffay, Toni Krahl, Uschi Glas, Marcel Reif, Cosma Shiva Hagen, Aminata Belli, Peter Frey und Hajo Schumacher. Die 70er sind ein Jahrzehnt der Gegensätze – geprägt von Auf- und Umbrüchen, vom Hippie-Style und Discofieber, von Frauenpower und Protesten, aber auch von Krisen und dem Terror der RAF. Drei weitere Folgen 'Die 70er – Jahrzehnt der Gegensätze' werden direkt im Anschluss gesendet.
Olympische Spiele 1972 in München. Die Wettkämpfe werden vom Terror überschattet. In der Bundesrepublik gibt es vorgezogene Neuwahlen und ein Sonntagsfahrverbot nach dem Ölpreisschock. Doch die frühen 70er-Jahre sind auch bunt. Die 'Prilblume' wird zum Kultobjekt. In Ostberlin feiern Jugendliche die zehnten Weltfestspiele. In der DDR gibt es die Pille jetzt sogar kostenlos. Die Jahre 1972 und 1973 sind von Krisen geprägt. Nach 1936 finden 1972 erstmals wieder Olympische Spiele in Deutschland statt. Doch palästinensische Terroristen dringen in das olympische Dorf ein und nehmen die israelische Mannschaft als Geiseln. Im Bundestag hat Bundeskanzler Willy Brandt keine sichere Mehrheit mehr. Es kommt zu vorgezogenen Neuwahlen. Die Union geht mit CDU-Chef Rainer Barzel ins Rennen. 1973 dann die Ölkrise: Des Deutschen liebstes Kind rollt nicht mehr. Sonntagsfahrverbot – bundesweit. In der vierteiligen ZDFinfo-Dokumentation blicken Prominente, Zeitzeugen und Journalisten auf die 70er-Jahre und geben ihre Erlebnisse und Einschätzungen wieder. Mit dabei sind unter anderen Peter Maffay, Toni Krahl, Uschi Glas, Marcel Reif, Cosma Shiva Hagen, Aminata Belli, Peter Frey und Hajo Schumacher. Die 70er sind ein Jahrzehnt der Gegensätze – geprägt von Auf- und Umbrüchen, vom Hippie-Style und Discofieber, von Frauenpower und Protesten, aber auch von Krisen und dem Terror der RAF.
Deutschland im Fussball-Taumel. Die Bundesrepublik wird Weltmeister im eigenen Land. In Bonn kommt es zum Machtwechsel. Willy Brandt tritt zurück, Helmut Schmidt wird neuer Bundeskanzler. Ob Disco, Schlager oder Rock – der Soundtrack der Zeit ist vielschichtig. Von nun an geht in Deutschland auch noch der 'Punk' ab. 1974 erschüttert ein Spionagefall das Land: Der Kanzleramtsmitarbeiter Günter Guillaume wird verhaftet.
Die Terrorwelle der RAF erreicht 1977 während des 'Deutschen Herbstes' ihren Höhepunkt. Ein Jahr später sorgt ein Katastrophenwinter für eisige Kälte. Ende der 70er rollt die Disco-Welle ihrem Höhepunkt entgegen. 'Saturday Night Fever' kommt in die Kinos. In Westdeutschland protestieren Tausende gegen den Bau von Kernkraftwerken. Das Jahr 1978 endet mit einem Katastrophenwinter.
1960 – der Aufbruch in ein neues Jahrzehnt, in dem Nordrhein-Westfalen nur eine Richtung kannte: Volle Kraft voraus! Immer mehr Menschen konnten sich nun ein Auto leisten. Mit dem Strassenbaufinanzierungsgesetz fiel 1960 der Startschuss für den gross angelegten Ausbau der Autobahnen und Bundesstrassen. Jetzt konnte man richtig 'Strecke machen'. Eines der Fahrzeuge damals: das Motocoupé 'Isetta'. In Düsseldorf ging Anfang der 60er Jahre ein musikalischer Stern auf, den heute jeder kennt: Heino. 1961 blickte man mit Sorge nach Berlin, wo plötzlich die Mauer die Stadt teilte.
Bezahlter Urlaub – das war neu! Zu Beginn des Jahres 1963 trat das 'Bundesurlaubsgesetz' in Kraft. Auf einmal durften Arbeitnehmer 24 Tage im Jahr verreisen – bei voller Lohnfortzahlung. Der Bikini erlebte Anfang der 60er ein Revival, und auch der Minirock stand bei modebewussten Damen hoch im Kurs. Freizügigkeit bei den Outfits – aber noch immer Engstirnigkeit bei der Rollenverteilung: Der Mann verdiente das Geld, die Frau blieb zuhause und kümmerte sich um Haushalt und Kinder. Einen feministischen Lichtblick gab es in der Politik: Else Zimmermann aus Bielefeld wurde die erste Landrätin der BRD.
Mitte der 60er – zuerst kam die Queen und im Sommer 1966 reisten sogar die Beatles nach NRW – zu ihrem legendären Konzert in Essen. Das Leben im Westen nahm Fahrt auf. Die Röcke wurden kürzer, die Haare länger und die Bilder farbig – nicht nur im Fernsehen, sondern auch zu Hause auf der Super-8-Leinwand. Beschleunigung war angesagt. Die Städte wurden Auto fit gemacht. Brücken, Autobahnen und Einkaufsmeilen gebaut, die NRW bis heute prägen. Ein Aufklärungsfilm sorgte für Aufregung und rappelvolle Kinos.
1960 – der Aufbruch in ein neues Jahrzehnt, in dem Nordrhein-Westfalen nur eine Richtung kannte: Volle Kraft voraus! Immer mehr Menschen konnten sich nun ein Auto leisten. Mit dem Strassenbaufinanzierungsgesetz fiel 1960 der Startschuss für den gross angelegten Ausbau der Autobahnen und Bundesstrassen. Jetzt konnte man richtig 'Strecke machen'. Eines der Fahrzeuge damals: das Motocoupé 'Isetta'. In Düsseldorf ging Anfang der 60er Jahre ein musikalischer Stern auf, den heute jeder kennt: Heino. 1961 blickte man mit Sorge nach Berlin, wo plötzlich die Mauer die Stadt teilte.
Ludwig Erhards 'Jedermann-Programm' kleidet die Westdeutschen 1948 neu ein: Staatlich subventionierte Mode ersetzt die Nachkriegslumpen. Zum Mann gehört ein Hut, zur Frau der 'Verwandlungspullover'. In der DDR gilt zweckmässige Kleidung als 'sozialistisch'. Teils nostalgisch, teils kurios: Mit Film- und Bildmaterial blickt 'Terra X History' zurück auf 80 Jahre deutscher Modegeschichte. Promis 'flankieren' die kritische Modenschau: Guildo Horn, Katharina Pfannkuch, Grit Seymour, Thomas Rath und Enie van de Meiklokjes ordnen 'Weltraummode', die anrüchige DDR-Faser 'Dederon' und die ausufernden Schulterpolster der 80er passend ein.
Egal ob Hühner, Schafe oder Brillenbären – für die Tiere der DDR brechen in den 1950ern besondere Zeiten an. Die junge Republik will einen neuen sozialistischen Menschen erschaffen, und auch das Tier wird jetzt in den Dienst dieser Vision gestellt. Dr. Anett Laue hat das neue Mensch-Tier-Verhältnis der DDR untersucht und Erstaunliches herausgefunden. Nach dem Krieg herrscht überall Mangel, Fleisch ist streng rationiert. Kleintierzüchter müssen helfen die Republik zu ernähren. Ein gutes sozialistisches Tier ist auch die Hündin Laika, die 1957 in den Weltraum geschossen wird und die sozialistischen Bruderstaaten an die Spitze der Raumfahrtnationen katapultiert. Die Landwirtschaft wird kollektiviert. LPGs entstehen, Ländereien, Maschinen und Vieh werden zusammengelegt. Der Staat will so die Versorgungslage verbessern. Ende der 60er beginnt die Zeit der Massentierhaltung. Eine Hochschulreform richtet das Veterinärwesen entsprechend neu aus. Riesige Schweine- und Rindermastbetriebe entstehen. Die 70er werden zur Ära der Kleintiere. In den Schulklassen dienen sie der sozialistischen Erziehung, gleichzeitig werden sie zu willkommenen Freizeit-Begleitern. Auch bei der Devisenbeschaffung spielen Kühe, Pferde oder Rassehühner eine entscheidende Rolle. Alles wandert über die Mauer, für dringend benötigtes West-Geld.
Ripetizione
W
Cast
Claudia Gräf, Anett Laue, Wolfgang Ahnert, Jens Schöne, Jan Mohnhaupt, Hartwig Prange, Wolfgang Köpp
Die morgendliche Nachrichtensendung existiert seit 1992. Im Vordergrund stehen Berichte und Reportagen über tagesaktuelle Themen aus den Bereichen nationale und internationale Politik.
Die einmalige Natur Schottlands zieht jedes Jahr viele Menschen aus aller Welt in ihren Bann. Die Reise führt vorbei an tiefen Seen, die in Schottland Loch heissen. Knapp 30.000 gibt es davon, Loch Lommond ist der grösste Süsswassersee von ganz Grossbritannien, Loch Ness gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Landes. Weitere Highlights: die Fahrt mit dem Zug über das Glenfinnan-Viadukt und quer durch das fast unberührte Rannoch Moor. Doch was wären die Highlands ohne die Menschen, die hier leben und arbeiten?
Ripetizione
W
Cast
Jim Baker, Claire Campbell, Catherine, Martha Greene, John Hyde, Karen, Kate
Skandinavien gilt seit jeher als Sehnsuchtsort. Einst von einer kilometerdicken Eisschicht bedeckt, erhob sich vor mehr als 100.000 Jahren im Norden Europas ein mächtiger Riese aus dem Meer, dessen gewaltige Natur die Menschen bis heute begeistert. Die skandinavische Halbinsel und die umliegenden nordischen Länder beeindrucken mit einigen Superlativen: dem grössten Kontinentalgletscher, dem tiefsten Fjord Europas, vier UNESCO-Weltnaturerbstätten und allein in Schweden mehr als 200.000 Inseln.
Ripetizione
W
Cast
Marcin Bijanne, Ny Björn, Petter Braaten, Kristoffer Ullern Hansen, Meeri Koivuniemi, Robert Lehmann, Ismo Marttinen
'Früher haben wir von ihnen gelebt. Heute müssen wir sie durchfüttern', sagt der Rentierhirte Nils Peder Isaksen Gaup und wirft mit beiden Händen Futter-Pellets aus dem Schlitten, wie Kamellen beim Karneval in Köln. Sechshundert Kilo für sechshundert Tiere – eine Tagesration. Eine eindringliche Szene aus der mein ausland Reportage 'Lappland. Rentiere im Stress' – gedreht auf der Hochebene von Kautokeino, da wo Norwegen ans Nordpolarmeer grenzt, dem alten Stammland der Samen. Sendepläne 51/25 Stand 12.12.2025 ' Seite 14/29'
Norwegen gilt als eine der einsamsten, aber auch schönsten Regionen der Erde. Die Reise beginnt in Bergen und führt über die Lofoten und Tromsø bis zum Nordkap und zur Kirkenes Bay. Es ist das Land der eisigen Polarnächte, in denen im Winter die Nordlichter über den Nachthimmel tanzen und die schneebedeckte Landschaft in ein spektakuläres Licht tauchen. Im Sommer geht die Mitternachtssonne über dem Polarkreis mehrere Wochen lang nicht unter.
Mitten in Europa gelegen führt die Slowakei zu Unrecht ein Schattendasein neben ihren Nachbarländern. Verstecken muss sich das kleine Land nicht, denn es hat alles: unverbrauchte Natur, Burgenreichtum, ein einzigartiges Binnendelta und unzählige Heilquellen, in denen schon Kaiserin Sissi gebadet hat. Von Süd nach Nord quer durch die Slowakei – Das Hochzeitspaar Zuzana und David will die 'slowakische Route 66' (Cesta I. triedy 66) erkunden. Sie beginnt im Süden und führt einmal quer durchs Land bis zur Hohen Tatra im Norden. Flöten aus Holunderholz – Früher haben sich die slowakischen Hirten mit diesen Flöten über weite Entfernungen hinweg verständigt. Jozef ist Produzent und Hüter eines slowakischen Schatzes. Er baut die sogenannte Fujara, eine bis zu 1,70 Meter lange Hirtenflöte. Seit dem 14. Jahrhundert werden sie hauptsächlich aus Holunderholz gebaut. Burgen mit Geschichte – Die Arwaburg, im Norden der Slowakei gelegen, zählt zu den schönsten Burgen des ganzen Landes. Die berühmteste slowakische Burg ist die Arwaburg. 1921 nutzte der deutsche Regisseur Friedrich Wilhelm Murnau die Felsenfestung als Filmkulisse für 'Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens'. Die guten Geister von heute heissen Lenka und Andrea. Zwei Restauratorinnen mit viel Verantwortung, denn die alten Burgherren haben viele Schätze hinterlassen. Das gefährdete Donau-Delta – Im Süden der Slowakei bildet die Donau ein in Europa einmaliges Binnendelta. 3.800 Quadratkilometer gross, voll einzigartiger Flora und Fauna. Doch das Gebiet droht auszutrocknen. Katarina, Wissenschaftlerin und Umweltschützerin, kämpft schon seit Jahren für dessen Erhalt. Das UFO über Bratislava – Das futuristische Restaurant auf dem Brückenpfeiler über der Donau wurde 1974 eröffnet – ist seiner Zeit aber immer noch voraus.
Slowenien, das Land zwischen Adria und Alpen, ist wie ein Kontinent auf kleinstem Raum. Gerade einmal halb so gross wie die Schweiz, liegen in Slowenien nur einen Steinwurf voneinander entfernt Burgen, Bäche und Bergseen. Die Slowenen sind stolz auf ihr schmuckes Land, auf die Hochebenen oder den Bleder See, den sie selbstbewusst als 'Kleines St. Moritz' bezeichnen. Im Flusstal der Kamniska Bistrica sind Edo Senica und sein Kollege Ryan Graney unterwegs auf der Suche nach einem Adrenalinkick: Die beiden sind Wingsuit-Springer. Sie stürzen sich mit selbst genähten Flügelanzügen von Felsen. Doch vor dem Sprung kommt der Aufstieg. Fast 1.000 Höhenmeter müssen die beiden erst einmal bewältigen, dreieinhalb Stunden Klettern für 90 Sekunden Flug. In der Nähe des Ortes Postojna ist in den Karstfelsen ein einzigartiges Naturschauspiel versteckt. Die Höhlen von Postojna gehören zu den grössten erschlossenen Tropfsteinhöhlen der Welt. Sie sind so gross, dass man eine Grubenbahn braucht, um tief hineinzugelangen. Dort arbeitet die Biologin Katarina Kanduc. Ihr Arbeitsplatz ist dunkel und feucht. Ideale Bedingungen für den Proteus anguinus, den Grottenolm. Diese blinden und besonders scheuen Schwanzlurche kommen nur in der Karstwelt rund um die Adria vor. Gerade einmal 1,5 Kilometer von der italienischen Grenze entfernt liegt Lipica, Sloweniens Pferdehochburg. Hier hat die berühmte weisse Pferderasse Lipizzaner ihren Ursprung, die am Hofe der Habsburger in Wien zu Weltruhm gelangte. Das Gestüt bereitet sich auf seinen 440. Geburtstag vor, eine riesige Feier steht an. Die Slowenen sind stolz auf ihr Wasser. Fast alle Flüsse, Bäche und Seen haben Trinkwasserqualität. Das Land hat den Zugang zu sauberem Trinkwasser sogar als Grundrecht in die Verfassung aufgenommen. Es gibt unzählige Mineralquellen und naturbelassene Thermalbäder. Zum Beispiel in Klevevz: Das Naturbad hat durchgehend 25 Grad Wassertemperatur, ein Jungbrunnen zum Nulltarif. Der Ort Begunje gilt als Ursprung der Oberkrainer-Volksmusik. Familie Avsenik hat sie erfunden. Saso Avsenik hütet das Erbe dieses Musikstils zusammen mit einer Gruppe junger Leute, die alle zwischen 20 und 30 Jahre alt sind. In Slowenien dreht sich alles um die Apis mellifera carnica, kurz Carnica genannt. Die kleine slowenische Biene avancierte in den letzten 100 Jahren zur am weitesten verbreiteten Honigbiene Europas. Einer der bekanntesten Imker Sloweniens ist Blaz Ambrozic. Bezogen auf die Einwohnerzahl, imkern in Slowenien so viele Menschen wie nirgendwo sonst in der EU.
Am Fuss der Alpen liegen die Oberitalienischen Seen. Geprägt wird die beliebte Urlaubsregion von malerischen Fischerdörfern, geschichtsträchtigen Städten und atemberaubender Natur. Während der Gardasee im Sommer fest in deutscher Hand ist, ist der Iseosee ein echter Geheimtipp. Die zahlreichen prunkvollen Villen bescheren dem Comer See ein mondänes Flair. Der Lago Maggiore wiederum bezauberte schon Schriftsteller wie Flaubert und Dumas.
Die Kanarischen Inseln gelten als Inseln des ewigen Frühlings. Milde Temperaturen und lange Sommer machen die Inselgruppe vor der afrikanischen Küste zu einem beliebten Urlaubsziel. Vulkanische Aktivität hat die Kanaren geformt und prägt das Antlitz der Inseln. Schroffe Küsten, schwarze Strände und Kraterlandschaften treffen auf grüne Natur und das tiefe Blau des Atlantiks. Beim Inselhopping erkundet das Filmteam die Vielfalt der Kanaren.
Alabasterküste, Blumenküste, Perlmuttküste – über 600 Kilometer erstreckt sich die Küste der Normandie entlang des Ärmelkanals. Ein fruchtbares Land mit Wiesen, Obstplantagen und Weiden. Steilklippen, Sandstrände und Seebäder prägen die Küste. Abteien, Schlösser und idyllische Dörfer erzählen von ihrer bewegten Geschichte. Der Film führt vom Mont St. Michel über die Landungsstrände der Alliierten bis zur Halbinsel Cotentin.
Die Bretagne ist die grösste Halbinsel Frankreichs. Ihre fast 3000 Kilometer lange Küste wechselt von mächtigen Granitklippen zu versteckten Buchten und weiten Sandstränden. Es ist eine geschichtsträchtige Region, in der die Legenden blühen und Traditionen und Brauchtum bis heute gepflegt werden. Die Küstenlandschaft ist von Wind und Wellen geprägt. Aber durch das milde Klima gedeiht an manchen Orten eine fast schon mediterrane Vegetation.
Rund 60 Millionen Kubikmeter Sand, der vom Ozean angespült und durch Westwinde angehäuft wird, türmen sich an Frankreichs Atlantikküste zur Dune du Pilat auf. Dieses Naturmonument ist einzigartig in Europa. Geologen und Botaniker suchen Fakten und erforschen das Schutzgebiet. Klar ist: Die Düne lebt! Angetrieben von starken Winden wandert sie jährlich bis zu fünf Meter ins Landesinnere. Während an der Küste starke Wellen am grossen Hügel nagen, schlucken die Sandmassen auf der Landseite immer mehr Bäume. Es ist ein steter Kampf der Vegetation gegen die Erosion.